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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 18550.
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Die den Gegenstand der Erfindung bildende Maschine besteht aus zwei Zylindern, dem Arbeitszylinder 1 der IIauptmaschine und dem Zylinder 2 einer Hilfsmaschino (Fig. 1, 2,4 und 5). Die Kolben beider Zylinder erhalten gleichgerichtete oder nahezu gleichgerichtete Bewegungen, so dass die Arbeitshübe in beiden Zylindern ganz oder nahezu zusammenfallen. Bei der Zylinderanordnung nach den Fig. 1 und 2 erhält der Kolben der Hilfsmaschine die Bewegung von der Steuerwelle aus mittels Kurbelmechanismus. Bei der Anordnung nach Fig. ; erhalten die Kolben ihre Bewegungen von Kurbeln, die gegeneinander nicht oder unter einem kleinen Winkel versetzt sind.
Bei der Tandem-Anordnung nach Fig. 5 sind diese beiden Kurbeln vereinigt.' Die Vcrdichtungsräume der beiden Zylinder sind durch ein Rohr oder einen Kanal 3 miteinander verbunden. Im Verbindungskanal befindet sich ein vom Zylinder der hills- maschine nach jenem der Arbeitsmaschine öffnendes Ventil 4 (Fig. 4), welches aber auch wegbleiben kann (Fig. 3 und 5).
Der Arheitszylinder 1 erhält während dos Saughubes durch ein Saugventil 5 eine Ladung von trockener oder durch Wasscrstaub befeuchteter Luft, der Zylinder 2 hingegen ein Hxplosionsgemisch, bestehend aus Brennstoff und Luft, oder aber ein Gemisch von Brennstoff, Luft und Wasserstaub. Zur Einführung dieses Explosionsgemisches dienen die Zerstäuberapparate 6,7 (Fig. 4, 5), u. zw. je einer für Brennstoff und Wasser und das Saugventil 8 (Fig. 1 und 4), welches aber bei der Anordnung nach Fig. 5 fehlt. In diesem Falle ist dann das Saugventil 5 für beide Zylinder gemeinschaftlich. Ebenso können die Auspuffvontile 19 und 20 (Fig. 1 und 2) für beide Zylinder in ein Ventil 18 vereinigt werden (Fig. 4 und 5).
In den Verbindungskanal wird der Brennstoff für die Hauptmaschine, welcher im all- gemeinen von jenem für die Hilfsmaschine verschieden sein kann, mittels des Apparates 9, u. zw. entweder durch eine Pumpe eingespritzt oder während des Saughubes eingesaugt, wobei ein Rückströmen des Brennstoffes durch das Ventil 10 (Fig. 3, 6 und 7) verhindert wird. Um din BrennstoS'Iadung aus dem Vorraum 11 bei Strömung der Gase in der an- gedeuteten Pfeilrichtung (Fig. 5, 6) herausblasen zu lassen, dienen die beiden Röhrchen oder Bohrungen 12. 13, während die einströmende Menge mittels einer stellbaren Nadel 21 (Fig. 2 und 3) geregelt wird.
Der Zylinder der Hilfsmaschino erhält irgendeine Zünd- vorrichtung und einer der beiden Zylinder eine Vorrichtung zur Geschwindigkeitsregelung. -
Zu diesem Zweck ist in die Brennstoffleitung ein gesteuertes, entweder die Menge änderndes oder mit Aussetzer arbeitendes Brennstoffventil 14 eingeschaltet (Fig. 1, 3 und 7).
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gemisch erhäit. Gleichzeitig wird auch während des Saughubes die Brennstoffladung für den Arbeitszylinder in den Vorraum 11 eingeführt, u. zw. entweder aus einem Gefässe ein- gesaugt oder eingepumpt.
In diesem Falle kann die Einführung des Brennstoffes in den Vorraum 11 auch während der Verdichtung erfolgen.
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bezw. es kann die Verdichtung im Arbeitszylinder höher sein, wenn ein Ventil 4 eingeschaltet ist, oder es wird die Verdichtung in beiden Zylindern die gleiche sein, wenn das Ventil 4 entfällt.
Am Ende des Verdichtungshubes erfolgt im Zylinder der Hilfsmaschine die Explosion, welche schussartig in den Arbeitszylinder überschlägt. Während dieses Überströmens reissen die Explosionsprodukte den Brennstoff aus dem Laderaum 11 in den Arbeitszylinder hinüber, zerstäuben denselben kräftig und entzünden ihn gleichzeitig, worauf die infolge der Verbrennung hochgespannten Gase beide Kolben vorwärtstreiben. Beim Rückgange derselben werden die verbrannten Gase durch die Ventile 19 und 20 (Fig. 1 und 2) bezw. durch das Ventil 18 (Fig. 4 und 5) aus den Zylindern getrieben.
Bei der Zweitakt-Anordnung müssen naturgemäss beide Zylinder im Zweitakte arbeiten. Es kann auch die Hauptmaschine mit zwei oder mehreren Zylindern ausgeführt und zum Zwecke der Zerstäubung und Zündung für alle Zylinder eine. einzige Hilfsmaschine angeordnet werden. In diesem Falle muss diese nach Art der Fig. 1 und 2 mit einem eigenen Auspuffventil versehen sein und die Ventile 4 in den Verbindungkanälen, welche den Zylinder der Hilfsmaschine mit den Zylindern der Hauptmaschine verbinden, müssen gesteuert werden, um eine abwechselnde Verbindung herzustellen. Dabei muss die Hilfsmaschine gegenüber der anderen um so vielmal mehr Umdrehungen machen als die Hauptmaschine Zylinder besitzt.
Die Kurbel-oder Exzenterwelle der Hilfsmaschine muss also im entsprechenden Übersetzungsverhältnis von der Hauptkurbolwelle aus angetrieben werden und ist der Aufkeilwinkel so zu wählen, dass die oberen Totlagen des Hilfsmaschineukolbens abwechselnd mit den Totlagen der anderen Kolben nach Beendigung der Verdichtungen zusammenfallen.
Bei zweizylindrigen, im Viertakt arbeitenden Maschinen kann die Hi1fsmaschine auch bei gleicher Umdrehungszahl mit der Hauptwelle verbunden sein, wenn sie im Zweitakt arbeitet.
Bei vierzylindrigen, im Viortakt arbeitenden Maschinen kann, wenn die Hilfsmasehine im Zweitakt arbeitet, das Übersetzungsverhältnis zwischen Hilfsmaschinenwelle und Hauptwelle 2 : 1 sein.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Explosionskraftmaschine mit getrennter Luft-und Brennstoffzuführung, gekenn- zeichnet durch die Anordnung einer kleineren Hilfsexplosionskraftmaschine, welche mit der Haupt- oder Arbeitsmaschine in gleicher oder nahezu gleicher'Phase, jedoch im allgemeinen mit anderem Brennstoff arbeitet und deren Verbrennungsprodukte die Zerstäubung, Mischung und Zündung der Ladung für den Arbeitszylinder der Hauptmaschine bewirken.