AT21516B - Verfahren zur Vereinigung von Werkstücken mittelst des aluminothermischen Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zur Vereinigung von Werkstücken mittelst des aluminothermischen Verfahrens.

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    Beim"aluminothermischen Verschweissen   von Schienen, Trägern oder anderen Werkstücken hat man immer mit dem   Übelstande   zu rechnen, dass eine starke Abkühlung des aus dem aluminothermischen Prozess herrührenden Metalles am Werkstück und an den Formen stattfindet, insbesondere weil man behufs Ersparung von Metall und Verbilligung des   Vereinigungs-resp. Schweissprozesses   möglichst darauf bedacht sein muss, die Umschluss-   kanäle   zwischen Form und Werkstück eng zu gestalten.

   Dadurch werden die Berührungsoberflächen im Verhältnis zum verwendeten Metall sehr gross und findet eine grosse Abkühlung des   aluminothermischen   Metalles beim Entlanglaufen an den   Schweissfläche   statt, welches wieder anderseits eine grössere Quantität des Metalles   zur Durchführung   des Vereinigungresp. Schweiss prozesses erfordern würde. Ferner findet leicht durch das zu heisse Metall ein   Furtreissen   einzelner Teile der Werkstücke statt. Auch dieser Nachteil soll bei der nachstehend   beschriebenen Ausbildung des aluminothermischen Verfahrens   verhindert werden. 



   Das Wesentliche des Verfahrens besteht darin, dass die zu vereinigenden Werkstücke zuerst dicht mit einer entsprechenden Form umsetzt werden unter Bildung eines fortlaufenden Kanales, der nachträglich von dem einzugiessenden aluminothermischen Metall ausgefüllt werden soll. Nachdem diese Umsetzung der Form erfolgt ist, wird die eine der zwei Eintrittsöffnungen, welche die Form besitzt, mit dem Abzugsrohr einer mit Gebläse betriebenen Feueresse verbunden und werden nun durch diese Eintrittsöffnung die heissen Feuergase in die zwischen Werkstück und Form   gebildeten Kanäle   gepresst oder gesaugt und treten durch die andere Öffnung der Form ins Freie.

   Es findet dabei eine starke Erhitzung bis auf Hellrotglut der Werkstücke und entsprechende Erwärmung der inneren Wandungen der Form statt, da die betreffenden Räume gewissermassen durch diese Verbindung zu Feuerzügen der Feueresse werden. Nachdem auf diese Weise   Werkstücke   und Form hoch vorerhitzt sind, wird das bekannte aluminothermische   Metallerzeugungsvertahren   zur Durchführung gebracht, indem zuerst aluminothermisch erzeugtes Metall in die engen, soeben   noch Feuerzugskanäle   bildenden Räume eingegossen wird, welches Metall die Werkstücke   umhüllt,   sich mit denselben vereinigt und verschweisst, wie dies durch andere Verfahrensweisen bekannt ist.

   Dabei bildet die bisherige Austrittsöffnung für die Feuer- 
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 auch die für den Eintritt der   Feuergase   benutzte Öffnung der Form als   Eingussstelle   dienen. 



   Wesentlich für das Verfahren ist, dass mindestens zwei Öffnungen, d. h. eine Eintrittsresp. Austrittsöffnung in der Form vorhanden sind, dass ferner die zwischen Werkstück und Form sich bildenden Räume einen oder mehrere fortlaufende Feuerzugskanäle bilden und dass durch dieselben die Gase einer Feueresse hindurchgepresst bezw. gesaugt werden, nachdem vorher die dichte   Umschliessung   der Werkstücke durch die Form stattgefunden hat. 



   Man hat bisher wohl schon eine Erhitzung der Werkstücke resp. der   Formoberfächen,   z. B. bei Verbindung von Schienenenden benutzt, aber nicht daran gedacht, die Zwischenräume einseitig mit einer mit Pressluft betriebenen Feueresse zu verbinden und den zwischen Form und Werkstück vorhandenen Raum als fortlaufende Feuerkanäle auszubilden und zu benutzen, wobei dann für die Feuergaso nur ein bestimmter Stromverluuf und ein bestimmte Austritt vorgesehen ist.

