<Desc/Clms Page number 1>
Kombinierter Treibriemen
Es sind kombinierte Treibriemen bekannt, die aus mehreren Lederlagen bestehen, von denen eine das Zugband, eine den allenfalls gelochten Gleitschutz-Reibungsbelag und wenigstens eine einen Zwischenbelag bilden.
Derartige aus mehr als zwei Lagen bestehende Riemen sind insbesondere dann, wenn sie mit vollem Querschnitt verwendet werden, brettartig und steif, beim Biegen über die Riemenscheiben ist die Zerrung der Fasern an der äusseren und die Stauchung in der inneren Schicht sehr gross, weshalb solche Riemen neben anderen Nachteilen einen grossen Klaft- verbrauch haben.
Auch die Verbindung zwischen den Lagen solcher mehrteiliger Riemen erfordert erhöhte Aufmerksamkeit. Schnellaufende Riemen vertragen keine Nietverbindungen, weil dadurch eine ungleichmässige Fliehkraft verursacht wird.
Beim Gegenstand der Erfindung handelt es sich um einen nahtlos verleimten Riemen, bei dessen Herstellung jedoch auch darauf Bedacht genommen werden muss, dass der beim Leimen bei genügend reichlichem Auftrag überschüssige Leim entweichen kann.
Man erhält nun einen sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb gleich vollkommenen, mehrlagigen Riemen, wenn gemäss der Erfindung von der Anzahl der im Gleitschutz-Reibungsbelag vorhandenen Löcher nur ein Teil durch die
Zwischenlage geführt wird.
Dadurch kann vor allem einmal der die Lagen verbindende Leim, der überschüssig ist, #beim
Doppeln"durch die Löcher entweichen, es entstehen keine Leimnester und Verhärtungs- stellen. Darüber hinaus aber ergibt sich im
Betrieb der Vorteil, dass infolge der Möglichkeit der Faser-bzw. Materialverschiebung bei den
Lochern des Gleitschutz-Reibungsbelages und der Zwischenlagen die Stauchung des an der
Riemenscheibe anliegenden Materials geringer wird ; gleichzeitig leiden die Fasern des Zug- bandes weniger durch Zerrung, wobei aber sowohl der Dehnungswiderstand wie die Adhäsion voll erhalten bleiben.
Angenommen, ein Treibriemen werde bei folgenden Bedingungen verwendet (Beispiel aus der Praxis) : Durchmesser der Riemenscheibe 400 mm, Umschlingungswinkel 120 , Umschlin-
EMI1.1
begeben.
In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes dargestellt, u. zw. zeigt die Fig. 1 eine Ansicht eines Teilstückes des Riemens nach dem ersten Ausführungsbeispiel in Richtung des in Fig. 2 eingezeichneten Pfeiles I gesehen, die Fig. 2 einen Längsschnitt des Riemens nach der Linie II-II der Fig. 1, die Fig. 3 einen Querschnitt des Riemens nach der Linie III-III der Fig. 1 ; die Fig. 4 zeigt eine Ansicht eines Teilstückes des Riemens nach dem zweiten Ausführungsbeispiel in Richtung des in Fig. 5 eingezeichneten Pfeiles IV gesehen, die Fig. 5 einen Längsschnitt des Riemens r'"ch der Linie F- der Fig. und die Fig. 6 einen Querschnitt des Riemens nach der Linie VI-VI der Fig. 4.
In dem Beispiel nach den Fig. 1-3 bezeichnet 1 das eigentliche Zugband aus Leder, 2 den zum Anliegen an die Riemenscheiben bestimmten Gleitschutz-Reibungsbelag und 3 die zur Verstärkung des Zugbandes dienende Zwischenlage.
Alle drei Lederlagen sind naht-und nietenlos zusammengeklebt. Bei diesem Beispiel besteht der Gleitschutz-Reibungsbelag aus einem einzigen Stück, das sich über die ganze Riemenbreite erstreckt.
