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Apparat zur anschaulichen Ermittlung der jeweiligen Projektionsorte der Gestirne auf der Erdoberfläche.
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gedreht wird, während die ollere, feststehende Scheibe den Sternenhimmel in gleicher Projektion jedoch nicht wie bei der üblichen Darstellung von einm innerhalb des Himmelsglobus, sondern
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schcibe. n festgehalten sind.
Zur Versinnlichung des Lichtpole dient ein (rotes) Scheibchen, welches frei auf die auf der feststehenden Sternbilderscheibe verzeichnete Ekliptik aufgelegt und der Wanderung der
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stützen 4 für die auf letzteren frei anfruhende, aus durchsichtigem Material, vorteilhaft aus Glas hergestellte Scheibe 5, auf welcher die Erdoberfläche in polarorthographischer Projektion bis
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Umdrehung der Erde um ihre Achse in 24 Stunden einmal von links (Westen) nach rechts (Osten) zur Umdrehung gebracht.
Bei dem vorliegenden Apparate spielen folgende drei Erdorte mit ihren grössten Kugel- kreisen die massgebende Rolle : a) Nordpol == Erdgleicher d) Standpol = Standgleicher (Standäquator) c) Lichtpol = Lichtgleicher (Lichtäquator).
Euf der Erdscheibe 5 (Fig. 4) ist folgendes Liniennetzsystem verzeichnet :
Zunächst erscheint der Standort des Beobachters (Standpol, hier Wien) durch fünf sich in ihm schneidende Linien scharf auf dem Kartenbilde hervorgehoben ; im Standpol schneiden sich nämlich :
1. Die mit dem Meridian des Beobachtungsortes zusammenfallende Nord-Südlinie NS, deren beide Teile N und S gegebenenfalls durch Verschiedenheit der Farbe oder wie dargestellt durch Verschiedenheit der die Linien zusammensetzenden Zeichen kenntlich bezw. unter- scheidbar gemacht werden können. D.
ese NS Linie hebt aus dem Kartenbilde alle jene Erdorte heraus, die zum Beobachtungsort in einem wichtigen Richtungsverhältnis, nämlich genau im
Norden oder Süden liegen, und obendrein in einem wichtigen Zeitverhältnis stehen, indem alle. vom Beobachtungsort bis zum Pol liegenden Punkte dieser Linie die gleiche, alle darüber hinaus liegenden Punkte dieser Linie die entgegengesetzte, d. h. um 12 Stunden des Volltages differierende
Zeit haben.
II. Die Ost-Westlinie OW, deren beide Teile 0 und gleichfalls durch verschiedene Farben oder Zeichen unterschieden. sind, welche Linie, falls sie sich aus zwei die Ost-und Westrichtung angebenden farbigen Teilen zusammensetzt, schwächer gezogen sein kann, weil durch sie nicht mehr ein Richtugns- + Zeitverhältnis, also ein Doppelverhältnis, sondern ein Verhältnis der ersteren Art allein zum Ausdruck gelangt.
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diese beiden Linien zusammensetzonden Zeichen so zusammengesetzt ist, dass die Riohtungs- bezeichnungen aus der Art der Zusammensetzung erkennbar sind.
IV. Die Nordwest- und Südostlinie NW und SO, welche in gleicher Weise wie die Linie III zusammengesetzt ist.
V. Der Breitenkreis B des Beobachtungsortes. Diese Linie hebt jene Erdorte heraus, die zum Beobachter bezw. Beobachtungsort in einem wichtigen Beleuchtungsverhältnis stehen. nämlich gleiche Tages-und Nachtlänge besitzen.
Weiters ist auf der Erdscheibe eine Linie A hervorgehoben, die den geometrischen Ort aller Punkte auf der Erdoberfläche bildet, die vom Beobachtungaort (hier Wien) in einer Bogenentfernung von 900 sicle befinden. Alle diese Punkte stehen zum Beobachtungsort in einem wichtigen Lgenverhältnis, insofeme als die zum Erdmittelpunkt gehende Lotrechte des Beobachtungsortes senkrecht steht zu den Lotrechten an diesen Punkten, d. h. die Bewohner derselben sind
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Fällt nun, um ein Beispiel anzuführen, das Projektionsbild eines Sternes auf einen jener Erdorte, die sich im Schnittpunkt irgend einer der oben angeführten Linien (I-IV) mit dem Standgleicher A befinden, so wird dieser Stern von dem Beobachter am Standort (Wien) im Nord-beitw. Sud-Punkte im Ott bezw. Westpunkt, im Nordost- bezw. Südwespunkt udn im Norwest- bezw. Südospunkt seines Horizontes gesehen. Da der Stern aber im Zenith, d. h. in der Lotrechten des betreffenden Erdortes steht, so erscheint die Lage dieser Linie und mit ihr Auch die Bodenlage jenes Erdortes gefunden.
Hinsichtlich des Standgleicher wäre noch zu erwähnen, dass die Schnittpunkte desselben mit der Ost-Westlinie OW naturgemäss stets in den Erdäquatur fallen.
