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Fernsehschrank
Die angenehmste Betrachtungsmöglichkeit von Schirmbildern ergibt sich erfahrungsgemäss bei einer Anordnung, bei welcher der Mittelpunkt des Bildschirmes, welcher sich in genügend grossem Abstande vom Betrachter befinden muss, etwa in Augenhöhe liegt. Diese Regel wird einerseits in Lichtspieltheatern nicht eingehalten, weil dort die Projektionsfläche allen Besuchern sichtbar sein soll und sie daher wesentlich höher angeordnet sein muss, als es der obgenannten Regel entspricht, anderseits tritt der umgekehrte Fall bei Fernsehschrankgeräten auf, bei denen der Bildschirm für eine angenehme Betrachtung meist zu tief liegt.
Die zu hohe Anbringungder Projektionsfläche inKinos ist jedoch weit weniger störend als die zu tiefe Lage des Schirmbildes eines Fernsehschrankempfängers, weil die räumlichen Dimensionen in Lichtspieltheatern bewirken, dass der Winkel, den die Betrachtungsrichtung mit einer Senkrechten zur Bildfläche einschliesst, für die Mehrzahl der Plätze ein erträgliches Mass nicht übersteigt.
Anders liegen jedoch die Dinge bei den üblichen Fernsehschränken, die meist nur eine Bauhöhe von 80 cm besitzen, wobei der Mittelpunkt des Bildschirmes nur etwa 55 cm über dem Fussboden liegt. Einen Ausgleich durch Vergrössern des Betrachtungsabstandes wie im Kino lehnen die meisten Fernsehteilnehmer ab, weil dann das Schirmbild zu klein wird und zu viele Details verlorengehen. Anderseits ist es praktisch nicht möglich. den Betrachter vor dem Fernsehschrank so tief zu setzen, dass der Mittelpunkt des Schirm- bildes in Augenhöhe liegt. Um diesem Übelstand abzuhelfen, wurde bereits vorgeschlagen, den Schrank in Form eines Pultes zu bauen, und die Bildröhre unterhalb des Pultdeckels einzubauen, so dass gleichzei- tig mit dem Aufheben des Pultdeckels die Bildröhre mit aus dem Schrank herausgehoben wird.
Um zu verhindern, dass beim Herausheben die Bildröhre vor dem Einklinken in der Endlage in die Ausgangsstellung zurückfällt und dabei beschädigt bzw. zerstört wird, ist zur Gewichtsentlastung eine unter Federspannung stehende Hebelanordnung vorhanden. Diese Anordnung hat den Nachteil, dass ein erschütterungfreies Herausheben der Bildröhre von der Geschicklichkeit der Bedienungsperson abhängt, und dass im Falle eines Federbruches die Bildröhre ungebremst in den Schrank hineinfällt und dadurch unweigerlich zerstört wird.
Andere bekannte Konstruktionen gestatten es, die Bildröhre aus der Vorderseite des Schrankes herauszuziehen oder herauszuschwenken, wodurch jedoch der eingangs geschilderte Übelstand, der sich aus der zu tief liegenden Bildröhre ergibt, nicht behoben wird. Diese Konstruktionen haben nur den Zweck, die teure Bildröhre bei Nichtgebrauch gegen mechanische Beschädigungen zu schützen.
Schliesslich ist noch eine Konstruktion eines Fernsehschrankes bekannt geworden, bei der die Bildröhre in einem um eine vertikale Achse drehbaren Aufsatz auf der Oberseite des Schrankes verschwenkt werden kann. Diese Anordnung ist hauptsächlich für solche Fälle gedacht, bei denen der Zuschauer sich seitlich des Schrankes befindet, z. B. wenn er als Patient in einem Bett liegt, so dass der Bildschirm dem Betrachter zugewendet werden kann, ohne dass der an sich meist unhnndliche Schrank bewegt werden muss.
Demgegenüber stellt sich die Erfindung die Aufgabe, die Fernsehröhre bei Nichtgebrauch im Schrank geschützt unterzubringen, wozu in der Ruhelage, d. h. bei versenkter Röhre, die obere, horizontale Schrankfläche von einem darüberklappbaren oder-schiebbaren Deckel gebildet wird. Das Herausheben der Bildröhre oder des mit ihr verbundenen Fernsehgerätes erfolgt erfindungsgemäss motorisch, so dass diese Bewegung erschtitterungsfrei und unabhängig von der Geschicklichkeit der Bedienungsperson erfolgt.
