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Verfahren zur Bildung dichter Böden an den Enden eines einen thermoplastischen Belag aufweisenden, abgelängten Schlauches
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bildung dichter Böden an den Enden eines einen thermoplastischen Belag aufweisenden, abgelängten Schlauches unter Anwendung von Druck und Wärme, wonach der Schlauch auf einen Dorn aufgebracht wird.
Es ist bekannt, rechteckige Zuschnitte um einen Dorn zu legen, das über den Dorn vorstehende Ende des Zuschnittes zu falten und dann gleichzeitig die Längsnaht und den einen Boden zu versiegeln. Als Werkstoff für derartige Zuschnitte wurde gewachstes Papier vorgeschlagen ; der Dorn wurde hiebei gekühlt, der die Versiegelung bewirkende Stempel hingegen geheizt. Bei Verwendung von mit einem thermoplastischen Belag versehenem Werkstoff wurde auch schon vorgeschlagen, einen Schlauch zu bilden, von diesem gewünschte Längen abzutrennen, hierauf die Enden dieser Stücke mit Hilfe einer Zange zu erfassen und durch Zusammenfalten dieses Endes den Boden des Beutels zu bilden. Durch Beheizen der Backen der Zange war es ermöglicht, eine Verschweissung der Bodenteile sicherzustellen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt eine Verbesserung dieser bekannten Herstellungsmethoden, und die nach dem neuen Verfahren erzeugten Faltbeutel sollen verbesserte Eigenschaften und ein erweitertes Anwendungsgebiet haben.
Gegenüber den bekannten Herstellungsverfahren unterscheidet sich jenes gemäss der Erfindung dadurch, dass das über das Dornende vorstehende Ende des Schlauches in der Mitte zweier gegenüberliegender Seitenwände, vorzugsweise entlang von bereits im Schlauch vorgesehenen Falten, über der Mitte des Domes zusammengebracht und anschliessend die beiden andern Seitenwände flach zusammengeschweisst werden, worauf das so verschlossene Schlauchende in der Richtung der Schlauchachse aufrechtstehend gegen den Dorn gedrückt, hierauf umgebogen und unter gleichzeitiger Einwirkung von Wärme flachgeklopft wird.
Nähere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden an Hand der beigegebenen Zeichnung nachstehend ausführlich erläutert.
Die Fig. 1 zeigt einen bekannten Faltbeutel in flachgedrückte Zustand mit üblichem Verschluss in Ansicht, sofern die Faltlinie A - B unberücksichtigt bleibt, sonst zeigt die Fig. 1 eine besondere Ausführungsform eines nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten zusammengefalteten Beutels.
Die erfindungsgemässen Verfahrenspchritte sind den perspektivischen Darstellungen der Fig. 2, 3, 5 und 6 zu entnehmen, wogegen die Fig. 4 einen Beutel in flachgedrücktem Zustand veranschaulicht, welcher Beutel einen nach der Erfindung hergestellten Bodenverschluss aufweist.
Ein Schlauchstück wird über einen Dorn gestülpt, so dass ein offenes Ende auf dem verbreiterten Sockel des beispielsweise einen viereckigen Querschnitt aufweisenden Domes anschlägt (Fig. 2,3 und 5).
Über den Dorn steht ein Teil 10 frei vor, welcher zur Bildung des Bodens eingefaltet wird.
Um diesen Teil 10 einzufalten, lässt man zuerst zwei Werkzeuge in Richtung der Pfeile F1 und F2 (Fig. 2) wirken, um die beiden Seitenränder des den Belag des Falzbeutels bildenden Schlauchstückes, in denen sich die Falten 11 und 12 befinden, einander zu nähern.