Endlich sind noch die 24, vom Standorte aus zu zählen beginnenden, durch den Pol gehenden, einem Volltag entsprechenden Stundenlinienl über die Erdoberfläche gelegt und alle in gleicher Farbe, beispielsweise blau gezogen. Die durch den Standort gehende Stundenlinie kann durch ihre Stärke oder, da diese Linie mit der Nord-Südlinie zusammenfällt, in der bei Besprechung dieser Linie angegebenen Weise besonders hervorgehoben werden. Diese Stundenlinien heben jene Erdorte heraus, deren Zeit zu jener des Beobachters bezw. Standortes und untereinander um eine Stunde oder um ein Vielfaches derselben verschieden ist.
Sämtliche bisher angeführten und auf der Erdscheibe verzeichneten Linien sind in ihrem individuellen (inhaltlichen) Verlaufe auf der Erdoberfläche von der Wahl des Standortes abhängig, ihre allgemeine Bedeutung bleibt jedoch stets dieselbe. Von der Wahl des Standortes unabhängig bleiben bloss die noch auf der Erdscheibe verzeichneten tropischen und polaren Sonnenmonats-
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Projektion auf der Erdoberfläche, in denen, bezw. über denen sich die Sonne nach je 30Tagen von dem Wintersolstiz an gerechnet scheinbar bewegt), welche dem Anfang jedes Sonnenmonats
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gleichers A gelegenen Bogenteile in anderer Farbe (rot) als die ausserhalb desselben befindlichen Bogenteile (schwarz) gezeichnet, weil eben im ersteren Falle mit den betreffenden, d. h.
in diesen Parallelkreisen gelegenen Erdorten Sichtbarkeit ihrer zenitalen Gestirne für den Beschauer verbunden ist, wogegen im letzteren Falle das Gegenteil obwaltet. Jeder der genannten Breitenkreise in der Polarzone kann durch einen doppelfii. Kreis (innen rot, aussen schwarz) dargestellt werden, weil diese Kreise vom Lichtgleicher nicht nur geschnitten, sondern auch bloss berührt werden können, welch letzteres Moment für die Polarzone eben das charakteristische ist, so dass der ganze Kreis zum Tag-oder Nachtbogen wird.
Es ist also für die Polargegenden ein grosser Unterschied, ob ein und derselbe Parallelkreis vom Polstrahle an der Aussen-oder Innenseite erreicht wird. Unter"Polstrahl" ist je einer der beiden Tangentialstrahlen zu verstehen, die in der durch die Erdachse und den Sonnenmittelpunkt gelegten Ebene sich befinden.
In geringem Abstand oberhalb der Erdscheibe 5 ist auf einem Absatze des Gehäuses 1 oder 111 anderer Weise gestützt eine zweite gleichfalls aus durchsichtigem Material (Glas) hergestellte, in Ruhe blieibende Scheibe 7 angeordnet, auf welcher der Sternenhimmel, wie oben angegeben, in polarorthographischer Projektion, jedoch von aussen gesehen, dargestellt ist.
Auf dieser Scheibe 7'ist gleichfalls ein besonderes Liniennetz verzeichnet, welches die
12 Sonnpnmonate des Jahres zur anschaulichen Darstellung bringt. Von den Sonnenmonats- Paratipikjosen P der heissen Zone sind nämlich nur jene Teilbögen dargestellt, die zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Monatsmeridianen (Monatsmeridiane sind jene Himmels-Meridiane, in denen sich die Sonne nach je 30 Tagen vom Wintersolstiz an gerechnet, scheinbar befindet) liegen, welche in gleichen Winkelabständen von 300 voneinander abstehen. In gleicher Weise sind nur jene Teilbögen M der Monatsmeridiane eingezeiehnet, welche zwischen den in Betracht kommenden henachbarten.. lvnatsparallelkreisen P liegen.
Hierdurch gelangen die Sonnenmonate in Form von sphärischen Parallelogrammen zur Darstellung und die auteinandergereihten Diagonalen dieser Parallelogramme stellen die Ekliptik dar. Die vier Hauptpunkte dieser Linie (Äquinoktien und Solstitien) können durch verschiedene Ze : ehen oder verschiedenfarbig ausgefüllte Kreise. beispielsweise die Frühlingsgleiche (21. März) durch einen in grün, die Sommerwende (21. Juni), die Herbstgleiche (23. September), die Winterwende (21. Dezember) durch einen in rot, bezw. in gelb und schwarz ausgezogenen kleinen Kreis kenntlich gemacht werden.
Die verschiedenen Breiten der genannten, die Sonnenmonate darstellenden Parallelogramme lassen das verschieden starke Ab-und Zunehmen der Tage in den aufeinanderfolgenden Sonnen- monaten, ihre gleiche Winkellänge (300), die gleiche Dauer der Monate (30 bezw. 31 Tage) höchst anschaulich erkennen.
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Färbung oder in anderer Weise unterschieden werden. Mittels zweier an dem Ring 8 angebrachter Zapfen oder Knöpfe 9 kann derselbe von Hand aus gedreht und in der nachstehend angegebenen Weise eingestellt werden.
