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Tornistertragriemen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Schiess gurt für Militärtornisterriemen, der den Anschlag des Schützen beim Schiessen wesentlich erleichtern soll. Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung in Fig. 1 bis 4 dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 den Tornisterriemen von innen mit darüber liegendem Schiessgurt. Fig. 2 zeigt den Schiessgurt bei umgehängtem Tornister mit aufgeknöpftem Tornisterriemen. In Fig. 3 ist der Schiessgurt zum Gebrauch fertig, also mit abgeknöpftem und über die Schulter geworfenem Tornisterriemcn dargestellt, während Fig. 4 einen Querschnitt durch den Doppelknopf in grösserem Mass- stabe zeigt.
Bis jetzt muss beim Schiessen der Kolben auf den steifen, glatten Tornisterriemen aufgesetzt werden. Derselbe überdeckt die beim Anschlag so wichtige Schulterhöhlung und der Kolben gleitet vielfach auf dem harten, glatten Riemen ab. Der Anschlag wird dadurch unsicher ; durch wiederholtes Einsetzen des Kolbens wird die Dauer des Zielens verlängert, der Schütze ermüdet und sucht vergeblich den störenden Tornisterriemen bei seite zu schieben, da bei kriegsmässig gepacktem Tornister der Riemen straff angezogen ist. Die Gefechtsbereitschaft und die Sicherheit des Zielens wird dadurch erheblich geschädigt, besonders bei Zielen, welche nur kurze Zeit sichtbar sind. Beim Schiessen im Liegen zeigt sich der straffe Tornisterriemen besonders unbequem ; der Schütze ist wie in einem Schraubstock eingespannt.
Beim Salvenfeuer muss auf das Kommando" Feuer" ab- gezogen werden, aber gerade in diesem Augenblick gleitet der Kolben häufig aus und der
Schuss geht fehl ; auch scheuert auf dem Marsch der scharfkantige Tornisterriemen, an welchem der IIilfstragriemen festgenietet ist, infolge seiner Unbeweglichkeit den Mann häufig unter dem Arm wund.
Alle diese Übelstände beseitigt der Schiessgurt a (Fig. 1). Derselbe wird durch ein aus Gewebe oder dgl. bestehendes, dreifach übereinander gelegtes Band gebildet, das z. B. aus dem Stoff des bei der preussischen Infanterie eingeführten Brotbeutels hergestellt werden kann und ist mit drei Längsnähten versehen, um ein Ausdehnen desselben zu verhüten. An seinem oberen Ende ist der Schiessgurt a (Fig. 1) mit vier Nieten f zwischen
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Ende des Schiessgurtes ist ein metallener Doppelknopf c mit Teller d und Mittelscheibe e aufgenietet (Fig. 2 und 3). An diesem Doppelknopf, der in Fig. 4 im Schnitt grösser dargestellt ist, wird zwischen Teller und Mittelscheibe drehbar der Hilfstragriemen 9 befestigt.
Die Befestigung des Tornisterriemens b am Tornister k ist die jetzt übliche, nämlich mittels der Schraube A, welche durch eines der in den Tornisterriemen angebrachten Schraubenlöcher t in die Rückwand des Tornisters geschraubt wird (Fig. 2).
Wenn Schiessgurt und Tornisterriemen flach aufeinander liegen, reicht der Doppelknopf c nicht ganz bis in die Mitte des für ihn ausgeschnittenen Loches des Tornister- riemens. weil der Tornisterriemen bei umgehängtem Tornister einen weiteren Bogen zu beschreiben hat, als der unter ihm glatt an die Schulter anliegende Schiessgurt, daher länger sein muss als dieser. Der Doppolknopf liegt bei umgehängtem Tornister dann gerade unter dem Loch des Tornisterriemens und schiebt sich daher durch einen Druck auf den
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Tornisterriemen von selbst iii das Loch. Bei umgeliäugtem Tornister unterscheidet sich das Aussehen des neuen Tornisterriemens, von aussen gesehen, nicht von dem bisher im Dienst befindlichen.
Vor dem Schiessen wird der Tornisterriemen b aus der Öse der Patronentasche ausgehakt, durch einen kurzen Ruck vom Doppelknopf c gelöst und rückwärts über die Schulter und den Tornister geworfen. Die Last des Tornisters hängt nunmehr an dem Schiessgurt a und dem Hilfstragriemen g (Fig. 3). Der Kolben kann nun schnell und fest bei jeder Körperlage des Schützen in die Schulter eingezogen werden, an welcher er auf dem weichen nachgiebigen Schiessgurt einen sicheren Stützpunkt findet. Infolge der leichten Beweglichkeit des Schiessgurtes und des Hilfstragriemens um den Doppelknopf folgen beide leicht den Bewegungen des Körpers beim Schiessen und beim Marsch.
Soll nach dem Schiessen der Marsch fortgesetzt werden, so wird der Tornisterriemen in die Öse der Patronentasche wieder eingehakt und durch einen Druck auf den Riemen der Doppelknopf in das Loch des Tornisterriemens eingedrückt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tornistertragriemen, dadurch gekennzeichnet, dass der harte Lederriemen (b) beim Schiessen durch ein unter ihm liegendes weiches Band (a) (Schiessgurt) ersetzt wird, welches ein sicheres Aufsetzen des Gewehrkolbens auf die Schulter ermöglicht.