AT202157B - Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen. - Google Patents

Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen.

Info

Publication number
AT202157B
AT202157B AT116157A AT116157A AT202157B AT 202157 B AT202157 B AT 202157B AT 116157 A AT116157 A AT 116157A AT 116157 A AT116157 A AT 116157A AT 202157 B AT202157 B AT 202157B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
exhaust gases
gases
manufacture
sulfur dioxide
gas
Prior art date
Application number
AT116157A
Other languages
English (en)
Inventor
Othmar Ing Ruthner
Original Assignee
Othmar Ing Ruthner
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Othmar Ing Ruthner filed Critical Othmar Ing Ruthner
Priority to AT116157A priority Critical patent/AT202157B/de
Application granted granted Critical
Publication of AT202157B publication Critical patent/AT202157B/de

Links

Landscapes

  • Treating Waste Gases (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen. 



   Bei der Verarbeitung der Viskose zu Zellwolle, Kunstseide, Zellophan usw. fallen ausserordentlich lästige Abgase in sehr grossen Mengen an, für deren Beseitigung und Aufarbeitung bisher keine technisch und wirtschaftlich befriedigende Lösung gefunden wurde. Die Abgase derartiger Fabriken enthalten Schwefelwasserstoff in einer Verdünnung von weniger als 5 g   HzS/m3 Abgase,   meist von 0, 2 g bis 2   g     HS/nJ Abgase.   



   Die Entfernung des Schwefelwasserstoffes aus den Abgasen der Viskose erzeugenden Industrie erfolgte bisher noch nicht in befriedigender Weise. 



  So wurden bereits sogenannte trockene Verfahren   in der Gasindustrie   vorgeschlagen, die die Anwendung des bekannten Reinigungsverfahrens mit Schwefelreinigungsmasse zum Gegenstand haben. 



  Die sehr   grossen   Abgasmengen der Viskose verarbeitenden Industrie machten jedoch eine äusserst umfangreiche und unwirtschaftliche Apparatur erforderlich. 



   Auch sogenannte nasse Verfahren wurden in grosser Zahl erprobt, bei denen die Ausmasse der Apparatur zwar bedeutend kleiner gehalten werden können, aber andere Schwierigkeiten auftreten. So scheiden alle Verfahren mit Ammoniak und Süchtigen Aminen wegen der bei den grossen Abgasdurchsätzen untragbar hohen Verluste an diesen Chemikalien aus. Ferner bilden sich in alkalischer 
 EMI1.1 
 und Polythionate, und ferner wegen der nicht unbeträchtlichen   CO.,-Mengen,   die mit der Luft der Abgase durch die Absorptionsflüssigkeit gehen, Karbonate und Bikarbonate, die den pH-Wert der 
 EMI1.2 
 rascheffekt rapid verschlechtern.

   Die wertlosen, übelriechenden   Thiosulfatlösiungen   oder Schlämme stellen ausserdem ein Abwasserproblem erster   Orde   nung dar, und der verlorengehende Schwefel be-   trägt   mitunter viele Tagestonnen. 



   Gemäss der deutschen Patenschrift Nr. 306988 wurde ein Verfahren zur Abscheidung und Nutz-   barmachung des   in den Industriegasen enthaltenen Schwefels vorgeschlagen, gemäss welchem der Schwefel, getrennt von Zyan, aus den von Ammoniak befreiten Gasen entfernt wird durch Behandlung der Gase mit verdünnten Lösungen von CuSalzen, insbesondere von Cu-Sulfat, wobei das ab- geschiedene CuS durch Rösten unter Luftzutritt in   CuO   und H2SO3 übergeführt, das erhaltene   CuO   in der verdünnten Säurelösung, die als Filtrat der   CuS-Abscheidung   erhalten wurde, gelöst und diese Lösung unter Schliessung des Kreislaufes wieder zur Gaswaschung verwendet wird. 



   Wie aus der genannten Veröffentlichung hervorgeht, handelt es sich bei dem bekannten Verfahren um die Abscheidung von Schwefel aus Industriegasen, wie   Kokereigas   und Leuchtgas. Diese Gase enthalten bekanntlich-man vergl. die Angaben in   Koppers   Handbuch der Brennstofftechnik, 2. Aufl. 1937, Seiten   250/1-bis zu 20 g/m3     HS   (man vergl. die tieferstehenden Beispiele), so dem bekannten Verfahren behandelten Gasen um reduzierende Gase, wie sich schon aus der Erwähnung des   Cyangehaltes   ergibt. 



