AT219532B - Verfahren zum Behandeln von Bohrlöchern oder Erdschächten - Google Patents

Verfahren zum Behandeln von Bohrlöchern oder Erdschächten

Info

Publication number
AT219532B
AT219532B AT561460A AT561460A AT219532B AT 219532 B AT219532 B AT 219532B AT 561460 A AT561460 A AT 561460A AT 561460 A AT561460 A AT 561460A AT 219532 B AT219532 B AT 219532B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
ammonium nitrate
sep
solution
explosive
earth
Prior art date
Application number
AT561460A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Dow Chemical Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dow Chemical Co filed Critical Dow Chemical Co
Application granted granted Critical
Publication of AT219532B publication Critical patent/AT219532B/de

Links

Landscapes

  • Air Bags (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Behandeln von Bohrlöchern oder
Erdschächten 
 EMI1.1 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Bei einem Versuch wurde eine Lösung, die 78   Gew. -0/0 Ammoniumnitrat   und 22   Gew. -0/0 wasserfrei -   es flüssiges Ammoniak enthielt, in ein Rohr mit einer Länge von 15 cm und einem Durchmesser von 5 cm gebracht und die Enden des Rohres wurden mit einer Kappe versehen. Ein geformter Sprengsatz wurde am einen Ende zur Detonation gebracht, wodurch eine Explosion der Lösung bewirkt und das Rohr vollständig zerstört wurde. Wenn in geformter Sprengsatz gleicher Grösse in Abwesenheit des flüssigen Sprengstoffes zur Detonation gebracht wurde, so entstand nur ein kleines Loch an einem Ende des Rohres. 



   Bei einer ähnlichen Probesprengung enthielt das im Rohr enthaltene Material 90   Gew. -0/0   Ammoniumnitrat und 10   Gew. -0/0 wasserfreies   flüssiges Ammoniak. Diese Mischung stellt eine explosive Mischung dar. in der die Menge des Ammoniumnitrats im Überschuss über die im wasserfreien flüssigen Ammoniak lösliche Menge vorhanden ist. Das Ergebnis dieses Versuches bestand ebenfalls in einer vollständigen Zerstörung des Rohres. Bei jedem Versuch war die gesamte Sprengmischung zur Detonation gebracht worden. 



   Ammoniumnitrat ist in flüssigem Ammoniak in den im folgenden angegebenen Mengen löslich : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Menge <SEP> von <SEP> Ammoniumnitrat <SEP> in <SEP> Sättigungspunkt
<tb> wasserfreiem <SEP> flüssigem <SEP> Ammoniak: <SEP> in C:
<tb> 96% <SEP> 118
<tb> 9210 <SEP> 99
<tb> 90% <SEP> 88
<tb> 88% <SEP> 76
<tb> 86% <SEP> 66
<tb> 84% <SEP> 54
<tb> 8210 <SEP> 43
<tb> 800 <SEP> 32
<tb> 77% <SEP> 21
<tb> 75% <SEP> +10
<tb> 730/0 <SEP> -1 <SEP> 
<tb> 710/0 <SEP> -12 <SEP> 
<tb> 
 
Oberhalb der Sättigungspunkte ist das gesamte. Ammoniumnitrat im Ammoniak gelöst, wogegen unterhalb der Sättigungspunkte eine Suspension von Ammoniumnitrat in einer gesättigten Lösung von Ammoniumnitrat in flüssigem Ammoniak auftritt. 



   Der Zusatz des Ammoniumnitrats zum Ammoniak vermindert den Dampfdruck des Ammoniaks in einem solchen Ausmass, dass die entstehende Lösung bei atmosphärischen Bedingungen bestehen bleibt, wenn sie in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt wird. 



   Bei Verwendung der Sprengstoffe gemäss der Erfindung zur Behandlung von Erdschächten wird das Sprengmaterial in einen geschlossenen Schacht unter genügendem Druck eingepumpt, damit das Material in die gewünschte durchlässige Erdformation eindringt, durch die das Schachtloch hindurchgeht. Üblicherweise ist ein Pumpendruck von einigen wenigen   kg/cm   bis zu einigen wenigen 100 kg/cm2 ausreichend, um zu gewährleisten, dass das Material in die Formation eindringt. Wenn infolge des Zusatzes von Ammoniumnitrat zu einer Lösung von Ammoniumnitrat in wasserfreiem flüssigem Ammoniak eine Aufschlämmung entsteht und diese als Sprengmaterial verwendet wird, muss die Geschwindigkeit, mit welcher der Schlamm in die Schachtbohrung gepumpt wird, so gross sein, dass sich die Suspension nicht absetzt, bevor das Material in die Formation eindringt. 



   Der überwiegende Teil des Sprengmaterials wird in die Formation eingepumpt, aber vorzugsweise wird eine ausreichende Menge dieses Materials im Bohrschacht belassen, um die Bohrung wenigstens bis zur Höhe der Formation zu füllen, in die das Material eingespritzt worden ist. Dann wird eine geformte Ladung in den Bohrschacht eingesenkt oder in anderer Weise so angeordnet, dass sie entweder in dem Sprengmaterial vorliegt oder gegen die das Sprengmaterial enthaltende Formation gerichtet ist. Es ist wünschenswert, aber nicht wesentlich, dass das Sprengmaterial in der Schachtbohrung angeordnet wird, wodurch eine Zündung der Sprengmischung erleichtert wird. 



   Es kann ferner vorteilhaft sein, die Sprengmischung in der Formation unter Druck zu halten, um einem Ausblasen der Sprengmischung durch den natürlichen Druck der Formation vorzubeugen. 



