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Scheibenzugähläge
Die Erfindung bezieht sich auf Scheibenzuganlagen für Schiess- und sonstige Übungsplätze, mit deren Hilfe bewegliche Zielscheiben grösseren Ausmasses, die entweder auf über Sand oder bewachsenen Boden bewegbaren Kufenschlitten oder auf über Schmalspurgeleise verfahrbare Kleinbahnloren befestigt sind. Von derartigen Scheibenzuganlagen wird verlangt, dass sie die Zielscheiben mit einer zwischen 6 und 35 km/Std. liegenden Geschwindigkeit bewegen. Jede zur Anlage gehörige Scheibe wird mit ihrem Fahrgestell über Seile wahlweise durch eine oder mehrere Seiltrommeln bewegt.
Derartige Anlagen sind im wesentlichen für die Durchführung folgender Aufgaben bestimmt : a) Heranziehen von zuvor bis zu 3000 m entfernt ins Gelände geschleppten Zielschlitten in Richtung auf die Zuganlage, wozu nur ein Zugseil erforderlich ist, das auch über im Gelände verteilte Umlenkrollen gezogen werden kann, so dass der Zielschlitten zwangsläufig seinen Weg in Zickzackkurs zurücklegt ; b) Hin- und Herpendeln der Zielscheibe auf einem festgelegten, von Umlenkrollen begrenzten geraden Zielweg von beispielsweise 400 m Länge mit Hilfe mehrerer Zugseile und Seiltrommeln.
Die bekannten Scheibenzuganlagen mit auf wenigstens einer angetriebenen Welle angeordneten und mit dieser kuppelbaren Seiltrommel erfüllen diese Anforderungen nur unvollkommen, weil bei ihnen die Bedienung, d. h. das Kuppeln, Entkuppeln und Abbremsen der Seiltrommeln von Hand erfolgt und trotz grösster Aufmerksamkeit bei der Bedienung Fehler vorkommen können. So geschieht es z. B. häufig, dass beim Abziehen eines Seiles von der Trommel, z. B. durch einen im Schlepp eines Kraftfährzeuges ins Gelände fahrenden Zielschlitten infolge unerwarteten Nachlassens der auf das Seil wirkenden Zugkraft die schwere, oft mit mehreren tausend Metern Stiles bewickelte Trommel weiterläuft, weil die Trommelbremse nicht schnell oder kräftig genug angelegt wurde. Dadurch lockert sich das Drahtseil und springt über die Trommelflansche ab oder bildet Schlingen.
Umgekehrt wird bei plötzlichem Zunehmen der Zugkraft durch nicht rechtzeitiges Lockern der Bremse das Seil über Gebühr beansprucht oder sogar zum Reissen gebracht. Ausserdem ist es schwierig, bei pendelnd hin-und herbewegten Zielscheiben die dabei gleichzeitig umlaufenden beiden Trommeln rechtzeitig gemeinsam abzubremsen bzw. von der Antriebswelle zu entkuppeln, wenn die Zielscheibe eines der Enden des Zielweges erreicht hat. Ein Überschreiten der Zielweggrenzen führt aber meist zu einer Beschädigung der dort angebrachten Umlenkrollen für die Zugseile oder ihrer Befestigung und damit zu unerwünschten Betriebsstörungen.
Zur Behebung dieser Mängel und um Scheibenzuganlagen der erwähnten Art für die Erfüllung der verschiedenen an sie zu stellenden Anforderungen gut geeignet zu machen, werden sie erfindungsgemäss dadurch verbessert, dass jeder Seiltrommel ausser einer an sich bekannten, von Hand zu betätigenden Bremse eine in Abhängigkeit vom Seilzug selbsttätig auf sie wirkende Bremse und ausserdem eine die Länge des auf die Trommel auf-oder von ihr ablaufenden Seiles anzeigende Vorrichtung zugeordnet sind. Die selbsttätige Bremse ist dabei zweckmässig so ausgebildet, dass sie die Seiltrommel bei gespanntem Seil freigibt und bei entspanntem Seil abbremst. Auf diese Weise wird mit Sicherheit verhindert, dass z.
B. beim Abschleppen einer Zielscheibe von der Zuganlage weg bei Verlangsamen oder Abstoppen der Schleppfahrt die Seiltrommel weiterläuft und das auf sie aufgewickelte Seil sich lockert oder gar abspringt und Schlingen bildet. Zugleich wird durch das selbsttätig erfolgende Lösen der Bremse beim Wiederanfahren verhindert, dass der auf das Seil wirkende Zug ein unerwünscht hohes Mass annimmt. Die selbsttätig in Abhängigkeit vom Seilzug erfolgende Einstellung der Bremse wird zweckmässig mit Hilfe einerz. B. auf einer Wippe-schwenkbar gelagerten Umlenkrolle bewirkt, über die das Seil geführt ist und die ihre durch die Schwankungen im Seilzug bewirkten Schwenkbewegungen über ein Kniehebelgestänge auf die in Ruhelage durch Federkraft gegen die Seiltrommel anliegende Bremse überträgt.
Die sichere Funktion der selbsttätigen Bremse kann in Frage gestellt sein, wenn auf der Trommel die einzelnen Seilwindungen jeder Lage nicht
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unter besonderer Hervorhebung der Seilführung und je einer von zwei Seiltrommeln zugeordneter selbsttätiger Bremsen veranschaulichen.
