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Schienenfahrzeug
Der Gegenstand des Patentes Nr. 212359 ist ein Schienenfahrzeug für den Transport grosser Lasten, welches aus zwei Fahrzeugteilen besteht, auf welchen je ein durch ein Gegengewicht belasteter, einen doppelarmigen Hebel bildender Balken im Hebeldrehpunkt abgestützt ist, wobei die einander zugewandten, den Gegengewichten abgewandten Enden der Balken unter Vermittlung einer Ladebrücke oder der zu befördernden Last miteinander gelenkig verbunden sind und wobei zweckmässig die die Gegengewichte tragenden Hebelarme der Balken länger bemessen sind als die einander zugewandten Hebelarme derselben. Auf diese Art wird es ermöglicht, die Last auf eine grosse Fahrzeuglänge aufzuteilen.
Dies hat aber den Nachteil, dass die Last nur unter ziemlich ungünstigen Bedingungen aufgenommen werden kann, da auch bei günstigsten Hebelverhältnissen jede Tonne Last ein gewisses Gegengewicht verlangt. Auf diese Weise wird eine grosse Totlast mitgeführt.
Die hrlindung zielt nun darauf ab, eine solche Ausbildung nach dem Stammpatent zu verbessern und besteht im wesentlichen darin; dass die Last im Bereiche der der Fahrzeugmitte zugewandten Enden der Balken zusätzlich auf je ein Drehgestell abgestützt ist. Auf diese Weise kann ein Teil des Ladegewichtes direkt aufgenommen werden und es muss nur derjenige Betrag des Ladegewichtes von dem Balken aufgenommen werden, der die Aufnahmefähigkeit dieser Drehgestelle übersteigt. Damit wird es ermöglicht, noch grössere Lasten als mit der Ausführungsform nach dem Stammpatent zu transportieren.
Während bei der Ausbildung nach dem Stammpatent die beiden Fahrzeugteile mit der Ladebrücke ein untrennbare Ganzes bilden, solange die Ladebrücke beladen ist, wird nun die Möglichkeit geschaffen, gegebenenfalls die zwei Fahrzeugteile von der auf den zusätzlich vorgesehenen Drehgestellen abgestützten Ladebrücke zu trennen. Dadurch wird es nun ermöglicht, dass bei komplizierten Rangierarbeiten die Last mit den Hilfsdrehgestellen allein rangiert werden kann, wogegen die beidenhinderlichen Fahrzeugteile abgestellt werden können. Rangierarbeiten nehmen nun bei einem solchen Fahrzeug breiten Raum ein, da dieses Fahrzeug oft wochenlang unterwegs ist und auch auf den kleinsten Bahnhöfen einem fahrplanmässigen Zug ausweichen können muss.
Auch beim Be- und Entladen des Fahrzeuges, beispielsweise, wenn es zur Aufstellung eines beförderten schweren Aggregates in eine Halle eingefahren werden soll, ist seine überlange Bauart oft hinderlich, so dass durch die Möglichkeit der Trennung der zwei Fahrzeugteile von der Ladebrücke ein wesentlicher Vorteil erzielt wird. Bei solchen Rangierarbeiten können, da ja keine Fahrge- schwindigkeit zuberücksichtigen ist, die Achsen ohne weiteres überlastet werden und es genügen dann bei den Rangierarbeiten die beiden zusätzlichen Drehgestelle für die Aufnahme der Last.
Es soll nun die Belastung auf die zusätzlichen Drehgestelle und auf den Lastarm des Balkens aufgeteilt werden. Dies ist beispielsweise durch eine Veränderung oder Verschiebung des Gegengewichtes am Balken möglich, da das Gegengewicht die vom Lastarm des Balkens aufnehmbar Last bestimmt. Die Aufteilung der Last kann aber auch durch Veränderung der Abstützstelle der Last gegenüber dem zusätzlichen Drehgestell und dem Lastarm des Balkens erfolgen. Es ist ohne weiteres möglich, durch eine hydraulisch ver- änderbare Abstützung die Last zu einem grossen Mass auf das zusätzliche Drehgestell oder zu einem grossen Mass auf den Lastarm des Balkens abzustützen.