Unterhalb der Erdscheibe : ? ist in einem geringen Abstand von derselben eine vorteilhaft auf dem Gehäuse des Uhrwerks 6 gestützte feststehende Platte 10 angebracht, welche als Unterlage für eine Anzahl von zweifärbigen, aus Papier oder anderem geeigneten Material hergestellten Scheiben 11 dient. Eine dieser Scheiben 11 ist in Fig. 5 veranschaulicht. Die jeweils unmittelbar unterhalb der Erdscheibe befindliche zweifärbige Scheibell lässt durch die Grenzlinie (G) zwischen den beiden verschieden farbigen Feldern die Selbstschattengrenze bezw, den dem Lichtpol entsprechenden Lichtäquator auf der Erdscheibe 5 für den Beginn eines Sonnenmonats erkennen.
Da aber diese Selbstschattengrenze bezw. der Lichtäquator sich im Verlaufe eines Sonnenmonats nicht wesentlich ändert, sondern nur während dieser Zeit der Verstellung des Lichtpoles entsprechend sich verdreht, andererseits die-Selbstschattengrenze bei der Hin-und Herwanderung des Lichtpoles zwischen den beiden Wendekreisen (-23"- (- 23) für in gleichen Zeitabständen von den Soktitien vor und hinter diesen liegenden Zeitpunkten gleich ist, so wird man in der Regel mit sieben solchen Scheiben das Auslangen finden, deren Auswechslung, wie schon erwähnt. am vorteilhaftesten in der Mitte der Sonnenmonate, also um jeden fünften nach der bürgerlichen Zeitrechnung (da die Sonnenmonate vom 31. bis zum 21. des folgenden Monats gehen) vorgenommen wird.
Zur Heraushebung des jeweilig im Lichtpol liegenden Erdortes dient zweckmässig ein rot gefärbtes Sonnenscheibchen. 12 (Fig. 2), welches auf der Sternbilderscbeibe 7 frei aufliegend zwischen den beiden Wendekreisen in der durch die Ekliptik-Linie E (Fig. 3) gegebenen Bahn täglich oder jeden zweiten Tag derart fortgerückt wird, dass es zu Beginn jedes Sonnenmonats sich im Durchschnittspunkt des betreffenden Sonnenmonats-Parallelkreises (P) mit dem Sonnenmonatsmeridian (M) befindet.
Zugleich mit dieser Teilverschiebung des Sonnenscheibehens 12 wird der Stundenteilungsring von Hand aus so gedreht, dass sein Mittagsteilstrich mit der durch den weiter gerückten Lichtpol und den Erdpol gehenden Miridianlinie zusammenfällt. Überdies wird die gerade in Verwendung stehende Beleuchtungs-bezw. Lichtäquatorscheibe. H in Übereinstimmung mit dieser Bewegung bezw. Drehung der vorgenannten Teile (Scheibchen 12 und Ring 8) Um einen der Verdrehung des Stundennnges 8 entsprechenden Winkel gedreht, zu welchem Zwecke im Gehäuse zwei diametral gegenüber befindliche, längliche wagrechte Schlitztürchen angebracht sein können.
In der Mitte eines Sonnenmonats ist die Beleuchtungsscheibe 11 gegen eine andere auszuwechseln.
Bei der durch das Uhrwerk bewirkten Drehung der Erdscheibe 5 werden alle bei der Umdrehung der Erde um ihre Achse auftretenden Erscheinungen naturgetreu wiedergegeben. Um das Herausnehmen der Scheiben aus dem Gehäuse zu erleichtern, kann dasselbe mit einer seitlichen Titre versehen sein, welche sich gegebenenfalls über einen solchen Tell des Umfanges erstreckt. dass das Auswechseln der Beleuchtungsscheibe möglich ist, ohne die übrigen Scheiben aus dem
Gehäuse herausnehmen zu müssen.
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und der Stundenteilungsring können auch durch an sich bekannte Einrichtungen auf mechanischem oder elektrischem Wege fortgerückt werden, wobei Einrichtungen gleichfalls
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Bahn tuid (las monatliche Auswechseln der Beleuchtungsscheibe herbeizuführen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Apparat zur anschaulichen Ermittlung der jeweiligen Projektionsorte der Gestirne auf der Erdoberfläche, gekennzeichnet durch zwei in einem geringen Abstand übereinander angeordnete au, s durchsichtigem Material, wie Glas oder dergl. hergestellte Scheiben, welche mit charakteristischen Liniennetzsystemen versehen sind und von denen die eine tiefer liegende Scheibe eine Darstellung der Erdoberfläche in polar-orthographischer Projektion bis zu einem geeigneten Grad südlicher Breite enthält und durch ein Uhrwerk in 24 Stunden einmal herumgedreht wird, während die obere feststehende Scheibe den Sternenhimmel in gleicher Projektion, jedoch von einem ausserhalb des Himmelglobus befindlichen Punkt aus gesehen darstellt.