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Schaltfinger für Schaltgeräte mit schleifender Kontaktgabe und wechselnder
Bewegungsrichtung
Die Erfindung betrifft eine besonders vorteilhafte Ausbildung der Schaltfinger bei Schaltgeräten mit wechselnder Bewegungsrichtung und schleifender Kontaktgabe, wie z. B. Schaltwalzcn u. dgl. Die bekannte Anordnung der Schaltstücke auf einarmigen Hebeln oder auf Blattfedern hat den Nachteil, dass bei der gegen den Hebel oder die Blattfeder gerichteten Schaltbewegung diese leicht gestaucht und beschädigt werden, besonders, wenn Schaltstück und Kontaktbelag nach längerer Benützung rauh geworden sind.
Es ist schon vorgeschlagen worden, zur Behebung dieser Mängel das Kontaktstück so kippbar anzuordnen, dass es sich bei jeder Bewegungsrichtung nacheilend einstellt. Zu diesem Zweck steht das in einer viereckigen Öffnung gelagerte und mit Ansätzen gegen Herausfallen gesicherte Kontaktstück unter dem Druck einer Feder, so dass es infolge der Reibung an den Schleifflächen seine nacheilende Kippbewegung ausführen kann (Deutsches Reichspatent Nr.
373833). Die Mitnahme in der Schaltrichtung erfolgt dabei durch Druck auf die zur Schaltrichtung senkrechte Begrenzungsfläche des Schaltstückes und zur Ausführung der Kippbewegung muss diese Begrenzungsfläche an der Umrandung der viereckigen Öffnung gleiten.
Dieser verhältnismässig grosse Reibungsweg beeinträchtigt die Sicherheit der Wirkungsweise, denn wenn das Schaltstück abgenützt ist und seine in der Nähe des Lichtbogens liegende
Seitenfläche unter dessen Einwirkung rauh ge- worden ist, bleibt es leicht hängen.
Gemäss der Erfindung wird dieser Mangel dadurch behoben, dass die tragenden Teile des
Kontaktstückes an Stelle der Mitnahme des
Schaltstückes durch Druck so ausgebildet sind, dass das Kontaktstück bei jeder Bewegungsrichtung eine Schwenkbewegung um einen Punkt ausführen kann, der auf der Seite des auflaufenden Kon- taktes und von der Kontaktstelle aus gesehen etwa 45 über der dort herrschenden Bewegungs- richtung liegt, während die auf der ablaufenden
Kontaktseite liegenden Teile keine Kraft in der
Bewegungsrichtung ausüben. Auf diese Weise wird erreicht, dass die Kontaktreibung nie eine Vergrösserung des Kontaktdruckes während der Schaltbewegung hervorrufen kann und dass die Kippbewegung selbst mit geringer Reibungsarbeit und Abnützung verbunden ist, so dass der Schalter trotz grossen Kontaktdruckes immer leicht beweglich bleibt.
Die Fig. l und 2 zeigen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung im Aufriss und vereinfachten Grundriss, die Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel im Aufriss. In den Figuren bedeutet 1 den Isolierzylinder einer Schaltwalze, 2 einen leitenden Belag der letzteren, 3 das Schaltstück des Fingers, ; die kontaktgebenden Druckfedern, 5 den Querschnitt einer durchlaufenden isolierenden Fingerleiste und 6 den Anschlussleiter des Fingers.
Beim ersten Ausführungsbeispiel ist das Schaltstück 3 auf einer mehrfach abgebogenen Lasche 7 befestigt, die von zwei mit Köpfen 8 versehenen Bolzen 9 durchsetzt wird und unter der Wirkung der auf diese aufgeschobenen, auf Beilagscheiben 10 aufruhenden Schraubenfedern 4 steht. Die Bolzen werden gegebenenfalls nachstellbar ausgeführt, damit der Sollabstand von der Walzenoberfläche eingehalten und dabei auch dem Kontaktabbrand Rechnung getragen werden kann. Der die Bolzen 9 tragende, an der Isolierleiste 5 angeschraubte Grundkörper 11 des Schaltfinger ist zugleich als Klemme für die Anschlussleitung 6 ausgebildet und durch ein flexibles Stromband 12 mit der beweglichen Lasche 7 gut leitend verbunden.
