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Chirurgisches Nähinstrument
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der Fig. 2, und Fig. 4 ein Längsschnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 2. Fig. 5 ist eine perspektivische Ansicht einer der grösseren einsetzbaren nadelhaltenden Stangen und eines Teiles des Instrumentes, in welchen diese Stange cmgctzt und reibungsschlüssig gehalten wird, wobei ein Teil der Stange weggebrochen gezeigt ist. Fig. 6 ist eine Einzelansicht des Nadelhalters am Ende des Instrumentes im Schnitt und vergrössertem Massstab ; dabei sind in das Instrument eine der grösseren Nadelstangen, eine grössere, auf die Nadelklemme wirkende Stange und eine grossere Nadel eingesetzt.
Fig. 7 ist ein Schnitt im wesentlichen nach der Linie 7-7 der Fig. 6 und Fig. 8 ein Längsschnitt eines Teiles des Instrumentengriffende, wobei die auf die Nadelklemme wirkende Mutter auf eine die Klemme betätigende Stange grösserer Ausführung aufgeschraubt ist.
Die Erfindung ist an einem chirurgischen Nähinstrument verwirklicht, welches aus einem Griff 1 und einem die Spule enthaltenden Teil 2 besteht, welcher einen becherartigen, die Spule aufnehmenden Teil 3 und sich nach entgegengesetzten
Seiten erstreckende rohrförmige Teile 4 und 5 aufweist, von denen der erste in einem Ende einer im Griff 1 gebildeten Bohrung 6 eingepasst und herausnehmbar durch eine in einem Loch 4 a im Teil 4 eingesetzte Schraube 7 gehalten wird.
Der gegenüberliegende Teil 5 besitzt eine Boh- rung 8, welche das rückwärtige oder Schaftende einer hohlen, die Nadel haltenden Stange, die von mehreren, später beschriebenen Stangen ausgewählt wurde, aufnimmt. Der Teil 5 hat vier Schlitze oder Einkerbungen a, b, c und d, die um je 90'versetzt angeordnet sind und wahlweise eine Feststellzunge 10 aufnehmen können ; letztere ist am Schaftende jeder Nadelstange vorgesehen und hält die Nadelstange und damit die von dieser getragene Nadel in einer von vier um die Achse des Instrumentes vorgesehenen Stellungen fest.
Der Nahfaden für die Nadel ist auf einer Spule 11 aufgewickelt, die innerhalb des becherartigen Spulengehäuses 3 des spulenhaltenden Teiles 2 zwischen der Nadelstange und dem Griff 1 gehalten wird. Der Faden läuft von der Spule 11 durch einen Schlitz 12 in der Seitenwand des Gehäuses J, dann durch eine Fadenführung- öffnung 13 im äusseren Ende der NadeUdemme,
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die später beschrieben wird, und schliesslich zum Öhr oder zu den Öhren der Nadel. Die Spule ist drehbar auf dem Teil 14 a eines Spulenhaltezapfens 14 gegen einen an letzterem ausgebildeten Bund 15 gelagert. Das Spulengehäuse 3 ist durch einen Metalldeckel oder Kappe 16 verschlossen, um den Nähfaden zu schützen und seine Verunreinigung zu verhindern.
Der Deckel 16 ist auf dem Teil 14 b des Spulenzapfens verschraubt und auf das Gehäuse aufgeschoben.
Auf der andern Seite des Bundes 15 hat der Spulenzapfen einen erweiterten Teil 14 c, der in einer Querbohrung 17 im Teil 2 und in einem von letzterem abstehenden Ansatz 18 gleitend montiert ist. Auf dem Ende 14d des Spulenzapfens ist eine gleichzeitig als Daumenknopf dienende becherförmige Mutter 19 verschraubt ; diese dient dazu, den Zapfen axial, in einer Richtung entgegen der Wirkung einer Schraubenfeder 20, welche den Ansatz 18 zwischen dem Teil 2 und der Mutter 19 umgibt, zu verschieben.
Die Spule lässt sich gegen Drehung sichern, wenn von ihr Nähfaden nicht abgezogen werden soll. Zu diesem Zweck hat jeder Flansch der Spule 11 eine Reihe von Löchern 11 a, welche den Kopf einer innerhalb des Gehäuses 3 angeordneten Schraube 21 aufnehmen können, wodurch eine Drehung der Spule verhindert wird.
Die Schraube 21 dient auch dazu, im Spulengehäuse eine leichte und flache C-förmige Friktionsfeder 22 aus Metall zu halten, welche gegen den inneren Spulenflansch drückt und verhindert, dass die Spule abläuft, wenn sie, wie nachstehend beschrieben, von der Schraube 21 freigegeben wird.