   Nach all dem   musste es zunächst   unmöglich scheinen, dieses Verfahren auf die Entschwefelung von Abgasen   der Viskoseindustrie   anzuwenden. 



  Letztere Abgase enthalten viel geringere Mengen, nämlich maximal bis zu 5   g/m3,   z. B. nur 2   glum3   
 EMI1.3 
 dass es aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen zu sein schien, derartig verdünnte Gase in dieser Weise zu reinigen. Es handelt sich bei den Viskoseabgasen auch nicht um reduzierende, sondern um grosse Luft- bzw. Sauerstoffmengen enthaltende, also oxydierende Gase. Nach dem bekannten Verhalten von CuS gegen den Luftsauerstoff in Gegenwart von   Wasser-man vergl.   z. B. die Angaben im   Band "Kupfer" des Gmelin,   Teil B, 1.

   Lieferung, 1958, Seiten 478 und   479-dem   Stattfinden einer wenn auch langsamen Oxydation zu CuS 0. bzw.   CuS04, je   nach dem pH, wäre ein ganz anderes Verhalten beim Waschen von   sauerstoffhältigen     H.. S   enthaltenden Gasen beim Waschen mit verdünnten   Cu-iS'alzlösungen   zu erwarten gewesen, nämlich eine Verschiebung zur Seite der   CuSO-BiIdung.   



   Als Ergebnis ausgedehnter Untersuchungen wurde nun überraschenderweise gefunden, dass, entgegen diesen auf Grund des bekannten Standes der Technik bestehenden Vorurteilen, die Anwendung des bekannten Verfahrens der Gaswäsche in   Cu-Salzlösunaen   auf die Abgase der Viskoseindustrie mit Erfolg möglich ist und dass durch diese 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Anwendung die bestehenden Schwierigkeiten bei der Entschwefelung von Abgasen der Viskoseindustrie beseitigt werden können. 



   Darüber hinaus hat sich bei den Versuchen, die zur vorliegenden Erfindung führten, auch ge- 
 EMI2.1 
 sorption erst bei der erfindungsgemässen Anwendung auf die Abgase der Viskoseindustrie mit ihrem vergleichsweise sehr geringen   H., S-GehaIt   voll auswirken. 



   Dieser letztere Vorteil neben dem weiteren er- 
 EMI2.2 
 entha : lten-schlämmungen von Kupferverbindungen in Wasser, wobei Kupfersulfid gebildet, von der Lösung 
 EMI2.3 
 
 EMI2.4 
 verarbeitenden Industrie. 



   Das Röstgas kann sodann in üblicher Weise nach dem Turm-oder Kontaktverfahren zu   H., SO,   verarbeitet werden und unmittelbar im Betrieb, etwa zur Spinnbadbereitung, Verwendung finden. 



  Wie bereits erwähnt, ist das vorstehend beschriebene Verfahren bereits zur   H2S-Reinigung   von Nutzgasen, wie Kokereigasen oder Leuchtgas vorgeschlagen worden. Dort handelt es sich jedoch um   Hss-Konzentrationen   von etwa 20 g   HS/m',   während es sich bei den Abgasen der Viskoseindustrie um   HS-Konzentrationen   handelt, die um 1-2 Zehnerpotenzen niedriger liegen. Dafür ist die Gesamtmenge an H2S in der oft   ausseror-dentlich gro-   ssen Abgasmenge wesentlich höher. Das bei höheren H2S-Gehalten und O2-Abwesenheit, das heisst bei der Reinigung von   Nutzgasen,   richt sehr vorteil- 
 EMI2.5 
 
0, 2-2sserer Mengen von unangenehmen Abwässern.

   Es hat sich schliesslich gezeigt, dass erst bei den vorliegenden geringen   Hss-Konzentrationen   die dem Verfahren eigenen Vorteile der grossen Absorptionsgeschwindigkeit und der   Absorptionsvolhtändigkeit   
 EMI2.6 
 
Diese, bei der Anwendung des Verfahrens auf dem Gebiete der Viskoseindustrie auftretenden überraschenden Vorteile erkannt und angewandt zu'haben, ist das Verdienst vorliegender Erfindung. 