   Auch hat man noch nicht versucht, das ganze Werkstück in allen seinen Teilen mit diesem Feuerungszug zu umschliessen : erst bei vollständiger 

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 Eindeckung der zu vereinigenden Werkstücke in den   Feuerzugskanal   und völliger Umspülung der zu vereinigenden Stücke durch die Feuergase ist es   möglich,   die Temperatur so wesentlich zu erhöhen (wenn möglich bis zur   Hellrotglut),   dass die zu Anfang erläuterten Wirkungen in für die Praxis bedeutsamer Weise eintreten.

   Gerade bei dem   a) umino-   thermischen Prozess, bei welchem das betreffende Metall eine   verhältnismässig   sehr hohe Temperatur hat, ist aber die hohe Erhitzung des   Werkstückes   und der   Formoberniche   von entscheidender Bedeutung, viel mehr, als wie bei dem einfachen Umgiessen mit in gewöhnlicher Weise hergestelltem flüssigen Gusseisen ; denn hier handelt es sich darum, wirtschaftliche   Ersparnisse   dadurch zu machen, dass man in der Quantität des aluminothermisch erzeugten Eisens möglichst herabgehen kann. 



   Für dieses Verfahren der Benutzung hocherhitzte Formen für das einzugiessende aluminogenetisch erzeugte Metall hat sich nun noch das   überraschende   Resultat gezeigt, dass die Schweissstelle porenfrei wird, während man bisher bei kalten oder nur wenig vorgewärmten Formen nicht sicher war, eine porenfreie Vereinigung zu erhalten. Bei der bisherigen Vergiessung von aluminogenetisch erzeugtem Metall ist zwar schon vorgeschlagen worden, das Werkstück zu erhitzen, aber man hat bisher immer erst nach erfolgter Erhitzung die Form um das betreffende Werkstück gebracht, wobei dann von der vorhergegangenen Überhitzung nicht viel Nutzbringendes mehr übrig blieb.

   Beim aluminogenetisch   erzeugten Vergiessen   hat man aber bisher in anderer Weise noch nicht gearbeitet, und es stellt das jetzige Verfahren für dieses   Spezial vergiessen   einen wesentlichen Fortschritt dar, weil durch die obenbeschriebene Erhitzung ein Effekt in   bezug auf das zu vereinigende   Material (Porenfreiheit) erreicht wird. 



   Auch wird bei dem jetzigen Verfahren erreicht, dass trotz der Länge der Eingiesskanäle und trotz der   Dünnheit   derselben von Anfang bis zu Ende ein gleichmässigeres Vergiessen und Verschweissen stattfindet, so dass man bedeutend längere Strecken für das   entlangfliessende   Metall zum Anschweissen wählen kann. 



   Es ist noch auf den dritten Vorteil hinzuweisen, der darin besteht, dass man es bei diesem neuen Verfahren nicht mehr nötig hat, die Qualität des Thermiteisens durch Zusätze, wie Silizium und Mangan zu verbessern, da auch ohne diese Zusätze die Porenfreiheit der   Schweissstelle   erreicht wird. 



   Zur Durchführung dieses Verfahrens dienen folgende, in den Fig. 1, 2, 2 a und   2 h   dargestellte Einrichtungen : a ist die Form, welche dicht um die vereinigenden Werkstücke, hier zwei Schienen d, in bekannter Weise umgelegt wird und welche passend zweiteilig ist. Diese Form erhält die   Kanäle   e, e, el,   e2. f ist   die Eingussrinne. zwischen welcher und   d''r eigentlichen   Schiene ein Pfropfen al angeordnet ist, so dass eine vollkommene Ab-   trennung   (Fig. 2) zwischen der eigentlichen Form und dem Ausguss stattfindet.

