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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 17720.
LEWIS PETER FORD IN LONDON.
Verfahren zur Herstellung grosser Blöcke aus Kunststein.
Bei der Herstellung von Kunststeinen aus Sand und Kalk, mit oder ohne Zusatz anderer Stoffe, findet bekanntlich infolge der chemischen Umsetzung eine Vergrösserung des Volumens statt, welche dazu benutzt werden kann, das Kunststeinmaterial unter Druck zu erhalten, indem die Kunststeinblöcke in allseitig geschlossenen Formen von so grosser Widerstandsfähigkeit erzeugt werden, dass eine Veränderung der Form durch den Druck des Materials oder ein Nachgeben derselben ausgeschlossen ist.
Bei den hiebei auftretenden Bestrebungen des Materials, sich auszudehnen, findet, sobald der wirkende innere Druck zur Geltung gelangt, eine mechanische Verschiebung der Teile statt.
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wobei die Steine entweder prismatisch sind oder in ihrer Gestalt mehr oder minder der prismatischen sich nähern, so sind die Entfernungen von d, r Mitte nach den einzelnen Punkten der Seitenflächen verschieden. Es werden daher diese Verschiebungen nach den einzelnen verschiedon langen Richtungen auch verschieden sein.
Solange es sich nun um kleinere Kunststeinbliicke handelt, sind die Verschiedenheiten der Verschiebungen in den einzelnen Richtungen so gering, dass dieselben auf den herzustellenden Stein keinen Ein-
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aufwärts), so bedingen dieselben in dem kräftig sich ausdehnenden Materials eine relative Verschiebung der Teilchen gegeneinander, die sich in Sprüngen und Rissen in dem herzu- stehenden Kunststeine äussert. Diese Sprünge und Risse treten, wie praktische Versuche ergeben haben, auch dann auf, wenn die Form selbst so kräftig gehalten wurde, dass ein Nachgeben derselben infolgo der inneren Drücke ausgeschlossen ist.
Es war also unmöglich, in prismatischen Formen oder in ähnlichen Formen mit ebenen Seiten von der Gestalt des herzustellenden Steines grössere Blöcke riss-und sprungfrei herzustellen.
Zweck vorliegender Erfindung ist, die Entstehung von Rissen und Sprüngen bei der Herstellung grosser Kunststeinblöcke (von etwa 2 m3 aufwärts) zu verhindern. Um dies zu erreichen, ist es erforderlich, die Ursache der Entstehung der Risse und Sprünge, nämlich die relative Verschiebung der Teilchen gegeneinander in den verschieden langen seitlichen oder radialen Richtungen von der Mitte der Form zu beseitigen. Zu diesem Zwecke werden die Blöcke, gleichgiltig, welche Gestalt der herzustellende Kunststein, seiner Bestimmung gemäss, schliesslich erhalten soll, ausschliesslich aus dem.
Grunde in kreiszylindrischen Formen hergestellt, damit die auftretenden Drücke nach allen radialen Richtungen gleich seien, so dass das Material sich gewissermassen in konzentrischen Kreisen zu verschieben trachtet, während relative Verschiebungen der Teilchen infolge der nach diesen Richtungen gleichen Entfernungen der Form von der zentralen Achse nicht eintreten können. Da hiedurch die Ursache der Bildung von Rissen und Sprüngen beseitigt ist, bleiben auch die nach dem vorliegenden Verfahren, also in zylindrischen Formen hergestellten Kunststeinblöcke, selbst bei den grössten Abmessungen, frei von Rissen und Sprüngen.
Wenn nach dem vorliegenden Verfahren die grossen Kunststeinblöcke nur in kreiszylindrischen Stücken hergestellt werden können und diese sodann auf die gewünschte Gestalt des Blockes zugehauen werden müssen bezw. an oder auf dem behauenen Blocke die Verzierungen u. dgl. eingemeisselt werden müssen, so dass im allgemeinen gesagt werden
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kann, dass bei dem normalen Bedürfnisse an prismatischen oder ähnlich gestalteten Blöcken infolge der Herstellung derselben in Zylinderform ein Materialverlust eintritt, so erscheint dies insoferne nicht als ein Nachteil und wird mit in Kauf genommen, wenn man Risse und Sprünge in dem grossen Blocke vermeiden will. Eventuell können die von dem kreiszylindrischen Blocke abgeschnittenen Teile zur Herstellung des prismatischen Stückes zu anderen Zwecken verwendet worden.
Zur Ausführung dieses Verfahrens dient, wie praktische Versuche ergeben haben, zweckmässig eine starke kreiszylindrische Form, welche mit grossen Löchern versehen ist und eine innere Platte oder Verkleidung besitzt, in welcher kleine Löcher sich befinden.
Diese Lochungen der Form dienen dazu, die Zuführung der erforderlichen Feuchtigkeit, sowie den Auslass des Dampfes und der erzeugten Gase bei dem durch die bekannte Zusammensetzung der zu formenden Masse sich abspielenden chemischen Prozesse zu ermöglichen. Dabei ist es wesentlich, dass die Form absolut dicht verschlossen sei, so dass auch infolge des inneren Druckes ein Öffnen derselben nicht stattfindet. Auch muss entsprechend Vorsorge dafür getroffen sein, die Form zu öffnen und zu schliessen, wobei die Enden der inneren Verkleidung zwischen den Trennungskanten der Form selbst gehalten worden. Ferner sind abnehmbare Endstücke vorhanden, sowie eine starre Längsbefestigung.