<Desc/Clms Page number 1>
Einrichtung zur Belüftung und Wasserverteilung für Tropfkörper
In der Abwasserreinigung verwendet man bisher bei der biologischen Reinigung mit Tropfkörpern zur Verteilung des Wassers auf das Tropfkörpermaterial Kipprinnen, Sprengdüsen und Drehsprenger. Dreh- sprenger, die bedeutendste Wasserverteileinrichtung für diesen Zweck, werden durch den Rückstoss des ausfliessenden Wassers nach dem Prinzip des Seegnerschen Wasserrades in rotierende Bewegung gesetzt. Zur Erzeugung der Ausflussenergie ist ein hydrostatischer Überdruck erforderlich, welcher entweder durch Sammlung des Abwassers in erhöhter Lage oder durch Pumpendruck erzeugt wird.
Bei kleineren Tropfkörperanlagen scheitert der Betrieb mit Pumpen meist daran, dass Dickstoffpumpen mit den geforderten geringsten Förderleistungen auf dem Markt nicht vorhanden sind. Weiters auch daran, dass zur Überwin- dung der Anlaufwiderstände und zur Erzeugung des erforderlichen Rtickstosses eine verhältnismässig grosse sekundliche Wassermenge notwendig ist, die für den Tropfkörper eine so hohe spezifische Belastung hervorruft, dass der Reinigungseffekt dadurch herabgesetzt wird.
Im allgemeinen berechnet man den Inhalt der Brockenmasse des Tropfkörpers nur in Abhängigkeit von der Zahl der Bewohner, deren Abwasser gereinigt werden soll. Der nicht zu erreichende Idealfall für die Reinigungswirkung würde bei dieser Berechnungsart dann eintreten, wenn das Abwasser gleichmässig während vierundzwanzig Stunden über die Tropfkörperoberfläche verteilt werden könnte. Bei kleinen und kleinsten Tropfkörpern ist dies unmöglich, da das Vierundzwanzigstundenmittel des Abwasserzuflusses zu gering ist und die erforderliche kinetische Energie für den Antrieb des Drehsprengers durch Rückstoss nicht erzeugt werden kann. Man ist daher gezwungen, den Abwasserzulauf zu unterbrechen, eine genügend grosse Abwassermenge zu sammeln und den Tropfkörper intermittierend zu beschicken.
Streng wissenschaftlich kann dann aber nur der sekundliche Zufluss während der Beschickungszeit als Bemessungsgrundlage herangezogen werden, d. h. man bemisst nach der spezifischen Belastung. Dabei ist es völlig gleichgültig. wie lange die Beschickungszeit und wie lange die Ruhepausen sind.
Erstrebenswert erscheint es daher, das Abwasser ohne Speicherung, also kontinuierlich so auf den Tropfkörper zu verteilen, wie es anfällt.
Bei grossen Drehsprengern sind elektrische Antriebseinrichtungen bekannt. Weiters sind Einrichtungen bekannt, bei denen der Motor der Belüftungseinrichtung Spritzteller od. dgl. (für die Wasserverteilung) mit derselben Drehzahl mittreibt.
Bei kleinen Tropfkörperanlagen ist eine künstliche Belüftung durch Ventilatoren u. dgl. notwendig, damit bei der üblicherweise geschlossenen Ausführung der für den biologischen Reinigungsvorgang erforderliche Luftsauerstoff zugeführt werden kann.
Der erfindungsgemässeGedanke besteht nun darin, dass für die Bewegung sowohl der Belüftungsanlage als auch des Drehsprengers eine gemeinsame Kraftquelle benützt wird. Die Antriebsmaschine des Ventilators treibt z. B. auch den Drehsprenger derart an, dass zwischen Ventilator und Drehsprenger ein Vorgelege zur Herstellung der erforderlichen Umdrehungen vorgesehen ist.
Es kann aber auch der Drehsprenger angetrieben sein und der Kraftfluss in der umgekehrten Richtung verlaufen.
Bei grossen Tropfkörperanlagan und somit grossen erforderlichen Drehsprengern kann aber auch dyr Drehsprenger bekanntermassen durch Rückstoss angetrieben sein und einen Teil seiner Bewegungsenergie für den Antrieb der Belüftungsanlage abgeben. Die dadurch hervorgerufene Bremsung der Umlaufgeschwindigkeit ist für die Reinigungswirkung von Vorteil, wie etwa bekannte Einrichtungen zur Vernichtung eines Teiles der Rückstossenergie bei Drehsprengern dokumentieren.
<Desc/Clms Page number 2>
In der beiliegenden Zeichnung ist in Fig. 1 in einr beispielhaften Skizze gezeigt, wie ein kombinierter Antrieb für einen Drehsprenger und eine Belüftungseinrichtung (Ventilator) vorgenommen, werden kann. Im Tropfkörperbauwerk 1 befindet sich die Brockenmasse 2. Durch eine Rohrleitung 3 wird das zu reinigende Abwasser dem Drehsprenger 4 zugeleitet und Über Ausflussöffnungen 5 oder Überlaufkanten 6 auf die Brockenmassenoberfläche 7 verteilt. In der Laterne 8 der Tropfkörperabdeckung 9 befindet sich eine Belüftungseinrichtung (Ventilator) 10, welche durch einen Elektromotor 11 angetrieben ist. Der Elektromotor 11 treibt gleichzeitig ein Vorgelege 12. Dieses Vorgelege 12 setzt die Umlaufgeschwindig- keit des Elektromotors herab und treibt den Drehsprenger 4 durch eine Welle 13 an.
In der beispielhaften Schnittskizze der Fig. 2 wird gezeigt, wie ein Drehsprenger 4 durch einen Elektromotor 14 motorisch angetrieben wird und die rotierende Bewegung durch eine Welle. 13 dem Getriebe 12 mitgeteilt wird. Das Getriebe bewegt nun die Belüftungseinrichtung (Ventilator) 10.
In der Fig. 3 wird schliesslich in einer beispielhaften Schnittskizze gezeigt, wie ein Drehsprenger 4 durch Rückstoss angetrieben wird. Die rotierende Bewegung wird wieder über eine Welle 13 und ein Getriebe 12 der Belüftungseinrichtung (Ventilator) 10 mitgeteilt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Belüftung und Wasserverteilung für Tropfkörper, wobei beide Einrichtungen durch eine gemeinsame Kraftquelle angetrieben sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Umdrehungsgeschwindigkeiten beider Einrichtungen durch bekannte Maschinenelemente (Vorgelege, Getriebe u. dgl.) auf die gewünschten, voneinander verschiedenen Grössen gebracht werden.