<Desc/Clms Page number 1>
Weltzeituhr
Uhren mit ständiger Ablesbarkeit der Zeit allein für die Orte eines Teiles der Erde oder der ganzen Erde sind als"Weltzeituhren"bekannt. Aus ihren Angaben kann auch geschlossen werden, ob ein beliebiger Ort im Vergleich mit einem bestimmten das gleiche Datum oder das folgende oder das vorhergehende hat ; hiezu ist zu berücksichtigen, welche Zeiten die beiden Orte haben, auf welchem Meridian gerade die Orte mit Mitternacht liegen, ferner die Lage des Meridians von 1800 Länge von Greenwich und der Drehsinn des sich drehenden Uhrenteiles, ein, wenn auch nicht gerade schwieriger, doch immerhin unbequemer, leicht zu einem Fehlschluss führender und nicht jedermann geläufiger Denkvorgang ;
eine Kennzeichnung des 1800 Meridians und der 24-Uhr-Marke durch entsprechende Farbpaare, wie es die USA-Patentschrift Nr. 2, 615, 298 vorsieht, erleichtert ihn.
Die erfindungsgemässe Uhr macht ihn unnötig ; sie zeigt auf einfachste und für Schau- und Vorführzwecke besonders geeignete und effektvolle Art, welche Orte im Vergleich mit einem auf der Uhr gekennzeichneten Ort, dem"Bezugsort" (z. B. dem Aufstellungsort der Uhr), oder mit allen Orten einer gekennzeichneten Zeitzone (z. B. der Zone mitteleuropäischer Zeit) das gleiche Datum haben, welche schon das morgige und welche noch das gestrige.
Die Wirkungsweise dieser Uhr sei an einer ihrer möglichen Ausführungsarten erläutert : An einer Ausführungsart mit waagrechtem Zifferblatt und für alle Orte der vom Nordpol bis zu 60 südlicher Breite reichenden Erdkalotte und für den Vergleich mit einem Ort von 150 östlicher Länge von Greenwich und damit auch mit allen Orten der Zone mitteleuropäischer Zeit.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht und Fig. 2 einen lotrechten Schnitt durch die Mitte dieser Ausführungsart der Erfindung.
Auf der oberen ebenen durchsichtigen Abschlussplatte P des Gehäuses ist in der Mitte die kreisrunde Karte E des erwähnten Gebietes in ebener Darstellung (als Planiglob) befestigt. In sie sind die Meridiane in je 150 Abstand mit besonderer Hervorhebung des Meridians für 150 östlicher Länge eingezeichnet und beziffert.
Unter der Platte P dreht sich eine kreisrunde Scheibe S, die auf einer in der Abschlussplatte und im Boden des Gehäuses lotrecht gelagerten Welle W befestigt ist. Die Scheibe wird von einem (in den Figuren nicht gezeichneten) Uhrwerk im üblichen Uhrzeigerdrehsinn in 24 Stunden einmal herumgedreht.
In dieser sonst lichtundurchlässigen Scheibe S ist anschliessend an die Karte E ein schmaler Spalt B ausgespart und mit lichtdurchlässigem Material ausgefüllt. Nahe seinen beiden Rändern sind auf der Scheibenunterseite zwei Streifen K und M je in der Form eines Kegelstumpfmantels befestigt und an deren unteren Rändern ein bis nahe zum Gehäuseboden reichender Zylinder Z ; die beiden Streifen K und M um-
EMI1.1
angebrachte und schräg nach innen, also ebenfalls zum Spalt hin geneigte Streifen M den restlichen Bogen von 1650.
Auf dem übrigen ringförmigen Teil der Scheibe ist um den Spalt herum eine 24 Stunden-Teilung aufgebracht ; sie ist entgegen dem Drehsinn der Scheibe beziffert und beginnt beim Anfang des äusseren Streifens M, so dass bei seinem Ende bzw. beim Anfang des inneren Streifens K die Stunde 11 steht.
Auf dem Boden des Gehäuses sind in je einem Kreis innerhalb und ausserhalb des Zylinders Z Fassungen mit Glühlampen L befestigt (in Fig. 1 sind alle als gestrichelte Kreise, in Fig. 2 vier von ihnen in die Schnittebene hineingedreht gezeichnet). Die geneigten Streifen K und M bewirken, dass je nach der
<Desc/Clms Page number 2>
Stellung der Scheibe S nur das Licht bestimmter Lampen des inneren oder des äusseren Kreises zum Spalt B gelangen kann, während das der andern abgeschirmt wird. Es sind weisse, rote und grüne Lampen zu sieben
Gruppen zusammengefasst. Das Ein- und Ausschalten von sechs dieser Gruppen erfolgt bei der Drehung der
Scheibe S durch Kontaktfedern, die je nach der Stellung der Scheibe auf leitenden oder isolierenden Bahnen der Aussenfläche des Zylinders Z schleifen (sie sind in den Figuren nicht eingezeichnet).
Im folgenden sind für die einzelnen Gruppen die Anordnung der Lampen, ihre Leuchtfarbe und ihre Leuchtzeit angegeben ;, in Fig. 1 sind immer die Lampen einer Gruppe mit der im folgenden genannten
Gruppennummer bezeichnet. Als Zeit ist die am 24 Stunden-Kreis beim Meridian 150 östlicher Länge von
Greenwich ersichtliche, also die mitteleuropäische Zeit zu verstehen.
