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Thermische Entgasungsanlage mit Rieselturm
Es ist bekannt, zur thermischen Entgasung von Wasser Rieseltürme zu verwenden, bei welchen die Zufuhr des gashältigen Wassers und die Abnahme der ausgetriebenen Gase oben, die Abnahme des von Gasen befreiten Wassers und der Zusatz des Heizdampfes unten, sowie die Austreibung der Gase aus dem Wasser dazwischen in einem Einsatz bestehend aus Rieseltassen oder Füllkörpern erfolgen. Da jedoch hiebei der Heizdampf durch Kondensation nahezu völlig im Einsatz verbleibt, werden die im Einsatz ausgetriebenen Gase nicht genügend kräftig nach oben gerissen und daher bei zu geringer Dimensionierung des Einsatzes mangelhaft abgeführt.
Die bekannten Entgasungsanlagen haben demzufolge einen grossen Platzbedarf bzw. einen grossen Rieselturmquerschnitt, denn nur dadurch wird ein genügender Gasaustritt aus dem Einsatz ermöglicht. Der übergrosse Platzbedarf und die damit verbundenen Kosten sind aber nachteilig.
Die Beseitigung der obigen Nachteile des übergrossen Platzbedarfes erfordert die Verwendung von Füllkörpern mit besonders grosser Benetzungsoberfläche, die ausreichende Bespülung aller Füllkörper zwecks Vermeidung von Kesselsteinansatz und die kräftige Beblasung aller Füllkörper mittels Dampf zwecks Abtransport der aus dem Wasser ausgetriebenen Gase.
Gegenstand der die vorstehenden Erfordernisse ermöglichenden Erfindung ist eine thermische Entgasungsanlage mit Rieselturm, oben liegender Wasserzufuhr und Gasableitung, sowie unten liegender Heizdampfzufuhr und Wasserableitung, sowie einem im Rieselturm dazwischen liegenden Einsatz, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der Einsatz aus vielen zylindrischen Hohlkörpern von 20 bis 40 mm Durchmesser wie Höhe besteht und der horizontale Querschnitt des Einsatzes F,
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l cm/secflossen wird, wobei das zu entgasende Wasser vorerst den oberen Deckel des Rieselturmes kühlt und befeuchtet.
In der beiliegenden Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt durch den Rieselturm, Fig. 2 einen Auf- und Fig. 3 einen Grundriss eines Füllkörpers.
Fig. 1 zeigt den Rieselturm 1 mit dem Einsatz 2 ; letzterer wird aus vielen kleinen zylindrischen
Hohlkörpern von 20 bis 40 mm Durchmesser wie Höhe gebildet, die durch ihre Form eine grosse Benetzungsoberfläche und eine feine Ver- teilung des herabrieselnden Wassers bewirken.
Für die einzelnen Hohlkörper wird zweckmässiger- weise ein gegen siedendheisses Wasser unempfind- liches Material wie z. B. Eisen, Messing oder
Hartporzellan verwendet.
Das zu entgasende Wasser wird über die Lei- tung 3 derart in den Rieselturm 1 eingeführt, dass es vorerst die Innenfläche seines oberen Deckels befeuchtet. Dies wird beispielsweise da- durch erreicht, dass das Wasser möglichst zentral beim oberen Deckel des Rieselturmes 1 senkrecht nach abwärts mit erhöhter Geschwindigkeit über die Düse 4 eingespritzt wird. Der Wasserstrahl trifft dann auf eine Prallplatte 5, wo er in viele Tröpfchen zersprüht und an die oberen Deckenund Wandteile des Rieselturmes 1 zurückgeworfen wird. Die Prallplatte 5 kann, wie Fig. 1 zeigt, mit nach oben und seitwärts aufgebogenem Rand ausgebildet sein, so dass der auftreffende Wasserstrahl fein verteilt nach oben und seitwärts zurückgeworfen wird.
