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Magnetogrammträger, insbesondere Magnettonband
Die Erfindung betrifft einen Magnetogrammträger, insbesondere ein Magnettonband.
Magnettonbänder bestehen gewöhnlich aus einem bandförmigen Trägerkörper und einer auf diesem angebrachten dünnen Schicht des pulverförmigen magnetischen Stoffes in einem Bindemittel.
Der Trägerkörper wird gewöhnlich aus einem Kunststoff hergestellt. Es haben sich hiezu z. B. Celluloseazetat, Polyvinylchlorid, Polyvinylazetat, Vinylchlorid-Vinylazetat-Copolymer und Polyamide als geeignet erwiesen.
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B. dreiwertiges Ferro-Oxyd, Eisen oder eine Eisenlegierung,Die Wahl des Bindemittels wird durch das Material des Trägerkörpers bedingt. Eine Suspension eines magnetisierbaren Pulvers in einer Lösung eines Bindemittels in einem flüchtigen organischen Lösungsmit- tel wird unter Vermittlung einer Dosiervorrichtung in einer dünnen Schicht auf einen Trägerkörper gegossen.
Die Stärke der magnetisierbaren Schicht wird dabei möglichst konstant gehalten, indem z. B. das
Band mit der darauf gegossenen Suspension vor dem Verdampfen des Lösungsmittels unter einem Schür- eisen durchgeführt wird.
Darauf wird das Lösungsmittel dadurch verdampft, dass dem Band, z. B. durch Bestrahlung, Wärme zugeführt wird. Man erhält nach diesem Verfahren ein Band, das zum Aufzeichnen und Wiedergeben von vielerlei Impulsen auf magnetischem Wege geeignet ist.
Die Qualität der Aufzeichnung und Wiedergabe von Impulsen wird von verschiedenen Faktoren beein- flusst. Bei zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Schallimpulsen bestimmten Magnettonbändern spricht man in diesem Zusammenhang z. B. vom Rauschpegel des Bandes. Ein Teil des Rauschpegels ist dabei der
Schall, den ein Band, auf dem keine Schallimpulse aufgezeichnet sind, infolge von z. B. verschiedenen orientierten magnetischen Zonen auf dem Band beim Abspielen erzeugt. Ein weiterer Teil des Rauschpe- gels wird von Faktoren herbeigeführt, die mit den magnetischen Eigenschaften des Bandes nicht zusammenhängen.
Zum Herabsetzen des Rauschpegels wurden verschiedene Massnahmen vorgeschlagen und in der Praxis durchgeführt. Man ist z. B. dazu übergegangen, die Magnetteilchen auf dem Band in der Band-Längsrich- tung auszurichten. Ausserdem wurden besondere Verfahren zum Erzielen einer magnetisierbaren Materialschicht von konstanter Stärke vorgeschlagen.
Eine gute Dispersion der magnetisierbaren Teilchen im Bindemittel ergibt eine weitere Herabsetzung des Rauschpegels.
Es ist weiter vorgeschlagen worden, die Oberflächenreibung mit Hilfe von geeigneten Massnahmen zu verringern.
Es hat sich nämlich gezeigt, das der Rauschpegel auch von Faktoren beeinflusst wird, die im Wesen von den magnetischen Eigenschaften der Magnettonbänder unabhängig sind.
Es hat sich z. B. ergeben, dass beim Entlangführen des Bandes an den Aufnahme-und Abspielköpfen Vibrationen im Band auftreten können. Diese Vibrationen haben zur Folge, dass sich der Abstand zwischen dem Band und den Köpfen ändert, so dass eine zusätzliche Modulation entsteht, die zur Höhe des Rauschpegels beiträgt.
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Diese Vibrationen sind vermutlich auf einen sich ändernden Reibungskoeffizienten zwischen dem Magnettonband und den Aufnahme-und Abspielköpfen zurückzuführen. Wenn der Reibungskoeffizient in Abhängigkeit von der Zeit aufgetragen wird, ergibt sich eine Kurve mit einem sägezahnförmigen Verlauf. Die Folge ist eine sich ändernde Fortbewegungsgeschwindigkeit und eine Vibration des Bandes infolge einer ändernden Zugspannung im Band.
Bekanntlich ist die zum Überwinden der Reibung zwischen zwei Gegenständen erforderliche Kraft annähernd gleich dem Produkt aus dem Reibungskoeffizienten zwischen den beiden Gegenständen und der Kraft, die die beiden Gegenstände aufeinander ausüben. Bei einer gleichbleibenden, von der Aufwickelspule auf das Band ausgeübten Zugkraft und einem sich ändernden Reibungskoeffizienten zwischen einem Kopf und dem Band entsteht eine sich ändernde Zugspannung im elastischen Magnettonband, das infolgedessen zu vibrieren beginnt.
