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Petroleumlampe mit Rundbrenner.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Petroleumlampe mit Rundbrenner. und besteht darin, dass das den gewöhnlichen Lampenzylinder und die Schutzglocke ersetzende Zugglas aus mattem Materiale und so weit hergestellt ist, dass die Flammenumrisse nicht mehr sichtbar sind, und dass ferner die Wandung des Zugglases in der Flammenzone parallel zur Flammenform und oberhalb der Flammenzone ohne Einschnürung konisch verläuft.
Auf der Zeichnung sind drei Ausführungsformen eines derartigen aus Milchglas hergestellten Zugglases dargestellt, und zwar zeigt : Fig. 1 dasselbe in Verwendung bei einer Lampe mit tulpenförmiger Flamme. Die punktierten Linien stellen zum Vergleich der Grössenverhältnisse den bisher gebräuchlichen Glaszylinder und Glocke dar. Fig. 2 zeigt das Zugglas nach vorliegender Erfindung bei Lampen mit zylindrischer Flammenform und Fig. 3 ein solches von erheblich grösserem Durchmesser als die nach Fig. 1 und 2, wodurch eine gleichmässigere Leuchtkraft erzielt werden soll.
Unmittelbar über der Galerie des Brenners baucht sich das aus mattem Materiale hergestellte Zugglas nach vorliegender Erfindung bei m, o, p so weit aus, dass es einen solchen Durchmesser erreicht, bei welchem die Flammenumrisse bei der Durchsicht durch das Zugglas unsichtbar werden, worauf es nach oben zu allmählich enger wird. Bei zylindrischen Flammen bleibt der in unmittelbarer Nähe der Flamme befindliche Teil auf eine entsprechende Länge zylindrisch, um zwischen der Flamme und der Zugglaswandung eine für die veränderliche Intensität der Flamme geeignete konstante Entfernung zu erhalten. Dieso Zuggläser besitzen eine obere Öffnung 0, dercn Grösse mit der Höhe wächst, jedoch merklich kleiner ist, als die der bekannten Glocke.
Diese Verminderung der Höhe beträgt bei den in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsformen ungefähr 300/0-
Die durchscheinende Fläche, welche das Zugglas bildet, muss soweit als möglich normal zu den Richtungen sein, in welchen man das meiste Licht zu haben wünscht und in dieser
Richtung sich so nahe als möglich an der Flamme befinden, ohne dass jedoch letztere sichtbar ist.
Dieses in gleicher Weise wie die bisherigen Lampenzylinder aufgesetzte Zugglas hat einen wesentlich kleineren Durchmesser als die bisherigen Lampenglocken. Letztere be- wirken einen grossen Lichtverlust, erstens wegen ihrer grossen Entfernung von der Flamme, zweitens wegen der Zwischenschaltung des Glaszylinders, welcher, wenn er auch ganz rein und frei von den infolge der Nähe der Flamme sich ansetzenden Russteilchen ist, die
Lichtstrahlen ablenkt und schwächt, derart, dass kein direkter Strahl auf die Glocken- wand fällt, welcher Übelstand durch die grosse Entfernung der Lichtquelle noch ver- stärkt wird.
Bei Zuggläsern nach vorliegender Erfindung wird eine breitere Flamme erzeugt, als bei den bisher verwendeten Glaszylindern, weil die bei letzteren angebrachte Verengung oberhalb der Flamme wegfällt, so dass ohne Rauchentwicklung eine grössere Flamme und infolgedessen grössere Leuchtkraft als bisher erzielt wird, während andererseits infolge der Wärmerückstrahlung von der Zugglaswand eine vollständigere Verbrennung erreicht wird.
Die Masse, aus welcher das vorliegende Zugglas besteht, ist nicht durchsichtig, sondern durchscheinend und besteht beispielsweise aus Milchglas, Porzellan u. dgl. womit gleichzeitig eine Schonung der Augen erzielt wird.
Das einfache Durchscheinen ist der Zustand bezw. die Eigenschaft eines Stoffes, welcher das Licht einer Flamme hindurchlässt, ohne zu gestatten, dass man die Flamme selbst sehen kann. Die Eigenschaft eines durchsichtigen, transparanten oder diaphanen Gegenstandes besteht darin, das Licht hindurchzulassen, wobei jedoch gleichzeitig die Lichtquelle bezw. die Flamme gesehen worden kann. Wenn nun eine Flamme von einem durchsichtigen (transparenten, diaphanen) Stoffe umgeben ist, so pflanzt sich das Licht jenseits der Umhüllung in der zu den von der Lichtquelle kommenden Strahlen parallelen Richtung, nach dem Gesetze der Refraktion fort. Ganz anders ist es jedoch, wenn eine Flamme von einem nur durchscheinenden Stoffe umgeben ist ; dann verhalten sich nämlich die Flächenelemente dieser Hülle, wie die Elemente einer selbstleuchtenden Fläche.