Gruppe 1 : Ihre Lampen sind im inneren Kreis im östlichen Bogen von 150 bis 1800 angeordnet und weiss leuchtend von 0 bis 11 Uhr.
Gruppe 2 : Anordnung wie bei Gruppe 1, jedoch rot leuchtend von 13 bis 24 Uhr.
Gruppe 3 : Lampen im äusseren Kreis im westlichen Bogen von 150 bis-1800, weirs leuchtend von
13 bis 24 Uhr.
Gruppe 4 : Anordnung wie bei Gruppe 3, jedoch grün leuchtend von 0 bis 13 Uhr.
Gruppe 5 : Lampen im äusseren Kreis in dem 30 umfassenden Bogen zwischen 150 westlicher Länge und 150 östlicher, weiss leuchtend von 11 bis 24 Uhr.
Gruppe 6 : Anordnung wie bei Gruppe 5, jedoch grün leuchtend von 0 bis 11 Uhr.
Gruppe 7 : Lampen im äusseren Kreis im östlichen Bogen von 150 bis 1800 und Lampen im inneren Kreis im Bogen von 1800 westlich über 00 bis 150 östlicher Länge, dauernd weiss leuchtend.
Im Uhrgehäuse angebrachte lichtundurchlässige Schirme verhindern, dass das Licht der einzelnen Gruppen in den Bereich anderer kommt. Es sind dies ein vom Gehäuseboden innerhalb des inneren Lampenkreises bis nahe zur Scheibe S reichender lotrechter Zylinder T und lotrechte, radial gestellte ebene Schirme entsprechenden Profils zwischen den Gruppen des äusserenlarnpenkreises bei 1800. 150 östlicher und 150 westlicher Länge, knapp vom Zylinder Z bis zur Gehäusewand reichend, und zwischen den Gruppen des inneren Lampenkreises bei 1800 und 15u östlicher Länge, knapp vom Zylinder Z bis zum Schirm T reichend (die radialen Schirme sind, in den Figuren nicht eingezeichnet).
Das Zusammenspiel der mit der Scheibe S umlaufenden Streifen K und M, der Leuchtzeiten und Farben der Lampen ergeben, dass Teilbögen des Spaltes B jeweils in verschiedenen Farben leuchten oder der ganze Spalt in einer Farbe. Es bedeutet dies, wie es auch ein Vermerk auf der Uhr dartut, dass die Orte, die innerhalb der von diesen Teilbögen umfassten Sektoren liegen, im Vergleich mit dem Bezugsort das gleiche Datum, das folgende oder das vorhergehende haben, je nachdem die Farbe des zugehörigen Spaltbogens weiss, rot oder grün ist ; und wenn der ganze Spalt gleichfarbig leuchtet (nämlich um 13 Uhr mitteleuropäischer Zeit), dass alle Orte das gleiche Datum haben wie der Bezugsort (also heute).
In der Fig. 1 ist die als Ausführungsbeispiel beschriebene Uhr 5 Uhr 30 Minuten mitteleuropäischer
EMI2.1
gleiche Datum wie der Bezugsort, während die des restlichen Sektors von 67 1/20 westlicher Länge, westwärts bis 1800 (bzw. bis zur Datumlinie), dessen Bogen grün leuchtet, noch das gestrige Datum haben.
Andere Ausführungsformen, die dem Wesen der erfindungsgemässen Uhr entsprechen, wären : Eine mit Vertauschung von Feststehen und Drehen der Karte einerseits und des Stundenkreises und Tagesanzeigers anderseits ; eine mit Verwendung eines Globus statt des Planigloben oder einer zylinder-oder kegelförmigen Karte (z. B. in Mercatorprojektion) ; eine mit Verwendung anderer Beleuchtungsarten (z. B. von Glimmlampen oder von entsprechend geätzten Glasplatten mit seitlichem Lichteinfall) : schliesslich Ausführungen mit andern Bezugsorten, die nur andere Längen der Streifen K und M und andere Leuchtzeiten der Lampen verlangen.
Als zusätzlich ausführbare und erwünschte, für das Wesen der Erfindung aber nicht erforderliche Behelfe an der Uhr wären zu erwähnen : Eine normale Nebenuhr zur genauen Ablesung von Stunde, Minute und Sekunde, die dann auch zur zeitlich genaueren Betätigung der Ein-und Ausschaltkontakte für die Lam- pengruppen verwendet werden könnte ; ein Drehknopf zur gegebenenfalls nötigen Einstellung der Uhr auf die richtige Zeit oder zur schnelleren Drehung der Scheibe S für Lehr- und Vorführungszwecke : eine besondere Kennzeichnung von wichtigen Orten und Ländern, von Zeitzonen und den sie vertretenden Meridianen oder den sie einschliessenden Grenzen durch Farben oder durch Aufleuchten entsprechend bezeichneter Druckknöpfe.
<Desc/Clms Page number 3>
Andere Lösungen der Aufgabe, die sich die erfindungsgemässe Uhr stellt, sind durch die deutsche Patentschrift Nr. 961518 und durch die USA-Patentschriften Nr. 594, 410 und Nr. 2, 721, 442 gegeben worden, sie sind jedoch in ihren Konstruktionen wesentlich verwickelter und geben keine so übersichtliche und klare Ablesbarkeit.