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Österreichische PATENTSCHRIFT Nu-16488.
KARL LORENZ IN WIEN.
Apparat zum Entwickeln und Fixieren bei Tageslicht,
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Apparat zum Entwickeln und Fixieren von Platten, Films u. s. w. bei Tageslicht. Der Apparat besteht im wesentlichen aus einer dosenförmigen, auseinanderklappbaren Doppelschale, deren zwei mit je einem Fenster versehenen Teile licht-und wasserdicht zusammengeschlossen werden können.
Der das Fixierbad aufnehmende Teil ist zur Einbringung der in einer lichtsicheren Hülle verwahrten Platte, Film u. s. w. mit einer luftdicht verschliessbaren Öffnung und an der dieser Öffnung entgegengesetzten Seite mit Vorrichtungen zum Aufhängen der zweckmässig in einen Rahmen eingeschobenen Platte versehen, derart, dass die Platte je nach dem Umlegen des Apparates einmal in die Entwickler-, das anderemal in die Fixierschale zu liegen kommt. Die Ent- wicklersellale ist so ausgebildet, dass bei aufrechter Stellung des Apparates der Entwickler
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die in die Entwicklerselhale schwingende Platte vom Entwickler vollstandig benetzt wird.
Um die Platte aus der Kamera unter Lichtausschluss bequem in den Entwicklungsapparat übertragen zu können, ist es zwockm : issig, dem Apparate eine bezügliche Vorrichtung boizugebcll. Diesclbe besteht vorteilhaft aus einem mit Fuss versehenen, die Platte aufnehmenden Rahmen, -über welchen eine lichtdicht llüile aus steifem oder biegsamem Material geschoben werden kann. Je nach der Beschaffenheit dieser Huile sind dann auch die an dem Entwicklerapparate vorgesehenen Vorrichtungen zum Aufhängen der Platte, welche in entsprechende Ausnehmungen des Hahmenfusses eingreifen, sowie die Einschub- öffnung für die Platte verschieden ausgestaltet.
Auf der angeschlossenen Zeichnung zeigt : Fig. 1 eine Seitenansicht mit teilweisem Schnitt
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ansicht den Rahmen mit zum ieile abgezogener Huile.
Der Entwicklungsapparat besteht aus einer dosenförmigen Doppelschale, deren Teile durch Scharnier verbunden sind und vermittels dos Gummiringes i licht-und wasserdicht zusammenschliessen. Joder der beiden Schalenteile, von denen A zur Aufnahme des Entwicklers und B zur Aufnahme des Fixierbades bestimmt ist, besitzt ein durch einen Schieber e1 verschliessbares Fenster f aus rotem oder gelbem Glase bezw. aus einem anderen für photographisch wirksame Strahlen undurchlässigen aber durchsichtigen Materiale, so zwar, dass die zu'entwickelnde Platte durch beide Fenster in Durchsicht betrachtet werden kann. Die Fixierschale B besitzt an einer Schmalseite eine Öffnung al, durch welche die mit einer lichtsicheren Halle versehene Platte eingeführt werden kann.
Die Platte ist
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mit dem Uuhmonfuss c die Platte vollkommen lichtsichol abschliesst, so dass sie nach der Belichtung mit Hilfe dieser Halle dem photographischen Apparat entnommen, dem Tages- lichte ohne Schaden ausgesetzt und in den Entwicklungsapparat eingebracht werden kann. Die Form des Plattonrahmens- a und der Schutzhülle b wird natürlich der jeweiligen Gestalt der Camera angepasst sein.
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Ilolz, Hartgummi u. dgl.) hergestellt.
Die Platte wird mit der Hülle b durch einen lichtsicher dichtenden Schlitz in die Camera oder Kassette eingeführt und durch einen in die Ausnehmung d des Rahmenfusses greifenden Schieber so festgehalten, dass die Hülle mittels des Handgriffes behufs Belichtung der Platte von dieser bis zu einem vorgesehenen Anschlag abgezogen werden kann. Nach geschehener Belichtung wird die Hülle b nach Entfernung des den Rahmen a haltenden Schiebers wieder über die Platte geschoben.