   Auf die so entstandene Öffnung   9   wird das Essenrohr r aufgesetzt und durch einen kleinen Lehm- ring m verschmiert und sodann durch einen Ventilator mittels des Rohres h die Ver-   brenuungsluft   in den Ofen eingeblasen, welche als Feuerluft dann die Form in den Kanälen e, 
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 sprechende Temperatur, so wird das Essenrohr weggenommen, der Pfropfen al herausgezogen, so dass die Form Fig. 1 resultiert. (An Stelle des Pfropfens kann ein Blech b eingeschoben werden, das von der überfliessenden aluminogenetischen Schlacke sofort durchgeschmolzen wird, Fig. 2 a). Es kann nun in die Rinne f das in dem Behälter v durch aluminothermische Reaktion erzeugte Eisen zum Einfliessen gebracht werden.

   Der Eisenpfropfen    (Drahtnage !),   der unten im Gefäss   v   in bekannter Weise angebracht ist, wird hochgestossen, schmilzt und das flüssige Eisen fliesst in die Rinne f, füllt dieselbe und umspült die   Kanä) e f, e', e   ; diese Kanille sind so bemessen, dass die Schiene ganz oder in ihrem grössten Teil bis zur Oberkante von diesem flüssigen Eisen umflossen, erhitzt und   yun)     Aneinanderschweissen   gebracht wird. Die aus dem Tiegel v schliesslich austretende Schlacke läuft über die Öffnung o, von welcher die Brücke   a1   nunmehr   fortgenommen   ist, auf den Kopf der Schiene und bedeckt den Kopf derselben, so dass jegliche Hitzevergeudung vermieden wird. 



   Es ist noch zu erwähnen, dass es zweckmässig ist, beim Durchströmenlassen der heissen Feuergase aus dem Ofen   c den Schionenkopf   noch mit einer Kappe c zu bedecken, um ihn vor dem direkten Anprall der heissen Feuergase zu schützen. Diese Kappe wird nachträglich ebenso wie der Pfropfen al fortgenommen. 



   Dieses Verfahren gibt noch eine Möglichkeit der Vereinigung von Werkstücken, welche bisher unerreichbar schien, nämlich die Vereinigung von   Werkstücken   auf grösseren
Längen. Bisher konnten Werkstücke, die Berührungsflächen von grösserer Länge besassen, nicht einwandfrei verschweisst werden, wenn man dabei nicht grosse Quantitäten Thermit opferte Durch das beschriebene Verfahren kann man derartige Stücke auf grössere Länge   verschweissen,   ohne dass der Prozess ein zu teurer wird. 

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     Natürlich kann auch   das Verfahren ohne weiteres angewendet werden, um an bestimmten Werkstücken Fehler auszubessern oder andere Teile anzuschweissen, also deren Form zu ergänzen, z. B. wenn es sich um das Anschweissen eines ausgebrochenen Zahnes nus dem Zahnrad oder um andere Aufgüsse von Thermiteisen handelt, bei denen nicht eine direkte Vereinigung von Werkstücken stattfindet, sondern nur eine Verstärkung eines Werkstückes mit Hilfe von Thermiteisen bewirkt wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE   :   
1. Verfahren zur Vereinigung oder Ergänzung von Metallstücken, insbesondere Schienen und Trägern, mittels des aluminothermischen Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllungsform für die zu vereinigenden Stücke nach ihrer Zusammensetzung durch   einen Strom hindurchgepresster   (gesaugter) heisser Feuergase ebenso wie die zu vereinigenden Werkstücke hoch vorgewärmt werden, wobei die später auszufüllenden leeren Formteile als Feuerzugskanäle   dien'en   und so das auf aluminothermischem Wege erzeugte Metall nur mit hocherhitzten Oberflächen in Verbindung tritt und trotz seiner verhältnismässig   hohen     Temperatur keine schädlichen Einwirkungen   auf das Werkstück ausübt.

Claims (1)

  1. 2. Eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine mit Press-oder Saugluft arbeitende Feueresse, welche mittelst Leitung an eine Öffnung der die Werkstücke umhüllenden Form anschliesst und die Feuergase durch die Formkanälehindurchpresstoder-saugt.
AT21516D 1904-11-23 1904-11-23 Verfahren zur Vereinigung von Werkstücken mittelst des aluminothermischen Verfahrens. AT21516B (de)

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