Mit 4 sind kreisrunde Löcher bezeichnet, die den Gleitschutz-Reibungsbelag reihenweise durch- setzen. Die durch die Lochmitten einer Reihe verlaufende Gerade liegt dabei schräg zur Längs- richtung des Riemens. Mit 5 sind weitere reihen- weise angeordnete Löcher bezeichnet, die jedoch nicht nur den Gleitschutz-Reibungsbelag 2, sondern auch noch die Zwischenlage 3 durch- setzen. Das eigentliche Zugband bleibt ungelochr.
Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel nach
Fig. 4-6 bezeichnet wieder 1 das Zugband,
2 den Gleitschutz-Reibungsbelag und 3 die verstärkende Zwischenlage. Im Gegensatz zu dem vorbesprochenen Beispiel ist hier der
Gleitschutz-Reibungsbelag in drei in Abstand voneinander angeordnete Bänder 2 a, 2 b, 2 c
<Desc/Clms Page number 2>
unterteilt, die sämtlich in der Riemenlängsrichtung verlaufen. Statt dessen wäre es natürlich auch möglich, die einzelnen Bänder diagonal, d. h. schräg zur Riemenlängsrichtung, mit der Zwischerlag ? ? u eimen.
Auch hier bezeichnen wieder 4 die den Gleit- schutz-Reibungsbelag durchsetzenden Löcher, und 5 weitere Durchbrechungen, welche den Belag 2 und die Zwischenlage 3 durchsetzen. Auch bei diesem Beispiel sind die Löcher 4 und. reihen- weise, d. h. symmetrisch ausgestanzt, könnten statt dessen aber auch unsymmetnsch angeordnet sein.
Der im vorstehenden beschriebene kombinierte Treibriemen arbeitet wie folgt : Im gestreckten
Trum (Riementeil zwischen den Riemenscheiben) übernimmt das Zugband die Kraftübertragung, wobei ihm die übrigen Lagen einen sicheren
Halt geben. Im Augenblick der Biegung des
Treibriemens über die Riemenscheiben-zu welchem Zeitpunkt der Treibriemen am meisten beansprucht wird, um das Drehmoment auf- zunehmen bzw. zu übertragen-wirkt sich die hohe Reibungszahl des Gleitschutzbclages sehr günstig aus, so dass alle Lagen mit vereinten
Kräften in geradezu idealer Weise zusammen- arbeiten. Ausserdem bieten die gelochten inneren
Lagen dem Zugband eine Entlastung, erhöhen seine Zugkraft und seinen Dehnungswiderstand.
Zusammengefasst bietet der an der Riemen- scheibe anliegende gelochte Gleitschutz-Reibungs- belag, ob cor nus aus einem über die ganze Riemenbrei reichenden Stück besteht oder son mehrere Streifen aufgeteilt ist, die folgenden
Vorteile : l. Die Fasern des Belages wie auch der ebenfalls gelochten Zwischenlage können sich beim Lauf des Riemens über die Scheiben, also im Moment der Biegung, verschieben, wodurch die Stauchung des Materials herabgemindert wird ;
2. zufolge dieser Faserverschiebungsmöglichkeit wird das Brüchigwerden des Werkstoffes (Leder) vermieden,
3. die bei der Zerrung und Stauchung der Fasern (Biegung und Elastizität) zufolge der inneren Reibung entstehende Erhitzung wird herabgemindert ;
die Löcher wirken praktisch wie vergrösserte Hautporen als Atmungsorgan ;
4. die an der Anlaufstelle mitgerissene Luit kann entweichen ;
5. es sind keine den Riemen erhärtende Kittnester zwischen den einzelnen Lagen vorhanden ;
6. der Riemen als ganzes wird geschmeidiger ,-A kann sich den Riemenscheiben tadellos anpassen ;
7. en ergibt 'h'ne grosse Erleichterung in der Beschaffung und Auswahl des Materials, indem man beispielsweise für die Herstellung von dicken Treibriemen nicht auf die so seltenen schweren Häute angewiesen ist, sondern beliebig viele Lagen in normalen Stärken verwenden kann.