Soll die Spule von der Schraube 21 freigegeben werden, so dass sich diese frei drehen und Nähfaden von ihr abgezogen werden kann, so drückt man auf den Daumenknopf 19, wodurch die Spulenachse 14 und mit ihr die Spule 11 axial von der Schraube 21 weg verschoben werden und die Spule freigegeben wird. Wird der Druck auf die Daumenmutter aufgehoben, so schiebt die Feder 20 die Teile in entgegengesetzter Richtung und bringt eines der Löcher 11 a in der Spule 11 wieder mit dem Kopf der Schraube 21 in Eingriff, wodurch die Spule gegen Drehung gesperrt wird.
Die Spule und die Mittel zu ihrer Sperrung und Entsperrung sind an der Längsachse des
Instrumentes angeordnet und daher für den
Daumen jeder Hand in gleicher Weise zugänglich.
Bei dieser Anordnung schneidet die Achse des
Spulenzapfens 14 die Achse einer auf die Nadel- klemme wirkenden Stange, die später beschrieben wird. Damit die Teile auf diese Weise angeordnet werden können und Spulenzapfen und Nadel- klemmenstange sich gegenseitig nicht beein- trächtigen, ist der eine 1 eil quer durch den andern hindurchgeführt. Vorzugsweise ist der
Teil 14 c des Spulenzapfens 14 mit einer etwa ovalen Queröffnung 14 versehen, welche aus- reichend breit ist, so dass die die Nadelklemme betätigende Stange durchtreten kann, wie dies
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der Länge nach verschieben lässt, wodurch die Spule, wie oben beschrieben, von der Schraube 21 freigegeben oder durch diese gesperrt wird.
Die Fig. 1 und 2 zeigen das Instrument mit einer nadelhaltenden Stange 23, einer Nadel- klemmenstange 24 und einer kleinen Nadel n ausgerüstet, wobei alle diese Teile den zur Ausführung heikler Nähoperationen an leicht zugänglichen Stellen, beispielsweise in der Augenoder plastischen Chirurgie, verwendeten entsprechen. Die Stange 23 hat an ihrem, dem Handgriff zugekehrten Ende einen erweiterten zylindrischen Schaftteil 23 a, der in die Bohrung 8 im rohrförmigen Teil 5 des Spulenhalters 2 eingepasst ist. Der Teil 23 a trägt die oben erwähnte Feststellzunge 10, welche in einen der Schlitze a, b, c oder d im Teil 5 eingeschoben wird.
Die Zunge wird so hergestellt, dass sie von dem Schaftteil23 a mittels eines geeigneten Werkzeuges, das durch eine Öffnung 23 b in der diametral entgegengesetzten Seite des Schaftes eingeführt wird, nach aussen gedrückt wird.
Der äussere Durchmesser des Schaftteiles 23 a der nadelhaltenden Stange entspricht dem Innendurchmesser des rohrförmigen Teiles 5, jedoch ist letzterer etwas nachgiebig und an seinen äusseren Enden zusammengezogen, so dass er den
Schaft der nadelhaltenden Stange umgreift und gegen unabsichtliche Auswärtsbewegung festhält.
Der Schaft 23 a hat ein verjüngtes Ende 23 c, damit das Einsetzen des Schaftes in die Bohrung des Teiles 5 erleichtert wird. An ihrem äusseren Ende hat die Stange 23 zwei miteinander fluchtende V-förmige Schlitze 25, deren Wände feststehende Backen einer Klemme für den Schaft s der Nadel n bilden. Mit diesen feststehenden Backen wirkt beim Festhalten der Nadel eine bewegliche Backe 26 zusammen, welche durch die Wände einer Bohrung gebildet wird, welche durch die die Nadelklemme betätigende Stange 24 geführt ist. Die Stange 24 erstreckt sich durch die Bohrung in der Stange 23, durch eine Bohrung 2 a im Spulenhalteteil 2, durch die Queröffnung 14 e im Spulenzapfen 14 und ist in der kleineren Gewindebohrung 27 a in einer Mutter 27 verschraubt ; letztere ist im entfernten Ende des Griffes 1 gelagert.
Die Mutter 27 besitzt auch eine grössere Gewindebohrung 27 b für eine später zu beschreibende grössere Klemmenstange.
Der Nadelschaft hat im Querschnitt vorzugsweise achteckige Form, so dass die Nadel in einer
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Backen 25 und 26 nachgiebig festgehalten wird.
Die Nadel lässt sich dabei in jede gewünschte Lage drehen, ohne dass sie aus der Nadelklemme fällt. Durch Drehen der Mutter 27 kann die Nadel festgeklemmt werden. Eine Drehung der Mutter bewirkt zuerst, dass diese das Griffende berührt, worauf eine weitere Drehung die Stange 24 und die von ihr getragene Klemmbacke 26 nach rechts drückt, wodurch der Nadelschaft zwischen den Backen 25 und 26 festgeklemmt wird.
Die Stange 24 ist an ihrem äusseren Endteil mit der oben erwähnten Fadenführungsöffnung 13 versehen ;, durch welche der Nähfaden von der
Spule zum Öhr oder den Öhren der Nadel führt.
