AT16871B - Verfahren zur Herstellung von Sprengnähten an Glasbehältern. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sprengnähten an Glasbehältern.

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  Österreichische 
 EMI1.1 
 
FIRMA PAUL HARTMANN IN BERLIN. 



  Verfahren zur   Herstellung von Sprengnähten an Glasbehältern.   



   Bisher wurden Sprengnähte an Glasbehältern durch   Zusammenfügen   von Gefässteilen oder durch Anbringung von Einschnitten bezw. Einkerbungen erzeugt, jedoch zeigten sich hierbei Nachteile, welche die praktische Verwendung   unmöglich   machen. Bei der Herstellung der Nähte durch   Zusammenfügen     bezw. Zusammenschmelzen   ist eine Gleichmässigkeit der Verbindung nicht zu erzielen, so dass beim Sprengen ein Zersplittern der Gefässwand unvermeidlich ist. Die durch Einkerbungen bezw. Einschnitte hergestellten Nähte sind im Sinne der gegenwärtigen   Erfindung überhaupt keine   Nähte, sondern lediglich Trennungsstellen, an welchen beim Öffnen des Gefässes der eine Gefässteil abgeschlagen bezw. weggebrochen werden muss. 



   Das vorliegende Verfahren zur Herstellung solcher Nähte besteht nun darin, dass das   Gefäss   nach dem Blasen bezw. Formen dort, wo Nähte entstehen sollen, erhitzt wird und die Stelle der Sprengnaht zusammen und gegen einen Flansch gepresst wird, so dass eine oder mehrere ringförmige Ausbuchtungen entstehen, welche die Eigenschaft hervorrufen, dass das Gefäss   unmittelbar   am Ringe glatt und ohne zu zersplittern gesprengt werden kann. 



   Die Zeichnung zeigt im Längsschnitt : Fig. 1 eine   A usftlhrnngsform eines   Behälters in Flaschenform mit   einer aus einem Ring gebildeten Sprengnaht. Fig. 2   die einzelnen Teile von Fig. 1 nach erfolgtem Wegsprengen an der   Sprengnabt,   Fig. 3 eine   Ausführungsform   eines Behälters in zylindrischr Form mit Sprengnähten aus zwei Ringen. Fig. 4 die einzelnen Teile eines Behälters mit einer Naht aus zwei Ringen nach erfolgtem Weg- sprengen. a bezeichnet ein Glasgefäss, b Sprengringe, welche zwischen sich eine Sprengnaht x-y   bilden. Das Gefäss   wird in der   üblichen Weise geformt oder geblasen.

   An   der Stelle x-y, an welcher das   Gefäss     bei der späteren Verwendung gesprengt   werden soll, werden ein oder mehrere Ringe gebildet. Dies erreicht man   dadurch, dass das   Glas an der betreffenden
Stelle erhitzt wird. Das vordere Ende c wird hiebei durch die Öffnung eines Flansches gesteckt und die durch das   Zusammendrücken sich   weitende Stelle des Glases langsam gegen die   Flanschwandung   gepresst. Auf diese Weise entsteht ein Sprengring oder bei   Wiederholung des Prozesses zwei Sprengringe, welche alle genau rund und allem vollständig massiv sind.

   Letztere Eigenschaft ist von ganz besonderer Wichtigkeit, aa die Ver-   suche ergeben haben, dass bei einfach geblasenen Ringen, welche nur hohl waren, nach erfolgtem Zusammenschmelzen des Gefässes entweder ein schädlicher Luftdruck oder durch die unvermeidliche Ungenauigkeit des hohlen Ringes schädliche Spannungen bestehen, welche die Ursache sind, dass das Sprengen sehr ungleichmässig erfolgt und ohne Erzeugung von Splittern so gut wie niemals erfolgen kann. 



   Die mit Hilfe dieses Verfahrens gebildete Sprengnaht ist nicht sichtbar und hat die
Eigenschaft, dass, dem Drucke nachgebend, sich das Glasgefäss unmittelbar vor dem Ringe sprengen lässt.   Die Bruchfläche   liegt eher unterhalb dos Ringes und erweist sich für den abgesprengten Teil, d. h. ohne Ring, als divergierend. Beide   Bruchnächen   sind vollständig glatt, als wenn ein Bruch überhaupt nicht stattgefunden hätte. Der aus dieser'Eigenschaft resultierende Vorteil besteht darin, dass eine Berührung der Flächen in weitgehendstem   Masse möglich   ist, was deshalb wichtig ist, wenn man berücksichtigt, dass je nach der vor- herigen Gestaltung ein solches Gefäss nach Absprengen der Teile, z.

   B. als Augentropfglas, 
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 mit Benutzung eines Kolbens als Spritze u. dgl. verwendet worden kann. Der Vorteil gegen- über   so ! shen Gefässen   mit durch Zusammenschmelzen gebildeten Nähten liegt   ebenfalls   auf der Hand. Das Zusammenschmelzen kann niemals so gleichmässig erfolgen, dass beim
Sprengen keine Splitter entstehen. Da die   Gefässe   ferner dazu dienen sollen, steril zu er- haltende Körper bezw. Flüssigkeiten aufzunehmen, so ist ersichtlich, dass erhebliche
Schwierigkeiten bei dem Zusammenfügen entstehen, weil der im Gefäss befindliche Körper hiebei störend bezw. hindernd wirkt. 



   Bei dem Erfindungsgegenstande geschieht das Verschliessen des Gefässes nur dadurch, dass das offene Ende zugeschmolzen wird, weil die Sprengnähte vorher unabhängig gebildet wurden. Es bleibt ferner zu erwähnen, dass das Sterilisieren im Gefässe selbst ohne die   ursprünglichen   Schwierigkeiten erfolgen kann, da man keine   Rücksicht   auf die Temperatur   . der herzustellonden   Naht bezw. überhaupt das   Zusammenschmelzen   zu nehmen braucht.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Sprengnähten an Glasgefässen, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefäss an der mit der Sprengnaht zu versehenden Stelle erhitzt und gegen einen Eisenflansch gestaucht wird, so dass eine oder durch Wiederholung mehrere genau ring- förmige, massive Ausbuchtungen entstehen, wodurch erreicht wird, dass das Gefäss unmittelbar vor dem Ringe, bei Anwendung von zwei Ringen jedoch zwischen denselben glatt und ohne Splitter gesprengt werden kann. EMI2.1
AT16871D 1903-05-09 1903-05-09 Verfahren zur Herstellung von Sprengnähten an Glasbehältern. AT16871B (de)

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