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Hilfsvorrichtung für die Durchführung von Prüfungen und Messungen an Schaltorganen, insbesondere an elektromagnetisch betätigten Relais
Die richtige Arbeitsweise fernmeldetechnischer Einrichtungen ist von den Schaltzeiten der in den elektromagnetischen Schaltorganen (Relais, Wähler, Sucher usw.) verwendeten Elektromagneten abhän- gig. Bei der Herstellung dieser Schaltorgane wird deshalb der Messung der Schaltzeiten besondere Beachtung geschenkt, und nötigenfalls wird an jedem Schaltorgan eine Schaltzeitmessung als Einzelprüfung vorgenommen.
Auch in fertig verdrahteten Geräten sind bei der Überprüfung im Prüffeld und im Betrieb Schaltzeitmessungen und Aufzeichnungen vonImpulsdiagrammen an einzelnen am Schaltungsaufbau wesentlich beteiligten elektromagnetischen Schaltorganen von besonderem Wert, weil sie die wirklichen Arbeitsverhältnisse im Betriebszustand wiedergeben. Solche Messungen können jedoch, da sie nicht ohne Eingriff in die Geräteschaltung durchzuführen sind, nur in Ausnahmefällen bei besonders wichtigen Untersuchungen vorgenommen werden. Nur in den seltensten Fällen kann ein in die Geräteschaltung einbezogener Kontakt eines zu messenden elektromagnetischen Schaltorgans unter Beibehaltung seiner Arbeitsfunktion innerhalb dieser Schaltung gleichzeitig auch für die Steuerung eines Schaltzeitmessgerätes bzw. eines Impulsschreibers herangezogen werden.
In den meisten Fällen wird es notwendig sein, für die Steuerung der Messgeräte einen Kontakt auszuwählen, der im Rahmen der Funktion der Einrichtung eine minderwichtige Aufgabe zu erfüllen hat und der daher auf die Dauer der Messung ohne wesentliche Beeinflussung der Arbeitsweise der gesamten Einrichtung aus der Verdrahtung gelöst werden kann.
Dieser Vorgang kann jedoch bei allgemeiner Anwendung zu einer oft nicht oder nur schwer voraus- sehbaren Verfälschung der Arbeitsbedingungen führen, so dass unter Umständen die Messungen ein falsches Bild der wirklichen Arbeitsverhältnisse geben. Jedenfalls erfordert aber eine solche Vorgangsweise ein vorhergehendes sorgfältiges Studium der Schaltung und der möglichen Auswirkungen der Lostrennung eines Kontaktes, so dass sie schon aus diesem Grunde zeitraubend ist.
Die erfindungsgemässe Hilfsvorrichtung bietet nun die Möglichkeit, an elektromagnetischen oder ähnlichen Schaltorganen im fertig montierten und verdrahteten Zustand Schaltzeitmessungen bzw. Aufnahmen von Impulsdiagrammen ohne Eingriff in die Schaltung, also unter unveränderten Betriebsbedingungen durchzuführen. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist im wesentlichen durch einen auf den fest-. stehenden Teil des Schaltorganes aufsetzbaren Kontaktträger gekennzeichnet, der einen mit Federwirkung in den Hubweg des beweglichen Teiles des Schaltorganes vorspringenden, den Stromkreis über einen Leitungsanschluss steuernden Fühler aufweist.
Dieser Fühler kann dabei einen im Kontaktträger angeordneten Schliess- und Öffnungskontakt steuern ; vorzugsweise bildet aber der Fühler, falls der bewegliche Teil des Schaltorganes elektrisch leitend ist, wie dies beim Anker elektromagnetischer Relais der Fall ist, im Zusammenwirken mit diesem leitenden Teil des Schaltorgans selbst einen Schliess-oder Trennkontakt, wobei dann am Kontaktträger nur ein einadriger Leitungsanschluss erforderlich ist, der direkt mit dem federnden Fühlerkontaktteil verbunden ist.
Die Hilfsvorrichtung wird für die Dauer der Messung auf den feststehenden Teil des Schaltorgans, z. B. auf den Kern oder das Joch eines Elektromagneten, aufgeschoben und durch eine federnde Klemmvorrichtung festgeklemmt. Im Hinblick auf die Befestigung der Hilfsvorrichtung am feststehenden Teil des Schaltorganes bleiben die bei der Betätigung des Schaltorganes bewegten Massen praktisch unverän-
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dcrt. Die Federkraft, die vom kontaktsteuernden oder selbst als Kontakt wirkenden Fühler im Hubweg des beweglichen Teiles des Schaltorgans ausgeübt wird, kann leicht so gering bemessen werden, das die gegenüber der zur normalen Betätigung des Schaltorgans erforderlichen Kraft völlig vernachlässigbar ist.