Die dadurch erzielte Kühlung und Befeuchtung der oberen Decken- und Wandteile des Rieselturmes 1 bewirken, dass hier ein beträchtlicher Teil des Heizdampfes für die Erwärmung der feuchten Deckelfläche benötigt wird. Dieser Teil des Heizdampfes, der am oberen Deckel kondensiert, muss vorher mit grosser Geschwindigkeit durch den Einsatz 2 hindurch strömen und erhöht damit die Wirksamkeit des letzteren, indem er die im Einsatz 2 aus dem Wasser ausgetriebenen Gase in den darüber befindlichen Raum bis zum oberen Deckel hinauf mitnimmt. Dort kondensiert dieser Teil des Heizdampfes, während die Gase durch den Dunstabzug 9 nach oben entweichen.
Das Wasser fällt, vermengt mit dem am oberen Deckel kondensierten Teil des Heizdampfes, als Regen auf die zylindrischen Hohlkörper herab, wird durch letztere besonders fein verteilt und mit dem Heizdampf, der dabei mit dem andern Teil schon im Einsatz 2 kondensiert, in innigste Berührung gebracht, auf Siedetemperatur erwärmt und dadurch vollständig entgast.
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Damit aber alle zylindrischen Hohlkörper des Einsatzes 2 stets genügend befeuchtet werden und sich an ihnen keine Rückstände durch Kesselstein ansetzen, werden erfindungsgemäss der Rieselturm 1 bzw. der Einsatz 2 derart aus-
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grössten durchlaufenden Wassermenge mit einer Mindestgeschwindigkeit v = 1 cm/sec durchflossen wird.
Der in der thermischen Entgasungsanlage benötigte Heizdampf wird durch die Leitung 6 im unteren Teil des Rieselturmes 1 zugesetzt. Die Menge des Heizdampfes wird hiebei durch das Regelventil 7 in bekannter Weise gesteuert.
Das entgaste Wasser wird beim Stutzen 8 aus dem unteren Teil des Rieselturmes 1 und das ausgetriebene Gas beim Dunstabzug 9 aus dem oberen Teil des Rieselturmes 1 abgelassen ; da im Rieselturm 1 meist Überdruck herrscht, kann im Dunstabzug 9 eine Blende 10 eingebaut werden, durch die das aus dem Wasser ausgetriebene Gas vermengt mit einer geringen Dampfmenge ins Freie entweicht.
Der Rost 11 trägt die zylindrischen Hohlkörper des Einsatzes 2.
Ein zylindrischer Hohlkörper des Einsatzes 2 ist in den Fig. 2 und 3 in beiläufiger natürlicher Grösse dargestellt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Thermische Entgasungsanlage mit Rieselturm, bei welchem das zu entgasende Wasser oben und der Heizdampf unten eintreten, sowie das gasfreie Wasser unten und das ausgetriebene Gas oben austreten, während der mittlere Teil des Rieselturmes aus einem Einsatz mit Füllkörpern besteht, dadurch gekennzeichnet, dass für diese Füllkörper zylindrische Hohlkörper von 20 bis 40 mm Durchmesser und Höhe verwendet werden.
2. Thermische Entgasungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der im Rieselturm (1) vom Einsatz (2) ausgefüllte waagrechte Querschnitt F, ausgedrückt in Quadratzentimeter (cm2) von der grössten durchlaufenden Menge des zu entgasenden Wassers mit einer Mindestfallgeschwindigkeit v = 1 cm/ sec durchflossen wird.
3. Thermische Entgasungsanlage nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass das zu
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aufgespritzt wird.
4. Thermische Entgasungsanlage nach Anspruch 3 mit zentral und nach abwärts gerichtetem Wassereintritt, dadurch gekennzeichnet, dass das Wasser auf eine unter der Eintrittsdüse (4) angeordnete Prallplatte (5) auftrifft und hier zersprüht wird.
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