Eine Zange fasst hierauf die äussersten Randteile 131 und 132 von beiden Seiten, um sie vollständig zusammenzubringen, wie es im oberen Teil der Fig. 3 dargestellt ist. Diese Zange biegt dann die Rand-
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teile 131 und 132 ein-oder zweimal auf sich selbst um, um einen soliden Verschluss zu erhalten. Gleichzeitig wird der Boden des Faltbeutels auf dem Ende des Domes flachgedrückt, wodurch die verschiedenen Faltlinien AB, BC, CD, DA, EA, EB, EC, ED des Bodens des Faltbeutels sehr ausgeprägt markiert werden.
Um diese Faltlinien noch zu verstärken, wird ein Druck auf den Boden des Faltba. utels ausgeübt und es wird dieser Boden flachgeklopft. Es ist zu bemerken, dass diese Faltlinien alle positiv sind, d. h. sie sind in dem Sinne gerichtet, in welchem sich die Falten beim Öffnen des Faltbeutels öffnen. Dies ist ein charakteristisches Merkmal des gemäss diesem Verfahren hergestellten Faltbeutels gegenüber Faltbeuteln, die nach bekannten Verfahren hergestellt sind, bei welchen gewisse Faltlinien des Rohrstückes notwendigerweise negativ sind.
Da hiebei diese Faltlinien des Bodens im letzten Herstellungsstadium erzeugt werden, besteht keine Gefahr, dass sie durch den während der Herstellung auf das Material ausgeübten Zug oder Druck ausgeglättet werden. Es wird dadurch erreicht, dass die in dieser Weise hergestellten Faltbeutel durch den Benützer sofort und mit absoluter Sicherheit geöffnet werden können, wenn sie gefüllt werden sollen.
Dieses Verfahren kann auch mit Prägewalzen durchgeführt werden, was bei den bekannten Maschinen praktisch unmöglich ist, weil die. Regulierung des Schneidens in bezug auf die Prägung Nachteile hinsichtlich der Exaktheit der Länge des Schlauchstückes, der Bildung des Bodens, der Faltlinien, des Verschliessens usw. mit sich bringt.
Wohlverstanden ist mit dem Faltvorgang des Bodens des Faltbeutels und insbesondere mit dem Umbiegen der äussersten Randteile 131 und 132 eine Verschweissung verbunden, damit der so erzeugte Verschluss erhalten werden kann.
Da der Verschluss des Faltbeutels durch Verschweissen gebildet wird, wird vorgängig auf die Innen- fläche oder auf die Aussenfläche oder auf beide des Ausgangsmaterials, vorzugsweise vor der Bildung des Rohrbalges, ein thermoplastisches Material oder ein thermoplastischer Lack auf den Rand der beiden Seiten des Ausgangsmaterials, beispielsweise auf die mit F, G, H, I bezeichneten Flächen, aufgebracht.
Die Verschweissung der äussersten Randteile, umgefaltet oder nicht umgefaltet, wird dabei mittels beheizter Zangen oder Rohen bewirkt.
Das vorbeschriebene Verfahren bietet noch folgende interessante Möglichkeit : das Aufbringen einer thermoplastischen Substanz auf diejenigen Teile des Schlauchstückes, welche nach dem Falten den Boden des Faltbeutels bilden. Diese Substanz kann auf die Innenfläche oder auf die Aussenfläche oder beide jedes der mit J K L (Fig. 2) bezeichneten Teile aufgebracht werden. Nach dem Falten entsprechen diese Flächen J K L im wesentlichen den Membranen E B C und E A D gemäss der Fig. 5.
Nach Beendigung der Herstellung des Verschlusses erhält man, wenn man den Boden des Faltbeutels auf das Ende des Domes drückt, durch Anwendung von Wärme eine zusätzliche Haftung bei 14 zwischen den beiden Wänden des Bodens des Faltbeutels. Diese zusätzliche Haftung bildet eine Verstärkung des Bodens und gibt diesem eine besondere Steifheit, so dass er, ohne sich zu deformieren, eine verhältnis- mässig hohe Belastung aufnehmen kann. Ein in dieser Weise erzeugter Boden gibt dem Faltbeutel als Ganzes eine ausgezeichnete Formbeständigkeit.
