<Desc/Clms Page number 1>
Oberflächenbelag für Rollfelder, Strassen, Böden, Wände u. dgl.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Oberflächenbelag für Rollfelder, Strassen, Böden, Wände u. dgl. mit einem gitterartigen Einsatz aus flexiblem Material, dessen freie Räume zwischen den Gitterwänden mit fUr die Herstellung der obersten Decke geeigneten Baustoffen ausgefüllt sind.
So ist beispielsweise eine Betonstrassendecke aus an Ort und Stelle aufzustampfenden Einzelsteinen oder Blöcken, die durch vorher einzubringende und in der Decke verbleibende feste Zwischenlagen aus mit fäulniswidriger Masse getränkte Papier, Pappe od. ähnl. Faserstoff getrennt sind, bekannt, bei der die Zwischenlagen einteilige Schichten bilden.
Ferner ist eine aus Betonplatten hergestellte Strassendecke bekannt, bei der zwischen die Betonplatten doppelwandige, untereinander nicht verbundene Teile eingesetzt sind, die dazu bestimmt sind, die Dehnungsfugen zwischen den einzelnen Platten auszufüllen, damit dort keine Verunreinigungen eintreten können.
Weiter sind auch als Gleitschutzorgane in Asphaltdecken vorgesehene Einsätze bekannt, die durch einen gitterartigen Einsatzrost aus flexiblen Kunststoffeinzeleiementen gebildet sind.
Bei der vorliegenden Erfindung wurde davon ausgegangen, dass es bis heute keine Flugpiste gibt, die auf die Dauer den gesteigerten Anforderungen insbesondere durch Düsenflugzeuge in bezug auf Betriebssicherheit genügt. Durch die heissen Abgase der Düsenaggregate werden die heutigen Beläge enorm strapaziert und es entstehen Risse, die bei der weiteren Beanspruchung, insbesondere durch in sie eintretende Abgase eine Zerstörung der Piste zur Folge haben können.
Während bisher nur mit Einsätzen versehene Decken bekannt waren, die direkt zum Aufbringen auf die Bettung bestimmt sind, bezweckt die vorliegende Erfindung die Schaffung eines Oberflächenbelages, der auf einen Untergrund aus Beton oder Asphalt aufgebracht wird, d. h. z. B. auf bereits bestehende Flugpisten, Strassen, Brücken od. dgl. Die Voraussetzungen hiefür waren die Schaffung eines Belages, der sich den Dehnungskoeffizienten der verschiedenen Unterbauten, mit denen der Belag schubsicher verhaftet wird, zwanglos anpasst, ein Problem, das sich bei den bisher bekannten Decken in dieser Weise gar nicht stellt. Ohne diese Eigenschaft müssten sich aufeinander verhaftete Materialien mit unterschiedlichem thermischem Verhalten infolge Scherspannungen voneinander lösen.
Hiezu ist der erfindungsgemässe Oberflächenbelag dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz aus einer Mehrzahl miteinander verbundener Einsatzelemente aus Kunststoff. z. B. Polyamid hergestellt ist und die einzelnen Gitterwände U-förmigen Querschnitt besitzen, d. h. doppelwandig und oben geschlossen sind, so dass zwischen den die freien Räume zwischen den Gitterwänden ganz ausfüllenden, starren Baustoffzellen kompressible Zwischenräume entstehen, die dem ganzen Belag eine Flexibilität verleihen, die seine Anpassung an Unebenheiten des Untergrundes gestattet. Weil ein solcher Belag flexibel ist, kann er nicht nur auf Beton-sondern auch auf Asphaltbeläge aufgebracht werden, die infolge Veränderungen im Grundwasserspiegel und aus andern Gründen steten Wellenbildungen unterworfen sind.
Somit gibt ein solcher Belag die Möglichkeit,"weichere"mit harten Belägen von minimalster Bauhöhe (8 mm) zu überdecken, die alle Eigenschaften eines vollwertigen Panzerbetonüberzuges aufweisen und hohen mechanischen Beanspruchungen ihrer Oberfläche gewachsen sind.