  Es handelt sich hiebei keineswegs um eine nahe- 
 EMI2.7 
 dalich komplizierterer Verfahren ohne befriedigenden Erfolg versucht, ohne auf den Gedanken zu kommen, die an sich bekannte   Kupfersulfìdmevhode   in Anwendung zu bringen. 



   Ferner wird beim   erfindungsgemässen   Verfahren vorteilhaft die Verwendung schwach schwefelsaurer 
 EMI2.8 
 an die Verwendung von Sulfat gebunden.
Eine weitere erfindungsgemässe Ausgestaltung dieses Verfahrens ist es nun, die zu waschenden Abgase mit einer Suspension von   Röstgut   in einer schwach   schwefelsauren Kupfersulfatlösung   zu behandeln, was folgende Vorteile ergibt : Der Wasch-   effekt steigt mit dem pH-Wert der Wasch flüssig- keit ; wenn nun. durch das suspendierte Röstgut für   eine dauernde Neutralisierung der   Wasch flüssig-   
 EMI2.9 
 wird, behältmungen in Wasser verwendet werden. 



   Weiters hat sich gezeigt, dass der Wascheffekt stark mit der Temperatur des Waschmittels steigt ; einer beliebigen Temperaturerhöhung steht jedoch ein stark ansteigender Heizmittelverlust und Dampfaustrag im Wege. Es wurde daher ermittelt, dass sich eine Waschmitteltemperatur von 25 bis 60"C als günstigstes Intervall erwiesen hat. 



     Die anfallenden Röstgase   können vorzugsweise an Ort und Stelle in einer geschlossenen Schwefel-   säurefabrik   zu Schwefelsäure oder Oleum verarbeitet werden. 



   Für die einzelnen Verfahrensstufen lassen sich selbstverständlich die verschiedensten an sich bekannten technischen Methoden verwenden. Beispielsweise können als Wäscher feststehende Horden-oder Sprühwäscher oder   Venturiwäscher   (Pease-Anthony-Wäscher) oder bewegliche Wäscher, wie z. B.   Feld-oder Ströderwäscher   oder deren Kombinationen verwendet werden. Das Abtrennen des Kupfersulfides kann aus der gesamten Waschflüssigkeit erfolgen, man kann die Abtrennung aber auch aus einem Teilstrom vornehmen, insbesondere dann, wenn man einen Teil des Kupfersulfides zur Oxydation zu Schwefel umpumpen will. Die Abtrennung selbst kann mit oder ohne Voreindickung, z. B. auf Drehfiltern oder   auch auf Zentrifugen, erfolgen.

   Für das Rösten des Kupfersulfides lassen sich alle in der Hütten-   

 <Desc/Clms Page number 3> 

 industrie bekannten Röstverfahren verwenden. 



  Auch für das Lösen des Kupferoxydes bzw. für die Umwandlung des bei manchen Röstverfahren sich bildenden metallischen Kupfers zu   Kuprersul-   fatlösung lassen sich die verschiedensten bekannten Methoden einsetzen. 



   Im folgenden werden zwei mengenmässige Beispiele des   erfindungsgemässen   Verfahrens angeführt : 1   m" Abgas,   im wesentlichen Luft mit 2 g/m3 H2S, wird während einer Stunde durch eine Rieselkolonne geleitet, im Gegenstrom zu einer Lösung von 200 g   CULS0   in 5 Liter H20 mit einem pH-Wert von 2, 5 bei   18    C und einer PhasengrenzHäche von 500 cm2. Das so gewaschene Gas enthält nur mehr 15 mg H2S/m3. Die gebil- 
 EMI3.1 
 und 3% Kupfer als Sulfat. Nach dem   Roosten bel     3000 C,   ansteigend auf 700  C, während 30 min, 
 EMI3.2 
 gas unter denselben Bedingungen, jedoch bei einer Waschlösungstemperatur von 500 C, bis auf einen Restgehalt von weniger als 5   mg/m3 Hss   gewaschen. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
 EMI3.3 
 
 EMI3.4 
   Aufschlämmungen   von Kupferverbindungen in Wasser, wobei Kupfersulfid gebildet, von der Lösung getrennt, geröstet und das Röstprodukt in der ursprünglichenWaschflüssigkeitunterSchliessung des Kreisprozesses wieder gelöst und/oder aufgeschlämmt wird, auf die weniger als 5 g/m3 H2S 
 EMI3.5 