Um eine Drehung der Stange 24 in der Stange 23 zu verhindern, anderseits aber eine geradlinige
Relativbewegung zwischen diesen Stangen zu- zulassen, hat die Stange 23 an ihrem äusseren
Ende miteinander fluchtende Schlitze 29, in welchen die äusseren Enden eines in der Stange 24 befestigten Stiftes 30 gleitend montiert sind.
Soll das Instrument für stärkere Nähte ver- wendet werden, so entfernt man die Stangen 23 und 24 und ersetzt sie durch die nadelhaltende Stange 123 bzw. die klemmenbetätigende Stange 124 gemäss Fig. 5,6, 7 und 8, wobei in die Nadelklemme eine grössere und stärkere Nadel N mit einem achteckigen Schaft S eingesetzt wird. Der Schaftteil 123 a der Stange 123 entspricht in Grösse und Form dem Teil 23a der Stange 23 und wird in dem mit den Schlitzen versehenen Endteil 5 des Spulenhalteteiles 2 reibungsschlüssig festgehalten, wobei sich die Zunge 10 in einem der Schlitze a, b, c oder d befindet.
Das äussere Ende der Stange 123 bildet einen Kopf 122, der mit in einer Linie liegenden V-förmigen Schlitzen 125 versehen ist ; diese entsprechen den Schlitzen 25 in der Stange 23 und ihre Wände bilden die feststehenden Backen der Nadelklemme. Die mit letzteren zusammen- wirkenden beweglichen Backen der Klemme wer- den durch die Oberfläche 126 einer Bohrung gebildet, welche in einem am äusseren Ende der
Stange 124 befestigten Klemmstück 127 aus- gebildet ist. Das entgegengesetzte Ende der
Stange 124 ist, wie in Fig. 8 gezeigt, in die grössere
Gewindebohrung 27 b in der Mutter 27 ver- schraubt.
Der Kopf 122 der Stange 123 hat miteinander fluchtende Schlitze 129, die den Schlitzen 29 in der Stange 23 entsprechen und einen Querstift 130 gleitend aufnehmen, der in dem Klemmstück 127 beispielsweise durch die Lötstelle 131 befestigt ist.
Wie Fig. 7 am besten zeigt, ist das Klemmstück 127 mit einer zur Fläche 126 der beweglichen Klemmenbacke parallel verlaufenden Fadenführungsöffnung 13 versehen, während ein Teil 132 über dem Nadelschaft liegt und einen Anschlag für diesen bildet.
Soll in der Tiefe genäht werden, beispielsweise innerhalb des Abdomens, so setzt man in das Instrument eine nadelhaltende und eine die Nadel- klemme Detangende Stange ein, welche ähnlich den in Fig. 5, 6 : 7 und 8 gezeigten sind, aber eine grössere Länge haben, so dass die Länge des Instrumentes wesentlich vergrössert wird. Da sich diese Teile von den in Fig. 5,6, 7 und 8 gezeigten nur durch ihre Länge unterscheiden, erscheint ihre Darstellung nicht erforderlich.
Aus Vorausgesagtem ergibt sich, dass die Erfindung ein chirurgisches Allzweck-Nähinstrument vorsieht, welches zwecks Ausführung einer beträchtlichen Anzahl untereinander verschiedener Nähoperationen sowohl in zugänglichen wie in schwer zugänglichen Teilen des menschlichen Körpers durch einfachen und bequemen Austausch bestimmter Teile des Instrumentes gleichzeitig alle Vorteile mehrerer für Einzelzwecke dienender Instrumente zu gewähren vermag.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Chirurgisches Nähinstrument, bestehend aus einem Nadelhalter, einem spulenhaltenden Teil und einem Handgriff, dadurch gekennzeichnet, dass der Spulenhalteteil (2) entgegengesetzt vorragende rohrförmige Teile (4, 5) besitzt, von denen der eine (4) am Griff befestigt und der andere (5) mit einer Anzahl radialer Schlitze versehen ist, wobei eine nadelhaltende Stange (23), die gegen eine andere Stange anderer Dimen- sion (123) austauschbar ist, mit einem Ende am mit den Schlitzen versehenen rohrförmigen Teil (5) des Spulenhalteteiles (2) befestigt ist und einen radial hervorragenden Teil (10) aufweist, welcher in einen Schlitz des rohrförmigen Teiles eintritt,
um eine relative Drehung zwischen dem Spulenhalteteil (2) und der nadelhaltenden Stange (23) zu verhindern, wobei ferner letztere an ihrem äusseren Ende die feststehende Backe (25) einer Nadelklemme trägt, nut der eine am Ende der in der nadelhaltenden Stange (23), im spulenhaltenden Teil (2) und im Griff (1) gleitend montierten Stange (24) ausgebildete Klemmenbacke (26) zusammenwirkt und endlich mit der Nadelklemmenstange < und dem Griff (.) Mittel (27) verbunden sind, um diese Stange axial verschieben und zwischen den Backen eine Nadel festklemmen zu können.