AT165329B - - Google Patents
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen aus hydraulischen Bindemitteln und elastischen Armierungselementen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen aus hydraulischen Bindemitteln und elastischen Armierungselementen, bei dem ein Formling einer Pressung unterworfen wird. Die Erfindung befasst sich im besonderen mit der Herstellung von Erzeugnissen aus hydraulischen Bindemitteln und Faserstoffen, wie Zellstoff oder sonstigen organischen oder anorganischen Fasern, sie bezieht sich jedoch nicht auf Bindemittel auf magnesitischer oder dolomitischer Grundlage. Es sind zahlreiche Versuche gemacht worden, bei Asbestzement die Asbestfaser zum Teil oder zur Gänze durch andere Armierungselemente, insbesondere Zell- stoffasern, zu ersetzen. Ein dem Asbestzement gleichwertiges Erzeugnis konnte jedoch bei Verwendung solcher Ersatzfasern trotz verschiedener Verbesserungsvorschläge nicht erreicht werden. Bisher führte man die schlechtere Qualität solcher Erzeugnisse ausschliesslich auf chemische Einflüsse zurück und bemühte sich, eine bessere Verträglichkeit zwischen der Zellstoffaser und dem Zement zu erzielen. Es wurde nun gefunden, dass eine Hauptursache der unbefriedigenden Ergebnisse bei Verwendung von Fasern aus Zellstoff u. dgl. auf mechanischem Gebiet liegt. Normaler Asbestzement behält sein Volumen nach der üblichen, kurzfristigen Pressung auch bei Anwendung sehr hoher Drücke im wesentlichen bei, d. h. die durch den hohen Pressdruck bewirkte hohe Verdichtung bleibt praktisch dauernd erhalten. Im Gegensatz hiezu zeigte es sich, dass ein Stapel von frischen Platten aus Zellstoffzement gleich nach Aufhebung des kurzfristigen Pressdruckes seine Höhe bis zu 18% vergrösserte. Dieser Vorgang kann nur auf die Elastizität der Zellstoffaser, die ein Faserschlauch ist, zurückgeführt werden. Die durch die Pressung bewirkte Formänderung dieser Faser ist nur zum Teil bleibend, während ein anderer Teil nach Aufhebung der Pressung rückgängig gemacht wird. Es leuchtet ein, dass der durch die Verdichtung bewirkte innige Verband zwischen den Zementteilchen und den Fasern dabei wieder gelockert wird und die Zementteilchen sich von- einander wieder so weit entfernen, dass der Zement nicht seine volle Bindekraft erreichen kann. Dementsprechend steigt auch die Porosität und Wasseraufnahme des Erzeugnisses. Dass die beobachtete Volumsvergrösserung nach Aufhebung des kurzzeitigen Pressdruckes ausschliesslich der elastischen Faser zuzuschreiben ist, wird durch die Tatsache bestätigt, dass gewöhnlicher, also faserloser Zementmörtel oder Zementbeton nach kurzzeitiger Pressung sein Volumen praktisch ebenso nicht ändert wie normaler Asbestzement. Andererseits wurde bei Asbestzement, der auf der Pappenmaschine hergestellt wurde, also schichtenförmig aufgebaut ist, vielfach versucht, zwischen die einzelnen Schichten Drahtnetze od. dgl. einzubringen, um eine zusätzliche Armierung zu schaffen bzw. einen Teil der Asbestfaser zu ersparen. In solchen Fällen, wie auch beim teilweisen oder völligen Ersatz des Asbestes durch Metallfasern zeigte sich nach der kurzzeitigen Pressung, u. zw. gleich nachher oder erst nach längerem Gebrauch, gleichfalls eine Lockerung des Gefüges, die sich bis zur vollständigen Trennung einzelner Schichten steigerte. Auch in diesem Falle bildet die elastische Armierung die Ursache für diesen unliebsamen Vorgang. Auf Grund der obgenannten Erkenntnis werden die beschriebenen Mängel gemäss der Erfindung dadurch behoben, dass auf den Formling ein Pressdruck solange ausgeübt wird, bis die zunehmende Verfestigung des Zements eine elastische Änderung des Volumens des Presslings