AT206697B - Mittel zur Bekämpfung von einkeimblättrigem Unkraut und insbesondere von Flughafer - Google Patents

Mittel zur Bekämpfung von einkeimblättrigem Unkraut und insbesondere von Flughafer

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AT206697B AT593258A AT593258A AT206697B AT 206697 B AT206697 B AT 206697B AT 593258 A AT593258 A AT 593258A AT 593258 A AT593258 A AT 593258A AT 206697 B AT206697 B AT 206697B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Mittel zur Bekämpfung von einkeimblättrigem Unkraut und insbesondere von Flughafer 
Die Erfindung bezieht sich auf ein Mittel zur Bekämpfung von Unkraut, das zur Gruppe der Einkeimblättrigen gehört, insbesondere von Flughafer. 



   Flughafer ist ein einjähriges Unkraut, das zur Gattung Avena der Familie der Gramineen gehört. Zu dieser Gattung gehören u. a. die Arten Avena Fatua und Avena Ludoviciana. Die erstere Art kommt insbesondere in den gemässigten und nördlichen Gebieten, die letztere in südlicheren Gebieten, vor. 



   Das Vorkommen von Flughafer kann bei vielen   Gewächsen einen erheblichen Ernteausfall herbeifüh-   ren. 



   Bei der Bekämpfung von Flughafer stösst man auf die Schwierigkeit, dass sich die Samen im Boden längere Zeit gut erhalten können, ohne zu keimen. Die Verbreitung des Flughafers wird durch die Tatsache gefördert, dass die Samen, bevor die Gewächse eingeerntet werden können, reif werden. 



   Zur Bekämpfung sind verschiedene Verfahren angewendet worden, die meist aus Kulturmassnahmen oder der Verwendung chemischer Bekämpfungsmittel bestehen. Die Kulturmassnahmen bezwecken, die mögliche lange Keimungsperiode stark zu kürzen. Zu diesem Zweck pflügt man im Spätjahr oder im Vorfrühling, während auch Wechselwirtschaft empfohlen wird. Diese Bekämpfungsverfahren erfordern viel Arbeit und Zeit und sind nicht unfehlbar wirksam. 



   Als chemische Bekämpfungsmittel sind unter anderem die nachstehenden Verbindungen als aktive Bestandteile angewendet. 



   Maleinsäurehydrazid, das in einer Menge von 1 kg je ha eine nahezu vollständige Sterilität der Samen von Flughafer herbeiführt, hat jedoch auch eine starke phytotoxische Wirkung auf die Gewächse und ist somit unbrauchbar. Das gleichfalls   vorgeschlagene Isopropylphenylcarbamat   und Chlorisopropylphenylcarbamat liefern veränderliche Ergebnisse ; diese sind stark vom Bodentyp abhängig. Trichloressigsäure ist auch in Mengen von 10 bis 30 kg je ha angewendet worden. Weiter wurde die Anwendung von   1-Chlor-   N, N- diallylacetamid und 2-Chloralkyldiäthyldithiocarbamat beschrieben. 



   Keines der vorstehend erwähnten chemischen Bekämpfungsmittel weist eine zufriedenstellende selektive Wirkung in bezug auf Flughafer auf. Meist ist bei der Anwendung dieser Mittel die erforderliche Dosis so gross, dass bei den meisten Gewächsen Schädigungen auftreten. 



   Es ist weiterhin bekannt, dass Mittel, die als wirksamen Stoff ein Benzolderivat enthalten, das an den Stellen 2,3, 5 und 6 ein Halogenatom trägt, eine eigentümliche Wirkung auf das Wachstum der 
 EMI1.1 
 gruppe enthält, und für Salze von 2,3, 5,   6-Tetrahalogenbenzoesäure.   Diese Verbindungen weisen eine mehr oder weniger starke herbizide Wirkung auf. Es wird z. B. von 2, 3,5,   6-Tetrachlorbenzoesäure   beschrieben, dass die Wirkung auf   die-zweikeimblättrigen-Tomatenpflanzen   analog derjenigen von 2, 4-Dichlorphenoxy-Essigsäure ist. 



   Es wurde jetzt gefunden,   dass l,   2,4, 5-Tetrachlorbenzol eine sehr starke wachstumshemmende bzw. tödliche Wirkung auf einkeimblättrige Pflanzen ausübt. 



