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Fördervorrichtung für Flüssigkeiten als Kesselspeisevorrichtung
Bei Kesselspeisevorrichtungen, bei welchen zum Betrieb der Speisepumpe in bekannter Weise ein mit Dampf vom Kessel betriebener Zylinder dient, verursacht die Abdichtung des Pumpenkolbens in dessen Zylinder dann erhebliche Schwierigkeiten, wenn es sich um bedeutende Kesseldrücke von z. B. 50 bis 100 atü handelt, da der für die Abdichtung erforderliche hohe Anpressdruck der Kolbenringe gegen die Wand des Pumpenzylinders eine rascheAbnutzung beider Teile zur Folge hat.
Dieser Nachteil ist bei der Kesselspeise- vorrichtung nach der Erfindung dadurch ver- mieden, dass die Arbeitskolben der doppelt wirkenden Pumpe in jeder Arbeitsphase, jeder für sich, beiderseits unter nahezu gleichem Druck stehen, wodurch deren Abdichtung gegen die
Zylinderwand bedeutend erleichtert ist.
Dieser Erfolg wird dadurch ermöglicht, dass der
Betriebsdampf nicht wie bisher auf den Antriebs- kolben, sondern auf die Arbeitskolben wirkt.
Daher ist auf der vom Speisewasser beaufschlagten
Gegenseite jeweils ein den Kesseldruck nur um so viel übertreffender Druck notwendig, dass die Höhe der Wassersäule zwischen mittlerem Kesselwasserstand und Wasserspiegel im Speisewasserbehälter sowie die Widerstands-und die Geschwindigkeitshöhe in der Leitung zum Dampfkessel überwunden werden. Dieser nur geringe Druckunterschied kann in einfacher Weise durch Verkleinerung der Kolbenfläche auf der Speisewasserseite erzielt werden, indem der Querschnitt der beide Kolben verbindenden, eine Zwischenwand des gemeinsamen Zylinders durchsetzenden Kolbenstange entsprechend bemessen wird.
Um eine unmittelbare Einwirkung des Dampfes auf die Kolbenflächen zu vermeiden und hohe Dampftemperaturen von der Pumpe fern zu halten sowie um die Ölschmierung der Kolben zu umgehen, ist es zweckmässig, den Dampf in an sich bekannter Weise indirekt auf eine zwischengeschaltete Flüssigkeit, in diesem Fall vorzugsweise Wasser, als Druckflüssigkeit wirken zu lassen.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand durch ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Die zur Speisung des Kessels 23 aus dem Speisewasserbehälter 26 dienende doppelt wirkende Pumpe besteht aus dem Zylinder 1 und den Kolben 5 und 6, die durch die in der Zwischenwand 2 abgedichtet geführte Kolbenstange 7 mit- einander verbunden sind. Die selbsttätige Steuerung der Pumpe erfolgt durch von den Kolben mittels der Gestänge 15, 16 betätigte, im Ge- häuse 17 enthaltene Ventile 18, 19, 20, 21. Die unter dem Kesseldruck jeweils auf die Aussenseite der Kolben 5, 6 wirkende Flüssigkeit ist in den
Behältern 9 und 10 enthalten.
Hienach ergibt sich folgende Wirkungsweise der Speisewasser-Fördervorrichtung :
Bei der in der Zeichnung dargestellten Endlage der Kolben 5, 6 hat sich der Zylinderraum 4" über das Rückschlagventil 28 und die Leitung 27 aus dem Behälter 26 mit Speisewasser gefüllt.
Über das geöffnete Ventil 19 gelangt hiebei Dampf aus der Leitung 22 durch die Leitung 13 zum Behälter 9, so dass die Kolben 6, 5 durch dessen unter Druck stehende in den Zylinderraum 4'strömende Flüssigkeit nach rechts bewegt werden und das im Zylinderraum 4"befindliche Speisewasser über das Rückschlagventil 29 und die Leitung 30 in den Kessel 23 gedrückt wird. Zwischen beiden Seiten des Kolbens 6 besteht hiebei der bereits angegebene, selbst bei sehr hohem Kesseldruck verhältnismässig geringe Druckunterschied von nur wenigen Atmosphären.
Während der genannten Kolbenbewegung hat sich andererseits der Zylinderraum 3"durch die Saugwirkung des Kolbens 5 über das Ventil 28 und die Leitung 27 mit Speisewasser aus dem Behälter 26 gefüllt und ist die auf der Gegenseite des Kolbens 5 im Zylinderraum 3'befindliche, infolge Abschluss des Ventils 20 im Gehäuse 17 nicht unter Druck stehende Flüssigkeit in den Behälter 10 zurückgeflossen sowie der über ihr befindliche Abdampf über die Leitung 14 und das Ventil 21 im Gehäuse 17 durch die Leitung 25 in den Speisewasserbehälter 26 geströmt. Auf beiden Seiten des Kolbens 5 besteht somit während dieses Arbeitsvorganges kein nennenswerter Druck und daher auch kein eine wirksame Kolbendichtung erfordernder Druckunterschied.
Bei der rechten Endlage der Kolben erfolgt durch das Gestänge 15, 16 die Umstellung der Ventile des Gehäuses 17, so dass sich die beschriebene Arbeitsweise der Kolben in umgekehrter Reihenfolge wiederholt.
Beiderseits der Kolbenstangendichtung 8 der Zwischenwand 2 besteht zwar ein dem Kessel-
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druck entsprechender Unterschied, doch sind die Abmessungen dieser Dichtung infolge des vergleichsweise geringen Stangenquerschnittes nur klein, so dass ihr zeitweise notwendiger Ersatz die Instandhaltungskosten nur unwesentlich beeinflusst.
An Stelle-der Steuerung der Pumpe durch Ventile könnte, ohne dass sich dadurch an der Wirkungsweise etwas ändert, auch eine ebenfalls an sich bekannte Schiebersteuerung angewendet werden.