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Trocken-und Brutschrank mit automatisch geregelter Einzelfachbelüftung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbesserung und Verfeinerung des Trockenprozesses und der Wärmeübertragung durch Leitung und Konvektion in Trocken-und Brutschränken, insbesondere für Laboratoriumszwecke und überall dort, wo es darauf ankommt Materialien möglichst genau unter denselben bestimmten und reproduzierbaren Temperatur-und Feuchtigkeitsbedingungen zu behandeln, wie z. B. bei der Trocknung empfindlicher Güter, bei der Untersuchung von Mikro-Organismen, bei analytischen und bakteriologischen Untersuchungen u. dgl.
Bei den bisher üblichen Trocken-und Brutschränken dieser Art, wie z. B. im D. R. P.
Nr. 672 753 beschrieben, ist in der Hauptsache nur auf die Erzielung einer möglichst genauen zeitlichen und örtlichen Temperaturkonstanz Rücksicht genommen. Besondere Vorrichtungen für eine geregelte Verteilung der trockenen Frischluft und für eine gleichmässige Konvektion sind hingegen bei diesen Schränken nicht vorgesehen. Die Frischluft tritt durch einen Stutzen von unten ein, durchströmt nacheinander durch die gelochten Einlagebleche hindurch die einzelnen Fächer des Schrankes und entweicht oben durch einen verstellbaren Entlüftungsstutzen. Die Wärmeübertragung auf das eingelegte Gut erfolgt im wesentlichen durch Wärmeleitung der Einlagebleche und zum Teil auch durch Einstrahlung von dem zylindrischen Innenmantel, der durch herumgelegte Heizelemente erwärmt wird.
Bei den bekannten Schränken eckiger Bauart reichen diese einfachen Mittel nicht dazu aus, um eine einigermassen gleichmässige Temperaturverteilung zu erreichen. Deshalb sind bei diesen Schränken zum Teil bereits Vorrichtungen angebracht, die eine gewisse Umwälzung der Luft dadurch bewirken sollen, dass ein Teil der erwärmten Luft mit Hilfe von Leitblechen an den Seitenwänden oder an der Rückwand hochgeleitet und so auch von oben her in den Nutzraum eingeführt wird.
Alle diese bekannten Ausführungen haben jedoch den Nachteil gemeinsam, dass zumindest ein Teil der Fächer mit Luft beschickt wird, die bereits andere Fächer durchströmt hat und daher schon mit Feuchtigkeit angereichert ist. Die Erwärmung und die Trocknung des eingebrachten Gutes erfolgt deshalb zeitlich nicht gleichmässig, der Ausgleich tritt erst nach längerer Zeit ein. Ausserdem ist die Menge der in die einzelnen Fächer jeweils einströmenden Luft stark davon abhängig, wie weit die gelochten Einlagebleche mit dem Trockengut bedeckt sind.
Erfindungsgemäss wird nun eine wesentlich schnellere und gleichmässigere Wärmeübertragung auf das Trockengut ausser durch Strahlung und eine verbesserte Leitung auch durch Konvektion und ferner eine wesentlich raschere und gleichmässigere Trocknung des Gutes dadurch erreicht, dass neben der bekannten Einleitung der erwärmten Frischluft durch regelmässig angeordnete Öffnungen in den Seitenwänden des Nutzraumes, der Frischluftstrom durch hauptsächlich in der Mittelachse der Einlagebleche angebrachte Öffnungen nach oben herausgeführt wird.
Ein Beispiel für die Anordnung der Luftführung ist in Fig. 1 und Fig. 2 wiedergegeben. Fig. 1 zeigt die Anwendung auf einen Trockenschrank von runder Form, von vorne betrachtet im Schnitt.
Die Erfindung kann selbstverständlich sinngemäss auch auf eckige Schränke angewandt werden.
Fig. 2 zeigt die Seitenansicht im Schnitt. Die Heizelemente sind in an sich bekannter Weise zwischen dem Wärme-Isoliermantel J und dem Nutzraum N untergebracht. In den Seitenwänden des Nutzraumes, bei grösseren Schränken unter Umständen auch in der Rück-und Vorderwand, sind in regelmässigen Abständen Öffnungen, beispielsweise Schlitze S angebracht. Durch geeignete verschiedene Dimensionierung der Öffnungen hat man es in der Hand, die Luftverteilung möglichst gleichmässig zu gestalten.
Die herausgepressten Rippen können gleich als Auflagen für die beliebig verstellbaren Einlagebleche E benutzt werden. Die Frischluft strömt von unten durch den Belüftungsstutzen B ein und wird im wesentlichen an den Heizelementen vorbei durch die Schlitze S in den Nutzraum geleitet. Lediglich ein kleiner Teil der Frischluft wird durch die Öffnung F direkt in den Nutzraum eingelassen. Diese Öffnung dient zum Ablauf von abtropfender Flüssigkeit bei nassem Einlagegut. Die Anordnung der seitlichen Schlitze in regelmässigen Abständen bewirkt, dass für jedes Fach jeweils so viele Schlitze freigegeben werden, als der Höhe des Faches entspricht ; in Fig. l und 2 z. B. für das untere Fach zwei Schlitze, für das mittlere drei. Jedes Fach erhält
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auf diese Weise automatisch soviel Luft zugeteilt, als seinem Volumen entspricht.
Die Einlagebleche sind nun erfindungsgemäss hauptsächlich nur nach der Mittelachse zu gelocht. Dadurch wird erreicht, dass einerseits der Querschnitt der Bleche nicht geschwächt wird, sondern im vollen Ausmasse zur Wärmeübertragung durch Leitung zur Verfügung steht, und dass anderseits die Luft hauptsächlich quer durch die Fächer hindurchstreicht, wodurch die Feuchtigkeit dem Gut schneller entzogen und die Wärme durch Konvektion besser übertragen wird als bei den üblichen Schränken, in denen die Luft vorwiegend von unten nach oben durchströmt.
Die mit Feuchtigkeit angereicherte Luft entweicht dann durch die Mittellöcher L der Einlagebleche und durch die verstellbare Entlüfterkappe K nach aussen. Die Löcher in der Entlüfterkappe K sind derart dimensioniert, dass ein kleiner Öffnungsquerschnitt immer freigelassen wird, damit eine gewisse Luftströmung auf alle Fälle aufrechterhalten wird. Der Temperaturfühler T und der Regler R können, da durch die Konvektion für eine genügend gleichmässige Wärmeverteilung gesorgt ist, ohne Behinderung des Nutzraumes in den Ecken untergebracht werden.