   Die Erfindung bezieht sich auf ein Mittel zur Bekämpfung von einkeimblättrigem Unkraut, insbesondere von Flughafer, welches durch einen Gehalt an 1, 2,4, 5- Tetrachlorbenzol als wirksamen Bestandteil gekennzeichnet ist. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   1, 2,4, 5-Tetrachlorbenzol ist ein bekannter Stoff. Es kann dadurch aus Hexachlorcyclohexan hergestellt werden, dass aus diesem nach Abspaltung von Chlorwasserstoff das erzeugte Trichlorbenzol mit Chlor in Tetrachlorbenzol umgewandelt wird. Aus dem rohen Tetrachlorbenzol kann das 1, 2,4, 5-Isomer mit Hilfe von Lösungsmitteln abgetrennt werden. 



   Das 1, 2,4, 5- Tetrachlorbenzol kann verschiedenartig zu einem verwendungsfähigen Präparat verarbeitet werden. Mögliche Verarbeitungsformen sind : a) Spritzpulver mit   25-800/o,   beispielsweise   50%,   aktivem Stoff und weiters Befeuchtungsmitteln, wie beispielsweise Fettalkoholsulfaten oder Alkylarylsulfonaten, und Dispersionsmitteln, wie Ligninsulfonaten, und Trägern, wie Kaolin, Kreide, Pfeifenton, Dolomit und Attapulgit ; b) Mischbare Öle mit vorzugsweise   5 - 100/0   wirksamem Bestandteil,   5 - 100/0   ionogenem oder nichtionogenem Emulgator oder Emulgatorgemischen und weiter Lösungsmitteln (im wesentlichen aromatischen Kohlenwasserstoffen, z. B. Benzol, Toluol oder Xylol, die mit aliphatischen oder aromatischen Ketonen, z. B.

   Aceton und Cyclohexanon. gemischt sind). c) Staubpulver mit   1 - 20%,   z. B.   50/0,   aktivem Stoff in einem Gemisch aus Kieselgur und Dolomitmergel und weiter erwünschtenfalls mit einem Befeuchtungsmittel, d) Lösungen des aktiven Stoffes in organischen Lösungsmitteln,   z. B.   aromatischen Kohlenwasserstoffen oder aliphatischen oder aromatischen Ketonen oder Gemischen dieser Stoffe. 



   Ein geeignetes Spritzpulver lässt sich dadurch herstellen, dass   50%     1, 2, 4, 5-Tetrachlorbenzol,   5% Dolomit, 27% Kaolin, 10% Kreide,   5%   Sulfitlaugenpulver und 3% Alkylarylsulfonat gemischt und dann, z. B. in einer Stabmühle, gemahlen werden, bis eine mittlere Teilchengrösse von etwa 10 Mikron oder weniger erreicht ist. 



   Ein geeignetes Zerstäubungspulver ergibt sich dadurch, dass ein Gemisch aus 5%   1, 2, 4, 5- Tetrachlor-   benzol und   95%   Dolomit gemahlen wird, bis eine mittlere Teilchengrösse von etwa 10 Mikron oder weniger erreicht ist. 



   Ein geeignetes Streupulver wird dadurch hergestellt, dass 5% 1, 2, 4,   5- Tetrachlorbenzol, 100/0   Sulfitlaugenpulver und 85% Dolomit zusammen gemahlen werden, bis eine mittlere Teilchengrösse von etwa 10 Mikron oder weniger erreicht ist. 



   Ein besonderer Vorteil des 1,   2, 4,   5-Tetrachlorbenzols als aktiver Bestandteil in einem Mittel zur Bekämpfung von Flughafer ist der, dass dieser Stoff in der anzuwendenden Dosierung keine oder nahezu keine Beschädigung der zweikeimblättrigen Gewächse herbeiführt. 



   Verabreichung auf den oberirdischen Teilen der Pflanzen führt auch keine oder nahezu keine Beschädigung herbei, wenn sie in einer Menge erfolgt, die für die Bekämpfung von Flughafer erforderlich ist ; auch die oberirdischen Teile einkeimblättriger Pflanzen erleiden keinen Schaden. 