Bei einer punktförmigen Belastung wie sie beispielsweise beim Aufsetzen eines landenden Flugzeuges auftritt, verteilt sich die Last beim erfindungsgemässen Belag auf den ganzen Belag. Bei den bisher bekannten Decken ist dies nicht der Fall. und einzelne der in die Decke eingelassenen Einsatzelemente oder
<Desc/Clms Page number 2>
- streifen werden verbogen. Es bilden sich Fugen, durch welche die Abgase eines nächsten landenden oder startenden Flugzeuges eindringen können, wodurch die ganze Decke von ihrer Unterlage getrennt und zerstört werden kann. Der erfindungsgemässe Belag kann jederzeit auf bereits bestehende Beläge aufge- bracht werden, ohne bei Strassen oder Flugpisten den Verkehr über längere Zeit zu sperren.
In die Einsatzelemente des erfindungsgemässen Belages können Heizdrähte eingelegt werden, durch welche der Belag elektrisch beheizbar ist. Da diese Heizdrähte unmittelbar, jedoch ausreichend ge- schützt unter der Oberfläche des Belages liegen, wird bezüglich des Heizeffektes ein sehr hoher Bereit- schaftsgrad erzielt, wodurch verglichen mit bisher bekanntgewordenen heizbaren Decken, die eine Auf- heizzeit von mehreren Stunden benötigen, eine bedeutende Einsparung an Energie erzielt wird, wenn z. B. Start-und Landepisten eis- und nebelfrei gehalten werden sollen.
Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausführungsform eines erfindungsgemässen Oberflächenbe- lages.
Fig. 1 zeigt in perspektivischer Ansicht mit Schnitt einen fertiggestellten Oberflächenbelag. Fig. 2 zeigt ein darin verwendetes Gitterelement, und Fig. 3 ist ein Schnitt nach der Linie III-Ill der Fig. 2, durch das dort gezeigte und ein anliegendes Gitterelement.
In Fig. 1 bezeichnet 1 den Untergrund, der mit dem Belag versehen werden soll. Dieser Untergrund, wird vorzugsweise vor dem Aufbringen des nachstehend erläuterten Einsatzes in geeigneter Weise bei- spielsweise durch einen Anstrich luft-und wasserdicht gemacht. Hierauf wird auf diesen Untergrund 1 ein gitterartiger Einsatz aufgesetzt, der allgemein mit 2 bezeichnet ist und aus einer Mehrzahl von quadra- tischen Gitterelementen zusammengesetzt ist, von denen eines in Fig. 2 perspektivisch dargestellt ist. In die freien Räume zwischen den Gitterwänden wird ein für die Herstellung der gewünschten obersten Decke geeigneter Baustoff, vorzugsweise Beton, eingebracht, der diese Räume fugenlos ausfüllt und dadurch in eine grosse Zahl von Baustoffzellen 3 unterteilt wird.
Durch die geringen Ausmasse der einzelnen Betonzellen 3 sind Risse oder Schwundrisse im Baustoff praktisch ausgeschlossen. Die einzelnen Gitterwände des Einsatzes sind doppelwandig und oben geschlossen, so dass sie, wie aus den Fig. 1 und 3 ersichtlich, im Querschnitt die Form eines auf den Kopf gestellten"U"besitzen. Da die offene Seite dieser U-förmigen Wände jeweils auf der luft-und wasserdichten Unterlage 1 aufliegen, sind innerhalb der Gitterwände Zwischenräume 4 gebildet, die alle miteinander in Verbindung stehen. Um grossflächige Beläge in dieser Weise herzustellen, werden mehrere der in Fig. 2 dargestellten Einsatzelemente aneinandergehängt wie dies aus den Fig. 1 und 3 ersichtlich ist.
Um die Verbindungen der Zwischenräume 4 benachbarter Elemente untereinander nicht zu unterbrechen und um ferner eine Verbindung dieser Zwischenräume 4 mit der Aussenluft an den Zusammenschlussstellen zweier Elemente zu. verhindern, was die nachfolgend erwähnte Heizung des Belages mittels Heissluft erschweren oder sogar verunmöglichen würde, sind die einzelnen Einsatzelemente an ihren Rändern so ausgebildet, dass Lappen 5 des einen Elementes in die benachbarten Zellen des anliegenden Elementes eingreifen, so dass auch beim Übergang zwischen zwei Elementen ein von der Aussenluft abgeschlossener Zwischenraum 4 entsteht.