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Fernsehschrank, bei welchem das Fernsehgerät oder Teile desselben mit der Bildröhre im Schrank schwenkbar oder verschiebbar angeordnet sind und das Gerät aus
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dem Schrank herausgehoben bzw. herausgeschwenkt werden kann, welcher Schrank dadurch gekennzeichnet ist, dass zum Herausbewegen des Fernsehgerätes oder eines Teiles desselben mit der Bildröhre aus dem Schrank ein reversierbarer Motor vorgesehen ist, der über ein zweckmässig selbstsperrendes Getriebe die Bewegung des herauszuhebenden Gerätes bzw. Geräteteiles mit der Bildröhre bewirkt.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung schaltet der den Motorstromkreis schliessende Schalter auch das Fernsehgerät ein, was deswegen von Vorteil ist, weil die Anheizzeit für Fernsehgeräte bekannt- lich sehr lang ist und durch die erfindungsgemässe Anordnung die zum Herausheben notwendige Zeit nicht noch zusätzlich zur Anheizperiode hinzukommt.
Weitere zweckmässige Ausgestaltungen der Erfindung können der folgenden ausführlichen Beschreibung an Hand der Figuren der Zeichnung entnommen werden.
Fig. 1 zeigt einen Fernsehschrank im Schnitt, wobei der Fernsehempfänger in der Ruhelage dargestellt ist. Fig. 2 ist ebenfalls eine Schnittdarstellung, wobei sich das Fernsehgerät in der Gebrauchsstellung befindet.
Mit 1 ist das Fernsehgerät bezeichnet, welches ein sogenanntes Tischmodell sein kann, 2 ist die Achse, um die das Gerät schwenkbar ist, beispielsweise dadurch, dass es auf einer Grundplatte 3 aufgeschraubt ist, die mittels einer Scharniere um die Achse 2 drehbar ist. Damit das Gerät in der Gebrauchsstellung sicher gehalten bleibt, können eine oder mehrere Rasten 4 vorgesehen sein, die an der Rückwand des Schrankes befestigt sind, und welche die den Fernsehempfänger tragende Platte 3 unterstützen.
Zum Herausheben des Gerätes aus dem Schrank ist der Motor 5 vorgesehen, der über eine Welle 6, an deren Ende sich eine Schnecke 7 befindet, das auf der Achse 2 sitzende Ritzel 8 antreibt. Das Über- setzungsverhältnis des aus Schnecke 7 und Schneckenrad 8 bestehenden Getriebes ist so gewählt, dass es sich selbst sperrt, wenn durch irgendeinen Umstand die Antriebskraft des Motors ausfällt. Der Motor ist selbstverständlich so geschaltet, dass er in zwei Drehrichtungen laufen kann, damit das Gerät in der gleichen Weise wie es herausgehoben wird, auch wieder versenkt werden kann. Um Beschädigungen des Getriebes zu vermeiden und um die Bedienung zu vereinfachen, sind erfindungsgemäss in den Endlagen Schalter vorgesehen, die selbsttätig den Motorstromkreis unterbrechen, wenn das Gerät in die Gebrauchsoder in die Ruhelage gelangt ist.
Um ein besonders weiches Arbeiten der Einrichtung zu erzielen, kann ein hydraulischer Motor zum Herausheben bzw. zum Versenken des Fernsehgerätes vorgesehen sein, der ähnlich wie eine hydraulische Presse gebaut ist und. der den Flüssigkeitsdruck von einer kleinen Pumpe, beispielsweise einer Membranpumpe, erhält.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Fernsehschrank, bei welchem das Fernsehgerät oder Teile desselben mit der Bildröhre im Schrank schwenkbar oder verschiebbar angeordnet sind und das Gerät aus dem Schrank herausgehoben bzw. herausgeschwenkt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass zum Herausbewegen des Fernsehgerätes (1) oder eines Teiles desselben mit der Bildröhre aus dem Schrank ein reversierbarer Motor (5) vorgesehen ist, der über ein zweckmässig selbstsperrendes Getriebe (7, 8) die Bewegung des herauszuhebenden Gerätes bzw. Geräteteiles mit der Bildröhre bewirkt.