AT20578B - Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Gasglühlicht. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Gasglühlicht.

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  Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von   Gasglühlicht.   



   Die bisher bekannten Verfahren und Vorrichtungen zur Erzeugung von Gasglühlicht stimmen sämtlich darin überein, dass die zur Erhitzung des Glühkörpers (Strumpfes) dienende, entleuchtete Flamme (Bunsenflamme) in Richtung der Längsachse des Glühkörpers durch letzteren   hindurchgeführt   wird.

   Um ein möglichst   gleichmässiges   Erglühen des Strumpfes nach den bekannten Verfahren, bezw. bei den auf diesen beruhenden Einrichtungen zu erzielen, war man daher gezwungen, darnach zu streben, erstens die Form der   Bunsenssamme     möglichst genau   der Form des Strumpfes anzupassen bezw. umgekehrt, um so eine möglichst   gleichmässige   und umfassende Berührung zwischen Flammen-und   (hubkörper   zu ermöglichen, und zweitens in allen Teilen der Flamme bezw. des Strumpfes eine möglichst lebhafte   Luftzuführung zu   bewirken. 



   Der ersteren Anforderung praktisch dauernd zu entsprechen, ist bisher   unmöglich.   da der Strumpf schon vom Augenblicke des Abbrennens an stetig seine Gestalt verändert und da überdies die Gestalt der   Bunsenfiamme   sich nach den jeweiligen Druckverhältnissen in der Leitung richtet und somit ebenfalls ständigen Veränderungen unterworfen ist.

   Die zweite   Aufgabe sachte   man mit Hilfe künstlicher Zugorgane (Zylinder) zu lösen,   oh'tt ; wie bekannt hierin   völlig befriedigende Resultate erreicht zu haben ; bei den bekannten und meist üblichen stehenden Glühlichtbrennern führt der Zylinder die äussere Luft an die Wurzel der Flamme heran und zwingt sie, den Zylinder sowie den Strumpf in derselben Richtung wie die Flamme zu   durchströmen,   wodurch in nachteiliger Weise einerseits eine unvollkommene Vermischung dieser Verbrennungsluft mit den brennenden Gasen, d. h.

   eine langsame und unvollkommene Verbrennung entsteht, während andererseits der obere Teil der Flamme und damit des   Glühkörpers   statt von möglichst reiner, sauerstoffreicher Luft, von sauerstoffarmer, im unteren Teil der Flamme bereits verbrauchter Luft und wertlosen Verbrennungsprodukten umspült wird. 



   Durch das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren und die zur Ausführung desselben dienenden Einrichtungen zur Erzeugung   von Gasglühlicht werden   diese eben dargelegten Nachteile beseitigt, ausserdem aber noch gegenüber den bisher bekannten Verfahren und Einrichtungen mehrere Vorteile erzielt, wie weiter unten des Näheren   ausgeführt   werden soll.

   Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass man den Glühkörper (Strumpf) nicht mit Hilfe einer im Glühkörper konachsial liegenden
Bunsenflamme erhitzt, sondern mit Hilfe einer oder mehrerer Bunsenflammen, welche sich nicht parallel, sondern quer bezw. senkrecht zur Längsachse des Strumpfes entwickeln, mit ihren Spitzen gegen die Bewegungsrichtung der zuströmenden Verbrennnngsluft gerichtet stehen und den   Gliihkörper   nicht mit ihren Seitenflächen, sondern besonders mit ihren
Spitzen berühren. 



   Auf der Zeichnung sind mehrere beispielsweise Brennerkonstruktionen zur   Ausführung   des Verfahrens dargestellt. Fig. 1 und 1 a zeigen einen teilweisen Längsschnitt sowie einen
Querschnitt durch einen einfachen Brenner, Fig. 2 und 2a einen teilweisen Längsschnitt und Querschnitt durch einen Mehrfachbrenner. Fig. 3 ist ein teilweiser Längsschnitt durch einen   Einzelbrenner,   welcher sich durch eine eigenartige   Aufhängung auszeichnet.   Fig. 4,
5 und G zeigen eine   Unter-bezw.   zwei Seitenansichten von weiteren Ausführungsformen des Brenners. 