verhindert. Die Pressung der Formlinge wird somit aufrechterhalten, solange die elastischen Spannungen der Armierungselemente sich in einer Gefügelockerung bzw. Volumsvergrösserung auswirken können. Eine solche Volumsveränderung wird daher durch äusseren Druck verhindert, der erst dann aufgehoben wird, wenn die Erhärtung des Zementes genügend fortgeschritten ist, um diese Aufgabe zu übernehmen. In welcher Weise der auf die Formlinge aus- geübte Pressdruck in dem erforderlichen Zeit- raum aufrecht erhalten wird, ist für den Erfolg ohne Belang. Bei Pressung von Platten in Stapeln können diese im einfachsten Fall nach Erreichen des gewünschten Druckes genügend lang in der Presse verbleiben. Da aber hiebei die Presse schlecht ausgenützt und ein solches Verfahren unwirtschaftlich wäre, ist es zweckmässig, nach Erreichen des erforderlichen Druckes die Höhe des Plattenstapels durch Einspannen desselben in <Desc/Clms Page number 2> eine Einspannvorrichtung festzulegen und die eingespannten Platten ausserhalb der Presse erhärten zu lassen. Die Gesamtdauer der Pressung hängt naturgemäss von der Erhärtungsgeschwindigkeit des Bindemittels, ferner auch von der Art und Menge der verwendetes elastischen Armierung ab. Bei Verwendung von Zellstoff und gewöhnlichem Portlandzement (Type 225) genügen bei Zimmertemperatur zwei bis drei Tage. Es wurde bereits vorgeschlagen, Asbestzementplatten zur Erzielung einer glatten und glänzenden Oberfläche in Anlage an polierte Bleche unter Druck abbinden zu lassen. Bei diesem bekannten Verfahren lag jedoch das Problem, elastische Formänderungen der Platten zu verhindern, nicht vor, da die Asbestfaser nicht elastisch ist. Überdies ist unter"Abbinden", wie üblich, bloss das erste Stadium der Zementverfestigung zu verstehen, das frühestens eine Stunde nach dem Anmachen des Zementbreies beginnt und spätestens zwölf Stunden nach dem Anmachen beendet ist. Der im Sinne der Erfindung ausgeübte Pressdruck wird hingegen bis zu einem späteren Stadium der Hydratation des Zements aufrechterhalten, d. h. die Dauer dieses Druckes überschreitet jene der eigentlichen Abbindeperiode. Dass die nach der Erfindung durchgeführte Pressung tatsächlich den gewünschten Erfolg bringt, zeigten mit Zellstoff armierte Zement- platten, die nach 28tägiger Erhärtung eine bis um 35% höhere Biegezugfestigkeit gegenüber kurzzeitig gepressten Platten hatten. Ihre Porosität und Wasseraufnahme erniedrigte sich auf Werte, wie sie bei normalem Asbestzement vorliegen, was insbesondere für die Wetterbeständigkeit solcher Kunststeinplatten von ausschlaggebender Wichtigkeit ist. Für die Erfindung ist die Art der Herstellung der Formlinge ohne Belang, sie ist somit ebenso für Erzeugnisse anwendbar, die nach L. Hatschek auf der Pappenmaschine hergestellt werden, wie für andere Herstellungsverfahren. Die Erfindung ist nicht nur bei Verwendung von Zellstoff-oder ähnlichen Fasern, sondern bei allen Armierungselementen mit Vorteil anwendbar, die zufolge ihrer Elastizität die eingangs geschilderten Schwierigkeiten verursachen, also auch bei armierenden Netzen, Geweben u. dgl.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen aus hydraulischen Bindemitteln und elastischen Armierungselementen, wie Zellstoff od. dgl., bei dem ein Formling einer Pressung unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Formling ein Pressdruck solange ausgeübt wird, bis die zunehmende Verfestigung des Bindemittels eine elastische Änderung des Volumens des Presslings verhindert.
Publications (1)
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| AT165329B true AT165329B (de) | 1900-01-01 |
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