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Die Erfindung betrifft eine Getreidemühle mit Schalldämmung mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1.
Bei Getreidemühlen dieser Art, wie sie vor allem im Haushalt Verwendung finden, ist das Mahlwerk mit dem Motor in ein Mühlengehäuse zumeist aus Holz eingesetzt und fixiert, wobei die Mahlkammer flach zylindrisch ausgebildet ist und aus einem Mahlkammerunterteil und einem mit diesem verschraubten, verdrehbaren und in mehreren Winkelstellungen zum Mahlkammerunterteil feststellbaren Mahlkammerdeckel besteht. Der Mahlkammerdeckel ist in einem Mühlengehäuseoberteil fest eingesetzt.
In der Mühlenkammer ist ein vom Motor angetriebener auf einem Mahlsteinträger befestigter unterer Mahlstein angeordnet, der mit einem im Mahlkammerdeckel befestigten, ruhenden, oberen Mahlstein zusammenarbeitet, wobei durch Verdrehung des Mahlkammerdeckels der Mahlspalt einstellbar ist.
Das Mahlgut wird im Deckel aufgegeben und gelangt durch eine Zufuhröffnung bis zwischen die beiden Mahlsteine.
Die Abfuhr des gemahlenen Getreides geschieht mit einem Auswerfer durch einen Austragstutzen im Mahlkammerunterteil und ein daran angeschlossenes Austragrohr.
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Die durch die Höhe der Umdrehungszahl der Mahlsteine verursachte, beträchtliche Lärmentwicklung ist im Haushalt sehr unangenehm und störend.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine wesentliche Verringerung dieser Lärmentwicklung möglichst ohne oder nur mit geringem baulichen Mehraufwand zu erreichen.
Dabei bietet sich die Einbettung in schalldämmende Materialien an, was aber wegen des dadurch erforderlichen Bauvolumens eine unerwünschte Vergrösserung der Abmessungen einer Mühle zur Folge hat und führt besonders bei aus Holz gefertigten Mühlengehäusen zu einer starken Verteuerung.
Ein weiteres Problem liegt in ungedämmten Verbindungsstellen des Mahlwerkes mit dem äusseren Mühlengehäuse und dem Mühlengehäuseoberteil, wodurch erhebliche Schallemissionen möglich sind.
Weiters ist dabei von Bedeutung, dass die Verstellbarkeit des Mahlkammerdeckels für die Einstellung des Mahlspaltes der Mahlsteine und die Anzeige der Einstellung nicht verhindert wird und auch nicht aufwendig gestaltet werden muss.
Die Lösung der gestellten Aufgabe wird bei einer Getreidemühle der eingangs genannten Art mit den Merkmalen der kennzeichnenden Teile des Anspruches 1 erreicht und durch die Merkmale der Unteransprüche verbessert. Diese bilden ebenso wie Anspruch 1 gleichzeitig einen Teil der Beschreibung der Erfindung.
Die Lagerung der Mahlkammer in einer schalldämmenden Verkleidung im Mühlengehäuse ergibt auch dann eine sehr starke Herabsetzung der Schallemission, wenn die Verkleidung nur an bestimmten bevorzugten Stellen angebracht ist. Die Anwendung eines unteren Schalldämmringes, der einen Bauteilansatz mit
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verhältnismässig geringer Materialstärke umgibt, verbessert in gleicher Weise zusätzlich die Abstützung auftretender Belastungen wie die Anwendung einer oberen Schalldämmkappe, bei der besonders gegen den Mühlengehäuseoberteil eine teilweise verringerte Materialstärke und eine minimierte Berührungsfläche hergestellt ist. Gleichzeitig wirkt die Ausbildung einer Ringlippe gegen Schall und Staub dichtend und schwingungsdämpfend zwischen den beiden Gehäuseteilen der Getreidemühle.
Eine weitere Schallemissionsstelle liegt im Bereich des Austrages des gemahlenen Getreides, die durch die schalldämmende Abdichtung zwischen dem Austragstutzen und dem Austragrohr sowie durch die Vermeidung von Berührungsstellen mit Hilfe von Freistellungen an Mahlkammer und Motor weitgehend abgeschirmt wird.
Eine weitere Verbesserung wird durch die Verwendung geeigne-
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die besonders beim Mahlkammerdeckel aber auch beim Mahlsteinträger für den unteren Mahlstein sehr vorteilhaft anzuwenden sind, wodurch die Schallfortleitung bereits im Inneren der Mahlkammer gehemmt wird.
In gleicher Weise dient der Dichtungsring zwischen den beiden Mahlkammerteilen der Dichtung und der Schalldämmung.
Durch die Wahl eines Gewindes mit vergrösserter Ganghöhe reicht ein geringer Drehwinkel zur Einstellung des Mahlspaltes der Mahlsteine zwischen der vollständigen Zustellung und dem grössten brauchbaren Mahlspalt, wodurch die Ablesung der Einstellung aussen zwischen Mühlengehäuse und Mühlengehäuseoberteil vereinfacht wird, während gleichzeitig die genannte Ringdichtung durch die Verstellbewegungen mechanisch wesent-
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lich weniger belastet wird, wodurch die Lebensdauer der Ringdichtung erhöht wird.