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   Der bei dem Verfahren zur Anwendung kommende Brenner ist ein Bunsenbrenner, welcher so angeordnet wird, dass das Brennerrohr a nicht senkrecht wie bisher, sondern horizontal oder schwach geneigt liegt. Das Rohr a ist an dem der Einströmungsdüse   gegenüberliegenden Ende b geschlossen   und in der nach abwärts gerichteten Hälfte seiner Umfläche mit Brennöffnungen c versehen, so dass die aus dem Rohre a hervortretenden   Flammen   quer bezw. senkrecht zur Längsachse des Rohres a stehen. 



   Die Brennöffnungen c können die Gestalt von feinen Öffnungen (Fig. 1), Schlitzen (Fig. 2) usw. haben, jedoch stets so, dass auf der Umfläche des Rohres a eine oder auch mehrere Zeilen von Flammen entstehen, welche Zeilen mit der Längsachse des Rohres a parallel laufen. Auf dieses so eingerichtete und angeordnete Bunsenrohr a wird ein   Glüh-   körper oder Strumpf d aufgeschoben, eventuell so, dass der Strumpf d seiner ganzen Länge nach in seiner oberen Hälfte auf dem Rohre a aufruht und letzteres dem Strumpfe zugleich   als Träger   dient. Der Strumpf kann aber auch auf einem   besonderen Träger   ruhen.

   Der Strumpf d kann ferner, wie in Fig. 2 und 3 dargestellt, glatt auf dem Rohre a aufliegen oder er ruht auf in oestimmten Entfernungen voneinander am Rohre a angebrachten Tragwülsten   w   (Fig. 1). 



   Infolge dieser Einrichtung strömt die den Brenner umgebende Luft, welche den Brenner zufolge der von demselben entwickelten Wärme in Richtung der Pfeile (Fig. 2 a)   umspülen   muss, den aus den Öffnungen c von oben nach unten brennenden Flammen entgegen und es werden den Flammen ununterbrochen neue, von Verbrennungsprodukten freie Luftteilchen zugeführt. Die Menge der dem   Glühkörper   zuströmenden, reinen Ver- 
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 mit anderen Worten : der Querschnitt der   zum Glühkörper strömenden Luftsäule   ist stets gleich der Projektion des   Glühkörpers   auf die Horizontalebene. Die Ilorizontalprojektion eines in üblicher Weise senkrecht angeordneten Strumpfes ist verhältnismässig klein, nämlich gleich einem Kreise, dessen Durchmesser gleich dem Durchmesser des Strumpfes ist. 



   Im vorliegenden Falle hingegen ist diese Projektion des horizontal bezw. schwach geneigt angeordneten Körpers d bedeutend grösser, nämlich gleich einem Rechteck, dessen eine Seite gleich dem Strumpfdurchmesser und dessen andere Seite gleich der Strumpflänge ist. Die Grösse dieser für die günstige Verbrennung im Brenner massgebenden Projektionsfläche, d. h. die   Grösse   der zum Strumpf strömenden Luftsäule, beträgt bei der vorliegenden Einrichtung ungefähr das   Sprache   eines   üblichen,   senkrecht angeordneten Brenners bei gleicher Strumpfgrösse und gleichem Gasverbrauch. Infolge dieses vermehrten Lufzutrittes sowohl, als auch der der Flamme entgegen gerichteten Luftströmung wird die Flamme kurz und darum heiss und vermag den Glühkörper in lebhaftes   Glühen   zu versetzen. 