Es soll hiebei die Tragfähigkeit des zusätzlichen Drehge-
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stelles ausgenützt, jedoch auch eine Überlastung dieses zusätzlichen Drehgestelles vermieden werden. Es kann beispielsweise die Tragkraft des zusätzlichen Drehgestelles voll ausgenützt sein und nur der die Tragkraft des zusätzlichen Drehgestelles übersteigende Lastanteil dem Lastarm des Balkens aufgelastet werden.
Um dies mit Sicherheit und unabhängig von der Sorgfalt des Bedienungspersonals zu gewährleisten, kann gemäss der Erfindung die Ausbildung so getroffen sein, dass eine Aufteilung des Gesamtgewichtes der Ladebrücke auf das zusätzliche Drehgestell und auf den Lastarm des Balkens durch eine vom Gewicht der Ladebrücke beeinflusste Steuervorrichtung unter Vermittlung eines von letzterer betätigten, vorzugsweise hydraulischen Servoantriebes erfolgt, der das Gegengewicht am Gegengewichtsarm verschiebt oder die Abstützstellen der Last am Lastarm bzw. am zusätzlichen Drehgestell verlagert.
Die Zwischenschaltung von zusätzlichen Drehgestellen zwischen die den Balken abstützenden Drehgestelle ermöglicht nun, die Lastarme der Balken länger auszubilden. Auf diese Weise ermöglicht die Erfindung, wenigstens einen dieser Fahrzeugteile als Schienenkran verwendbar zu machen. Gemäss der Erfindung kann daher zwischen dem Lastende des Balkens und dem Hebeldrehpunkt ein Gelenk für das Hochschwenken des Balkenendes angeordnet sein, in welchem Falle auch ein Antrieb für das Hochschwenken des Balkenendes vorgesehen ist. Damit ist die Verwendungsmöglichkeit des den Balken tragenden Fahrzeugteiles vergrössert und es wird dem Bedürfnis Rechnung getragen, dass beim Beladen und Entladen eines solchen für schwere Lasten geeigneten Fahrzeuges auch Krane erforderlich sind.
Die längere Ausbildung des Lastarmes des Balkens hat nun auch eine längere Ausbildung des Gegengewichtsarmes des Balkens zur Folge und dem kann gemäss der Erfindung dadurch Rechnung getragen werden, dass unter den Gegengewichtsenden jedes Balkens ein Hilfsdrehgestell vorgesehen ist. Ein solches Hilfsdrehgestell ist praktisch während des Betriebes nicht oder kaum belastet, dient aber dazu, einerseits die Kupplung des Fahrzeuges mit andern Waggons oder mit einer Lokomotive zu ermöglichen und bildet einen das Gegengewichtsende des Balkens überragenden Puffer. Anderseits tragen diese Hilfsdrehgestelle die Last des Gegengewichtes bei Leerfahrt. Ausserdem wirken solche Hilfsdrehgestelle als Vorlaufdrehgestelle. so dass die Schienen bei der Fahrt des Fahrzeuges nicht plötzlich, sondern in vorteilhafter Weise allmählich belastet werden.
Ein derartiges Fahrzeug wird im allgemeinen nicht nur in einen Zug einrangiert, sondern bildet eine volle Zugeinheit, welche unter Umständen wochenlang unterwegs sein kann. Gemäss der Erfindung ist daher wenigstens eines der Fahrzeugteile mit einem Motoraggregat für denFahrantrieb und/oder andere Hilfsantriebe ausgebildet. Dies bietet nicht nur den Vorteil, dass eine Lokomotive erspart werden kann, sondern auch den, dass der Antrieb für Rangierarbeiten zur Verfügung steht. Abgesehen davon ermöglicht das Motoraggregat auch die Verwendung eines Fahrzeugteiles als Schienenkran, da der Motor auch für die Hubbetätigung des Kranes ausgenützt werden kann. Die Balken reichen über die Drehgestelle hinweg und die Unterbringung von Antriebsmotoren auf den Drehgestellen bietet daher Schwierigkeiten.
Anderseits müssen die Balken verhältnismässig grossräumig ausgebildet sein, da sie auf Biegung beansprucht werden.
Gemäss der Erfindung können daher der oder die Antriebsmotoren und gegebenenfalls auch noch Steuerkabine und möglicherweise Wohnräume für das Bedienungspersonal im Balken untergebracht sein.
In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles schematisch erläutert. Die Zeichnung zeigt eine Hälfte eines erfindungsgemässen Schienenfahrzeuges mit Ladebrücke in Seitenansicht.