Claims (1)

  1. Kupfersulfatlösung als Wasch flüssigkeit im Rahmen der in Anspruch 1 geschützten Verfahrensanwendung. EMI3.6 dukt in einer schwach sauren Kupfersulfatlösung als Waschflüssigkeit im Rahmen der in Anspruch 1 geschützten Verfahrensanwendung.
    4. Verwendung von Arbeitstemperaturen zwischen 25 und 60 C bei der Behandlung von Abgasen im Waschmittel im Rahmen der in Anspruch 1 geschützten Verfahrensanwendung.
    5. Verwendung der Röstgase als Ausgangsmaterial für die Erzeugung von Schwefelsäure oder EMI3.7
AT116157A 1957-02-20 1957-02-20 Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen. AT202157B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT116157A AT202157B (de) 1957-02-20 1957-02-20 Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen.

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT116157A AT202157B (de) 1957-02-20 1957-02-20 Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen.

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT202157B true AT202157B (de) 1959-02-10

Family

ID=3507909

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT116157A AT202157B (de) 1957-02-20 1957-02-20 Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT202157B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2641230C2 (de) Verfahren zur Abscheidung und Gewinnung von Quecksilber aus Gasen
DE1467274B2 (de) Verfahren zur Aufbereitung von bei der Alkalibehandlung von Bauxit und ähnlichen Roherzen anfallenden Rotschlämmen unter Gewinnung der verwertbaren Bestandteile.-Anm: Mitsubishi Shipbuilding &amp; Engineering Co. Ltd.. Tokio:
DE1234912B (de) Verfahren zur Entfernung der Schwefeloxyde aus Rauchgasen
AT202157B (de) Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus Abgasen.
DE2423815A1 (de) Verfahren zum reinigen von quecksilber enthaltender schwefelsaeure
DE2025389B2 (de) Verfahren zur Reinigung von Gasen, welche Quecksilber oder Quecksilberverbindungen enthalten
DE350591C (de) Verfahren zur Entfernung von Schwefelwasserstoff aus Gasen
DE2425393A1 (de) Verfahren zur herstellung von gereinigtem koksofengas
DE2736488C3 (de) Verfahren zum Entfernen von Schwefeloxiden aus Rauchgasen
DE1064479B (de) Verfahren zur Entfernung von Schwefelwasserstoff aus Gasgemischen, wie Kokereigas
DE706846C (de) Verfahren zum Entfernen von Schwefelwasserstoff und Ammoniak aus Gasen unter gleichzeitigr Gewinnung von elementarem Schwefel und Ammonsulfat
DE1078551B (de) Verfahren zur Herstellung von technisch verwertbarem Schwefeldioxyd aus schwefelwasserstoff-haltigen Abgasen
DE1110814B (de) Verfahren zur Reinigung der schwefelwasserstoffhaltigen Abluft von Viskose verarbeitenden Fabriken
DE1667763A1 (de) Verfahren zur Oxydation loeslicher Sulfidverbindungen
DE2907600A1 (de) Verfahren zum abtrennen von schwefeloxiden aus abgasen
DE838592C (de) Verfahren zur Reinigung von Schwefelwasserstoff enthaltender Abluft
DE2700553A1 (de) Verfahren zum abstossen von natriumsulfat aus einem system zur schwefeldioxidentfernung
DE695355C (de) Verfahren zum Reinigen von Abgasen aus Viscoseverarbeitungsfabriken
DE1124024B (de) Verfahren zur Reinigung verduennter technischer Schwefelsaeure
DE1517685A1 (de) Verfahren zur Reinigung der Abwaesser die bei der Veredelung fester oder fluessiger Brennstoffe als Kondensate anfallen
DE478676C (de) Verfahren zum Auswaschen von Cyanverbindungen, Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen mittels eisenoxydulhaltiger Loesungen
DE646192C (de) Verfahren zum Auswaschen von Schwefelwasserstoff aus Gasen
DE1127534B (de) Verfahren zum Regenerieren von bei der Gaswaesche anfallenden SO bzw. Sulfit oder Arsenat enthaltenden Waschlaugen
DE934121C (de) Verfahren zur Entfernung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Steinkohlengas und anderen Gasen
DE272474C (de)