   Das   leIJ1Hlfteste Glühen   des Strumpfes entwickelt sich unterhalb der Brennerachse. 
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 haben ausser der Stützung des Strumpfes den Zweck, den   heissen   Gasen eine Zirkulation und Berührung des Strumpfes auch oberhalb des Rohres a zu ermöglichen und so auch   (tcn obersten   Teil des Gewebes zum Glühen und Leuchten zu bringen. 



   Der bei der vorliegenden Einrichtung verwendete Glühkörper d kann einseitig geschlossen sein, wie Fig. 1 und 2 zeigt, oder er kann beiderseitig geschlossen sein, wie in Fig. 3 dargestellt, wo Glimmerscheiben g diesen Abschluss bewirken. Endlich aber kann der Glühkörper d auch an beiden Enden offen, schlauch-oder rohrartig geformt sein, ohne dass   hiedurch   die gute   Wirkung der Einrichtung wesentlich beeinträchtigt würde.   



   Das Brennerrohr a und damit die Flammenreihen c (Lochreihen, Schlitzreihen, Schlitze) können beliebig lang gemacht werden ; es bietet ferner keine praktische Schwierigkeit, schlauchförmige Glühkörper (Strömpfe) von beliebiger Länge herzustellen ; somit ist es bei dem vorliegenden Brenner ausserordentlich leicht, Gtühflächen von beliebiger Ausdehnung und Grösse und   somit bctiobiger Lichtstärke xu erzeugen,   ohne von dem Vorteil der vollkommenen Verbrennung mit kurzer Flamme auch nur einen Teil aufzugeben, indem man die Länge der Brennerrohre a und ihrer   Brennöffnungon   c und endlich die Lange des   Glühkörpers   (Schlauches) d entsprechend bemisst ;

     umgekehrt,   lassen sich auch leicht Brenner von sehr geringer   Leuchtkraft   (mit nur einer oder zwei Brennöffnungen c) herstellen ; die bekannten Brenner mit senkrecht hängendem Strumpf sind hinsichtlich ihrer   (uhillächen und   ihrer Leuchtkraft nicht so leicht und auch nicht innerhalb so weiter Grenzen variabel, denn mit jeder Vergrösserung der Flamme wächst die Schwierigkeit ge-   nügender   Luftzufuhr, während besonders bei Verfeinerung der Flamme die Bedingung, dass die Peripherie der Flamme mit jener des   Glühkörpers   zusammenfalle, unerfüllbar wird.

   Ferner muss, um bei gewöhnlichen Brennern die   Gtühnäche   zu verändern, eine Ver- änderung des   Strumpfdurchmessers     herbeigeführt   werden, die ans praktischen Gründen nur   innerhatb enger Grenzen   möglich ist ; ebenso ist dies bei Veränderung des Durchmessers des   Bunsenbrenner,   des Zylinders usw. der Fall. 

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   Der Strumpf d kann noch mit einer Schutzeinrichtung, z. B. in Gestalt von dachförmig oder sonst geeignet gestalteten Reflektoren umgeben sein, um ein leichtes Zerstören durch äussere mechanische Einflüsse zu verhindern. 



   Die beiden in Fig. 1 und 3 dargestellten   Ausführungsformen   für Einfachbrenner unterscheiden sich durch ihre Wärmeisoliervorrichtungen, um ein   Heisswerden   des Hahnes e zu vermeiden. Zu diesem Zwecke ist bei Fig. 1 das Mischrohr des Bunsenbrenners einfach    auso einem Wiirme schlecht   leitenden Stoffe gefertigt. Bei Fig. 3 hingegen ist das Brennrohr   a   zwischen   Spitzen fund 11   gelagert, so dass die Wärme des Rohres a nur geringe Querschnitte vorfindet, um nach dem Rohrbügel i und damit nach dem Hahn e zu gelangen. Die Spitzen   11   lassen zwischen sich die nötigen und üblichen Öffnungen zum Zutritt der   Mischluft   nach dem Rohre a frei ; die Mutter   l   dient dazu, das Rohr a fest gegen die Spitze. f zu drücken.