Der Balken l ist um den Hebeldrehpunkt 2 schwenkbar auf einem Drehgestell 3 gelagert. 4 stellt das Lastende des Balkens und 5 das Gegengewichtsende desselben dar, welches das Gegengewicht 6 trägt. 7 ist ein Hilfsdrehgestell, auf welchem das Gegengewichtsende 5 des Balkens 1 unter Vermittlung eines Drehkranzes 8 abgestützt ist. Diese Abstützung wirkt insbesondere während der Leerfahrt des Fahrzeuges, wenn das Lastende 4 des Balkens 1 unbelastet ist. Das Hilfsdrehgestell 7 dient beim Rangieren und gegebenenfalls beim Kuppeln mit einem anderen Fahrzeug als Puffer, da sonst das Gegengewicht 6 beim Rangieren mit einem anderen Waggon in Berührung gelangen könnte.
Unter dem Lastende 4 des Balkens 1 ist nun ein zusätzliches Drehgestell 9 angeordnet und die Tiefladebrücke 10 ist sowohl auf diesem zusätzlichen Drehgestell 9 als auch an dem Lastarm 4 des Balkens 1 abgestützt. Es kann somit die Last der Ladebrücke 10 auf dieses zusätzliche Drehgestell 9 und den Lastarm 4 des Balkens 1 aufgeteilt werden. Mit 11 ist die Abstützung der Ladebrücke 10 gegen das zusätzliche Drehgestell und mit 12 die Abstützung an dem Lastarm 4 des Baikens 1 angedeutet. Durch eine gewichtsabhängige Einrichtung kann nun die Belastung richtig und automatisch auf das zusätzliche Drehgestell 9 und auf den Lastarm 4 verteilt werden. Das Gegengewicht 6 ist, wie aus der Zeichnung ersichtlich, verschiebbar im Gegengewichtsarm 5 des Balkens 1 angeordnet.
Die Tragkraft des Lastendes 4 des Balkens 1 wird vergrössert, wenn das Gegengewicht vom Hebeldrehpunkt 2 entfernt wird. Diese Verschiebung des Gegengewichtes kann in Abhängigkeit von der Belastung durch die Tiefladebrücke 10 erfolgen.
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Die Abstützungen 11 und 12 können dabei von Kolben hydraulischer Zylinder gebildet sein und es kann damit die Tiefladebrücke 10 in grösserem Masse gegen das zusätzliche Drehgestell 9 oder gegen den Lastarm 4 des Balkens 1 abgestützt werden.
Das Lastende 4des Balkens 1 ist um eine Achse 13 hochschwenkbar, so dass der vom Balken 1, Drehgestell 3 und Hilfsdrehgestell 7 gebildete Fahrzeugteil auch als Schienenkran verwendet werden kann
Der Balken 1 ist grossräumig ausgebildet, um seine Biegefestigkeit zu erhöhen. Im Balken 1 ist nun ein Maschinenaggregat angeordnet, welches sowohl für den Fahrantrieb als auch für den Hubantrieb des Kranes dient. Weiters sind Wohnräume für das Bedienungspersonal im Balken 1 angeordnet, sowie der Führerstand für den Fahrbetrieb. Diese Innenräume des Balkens, welche als Maschinenraum, Wohnraum und Führerstand ausgenützt sind, sind durch eine Türe 14 und Fenster IG angedeutet. Durch ein nicht dargestelltes Fernauge kann der Fahrzeugführer vom Führerstand aus die Fahrstrecke beobachten.
Das andere Fahrzeugende, welches nicht dargestellt ist, ist spiegelbildlich gleich mit dem dargestellten Fahrzeugende ausgebildet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schienenfahrzeug mit zwei Fahrzeugteilen für den Transport grosser Lasten nach Patent Nr. 212359, bei dem auf jedem derFahrzeugteile je ein durch ein Gegengewicht belasteter, einen doppelarmigen Hebel bildender Balken im Hebeldrehpunkt abgestützt ist, wobei die einander zugewandten, den Gegengewichten abgewandten Lastenden der Balken unter Vermittlung einer Ladebrücke oder der zu befördernden Last miteinander gelenkig verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladebrücke (10) im Bereiche der der Fahrzeugmitte zugewandten Lastenden (4) der Balken (1) zusätzlich auf wenigstens je ein Drehgestell (9) abgestützt ist.