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Austragvorrichtung für Mauk-oder Sumpfbehälter
Die Erfindung betrifft eine Austragvorrichtung für Mauk- oder Sumpfbehälter zur Zwischenlagerung keramischer Massen, wie Ton od. dgl., wobei der Füllraum des Behälters unten von einem Drehteller abgeschlossen ist.
Mauk- oder Sumpfbehälter wurden bisher als sogenannte Mauk-oder Sumpfhäuser ausgeführt, d. h. mit gegenüber ihrer Höhe verhältnismässig grosser Grundfläche, wobei jedoch nur ein kleiner Teil des um- bauten Raumes mit Material ausgefüllt oder genützt werden kann ; das Füllen und Entleeren dieser gewissermassen liegenden Behälter und ebenso der Materialvorschub erfordern auch einen erheblichen Kraftaufwand ; dazu kommen noch die sehr hohen Anschaffungskosten, so dass Mauk- oder Sumpfhäuser dieser Art nur für grössere Betriebe in Betracht kommen.
Es ist allerdings auch schon ein turmartiger Maukbehälter bekannt, der jedoch mangels einer geeig neten Austragvorrichtung ungeeignet und in der irrige1 Auffassung vorgeschlagen worden ist, der gemaukte Ton werde als eine vermeintlich fliessfähige Masse an einer Austrittsöffnung am unteren Ende des Turmes nach Wunsch austreten. Bei einem andern ebenfalls in der Patentliteratur beschriebenen Maukbehälter in Form eines Turmes ist am unteren Ende eine kraftgetriebene Austragvorrichtung vorgesehen. Sie erscheint aber praktisch ungeeignet, weil das Austragen mittels gerillter Bodenplatten erfolgen soll und diese Rillen nach kurzer Zeit mit Ton vollsetzen werden, so dass dann die Förderung aufhört. Auch'diese Vorrichtung ist nicht arbeitsfähig.
Schliesslich ist noch ein turmartiger Maukbehälter mit mechanischer Austragvorrichtung beschrieben worden, wo der Ton mit Hilfe eines rakelartigen Messers durch einen Rost durchgedrückt wird.
Alle diese Vorrichtungen haben aus den dargelegten Gründen keinen Eingang in die Praxis finden können, so dass die Praxis bei den Mauk- oder Sumpfhäusern unter Inkaufnahme der erwähnten Nachteile geblieben ist.
Mit der Erfindung gelingt es, den geschilderten Nachteilen abzuhelfen ; sie besteht in einer Austragvorrichtung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass oberhalb des Drehtellers wenigstens eine Förderschnecke angeordnet ist. Das Zusammenwirken des Drehtellers mit einer Förderschnecke gewährleistet das zuverlässige Austragen des im Maukturm aufgeschütteten Tons quer zu der Turmachse.
Mauk- oder Sumpfbehälter in Turmform mit der erfindungsgemässen Austragvorrichtung haben in der Fachwelt rasch Eingang gefunden, weil sie den Vorteil bieten, auf einer vergleichsweise sehr kleinen Bodenfläche beträchtliche Mengen von Ton zu speichern und nach Bedarf sofort in den Fertigungsgang einschleusen zu können. Die Anschaffungs- und Betriebskosten liegen weit unter denen eines Mauk- oder Sumpfhauses gleichen Fassungsvermögens. In qualitativer Hinsicht bietet das Mauken in einem turmartigen Behälter mit der erfindungsgemässen Austragvorrichtung den Vorteil, dass der Ton unter dem wirkenden Druck der beträchtlich hohen Tonsäule homogenisiert wird und ausserdem beim Austragen von der Schnecke und dem Drehteller zerkleinert wird.
Beispielsweise Ausführungsformen von Mauk- oder Sumpftürmen mit Austragvorrichtungen gemäss der Erfindung sind auf der Zeichnung dargestellt, u. zw. zeigen Fig. l in perspektivischer Darstellung einen Turm in Seitenansicht, Fig. 2 einen Längsschnitt und Fig. 3 im Längsschnitt eine zweite Ausführungsform.
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Der Mauk- pder Sumpfturm besteht im wesentlichen aus einem z. B. in Stahlblechkonstruktion hergestellten Behälter a, der sich nach unten konisch erweitert (Fig. 1 und 2), oder (vgl. Fig. 3), mit a' bezeichnet, aus einzelnen teleskopartig ineinandergesteckten zylindrischen Abschnitten aufgebaut ist. Zweckmässig gibt man dem Behälter a kreisförmigen Querschnitt, da hiebei das grösste Fassungsvermögen bei kleinstem Materialaufwand und grösster Festigkeit erreicht wird.
Die Wandungen des Behälters a bzw. a'sind zwecks Wärmeisolation mit einer Isolierschicht b versehen, um den Mauk-oder Sumpfturm sowohl in Hallen wie auch im Freien aufstellen zu können. Der Sockel eines Maukturmes besteht vorzugsweise aus einer Platte i mit drei seitlich am Behälter a angreifenden Halteklauen k.
Das Füllen des Behälters a bzw. a'mit dem Material c, z. B. Ton, erfolgt durch ein Förderband d über eine am oberen Ende des Turmes vorgesehene, gegebenenfalls überdachte Eintragöffnung. Zum Abtransportieren des im Behälter a bzw. a'gespeicherten Materials c zur Verarbeitungsstelle, z. B. einer Strangpresse, sind am unteren Turmende ein Drehteller b und ein Förderband h vorgesehen. Auf dem Drehteller (Fig. 2) kann eine nach der mittleren Austragöffnung g im Drehteller arbeitende Doppelschnecke e angeordnet sein oder (Fig. 3) eine radial nach aussen durch Öffnungen g'in der Behälterwand a'arbeitende Schnecken anordnung e', die je nach dem, ob durch eine oder durch zwei Öffssngen ausgetragen wird, doppelt oder einfach ausgebildet ist.
Zum Abtransportieren des im Behälter a gespeicherten Materials c ist am unteren Turmende eine Förderschneckenanordnung e auf einem Drehteller vorgesehen, wobei die beiden Einzelschnecken zur Mitte auf die Austragöffnung g hinarbeiten und unterhalb derselben ein Förderband h vorgesehen ist, zum Zweck, das Material c zur Verarbeitungsstelle, beispielsweise einer Strangpresse, zu fördern.
Der Mauk-oder Sumpfturm gemäss der Erfindung kann kontinuierlich betrieben werden, so dass im Gegensatz zu der Betriebsweise bekannter Einrichtungen Wartezeiten entfallen. Die im Behälter a befindliche Materialmasse c bewegt sich dabei infolge ihres Eigengewichtes selbständig von der Eintragöffnung zur Austragvorrichtung, während das Material in sich selbst in Ruhe bleibt. Durch die konische Erweiterung des Behälters a nach unten wird die Wandreibung auf ein Minimum beschränkt.