   Die Einrichtung kann aber auch so getroffen sein, dass man unter Fortfall der Spitzen f   und 1   das Rohr a einfach mittels zweier Kettchen k am Bügel i so   auffängt,   dass es in   richtiger   Lage vor der Düse m schwebt. 



   Der in Fig. 2 veranschaulichte Mehrfachbrenner besitzt ein gemeinschaftliches Mischrohr   11   mit zwei oder mehreren seitlich abzweigenden Brennerröhren a ; sonst kann auch diese Ausführungsform mit den bei Fig. 1 und 3 beschriebenen Hilfsmitteln zur Verhinderung der Wärmeleitung u. dgl. ausgerüstet werden ; auch die Ausführung dieses Brenners als Einzelbrenner mit nur einem Brennrohr a ist   möglich.   Bei dem in Fig. 2 dargestellten Brenner hat man es in der Hand, eine beliebig grosse sekundäre Luftzufuhr zur Flamme zu bewirken und gleichzeitig eine Vergrösserung der leuchtenden Fläche zu erzielen.

   Je mehr Brennerröhren a man nämlich von dem gemeinschaftlichen Mischrohr n abzweigen lässt, desto grösser macht man die leuchtende Fläche, ohne den Gasverbrauch zu vermehren und desto mehr Sekundärluft führt man derselben Gasmenge zu. 



   Das Brennerrohr a kann auch statt mit einem breiten Schlitze c mit mehreren (z. B. zwei) engen Schlitzen c (Fig. 4) versehen sein. Fig. 5 zeigt eine   Ausführungsform   des Brenners, bei welcher das Brennerrohr a am freien Ende konisch ausläuft, so dass man auf dasselbe einen gewöhnlichen   Glühstrumpf   mit seiner im Kopf befindlichen Öffnung aufschieben kann ; die im Kopf befindliche Verstärkung des Gewebes der bekannten Glüh- strümpfe bildet dann das Auflager auf dem Brennerrohre a. Fig. 6 endlich zeigt einen
Brenner, bei welchem das Brennerrohr a rechtwinklig umgebogen und mit seinem senk- rechten Schenkel auf das Mischrohr n eines gewöhnlichen Bunsenbrenners aufgesteckt ist. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung von   Gasglühlicht,   dadurch gekennzeichnet, dass man das   Gasluftgemisch   in ein wagerecht oder annähernd wagerecht angeordnetes, am vorderen Ende geschlossenes   Brennorrohr   leitet, welches an der nach unten gekehrten Seite mit in einer Reihe liegenden   Brenneröffnungen   versehen ist, so dass geradlinige, abwärtsgerichtete Flammen entstehen, und dass man über das Rohr einen   Glühkörper   von zylindrischer Form derart streift, dass die Flammen den   Gtühkörper   quer zu seiner Achse   durchfliessen   und mit ihren Spitzen gegen die Wandung des Glühkörpers treffen.

Claims (1)

  1. 2. Zur Ausführung des Verfahrens gemäss Anspruch 1 ein Brenner, bestehend aus einem horizontal oder schwach geneigt angeordneten Bunsenbrenner, dessen Brennerrohr (a) an einem Ende (b) verschlossen und in der nach abwärts gerichteten Mätfte seines Umfanges mit Btronneröffnungen (c) versehen ist, während der Glühstrumpf (d), das Rohr (a) als Träger benützend, an letzterem hängt.
    3. Ausführungsform des Brenners gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennerrohr (a) Vorsprünge (w) zur Auflagerung des Glühkörpors (d) besitzt.
    4. Ausführungsform des Brenners gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das ausserhalb des Gtühkörpers befindliche Mischrohr aus einem schlechten Wärmeleiter besteht. EMI3.1
AT20578D 1904-01-20 1904-01-20 Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Gasglühlicht. AT20578B (de)

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