Die Scheibenzuganlage wird durch einen Dieselmotor 1 angetrieben, der über Keilriemen 2,3 Regelgetriebe 4, 5 entsprechender Bemessung antreibt. Jedes Regelgetriebe treibt über eine Kupplung eine Windwerkwelle 6,7 an, deren Drehzahl während-des Betriebes über je eines der Regeltriebe verändert und eingestellt werden kann. Die Wellen 6,7 sind im Interesse der besseren ; Übersicht, leichteren Bedienung und aus Raumerspamisgründen zweckmässig in verschiedener Höhe angeordnet. Auf jeder der Wellen 6,7 sind vier Seiltrommeln S, 9 angeordnet. Jede dieser Trommeln ist in an sich bekannter Weise über eine Reibungskupplung 22 (Fig. 3) mit der ihr zugeordneten Welle kuppelbar und erfindungsgemäss mit einer automatischen Bremse 17 ausgestattet, die auch durch einen Handhebel 10 betätigt werden kann.
Auf jede der Seiltrommeln S, 9 lassen sich z. B.
1500-3000 m Drahtseil aufwickeln.
Das gleichmässig dichte Aufspulen des Drahtseiles auf die Trommeln bewirkt eine jeder von ihnen zugeordnete Seilführung. Diese besteht aus einer durch, Ketten trieb 11 von der Trommel her angetriebenen Kreuzgewindespindel 12 (Fig. 2), auf der zwangsläufig eine geradlinig geführte Führungsmutter 13 etwa über die Trommelbreite vor- und zurückläuft und auf der durch gehärtete Walzenrollen das Seil beim Auf- und Abspulen geführt ist. Das Drahtseil ist unterhalb der Seilführung über schwere, kugelgelagerte Walzenrollen 14 geleitet, die je auf einer Wippe 23 (Fig. 3) schwenkbar gelagert sind. Die Wippe 23 ist mit einem Kniehebelgestänge 16 verbunden, das seinerseits auf die in Ruhelage durch eine Feder mit der Seiltrommel 8 bzw. 9 in Anlage gehaltene Bremse 17 wirkt.
Bei gespanntem Drahtseil lockert die beweglich gelagerte Walzenrolle 14 über das Kniehebelgestänge 16 die Bremse 17 je nach Stärke der Spannung des von der Trommel ablaufenden Seils. Beim Nachlassen der Seilspannung des Seiles bewirken die Walzenrollen 14 durch ihr Eigengewicht über das Kniehebelgestänge 16 und die die Bremsbacke gegen die Seiltrommel andrückende Feder ein festeres Anliegen der Bremse. Hiedurch werden das gefährliche Schlingenbilden und das Überspringen des Seils über die Trommelflansch verhindert.
Die Bremse 17 ermöglicht infolgedessen das Abziehen des Drahtseiles von der Trommel in das Gelände, z. B. durch Lastkraftwagen, ohne dass ein Bedienungsmann wie bisher den Seilablauf zu beobachten und die Bremse zu bedienen braucht, denn die beim Abziehen in Umlauf gesetzte Trommel wird bei jedem Nachlassen des auf das Seil wirkenden Zuges sofort selbsttätig abgebremst.
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Die Anzeigevorrichtung für den Seilab- und - zulauf besteht, - wie aus Fig. 2 ersichtlichaus einem Gehäuse 18 mit eingebautem Schneckentrieb hoher Übersetzung, an dessen Schneckenrad über eine verstellbare Kupplung ein Zeiger 20 befestigt ist. Die Schnecke wird durch eine biegsame Welle 21 von der Kreuzgewindespindel 12, der Seilführung aus angetrieben. Auf dem Gehäuse 18 des Seilablaufanzeigers ist eine Null-Marke fest angebracht, die der Lage des Seils am Anfang des Zielweges entspricht. Der Zeiger 20 der Skalenscheibe 19 kann bei Veränderung des Zielweges mit Hilfe der-genannten verstellbaren Kupplung auf diese Null-Marke eingestellt werden. Er spielt über einer Skalenscheibe 19, auf der die Stellung markiert ist, die der Zeiger 20 einnimmt, wenn die Zielscheibe das Ende ihres Zielweges erreicht hat.
Durch Verdrehen der Skalenscheibe 19 gegenüber dem Gehäuse 18 kann der vom Zeiger 20 zu überspielende Skalenteil der wechselnden Länge des Zielweges angepasst werden.
Das Hin- und Herpendeln eines Zielschlittens zwischen zwei festgelegten Punkten wird durch zwei Seile bewerkstelligt, die von je einer Trommel der Scheibenzuganlage kommen. Die eine dieser trommeln wickelt bei eingeschalteter Kupplung und ausgeschalteter Bremse eines der mit dem Zielschlitten verbundenen und über Umlenkrollen geführten Seile auf, während von der zweiten Trommel zugleich bei ausgeschalteter Kupplung und eingeschalteter automatischer Bremse das zweite, ebenfalls. über Umlenkrollen zum Zielschlitten führende Seil abgewickelt wird. Auch hiebei bewirkt die automatische Bremse selbst bei mit 1 wechselnder Geschwindigkeit bewegtem Zielschlitten ein seiner Geschwindigkeit entsprechendes störungsfreies Ablaufen des Seiles von der Trommel.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Scheibenzuganlage mit auf wenigstens einer angetriebenen Welle angeordneten und mit dieser kuppelbaren Seiltrommeln, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Seiltrommel (8, 9) ausser einer an sich bekannten, von Hand zu betätigenden Bremse (10)/eine in Abhängigkeit vom Seilzug selbsttätig auf sie wirkende Bremse (17) und eine die Länge des auf die, Trommel
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