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Stromabnehmer
Um bei Stromabnehmern, die bei grossen Fahrzeuggeschwindigkeiten arbeiten müssen, zu erreichen, dass der Schleifstttckdruck über den gesamten Geschwindigkeitsbereich annähernd konstant ist und der
Stromabnehmer nur den statischen Schìeifstückdruck aufbringt, sind verschiedene Massnahmen bekannt geworden. Dazu gehören z. B. Leitbleche, die während der Fahrt und bei Richtungsumkehr gesteuert bzw. umgesteuert werden müssen und die infolge auftretender Schwingungen die Betriebssicherheit unter Umständen beeinflussen können. Ein anderer Vorschlag ist der, die aufwärts gerichtete Komponente des Fahrtwindes dadurch möglichst klein zu halten, dass der Neigungswinkel der Stromabnehmerstange zur Lotrechten in den Hauptarbeitslagen kleiner als 400 gewählt wird.
In diesem Fall entstehen jedoch sehr steile Stromabnehmerbauarten, die erhebliche Momente aufzunehmen imstande sein müssen, die eine sehr starke Bauweise erfordern, die wiederum die zu bewegenden Massen erhöht.
Ferner ist aus der österr. Patentschrift Nr. 165254 ein Scherenstromabnehmer für hohe Fahrgeschwindigkeiten bekannt, bei dem auf der unteren Schere eine zweite kleinere Schere angeordnet ist, die den Schleifbügel trägt, Während die untere Schere quer zur Fahrtrichtung aufgestellt ist, liegt die Bewegungsebene der oberen Schere parallel zur Fahrtrichtung. Für diese obere Schere gilt daher uneingeschränkt, dass ihre Arme je nach ihrer Lage zum Fahrtwind sehr verschiedenartigen Windkräften ausgesetzt sind. Dies führt dazu, dass die obere Schere die gleichen Verformungen durch den Fahrtwind erfährt, wie sie bei den allgemein üblichen Stromabnehmern mit parallel zur Fahrtrichtung liegender Scherenebene auftreten.
Diese Scherenanordnung ist nicht geeignet, die der Erfindung zugrunde liegende Ausschaltung der Windeinflüsse auf den Scherenstromabnehmer zu gewährleisten und fällt somit nicht in den Schutzbereich der hier behandelten Erfindung.
Will man die Windkräfte völlig ausschalten, so muss der Winkel zwischen den Stromabnehmerstangen und der Lotrechten Null werden. Um diese Aufgabe zu lösen, wird ein Scherenstromabnehmer üblicher Bauart verwendet, bei dem in an sich bekannter Weise diejenigen Ebenen, in denen sich die Scheren bewegen, quer zur'Fahrdrahtrichtung liegen und bei dem nach der Erfindung quer zu der oberen Verbindungsstange der Stromabnahmescheren eine Schleifbügeltragachse fest angebracht ist, an der Schleifbügel schwingend oder gelenkig befestigt sind. Dadurch ist eine zuverlässige und vom Winddruck unabhängige Lage der Schleifbügel bzw. des Schleifbügels gewährleistet. Das Abklappen der Schleifbügel kann durch übliche Massnahmen verhindert werden.
Aus Fig. 1 der Zeichnung ist zu ersehen, dass der vorhandene Bügelraum ohne weiteres ausreicht, um den normalen Stromabnehmer der Bundesbahn um 900 gedreht unterzubringen.
In Fig. 2 sind die Verhältnisse noch einmal perspektivisch dargestellt. Der Einfachheit halber ist ein Scherenstromabnehmer mit einem einfachen Schleifbügel angenommen worden. Die unteren Scherenarme 1 sind in üblicher Art mit den oberen Scherenarmen 2 gelenkig verbunden, wobei die nicht näher bezeichneten Gelenkpunkte jeweils durch Stangen 3 und die obere Verbindungsstange 4 miteinander gekoppelt sind. In der Mitte der oberen Verbindungsstange 4 ist eine Schleifbügeltragachse 5 fest angebracht, die quer zur Fahrtrichtung steht. Die Fahrtrichtung ist durch den eingezeichneten Pfeil angedeutet. An den Enden der Schleifbügeltragachse bzw. des Schleifbilgels ist über Stangen 7 der Schleifbügel 6 drehbar gelagert.
Hebelstangen 8, die ebenfalls auf der Schleifbügeltragachse bzw. dem Schleifbügel drehbar befestigt sind, verbinden denScb1eifbilgel 6 mit einem unteren Querträger 9, an den Zugfedern 10
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angreifen, die eine Abfederung des Scbleifbügels 6 in beiden Fahrtrichtungen herbeiführen. Die Parallelführung der oberen Verbindungsstange 4 ist durch. eine Abbiegung 11 derselben gegeben, auf der ein Gleitschuh 13 sitzt, der über Gelenkstangen 12 mit den oberen Scherenarmen für den bekannten Scherenstromabnehmer verbunden ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Scherenstromabnehmer für hohe Fahrgeschwindigkeiten mit zwei quer zur Fahrtrichtung in einigem Abstand aufgestellten Scheren, die durch parallel zum Fahrdraht liegende Stangen verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass quer zu einer dieser Stangen eine oder mehrere Schleifbügeltragachsen fest angebracht sind, an der Schwing- oder Schleifbügel gelenkig befestigt sind.