Bei einer beispielsweisen Ausführungsform der Erfindung, die für die Prüfung von elektromagnetschen Flachankerrelais bestimmt ist, enthält die Hilfsvorrichtung als Fühler eine zungenartige Kontaktfeder, von der ein Ende derart in den Bewegungsbereich des Relaisankers ragt, dass beim Ansprechen des Relais zwischen der Kontaktzunge und dem Anker Kontakt gegeben wird. Die direkte Kontaktgabe zwischen Kontaktzunge und Anker hat den Vorteil, dass die durch den Kontakt entstehende zusätzliche Belastung des Ankers möglichst klein gehalten und dadurch ein störender Einfluss auf den Arbeitsvorgang innerhalb der Gerätefunktion selbst bei sehr leistungsschwachen Relais vermieden wird.
Diese einfache Anordnung kann getroffen werden, weil einerseits die Messung nur kurzzeitig erfolgt und anderseits in fern- meldetechnischenEinrichtungen ganz allgemein einPol derStromquelle an dasGerätemassiv angeschlossen ist. Beim Ansprechen des Relais wird demnach durch die Kontaktgabe zwischen dem Anker und der Kontaktzunge das am Gerätemassiv liegende Potential vom Anker zur Kontaktzunge und über eine an die-
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übertragen. Eine analoge Ausführung der Erfindung ist auch für Rundrelais möglich.
In den Zeichnungen sind zwei Ausführungsbeispiele der Eifindung für diese in fernmeldetechnischen Einrichtungen besonders häufig verwendeten elektromagnetischen Relais dargestellt. Die Fig. 1 und 2 zei-
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zwei zueinander senkrechten Ansichten, während Fig. 3 einen Schnitt längs einer Linie III-III in Fig. 2 veranschaulicht. Die Fig. 4 und 5 stellen ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung für ein Rundrelais üblicher Bauart (nach DIN 21222) in zwei zueinander senkrechten Ansichten dar.
Die in denFig. 1-3 dargestellte erfindungsgemässe Hilfsvorrichtung besteht im wesentlichen aus einem Kontaktträger 1, der beispielsweise aus Kunststoff hergestellt ist und angenähert die Form eines Blockes hat, welcher an einem Ende eine einseitig offene, in Fig. 1 durch eine dick gestrichelte Linie gezeichnete Ausnehmung 2 aufweist, die auf das vordere freie Polende des Spulenkernes K des Flachrelais FR passt. Oberhalb dieser Ausnehmung kann am Kontaktträger 1 ein als Anschlag dienender Vorsprung 3 vorgesehen werden, der sich zur besseren Abstützung des Kontaktträgers am Spulenkern K anlegt. Der Kontaktträger 1 weist auf einer Längsseite eine rillenartige Ausnehmung auf, in der ein unter der Wirkung einer Schraubendruckfeder 5 stehender Klemmhebel 6 um eine Achse 4 schwenkbar angeordnet ist.
Dem frei vorstehenden Ende dieses Hebels 6 gegenüber ist am Kontaktträger 1 ein die Handhabung erleichternder Vorsprung 7 vorgesehen. Die Vorrichtung wird mit zwei Fingern am freien Ende des Hebels 6 und am Vorsprung 7 erfasst, wobei durch den auf den Hebel im Sinne des Pfeiles P ausgeübten Druck entgegen der Wirkung der Feder 5 die Klemmbacke 8 am andern Hebelende gelüftet wird, so dass der Kontaktträger mit der Ausnehmung 2 über das freie Ende des Spulenkernes K geschoben werden kann, wo er nach Freigabe des Hebels 6 durch die Klemmbacke 8 festgehalten wird.
In einem Hohlraum des Kontaktträger 1 ist eine durch einen Blechstreifen 9 gebildete zungenartige Kontaktfeder mit Hilfe zweier Zapfen 10 festgehalten und durch Verpressen eingespannt. Das freie Ende 11 der um 900 abgewinkelten metallischen Feder 9 ragt durch einen Schlitz 12 aus dem Kontaktträger heraus und liegt im Hubweg des Ankers A des Flachankerrelais FR. Das andere Ende der Feder ist zu einer zylindrischen Öse 13 geformt, in die ein Stecker 14 einer einpoligen Anschlussschnur 15 für ein Schaltzeitmessgerät oder einen Impulsschreiber eingeführt werden kann.