Bei der anderen Ausführungsform nach den Fig. 9-12 besteht die Hülle b aus biegsamem Materiale, wie Leder, Gewebe, Papier u. dgl. Die Platte mit Rahmen und Hülle wird mit dem Fusse e der Hülle b in eine Führung auf der Camera oder Kassette eingeschoben und die Platte durch einen Schlitz mittels des steifen Rahmens in den Apparat eingeführt, indem einfach der lichtsicher abschliessende Sack solange niedergedrückt wird, bis der Rahmenfuss aufsteht.
Bei Anwendung einer festen Schutzhülle b werden die beiden Schalenteile A und JJ (Fig. 1-3) auseinandergeklappt, die Platte samt Rahmen und Hülle durch die Öffnung al der Fixierschale B in diese eingeführt und die Häkchen bl in entsprechenden Auskerbungen am Rahmenfusse e befestigt. Nach Zusammenklappen der beiden Schalen A und B kann die Schutzhülle b ohne Schaden für die Platte mittels des Handgriffes von der Platte und Rahmen a abgezogen werden. An Stelle eines doppelten, lichtsicheren Verschlusses der Öffnung al kann auch über die vorspringenden Ränder derselben ein lichtdichter Sack geschoben werden, welcher die Plattenhülle b aufnimmt und nach Schliessen des Deckels m entfernt werden kann.
Verwendet man jedoch eine biegsame Hülle gemäss Fig. 9-12, so genügt es, den Fuss e derselben in die Führung c (Fig. 4) einzuschieben und die Platte samt Rahmen mittels der die Häkchen bl tragenden Schiebestange d'bei zusammengeschlossenen Schalen A und B in die Fixierschale B hineinzuziehen. Die Platte hängt nun bei aufrechter Stellung des Apparates mit ihrem Rahmen an den Häkchen bl frei zwischen den Schalen A und B. Nun wird die Entwick) ungsnüssigkeit solange durch das
Rohr 9 eingegossen, bis sie den unteren erweiterten Teil C der Schale A vollkommen erfüllt. Die Grösse des Schalenraumes C ist so bemessen, dass er eine genügende Menge des Entwicklers aufnehmen kann, ohne dass dieser die Platte benetzt.
Beim folgenden vor- sichtigen Umlegen des Apparates auf den Boden der Schale A fällt die Platte mit dem Rahmen auf diesen und wird von dem Entwickler überströmt. Ein Ergiessen des Entwicklers in die Schale B wird durch die vorstehenden Schalenränder h verhindert. Man kann das Bild nun nach Belieben hervorrufen und das Fortschreiten der Entwicklung in Drauf-und Durchsicht verfolgen. Das Entfernen des Entwicklers erfolgt durch das Rohr, bezw. den Hahn k, ein notwendiges Wässern der Platte vor und nach dem Hervorrufen des Bildes gleichfalls durch die Rohre 9 und k.
Ist die Entwicklung vollendet und die Flüssigkeit entfernt, so wird der Apparat um 1800 gedreht und die Platte legt sich nunmehr mit ihrem Rahmen auf den Boden der Schale B, in welchen das Fixierbad durch das Rohr I eingefüllt wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Apparat zum Entwickeln und Fixieren bei Tageslicht, gekennzeichnet durch eine dosenförmige, auseinanderklappbare Doppelschale aus zwei mit je einem Fenster versehenen, licht-und wasserdicht zusammenschliessbaren Teilen (A und B), von denen der zur Aufnahme des Fixierbades bestimmte Teil (B) mit einer lichtsicher verschliessbaren Öffnung (al) zum Einbringen der in einer lichtdichten Hülle verwahrten Platte versehen ist und an der der Öffnung (al) entgegengesetzten Seite Vorrichtungen, wie Häkchen (bu) oder dgl.
besitzt, an welchen die ihrer Hülle ledige Platte zwischen den beiden Teilen (A und B) gegen deren Böden schwingbar aufgehängt werden kann, während der andere Teil (A) so ausgebildet ist, dass bei aufrechter Stellung des Apparates die in ersteren eingefüllte Ent- wicklungsflüssigkeit mit der aufgehängten Platte nicht in Berührung kommt, wohingegen bei entsprechendem Umlegen des Apparates der Entwickler die auf dem Boden des Teiles (A) anliegende Platte vollkommen benetzt.