Im Falle, dass der hergestellte Faltbeutel keine zusätzliche Haftung der Membranen 14 aufweist oder wenn diese Haftung nur gering ist, könnte der Boden des Faltbeutels wie üblich zurückgefaltet werden, so dass er etwa wie es in Fig. 1 dargestellt ist aussieht.
Wenn im Gegenteil die Membranen aussenseitig mit plastischem Material überzogen sind, ist es vorzuziehen, den Boden des Faltbeutels als Ganzes zurückzubiegen, wie es in Fig. 4 dargestellt ist, um ein Brechen des Bodens zu vermeiden und ihm seine ganze Steifheit zu erhalten.
In Fig. 6 ist ein gefüllter Faltbeutel dargestellt. Im beschriebenen Falle, in welchem der Faltbeutel in offener Stellung viereckigen Querschnitt hat, ist es vorteilhaft, den oberen Verschluss des Faltbeutels in bezug auf den unteren Verschluss um 900 gedreht auszubilden, wodurch die Tendenz der Seitenwände, sich zu schliessen, vermieden werden kann und der fertigen Packung eine grössere Steifheit erteilt wird.
Nachstehend wird die Herstellung eines Faltbeutels beschrieben, bei welchem ein Ausgangsmaterial verwendet wird, das mit einem thermoplastischen Material überzogen ist, wodurch besonders dichte Packungen erzielt werden können. Auch kann man für die Durchführung des Verfahrens Materialien verwenden, welche ein Blatt aus Aluminium oder anderem Metall, welches Blatt auf einer oder auf-beiden Seiten mit einem verhältnismässig dicken Belag aus plastischem Material versehen ist, umfassen, welches dem ganzen Ausgangsmaterial eine erhöhte mechanische Festigkeit und eine absolute Undurchlässigkeit für Flüssigkeiten und flüchtige Substanzen verleiht.
Man kann auch eine Variante dieser Materialien verwenden, welche aus einem oder mehreren gewellten metallischen Blättern, kombiniert mit einem oder mehreren glatten und auf der einen oder
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auf beiden Seiten mit einem Belag aus plastischem Material, besteht, wodurch ein starres Material erhalten wird, das die Herstellung von Verpackungen grosser Formbeständigkeit und Verschleissfestigkeit ermöglicht.
Man kann auch eines der vorerwähnten Ausgangsmaterialien verwenden, bei welchem als plastisches Material ein Material mit verhältnismässig hohem Schmelzpunkt verwendet ist, beispielsweise ein Material der Gruppe der Polyamide, welches einen Schmelzpunkt von etwa 2000C oder noch höher besitzt.
Die Verwendung eines solchen Materials im Verfahren gemäss der Erfindung ermöglicht es, Faltbeutel mit ausserordentlich steifem Boden und Seitenwänden herzustellen, wodurch es möglich wird, Verwendungszwecke ins Auge zu fassen, welche bisher nicht geahnt wurden, z. B. die Verpackung von flüssigen Produkten, beispielsweise Nahrungsmitteln mit Saft usw. Die Verwendung eines solchen Materials ermöglicht es auch, Verpackungen herzustellen, welche die Sterilisation oder das Kochen ihres Inhaltes bei hohen Temperaturen sowie das Verbringen in ein Vakuum zulassen, um eine gänzliche Konservierung des Inhaltes zu erzielen.
Beim Verfahren nach der Erfindung kann die Herstellung des Bodenverschlusses der Faltbeutel mit der Kontrolle derselben verbunden werden. Diese Kontrolle kann durch Beleuchtung von innen vorgenommen werden, wie bei bekannten Verfahren. In diesem Falle kann man in einer einzigen Herstellungsphase Operationen vereinigen, welche bis dahin an verschiedenen Stellen durchgeführt wurden, was ermöglicht, eine erhöhte Produktionsgeschwindigkeit und eine Erniedrigung des Gestehungspreises der Faltbeutel zu erzielen.