Zur Beschränkung der Schallentwicklung auf ein möglichst niedriges Ausmass dient auch eine sehr feine Einstellmöglichkeit des Mahlspaltes, die mit einer feinstufigen Dreieckverzah-nung als Aussenverzahnung am Mahlkammerdeckel in sehr ein-facher Weise verwirklicht ist. Gleichzeitig wird durch eine flächenmässig geringe Berührung mit einem eingreifenden Zahn- riegel einer Feststellvorrichtung die Schallfortleitung und damit die Schallemission wesentlich verringert.
Mit der direkten Anbringung des unteren Mahlsteines und des Auswerfers umittelbar im Mahlkammerunterteil wird die wirksame Mahlkammer gebildet und es kann dadurch ohne Vergrösserung derselben ein grösserer Mahlstein eingebaut werden.
Die Erfindung wird an Hand eines Ausführungsbeispieles beschrieben.
Es zeigen Fig. 1 einen lotrechten Querschnitt durch den oberen Teil einer Getreidemühle ; Fig. 2 einen hälftigen Teilschnitt und eine hälftige Ansicht des oberen Teiles einer Getreidemühle, gemäss Fig. 1 mit einer Schnittöffnung für die Darstellung der
Aussenverzahnung des Mahlkammerdeckels ; Fig. 3 eine Feststellvorrichtung für die Einstellung des
Mahlkammerdeckels a) in Draufsicht b) in Seitenansicht, beide in Festestellage, geschnitten
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c) in Draufsicht d) in Seitenansicht, beide in Öffnungslage, geschnitten.
Eine Getreidemühle besitzt in der dargestellten Bauform ein stehendes, rundes Mühlengehäuse 1 mit einer Ausdrehung in die das Mahlwerk mit der Mahlkammer 3 mit hängend angeflanschtem, mit der Motorverschraubung 43 befestigten Motor 4 eingesetzt ist.
Die Mahlkammer 3 besteht aus einem Mahlkammerunterteil 5 der an den Motor 4 mit einer Verschraubung 43 befestigt ist und in die eine Antriebswelle 42 des Motors von unten hineinragt und auf der ein Mahlsteinträger 26 aufgekeilt ist, der den unteren Mahlstein 25 des Mahlwerkes trägt.
Nach oben ist die Mahlkammer 3 mit dem Mahlkammerdeckel 6 verschlossen, der auf dem Mahlkammerunterteil 5 mit einer Mahlkammerverschraubung 7 verschraubt ist.
Der Mahlsteinträger 26 trägt einen Auswerfer 39, der ebenso, wie der untere Mahlstein 25, unmittelbar in den zylindrischen Innenraum der Mahlkammer 3 umläuft und das gemahlene Getreide durch einen rohrförmigen Austragstutzen 20 aus der Mahlkammer 3 befördert.
Auf den Austragstutzen 20 ist ein Austragrohr 21 aus Holz aufgesteckt, das in einer Austragrohrbohrung 22 des Mühlengehäuses 1 sitzt und gegen den Austragstutzen 20 mit einer schalldämmenden, ringförmigen Austragrohrdichtung 19 abgedichtet ist. Das Austragrohr 21 ist gegen Berührung mit dem Mahlwerk durch Freistellungen 23, 23' an dem Mahlkammerunterteil 5 und an dem Motor 4 gesichert.
Die Mahlkammer 3 ist mit einem Ringfuss 8 des Mahlkammerunterteiles 5 auf einem unteren, durch Verklebung fixiertem
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Schalldämmring 10 aufgesetzt, der aus federndem, weichem Kunststoff besteht und den Ringfuss 8 nach unten und seitlich nach aussen in einer ringförmigen Ausnehmung 9 im Mühlengehäuse 1 umgibt und abstützt.
Der Mahlkammerdeckel 6 ist an seiner Seitenwand 27 und nach oben zu mit einer oberen Schalldämmkappe 11 aus dem gleichen Material wie der untere Schalldämmring 10 umgeben und mit diesem verklebt, der einen äusseren Ringteil 16 und einen inneren Ringteil 17 besitzt die mit einem Zwischenteil 18, der vier kreuzweise angeordnete Verstärkungen aufweist, verbunden sind und der nicht am Mahlkammerdeckel 6 anliegt, während die gesamte Schalldämmkappe 11 an der Aussenseite in eine Eintiefung 12 des Mühlengehäuseoberteiles 2 eingeklebt ist und dadurch den Mahlkammerdeckel 6 festhält.
Die Seitenwand 27 des Mahlkammerdeckels 6 ist nur über ein kurzes Stück mit dem äusseren Ringteil 17 der oberen Schalldämmkappe 11 in der Eintiefung 12 des Mühlengehäuseoberteiles 2 abgestützt, und über den grösseren herablaufenden Teil der Schallkdämmkappe 11 weist die Eintiefung 12 eine Freistellung 44 auf, die der Verringerung der Schallemission und der Beweglichkeit einer, am unteren Rand der Schalldämmkappe 11 gebildeten, Ringlippe 13 dient. Die Ringlippe 13 liegt auf dem oberen Rand 14 des Mühlengehäuses federnd auf und verbessert dadurch insgesamt den Schallschutz und die Abdichtung.