Zudem sind die Gitterwände an zwei Seiten jedes Elementes gegenüber den entsprechenden Randkanten wie bei 6 gezeigt abgesetzt, indem die Höhe der überlappten Teile um Materialdicke geringer ist als die Höhe der andern Teile, so dass nach Zusammenfügen von mehreren Elementen die Oberkanten aller Elemente in einer Ebene liegen, die gleichzeitig die Oberfläche des Belages bildet (Fig. 1). Um eine zusätzliche Dilatation zu ermög- lichen, können die Lappen 5 etwas breiter ausgebildet sein.
Die Einsatzelemente können aus einem beliebigen geeigneten flexiblen Material hergestellt sein.
Vorzugsweise wird ein Kunststoff, beispielsweise Nylon oder ein anderes Polyamid, verwendet.
Infolge der Anordnung der doppelwandigen Gitterwände mit dem dazwischenliegenden Luftkissen erhält der ganze beschriebene Belag eine Flexibilität, die dessen Anpassung an Unebenheiten des Untergrundes gestatten. Gleichzeitig wird es dadurch möglich, für die Füllung 3 einen Baustoff zu verwenden, der härter ist als der Untergrund und dadurch auf diesen eine harte, verschleissfeste Belagsdecke aufzubringen. in welcher sich bei Veränderungen des Untergrundes keine Risse zu bilden vermögen, weil die dabei entstehenden Zug- und Druckspannungen durch die zahlreichen, kleinstdimensionierten Baustoffzellen 3 mehr aber noch durch den Einsatz 2 aufgenommen werden.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist die Anordnung des Einsatzes 2 derart, dass alle Zwischenräume 4 miteinander kommunizieren. Dies gestattet in einfachster Weise eine Aufheizung des Belages,* indem ein Heizmedium z. B. Heissluft oder Dampf durch die nach allen Seiten gas-und wasserdicht abgeschlossenen Zwischenräume 4 geleitet wird. Vorzugsweise wird man beispielsweise Heissluft allen in den gleichen Richtungen laufenden Zwischenräumen 4 am einen Ende des Belages zuführen. zu welchem Zweck die in dieser Richtung laufenden Durchgänge etwas weiter sein können als die quer dazu laufenden.
<Desc/Clms Page number 3>
Selbstverständlich könnten in die Gitterelemente auch Heizdrähte eingelegt werden wie dies bei 7 in Fig. 3 gezeigt ist, und der Belag elektrisch beheizt werden.
Dadurch wird die Heizzone in unmittelbare Nähe der Oberfläche gebracht und gleichzeitig kann auf die eingangs erwähnte Abdichtung des Untergrundes verzichtet werden. Die Vorteile. die sich aus der Heizbarkeit beispielsweise der Oberfläche von Startpisten für Flugzeuge, Strassen u. dgl. ergeben, müssen hier wohl nicht besonders erwähnt werden.
Die Anwendungsmöglichkeiten des beschriebenen Belages sind vielfältig. Neben den bereits erwähnten Rollfeldern und Startpisten fUr Flugzeuge kommen Autobahnen, Strassen, Trottoirs, Vorplätze, Garageböden und sogar Wohnböden in Frage.
Statt geheizt könnte der Belag auch gekühlt werden und in Kühlräumen angewendet werden.
Statt doppelwandig könnten ferner die Gitterwände auch durch eine grössere Anzahl Wände gebildet werden.
Selbstverständlich lässt sich der Belag auch auf bereits bestehende Beläge, beispielsweise Betonplatten, aufbringen.
PATENT ANSPRÜCHE :
EMI3.1
aus flexiblem Material, dessen freie Räume zwischen den Gitterwänden mit für die Herstellung der obersten Decke geeigneten Baustoffen ausgefüllt sind. dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (2) aus einer Mehrzahl miteinander verbundener Einsatzelemente aus Kunststoff, z. B. Polyamid hergestellt ist und die einzelnen Gitterwände U-förmigen Querschnitt besitzen. d. h. doppelwandig und oben geschlossen sind, so dass zwischen den die freien Räume zwischen den Gitterwänden ganz ausfüllenden, starren Baustoffzellen (3) kompressible Zwischenräume (4) entstehen. die dem ganzen Belag eine Flexibilität verleihen, die seine Anpassung an Unebenheiten des Untergrundes gestattet.