Manhat zur Herabsetzung der schädlichenEinflüsse der Schwankungen in der Fortbewegungsgeschwin- digkeit vorgeschlagen, die Oberfläche zu glätten. Diese Massnahme verringert den Reibwert nur wenig und erfordert einen zusätzlichen Verfahrensschritt. Auch ist schon vorgeschlagen worden, dem Bindemittel für die magnetisierbaren Teilchen polymerartiges Dimethylsilizium zuzusetzen. Zwar wird eine Herabsetzung des Reibwertes erreicht, doch erfordert die Bereitung der Suspension ein längeres Mischen. Ausserdem wird die Reibungsverringerung während des Abspielens des Bandes geringer.
Nach der Erfindung enthält die magnetisierbare Schicht Molybdändisulfid in feiner homogener Verteilung.
Auch die elektrostatische Aufladung des Bandes, welche mit den Eigenschaften des Trägermaterials zusammenhängt, nämlich der sehr geringen Leitfähigkeit dieser Materialien, hat einen nachteiligen Einfluss auf die Schallwiedergabe des Bandes. Das Abfliessen der elektrostatischen Ladungen kommt gewöhnlich in einer mehr oder weniger kontinuierlichen Reihe von Klopfgeräuschen zum Ausdruck, welche den Rauschpegel erhöhen.
Es hat sich weiterhin ergeben, dass zwischen den Reibungsschwankungen und der elektrostatischen Aufladung des Bandes eine Beziehung besteht und dass diese beiden Nachteile durch Zusetzen von Molybdändisulfid beseitigt werden, obwohl Molybdändisulfid normal nicht elektrisch leitend ist.
Durch das erfindungsgemässe Bedecken des Bandes mit Molybdändisulfid werden die Reibungsschwankungen mit den damit zusammenhängenden Vibrationen und die elektrostatische Aufladung des Bandes vermieden.
Zur praktischen Durchführung der Erfindung gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Das Band kann z. B. an der magnetisierbaren Seite gegebenenfalls unter Anwendung eines Bindemittels, wie es z. B. für die magnetisierbaren Teilchen gebraucht wird, mit einer dünnen Molybdänschicht bedeckt werden, z. B. durch Aufgiessen oder Einreiben. Auch ist es möglich, in der Suspension des pulverförmigen magnetisierbaren Materials in einer Lösung eines Bindemittels in einem flüchtigen organischen Lösungsmittel, mit der das Band bedeckt wird, eine geeignete Menge Molybdändisulfid zu suspendieren.
Hiedurch werden zusätzliche Verfahrensschritte vermieden und es erfordert kein wesentlich längeres Mischen, wenn das Molybdänsulfid gleich mit dem Eisenoxyd in dem Bindemittel dispergiert wird.
Eine Menge von wenigstens 1 g Molybdändisulfid in einer Suspensionsmenge eines magnetisierbaren Pulvers, z. B. 125 g Ferrooxyd, in einer Lösung eines Bindemittels, mit der 12 mz Band mit einer magnetisierbaren Schicht in einer Stärke von etwa 10 IL bedeckt werden kann, genügt gewöhnlich bereits zum Erzielen der gewünschten Wirkung.
Die grösste Abmessung der verwendeten Molybdändisulfidteilchen soll vorzugsweise zwischen 0, 5 und IG n gewählt werden. Solches Molybdändisulfid ist im Handel erhältlich.
Unter vergleichbaren Verhältnissen ist bei Magnettonbändern nach der Erfindung nur die Hälfte bis ein Drittel der Zugkraft notwendig, die bei den bisher üblichen Bändern erforderlich ist, um diese an den Köpfen eines Magnettongerätes entlangzuführen. Es hat sich dabei ergeben, dass bei den bekannten Bändern eine Zugkraft von 50 bis 70 g notwendig ist, während bei Bändern nach der Erfindung etwa 20-35 g genügen. Auch wurde festgestellt, dass die oberwähnten Bandvibrationen erst bei eln-Ar Zugkraft von etwa 40 g aufzutreten beginnen.
Beispiel : Ein Polyvinylchloridfilm mit einer Stärke von etwa 30 bis 40 Il wurde mit einer in einem Gemisch von Toluol und Methylisobutylketon gelösten Suspension von 25 kg nade1förmigem Ferrooxyd und 10 kg Vinylchlorid bedeckt. Dieser Suspension wurden 200 g MoS 2 zugesetzt. Eine Ge- samtoberfläche des Filmes in der Grösse von 2400 m2 wurde mit dieser Suspension bedeckt.
Es ergab sich, dass der Rauschpegel von aus diesem Film geschnittenen Bändern beträchtlich verringert war. Ohne den Zusatz von MoS war eine Zugkraft von 50 bis 6u g erforderlich und nach dem MoS-Zusatz nur noch 35 g.
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Wird die in diesem Beispiel vorgesehene Menge an MoSz verdoppelt, so wird die erforderliche Zugkraft weiter bis auf 20-25 g verringert, wobei eine noch grössere Herabsetzung des Rauschpegels erzielt wird.
PATENTANSPRÜCHE ;
1. Magnetogrammträger, insbesondere Magnettonband, dessen magnetisierbare Schicht Mittel zur Verringerung des Reibungszugs enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisierbare Schicht Molybdändisulfid in feiner homogener Verteilung enthält.