   Das erfindungsgemässe Mittel eignet sich besonders gut zur Bekämpfung von Flughafer unter zweikeimblättrigen Gewächsen. 



   Ein weiterer Vorteil ist der, dass das 1, 2,4, 5-Tetrachlorbenzol eine wachstumshemmende oder tödliche Wirkung auf die gekeimten Pflanzen des Flughafers ausübt. Diese ermöglicht es, zur Bekämpfung zu schreiten, nachdem das Vorkommen wilden Hafers durch das vorhandensein junger Pflanzen festgestellt worden ist. So lässt sich durch die Bekämpfung das Blühen bzw. die Samenbildung verhüten. 



   Es hat sich herausgestellt, dass für eine wirksame Bekämpfung des Flughafers das Mittel mit den Wurzeln der Pflanzen in Berührung kommen muss. Dazu ist es erwünscht, dass das Mittel innig mit den oberen 10 - 15 cm der Baufurche vermischt wird. Dies ist unter anderem dadurch erzielbar, dass das Bekämpfungsmittel fein über den Boden um die Pflanzen herum mit einer in Wasser suspendierbaren Form verteilt wird, so dass es beispielsweise durch Regenwasser in die oberen Bodenschichten transportiert werden kann. 



   Ein Bild der wachstumshemmenden bzw. tödlichen Wirkung von 1, 2,4, 5-Tetrachlorbenzol für Flughaferpflanzen wird in der nachstehenden Tabelle gegeben. 



   Die Erde einer Anzahl Töpfe, die je etwa 15 neugekeimte etwa 6 cm hohe Pflanzen von Flughafer (Avena Fatua) enthielten, wurde mit einer Suspension von 1, 2, 4, 5-Tetrachlorbenzol in Wasser begossen. 



  Auf diese Weise wurden Mengen von 1, 3, 10 bzw. 30 mg Tetrachlorbenzol in 30 cm Wasser suspendiert je Topf verabreicht ; dies entspricht einer Dosis von 1,   6.   4,   8 ;   16 bzw. 48 kg je ha. Die Versuche wurden vierfach durchgeführt, nach 10 Tagen wurde   das"Frischgewicht"der   obererdigen Teile der Pflanzen je Topf bestimmt und in Prozenten   des"Frischgewichtes"unbehandelter   Pflanzen ausgedrückt. 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 Ergebnisse :

   
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> Dosierung <SEP> von <SEP> "Frischgewicht" <SEP> der <SEP> oberirdischen <SEP> Teile <SEP> behandelter
<tb> 1, <SEP> 2, <SEP> 4, <SEP> 5-Tetra- <SEP> Pflanzen <SEP> in <SEP> bezug <SEP> auf <SEP> dasjenigen <SEP> unbehandelter <SEP> Pflanchlorbenzol <SEP> in <SEP> zen <SEP> (in <SEP> %)
<tb> mg/Topf <SEP> Versuch <SEP> I <SEP> Versch <SEP> II <SEP> versuch <SEP> III <SEP> Versuch <SEP> IV
<tb> 30 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> 10 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> 3 <SEP> 40 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 5
<tb> 1 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 70 <SEP> 80
<tb> 
 
Die Reproduzierbarkeit der Versuche ist sehr zufriedenstellend. 



   Die Ergebnisse stellen heraus, dass ein 1, 2, 4, 5- Tetrachlorbenzol enthaltendes Präparat ein ausgezeichnetes Bekämpfungsmittel von Flughafer sein kann und dass für eine nahezu völlige Wachstumshemmung (= Tötung) eine Dosierung, die   5 - 10   kg je ha entspricht, ausreicht. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Mittel zur Bekämpfung von einkeimblättrigem Unkraut und insbesondere von Flughafer, gekennzeichnet durch einen Gehalt an   l,   2,4, 5- Tetrachlorbenzol als wirksamen Bestandteil.

Claims (1)

  1. 2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als Spritzpulver vorliegt und einen Gehalt von 25 bis 80go, vorzugsweise etwa 50% an 1, 2,4, 5-Tetrachlorbenzol aufweist.
AT593258A 1957-08-26 1958-08-25 Mittel zur Bekämpfung von einkeimblättrigem Unkraut und insbesondere von Flughafer AT206697B (de)

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