Die von den Bolzen 9 durchsetzten Durchbrechungen 13 der Lasche 7 sind so angeordnet, dass nur ihre äusseren und nicht ihre inneren Ränder zum Anschlag an der Zylinderfläche des zugehörigen Bolzens kommen können, d. h. es ist der Mittelabstand der beiden Langlöcher J 3 kleiner als der der beiden Bolzen 9. Dadurch wird sichergestellt, dass die Lasche 7 niemals einer Stauchung unterworfen ist und es kommt dann überhaupt nicht darauf in, wie weit sich die
Langlöcher 13 nach innen erstrecken.
Die Wirkungsweise des beschriebenen er- findungsgemässen Schaltfinger besteht darin, dass unter dem Einfluss der Kontaktreib1. \ssg die
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unterste Stelle des jeweils in der relativen Ba- wegungsrichtung des Fingers vorausliegenden
Bolzens zum Drehpunkt für die Lasche 7 wird.
Da dieser Drehpunkt zugleich beträchtlich ober- halb der Kontaktstelle liegt, wird verhindert, dass die Kontaktreibung eine Vergrösserung des
Kontaktdruckes bewirken kann, so dass die Gefahr der Selbsthemmung ausgeschlossen ist. Zweck- mässig wird die Anordnung so getroffen, dass die beiden als Drehpunkte wirkenden Stellen und die Kontaktstelle in den Ecken eines recht- winkeligen, gleichschenkeligen Dreieckes liegen, wobei die Kontaktstelle den Scheitel des rechten
Winkels bildet. Statt eines rechten Winkels kann auch z. B. nur ein solcher zwischen 60 und 900 gewählt werden.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungs- beispiel ist das Schaltstück 3 in der Mitte eines flexiblen stromleitenden Metallbandes 14 ange- bracht, dessen beide Enden mittels der zugleich als Anschlussklemme dienenden langen Schraube 15 an dem die Tragleiste 5 umfassenden Bügel 16 befestigt sind. Von den beiden unteren Kanten des letzteren wirkt dabei jeweils die in der relativen
Bewegungsrichtung des Schaltfinger voraus- liegende als Drehachse, wobei die zwischen ihr und dem Schaltstück befindliche, jeweils als
Führung des letzteren dienende Hälfte des
Bandes 14 gespannt, die an der Bandhälfte hin- gegen entspannt und unwirksam ist. Knickungen des Bandes werden durch Abrundungen bzw.
Abbiegung der Kanten des Bügels 16 und der rechteckigen Beilagscheibe 17 verhindert.
Nennenswerte Verschiebungen in axialer Rich- tung können wegen der. in dieser Richtung beträchtlichen Steifigkeit des genügend breit zu wählenden Bandes nicht eintreten. Die beiden verlängert gedachten Bandhälften schneiden sich bei diesem Ausführungsbeispiel etwa an der Kontaktstelle, u. zw. unter einem Winkel von ungefähr 90".
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schaltfinger für Schaltgeräte mit schleifender Kontaktgabe und wechselnder Bewegungsrichtung, z. B. Walzenschalter u. dgl., dessen Schaltstück unter Federwirkung so gegen den Gegenkontakt gedrückt wird und so beweglich ist, dass es sich nacheilend zur jeweiligen Schaltbewegung einstellt, gekennzeichnet durch eine solche Ausbildung der tragenden Teile des Kontaktstückes, dass dieses bei jeder Bewegungsrichtung eine Schwenkbewegung um einen Punkt ausführen kann, der auf der Seite des auflaufenden Kontaktes und von der Kontaktstelle aus gesehen etwa 45 über der dort herrschenden Bewegungrichtung liegt, während die auf der ablaufenden Kontaktseite liegenden Teile keine Kraft in der Bewegungsrichtung ausüben.