Das Licht wird hiebei nicht mehr gebrochen, sondern in der Umhüllung zerstreut und es verwandelt letztere daher in einen leuchtenden Körper, wie auch vom Erfinder auf ex- perimentellem Wege gefunden wurde. Nun ist die Ausstrahlungskraft eines leuchtenden
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Elementes proportional dem Kosinus des Ausstrahlungswinkels ; sie ist also ein Maximum in der Richtung, wo dieser Winkel Null ist, d. h. in der Richtung normal zu dem Flächenelement.
Indem man also die Elemente der durchscheinenden Umhüllung einer Flamme normal zu den Gegenständen, welche erleuchtet werden sollen, anordnet, ist man imstande, die nützliche Richtung der Lichtal1sstrahlung gegen diese Gegenstände ausfindig zu machen. Wenn man die Elemente einer einfach durchscheinenden Umhüllung derart um eine Flamme anordnet, dass eine bestimmte Gruppe von Elementen von dieser Flamme normale Strahlen erhält, so kann man in dieser Gruppe von durchscheinenden Elementen bezw. an' diesem Teil der Umhüllung einMaximum der Beleuchtung erhalten.
Wenn daher dieser nur durchscheinende Teil der Umhüllung bis zu einem Maximum erleuchtet und selbstleuchtend ist, so befindet er sich. gleichzeitig normal zu den Gegenständen, welche beleuchtet werden sollen und man erhält in der Richtung dieser Gegenstände das Maximum des nützlichen Boleuchtungseffektes. Diese neuen Effekte, welche mittelst einer Umhüllung aus durchsichtigem Glas nicht erreichbar sind, und welche nur auf den bisher unbenutzten, jedoch wertvollen Eigenschaften einer nur durchscheinenden Umhüllung beruhen, werden nun dadurch erreicht, dass man die Flächen der vorliegenden Umhüllungen normal zu den
Richtungen macht, in welchen man das meiste Licht wünscht und indem man diese Fläche soweit als möglich der Flamme nähert, dass sie die Strahlen normal erhellt. Hiedurch ist ein Anhalt gegeben,
wie man die besondere Form des Erfindungsgegenstandes erhält.
Wie man aus den dargestellten Zngglasformen ersehen kann, wird diese wertvolle
Eigenschaft benutzt, um die Beleuchtung unmittelbar auf diejenigen Punkte zu richten, an welchen sie besonders in den Zimmern gebraucht wird. Man kann bei jeder der vor- liegenden Einrichtungen zwei Zonen unterscheiden (siehe Fig. 1, 2 und 3). Die erste reicht von dem Stutzen d bis zur Ebene A- B ein wenig oberhalb der Flamme und bildet eine
Fläche, welche normale Strahlen empfängt und die Flamme seitlich einhüllt. Diese Zone wird am meisten beleuchtet und leuchtet mit der grössten Intensität.
Sie umgibt die Flamme in solcher Entfernung (Fig. 1), dass ein geringerer Zwischenraum die Flamme sichtbar und die Wandung durchsichtig machen würde oder in einer solchen Entfernung (Fig. 3), dass die Wandung zerstreuender und weniger leuchtend ist. An dieser Hauptzone wird das an der Fl. i mX n, p ausgesandte Licht nach unten und horizontal mit einer Intensität vertrilt, welche grösser ist, als diejenige der Flamme, welche durch ein durchsichtiges Glas gesehen wird, und ungefähr so gross wie diejenige einer Flamme durch durchsichtiges Glas gesehen mit Reflektor.
! He andere Zone, welche oberhalb der Flamme sich befindet, liegt zwischen der
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der Ausbauchung liegt, nicht zu stark wird.
Die leicht, gegen die obere Öffnung geneigte Wand reflektiert das Licht direkt gegen die Zimmerwändo ohne Vermittlung der Zimmerdecke, welche nur bei Verwendung von durchsichtigen Gläsern, Lampenschirmen oder Glocken als Reflektor dient, wobei durch die Zimmerdecke eine grosse Lichtmenge absorbiert wird.