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Österreichische
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FIRMA PAUL HARTMANN IN BERLIN.
Verfahren zur Herstellung von Sprengnähten an Glasbehältern.
Bisher wurden Sprengnähte an Glasbehältern durch Zusammenfügen von Gefässteilen oder durch Anbringung von Einschnitten bezw. Einkerbungen erzeugt, jedoch zeigten sich hierbei Nachteile, welche die praktische Verwendung unmöglich machen. Bei der Herstellung der Nähte durch Zusammenfügen bezw. Zusammenschmelzen ist eine Gleichmässigkeit der Verbindung nicht zu erzielen, so dass beim Sprengen ein Zersplittern der Gefässwand unvermeidlich ist. Die durch Einkerbungen bezw. Einschnitte hergestellten Nähte sind im Sinne der gegenwärtigen Erfindung überhaupt keine Nähte, sondern lediglich Trennungsstellen, an welchen beim Öffnen des Gefässes der eine Gefässteil abgeschlagen bezw. weggebrochen werden muss.
Das vorliegende Verfahren zur Herstellung solcher Nähte besteht nun darin, dass das Gefäss nach dem Blasen bezw. Formen dort, wo Nähte entstehen sollen, erhitzt wird und die Stelle der Sprengnaht zusammen und gegen einen Flansch gepresst wird, so dass eine oder mehrere ringförmige Ausbuchtungen entstehen, welche die Eigenschaft hervorrufen, dass das Gefäss unmittelbar am Ringe glatt und ohne zu zersplittern gesprengt werden kann.
Die Zeichnung zeigt im Längsschnitt : Fig. 1 eine A usftlhrnngsform eines Behälters in Flaschenform mit einer aus einem Ring gebildeten Sprengnaht. Fig. 2 die einzelnen Teile von Fig. 1 nach erfolgtem Wegsprengen an der Sprengnabt, Fig. 3 eine Ausführungsform eines Behälters in zylindrischr Form mit Sprengnähten aus zwei Ringen. Fig. 4 die einzelnen Teile eines Behälters mit einer Naht aus zwei Ringen nach erfolgtem Weg- sprengen. a bezeichnet ein Glasgefäss, b Sprengringe, welche zwischen sich eine Sprengnaht x-y bilden. Das Gefäss wird in der üblichen Weise geformt oder geblasen.
An der Stelle x-y, an welcher das Gefäss bei der späteren Verwendung gesprengt werden soll, werden ein oder mehrere Ringe gebildet. Dies erreicht man dadurch, dass das Glas an der betreffenden
Stelle erhitzt wird. Das vordere Ende c wird hiebei durch die Öffnung eines Flansches gesteckt und die durch das Zusammendrücken sich weitende Stelle des Glases langsam gegen die Flanschwandung gepresst. Auf diese Weise entsteht ein Sprengring oder bei Wiederholung des Prozesses zwei Sprengringe, welche alle genau rund und allem vollständig massiv sind.
Letztere Eigenschaft ist von ganz besonderer Wichtigkeit, aa die Ver- suche ergeben haben, dass bei einfach geblasenen Ringen, welche nur hohl waren, nach erfolgtem Zusammenschmelzen des Gefässes entweder ein schädlicher Luftdruck oder durch die unvermeidliche Ungenauigkeit des hohlen Ringes schädliche Spannungen bestehen, welche die Ursache sind, dass das Sprengen sehr ungleichmässig erfolgt und ohne Erzeugung von Splittern so gut wie niemals erfolgen kann.
Die mit Hilfe dieses Verfahrens gebildete Sprengnaht ist nicht sichtbar und hat die
Eigenschaft, dass, dem Drucke nachgebend, sich das Glasgefäss unmittelbar vor dem Ringe sprengen lässt. Die Bruchfläche liegt eher unterhalb dos Ringes und erweist sich für den abgesprengten Teil, d. h. ohne Ring, als divergierend. Beide Bruchnächen sind vollständig glatt, als wenn ein Bruch überhaupt nicht stattgefunden hätte. Der aus dieser'Eigenschaft resultierende Vorteil besteht darin, dass eine Berührung der Flächen in weitgehendstem Masse möglich ist, was deshalb wichtig ist, wenn man berücksichtigt, dass je nach der vor- herigen Gestaltung ein solches Gefäss nach Absprengen der Teile, z.
B. als Augentropfglas,
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mit Benutzung eines Kolbens als Spritze u. dgl. verwendet worden kann. Der Vorteil gegen- über so ! shen Gefässen mit durch Zusammenschmelzen gebildeten Nähten liegt ebenfalls auf der Hand. Das Zusammenschmelzen kann niemals so gleichmässig erfolgen, dass beim
Sprengen keine Splitter entstehen. Da die Gefässe ferner dazu dienen sollen, steril zu er- haltende Körper bezw. Flüssigkeiten aufzunehmen, so ist ersichtlich, dass erhebliche
Schwierigkeiten bei dem Zusammenfügen entstehen, weil der im Gefäss befindliche Körper hiebei störend bezw. hindernd wirkt.
Bei dem Erfindungsgegenstande geschieht das Verschliessen des Gefässes nur dadurch, dass das offene Ende zugeschmolzen wird, weil die Sprengnähte vorher unabhängig gebildet wurden. Es bleibt ferner zu erwähnen, dass das Sterilisieren im Gefässe selbst ohne die ursprünglichen Schwierigkeiten erfolgen kann, da man keine Rücksicht auf die Temperatur . der herzustellonden Naht bezw. überhaupt das Zusammenschmelzen zu nehmen braucht.