In den Mahlkammerdeckel 6 ist der obere, ruhende Mahlstein 25'eingeklebt.
Die Zufuhr des Mahlgutes geschieht über eine zentrale Zufuhr- öffnung 24, die von einer Vorratsmulde 15 oben am Mahlkammerdeckel 6 durch diesen, den inneren Ringteil 17 der oberen Schalldämmkappe 11 und den oberen Mahlstein 25'hindurch bis an den unteren Mahlstein 25 reicht, in dessen Öffnung die Nabe des Mahlsteinsträgers 26 mit einer Nabenabdeckung 40 aus
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Kunststoff verschlossen ist.
Die staub-und schalldämmende Abdichtung zwischen dem Mahlkammerunterteil 5 und dem Mahlkammerdeckel 6 geschieht mit einem Dichtungsring 31 aus elastisch expandierendem Kuststoff, der in eine Dichtungsrinne 28 eingelegt ist, die innen an der Seitenwand 27 des Mahlkammerdeckels 6 durch einen Ringsteg 29 gebildet ist, und in die die Wand 30 des Mahlkammerunterteiles 5 hineinragt und gegen den Dichtungsring 31 gedrückt ist.
Die Einstellung des Mahlspaltes geschieht durch Verdrehen des Mahlkammerdeckels 6 mit dem Mühlengehäuseoberteil 2 an der Mahlkammerverschraubung 7 wobei die Weite des Mahlspaltes an der Einstellskala 41 abgelesen werden kann.
Die gewünschte Einstellung wird durch Einrasten eines Zahnriegels 33 einer Feststellvorrichtung 32 in eine dreieckig feinverzahnte Aussenverzahnung 34 des Mahlkammerdeckels 6 fixiert. Der Zahnriegel 33 ist zylindrisch geformt, trägt an seiner Stirnseite ebenfalls eine dreieckige Feinverzahnung und ist in einer Zahnriegelhalterung 35 im rechten Winkel zur Aussenverzahnung 34 des Mahlkammerdeckels 6 verschiebbar und gegen Federkraft in dieser verrastbar gehalten.
Der Zahnriegel 33 ist an einem Verstellbolzen 36 befestigt, der mit einem Knopf zur Betätigung versehen in Längsrichtung verschiebbar ist und eine Fixiernocke 37 trägt, die in eine Fixiernabe 38 einlegbar ist, wodurch der Zahnriegel 33 festgelegt ist.
Beim Zurückziehen und Verdrehen des Verstellbolzens 36 um 90 wird der Zahnriegel 33 aus der Aussenverzahnung 34 ausgerückt und damit geöffnet ist, sodass die Einstellung des Mahlspaltes durch Verdrehen des Mahlkammerdeckels 6 erfolgen kann.
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Liste der Bezugszeichen
1 Mühlengehäuse
2 Mühlengehäuseoberteil
3 Mahlkammer
4 Motor
5 Mahlkammerunterteil
6 Mahlkammerdeckel
7 Mahlkammerverschraubung
8 Ringfuss des Mahlkammerunterteils 5
9 ringförmige Ausnehmung im Mühlengehäuse 1 10 unterer Schalldämmring 11 obere Schalldämmkappe 12 Eintiefung im Mühlengehäuseoberteil 2 13 Ringlippe der oberen Schalldämmkappe 11 14 oberer Rand des Mühlengehäuses 1 15 Vorratsmulde 16 äusserer Ringteil der oberen Schalldämmkappe 11 17 innerer Ringteil der oberen Schalldämmkappe 11 18 Zwischenteil der oberen Schalldämmkappe 11 mit mehreren Verstärkungen 19 Austragrohrdichtung 20 rohrförmiger Austragrohrstutzen 21 Austragrohr 22 Austragrohrbohrung im Mühlengehäuse 1 23, 23' Freistellung an dem Mahlkammerunterteil 5 und an dem
Motor 4 24 zentrale Zufuhröffnung zu den Mahlsteinen 25, 25' 25,
25' Mahlstein 26 Mahlsteinträger für den unteren Mahlstein 25 27 Seitenwand des Mahlkammerdeckels 6 28 Dichtungsrinne des Mahlkammerdeckels 6 29 Ringsteg des Mahlkammerdeckels 6 30 Wand des Mahlkammerunterteils 5
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31 Dichtungsring 32 Feststellvorrichtung 33 Zahnriegel 34 Aussenverzahnung 35 Zahnriegelhalterung 36 Verstellbolzen 37 Fixiernocke 38 Fixierkerbe 39 Auswerfer 40 Nabenabdeckung für die Nabe des Mahlsteinträgers 26 41 Einstellskala für den Mahlspalt 42 Antriebswelle des Motors 4 43 Motorverschraubung des Motors 4 44 Freistellung in der Eintiefung 12 des
Mühlengehäuseoberteiles 2