In der Ruhestellung stützt sich die Kontaktfeder 9 zufolge ihrer Vorspannung mit einem Stützlappen 16 auf einer um eine Achse 17 drehbaren Einstellscheibe 18 ab, die auf der dem Stützlappen 16 zugekehrten Seite eine schräge Bahn aufweist, so dass sich beim Verdrehen der aus dem Kontaktträger 1 zum Teil vorstehenden, zweckmässig gerändelten Scheibe der Stützlappen 16 gehoben oder gesenkt wird, so dass das freie Ende 11 der Kontaktfeder 9 sich dem Anker nähert oder von diesem entfernt. Auf diese Weise kann der Abstand zwischen Anker und Kontaktfeder z. B. dem Abstand der Arbeitskontakte Ko des Relais FR angeglichen werden, um die wirklichen Arbeitsverhältnisse und deren Einfluss auf den Ablauf der Schaltvorgänge nachzuahmen.
Der Kontaktträger 1 besteht zweckmässig aus zwei schalenartigen Hälften la und Ib, die nach Montage der Kontaktzunge und der Einstellvorrichtung miteinander, z. B. durch Kittung, verbunden werden.
Im dargestellten Beispiel ist in dem Teil 16 eine Buchse 19 mit einer Gewindebohrung eingesetzt, in die eine den Teil la durchsetzende Verbindungsschraube 20 eingreift. Ein Ansatz der Buchse dient zugleich. als Lager für die Einstellscheibe 18.
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Die in den Fig. 4 und 5 dargestellte erfindungsgemässe Hilfsvorrichtung für ein Rundrelais RR besteht aus einem Kontaktträger 1', der an gegenüberliegenden Schmalseiten Ausnehmungen aufweist, in denen um Achsen 4'doppelarmige Hebel 6'schwenkbar gelagert und mittels Schraubendrehfedern 5'vorge- spannt sind. Wenn die beiden Klemmhebel 6'an den mit Griffflächen versehenen kurzen Hebelarmen mit zwei Fingern im Sinne der Pfeile P in Fig. 5 zusammengedrückt werden, kann die Hilfsvorrichtung unter Ausnutzung der an den längeren Hebelarmen angeordneten Führungsstege 21 bis zum Anschlag der winkelförmig ausgebildeten Enden der längeren Hebelarme an der Federpaketgrundplatte auf das Joch J des Relais RR aufgeschoben und an diesem nach Loslassen der Hebel 6'festgeklemmt werden.
Der Kontaktträger ist mit einer Rändelschraube 22 ausgestattet, die zugleich eine Buchse 13'für den einpoligen Stecker 14 einer Verbindungsschnur 15 zu einem Schaltzeitmessgerät oder einem Impulsschreiber bildet. In einer axialen Bohrung dieser Rändelschraube ist ein unter der Wirkung einer Schraubendruckfeder 9'stehender Kontaktstift 11'unverlierbar gelagert, der mit seinem freien Ende in den Hubweg des Relaisankers A ragt. Die Rändelschraube 22 hat ein Feingewinde, mit dem sie im Kontaktträger l'eingeschraubt ist. Sie kann durch eine Klemmschraube 23 fixiert werden. Nach Lüften der Klemmschraube 23 kann durch Verdrehen der Rändelschraube 22 eine Feineinstellung des Abstandes zwischen dem angezogenen Anker A und dem Kontaktstift 11'vorgenommen werden.
Es ist ersichtlich, dass bei der Ausführungsform nach den Fig. 1-3 der Fühlkontakt 11 einen Schliesskontakt, bei der Ausführungsform nach den Fig. 4 und 5 hingegen der Fühlkontakt 11'einen Trennkontakt bildet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hilfsvorrichtung für die Durchführung von Prüfungen und Messungen an Schaltorganen mit einem beweglichen und einem feststehenden Teil, insbesondere von elektromagnetischen Relais, gekennzeichnet durch einen auf den feststehenden Teil (K, J) des Schaltorgans (FR, RR) aufsetzbaren Kontaktträger (1, l'), der einen mit Federwirkung (9, 9') in den Hubweg des beweglichen Teiles (A) des Schaltorgans ragenden, den Stromkreis über einen Leitungsanschluss (13, 13') steuernden Fühler (11, 11') aufweist.