   Da das gesamte in die Erdformationen injizierte Material von Natur aus explosiv ist und die   flüssige   

 <Desc/Clms Page number 3> 

 Phase des Sprengmaterials leicht durch kleine Durchlässe in der Formation vorgetrieben wird, liefert das
Verfahren gemäss der Erfindung ein verbessertes Mittel zum Aufschluss der Erdformationen und erleichtert das Fliessen der in den Formationen enthaltenen Flüssigkeiten gegen das Bohrloch. 



   Wenngleich es auch wünschenswert ist, wasserfreies Ammoniumnitrat für die vorliegende Erfindung anzuwenden, ist es schwierig, ein solches Material unter Aussenbedingungen zu beschaffen. Versuche haben jedoch gezeigt, dass günstige Ergebnisse erhalten werden, wenn das Ammoniumnitrat bis zu 6   Gew.-%   Wasser enthält. Der neue Explosivstoff lässt sich sicher unter Behandlungsbedingungen für den Schacht handhaben, da er gepumpt und komprimiert werden kann, ohne dass eine Detonation unter typischen Arbeitsbedingungen entsteht. 



   Gewünschtenfalls kann zur Verhinderung des Eintretens des pumpfähigen Sprengstoffes in kleine Poren der zu behandelnden Formation die Viskosität des Sprengstoffes erhöht werden, indem z. B. Nitrocellulose, Celluloseacetat oder nitrierte Stärke zugesetzt werden. 



   Sprengzünder, die von geformten Ladungen verschieden sind, können ebenfalls verwendet werden, wenn sie kräftig genug sind. Beispiele von Sprengzündern, die wenigstens unter gewissen Bedingungen bei der Erfindung verwendet werden können, sind Tetranitromethylanilin-Zündpillen sowie Formkörper aus Gemischen von Trinitrotoluol und Pentaerythrit-Tetranitrat mit grösseren Dimensionen, wie   z. B.   



  Schnüre oder Röhren mit einem Gewicht je dm von 8, 5 g. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zum Behandeln von Bohrlöchern oder Erdschächten unter Zündung einer explosiven, Ammoniumnitrat enthaltenden Beschickung innerhalb des Bohrloches, Erdschachtes oder anderer Höhlungen mit Hilfe eines Sprengzünders, wie einer geformten Ladung, dadurch gekennzeichnet, dass man das Ammoniumnitrat in Form einer Lösung von Ammoniumnitrat in flüssigem Ammoniak anwendet.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Lösung von Ammoniumnitrat in flüssigem Ammoniak anwendet, die, bezogen auf das Ammoniumnitrat, zur Zeit der Sprengung gesättigt oder nahezu gesättigt ist.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man in das Bohrloch oder den Erdschacht eine Lösung von Ammoniumnitrat in flüssigem Ammoniak einführt, die höchstens 6 Gew.-'% Wasser enthält.
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man während oder nach der Einführung der Lösung in das Schachtloch festes Ammoniumnitrat zu der Lösung gibt.
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mán die Lösung vor und bis zu dem Zeitpunkt ihrer Zündung unter von aussen angewendetem Druck hält.
AT561460A 1959-07-22 1960-07-21 Verfahren zum Behandeln von Bohrlöchern oder Erdschächten AT219532B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US219532XA 1959-07-22 1959-07-22

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT219532B true AT219532B (de) 1962-02-12

Family

ID=21807035

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT561460A AT219532B (de) 1959-07-22 1960-07-21 Verfahren zum Behandeln von Bohrlöchern oder Erdschächten

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT219532B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2020490C3 (de) Schlammformiger Sprengstoff
DE2140618A1 (de) Untertage-abdichtverfahren
DE2263626A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum laden von borloechern mit sprengstoff
DE2015286A1 (de) Sprengverfahren und Zundladungsanord nung zur Durchfuhrung des Verfahrens
AT219532B (de) Verfahren zum Behandeln von Bohrlöchern oder Erdschächten
DE1900146A1 (de) Sprengverfahren,Verbundladung und explosive Zusatzladung dafuer
DE1949711C3 (de) Flussiger Sprengstoff und seine An wendung zum Aufbrechen von geologischen Formationen
DE2219249C3 (de) Gashaltige Sprengstoffmischung
DE1950580B2 (de) Sprengstoffzusammensetzung vom slurry-typ
DE3134639A1 (de) &#34;sicherheitssprengstoff&#34;
DE2546953B2 (de) Sprengstoffmasse mit verzoegernder selbst-sterilisierender wirkung
DE1167238B (de) Sensibilisierte Nitroparaffinsprengstoffe
DE2019968C3 (de) Sprengstoffmischung hoher Brisanz und hoher Gesamtenergie und Verfahren zu deren Herstellung
DE1195213B (de) Zuendladung fuer zuendunwillige Sprengstoffe
DE2052146A1 (de) Gießfahiger Sprengstoff
DE1171786B (de) Bohrlochgebundenes Sprengverfahren.
DE2116353C3 (de) Pulverförmiger, von flüssigen Salpetersäureestern freier, Ammoniumnitratsprengstoff hoher Wasserfestigkeit und Dichte
DE2250313A1 (de) Sprengstoff
DE1571217C3 (de) Verfahren zur Herstellung einer Zweikomponentenexplosivstoffladung
DE812242C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Lochen von Tiefbohrverrohrungen, -waenden oder -auskleidungen
DE1571237A1 (de) Verfahren zur Herstellung neuer Explosivstoffe
DE2222437A1 (de) Sprengstoffmischung, enthaltend guarangummiabkoemmlinge
AT281649B (de) Sprengstoff in Form einer wässerigen Aufschlämmung
DE391345C (de) Verfahren zur Initialzuendung von Sprengstoffen
DE1964537C (de) Sprengstoff und Verfahren zur Herstellung desselben