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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 16312.
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Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von Wäsche jeder Art und eine Maschine zur Durchführung dieses Verfahrens. Die Erfindung bezweckt ein schnelles und energisches Reinigen der Wäsche ohne Anwendung schädlicher Stoffe, wie Chlorkalk, Chlormagnesium, Salmiak, Seife u. dgl. und mit Vermeidung von Reibung durch Hand oder Bürste.
Das Verfahren selbst wird auf folgende Weise ausgeübt : Die zu reinigende Wäsche wird zunächst für die Dauer von zwei bis drei Stunden in ein kaltes Wasserbad gebracht, um den der Wäsche anhaftenden groben Schmutz, den diesen festhaltenden fetten Schweiss, sowie teilweise die Stärke in Lösung zu bringen bezw. weich zu bekommen.
Die aus diesem Bade gonommena Wäsche bringt man nun in eine Maschine, deren Konstruktion weiter unten beschrieben ist und durch welche folgende Arbeiten besorgt werden : Aus dei nassgemachten Wäsche wird zwischen Presswalzen das Wasser und der sich in diesem bereits teilweise aufgelöste Schmutz herausgepresst, worauf die Wäsche in der Maschine mit einer wässerigen Sodalösung (Na2 Cg- -I/2 0) benetzt wird und zwischen zwei dicht gegeneinander liegende Metal ! walzen gelangt,
durch welche ein genügend starker elektrischer Gleich-oder Wechselstrom hindurchgoleitet wird. Infolge der Einwirkung des elektrischen Stromes auf die befeuchtete und mit Sodalösung benetzte Wäsche geht nun eine chemische Zersetzung (Bildung von Natronlauge, Wasserstoff und Sauerstoff und Lösung des Schmutzes) vor sich, worauf die Wäsche mit reinem Wasser benetzt und zwischen zwei weitere Presswalzen geleitet wird, wodurch der nunmehr vollständig aufgelöste Schmutz nebst dem Waschwasser aus der Wäsche entfernt wird. Nachdem die Wäsche auf die geschilderte Weise einmal durch die Maschine geleitet wurde, ist diese bereits genügend gereinigt, um auf übliche Weise weiter-bearbeitet zu werden.
Wenn jedoch, was in der Regel der Fall ist, die zu reinigende Wäsche Stärke enthält, so ist hiedurch der in der Stärke festgehaltene Schmutz und fette Schweiss noch nicht entfernt, da die Stärke sich noch zumeist in ungelöstem Zustande befindet. Die Wäsche wird also nach
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in reinem Wasser gekocht, wodurch sich die Stärke vollständig auflöst, um bei der darauffolgenden zweiten Durchführung durch die Maschine zusammen mit dem in der Stärke zurückgebliebenen Schmutz und fetten Schweiss entfernt zu werden, worauf die Wäsche vollkommen gereinigt'ist und der weiteren, üblichen Behandlung unterworfen werden kann.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform der Maschine zur Ausübung des beschriebenen Verfahrens zur Darstellung gebracht, und zwar zeigt : Fig. l eine Seitenansicht der Maschine und
Fig. 2 die Oberansicht bezw. einen Horizontalschnitt derselben nach der Linie 1-1
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Die Maschine besteht aus einem Gestell 1 von beliebiger Form, in dessen entsprechenden Lagern, parallel zueinander, eine Anzahl Walzen bezw. Walzenpaare drehbar montiert sind. Die an beiden Enden des Maschinengestelles 1 angeordneten Walzon 2 nnd 3 dienen zur Zu-bezw. Abführung der Wäsche in bezw. von der Maschine, zu welchem Zwecke diese mit einem in Form eines endlosen Bandes zusammengenähten weitmaschigen
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Leinwandgewebe 4 oder dgl. miteinander verbunden sind.
Die auf der rechten Seite der Maschine aufgegebene Wäsche wird durch dieses Gewebe 4 durch die Maschine bezw.
Walzenpaare hindurchgeführt und auf der linken Seite der Maschine in ein Gefäss 5 fallen gelassen. Zwischen den beiden Walzen 2 sud 3 sind am Maschinengestell 1 drei Walzenpaare 6, 7 und 8 drohbar montiert, und zwar so, dass jede derselben zwischen ihren beiden Walzen das obenerwähnte Leinwandgewebe 4 hindurchlässt. Von diesen drei Walzenpaaren 6, 7 und 8 ist das rechtsseitige 6 zur Entfernung des schmutzigen Wassors aus der Wäsche bestimmt, während das linksseitige Walzenpaar 8 zum Entfernen des Wassers und des aufgelösten Schmutzes aus der bereits durch den elektrischen Strom gereinigten Wäsche dient, zu welchem Zwecke beide Walzenpaare C, S, ebenso wie das mittlere Walzenpaar 7 derart in dem Maschinengestell 1 gelagert sind,
dass die oberen Walzen durch Einwirkung von Spiralfedern 9 dicht auf den unteren aufliegen. Damit nun die eventuell auf ver- schiedenen Stellen in verschieden dicker Schichte ausgebreiteten Wäschestücke an allen Punkten gleichmässig gepresst werden, sind die Walzenpaaro 6 und 8 mit einem Gummi- überzug versehen oder mit einem einigemal herumgewickelten Tuch überzogen, wodurch die für den obenerwähnten Zweck erforderliche Elastizität, gesichert erscheint. Das mittlere Walzenpaar 7 besorgt die eigentliche Reinigung der Wäsche und dient zur Dmchieitung des elektrischen Stromes, zu welchem Zwecke dasselbe aus Metall hergestellt ist.
Das vordere Ende der Achse der unteren Walze und das hintere Ende der Achse der oberen Walze oder umgekehrt ist dabei mit je einer bei den Dynamomaschinen übhchen, bürsten- artigen Kontaktvorrichtung oder dgl. ausgestattet ; durch die eine dieser Kontaktvor- richtungen wird der Strom der Maschine zugeführt, um darauf durch die über beide Walzen hindurchgeführte nasse Wäsche hindurchgeleitet und durch die zweite Kontaktvorrichtung wieder aus der Maschine geleitet zu werden.
Für den Antrieb der erwähnten Walzen ist auf dem Maschinengestell 1 eine Handkurbel 10 montiert, deren Achse ein Antriebszahnrad 11 trägt. Dieses Zahnrad steht mit auf die Achsen der unteren Walzen der Walzenpaare 6, 7 und 8 montierten Zahnrädern 12,
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Die Führungswalze' sowohl, wie die Führungswalze 2 ist ausserdem an beiden Enden mit je einer als Riemenscheibe ausgebildeten Verlängerung 19 versehen, auf welche je ein endloses Band 20 gelegt ist für die Sicherung der Kraftübertragung zwischen den beiden Walzen, nachdem das eventuell schlaff gespannte und weitmaschige Gewebe 4 nicht imstande ist, die erforderliche Reibung für die Kraftübertragung zu liefern.
An den
Riemen 20 ist nun das Leiuwandgcwebe 4 durch Klammern 21 oder dgl. abnehmbar be- festigt, so dass dieses von dem Riemen 20 mitgenommen'wird und bei eventueller Ah- nützung leicht ersetzt werden kann.
Am Maschinengestell 1 ist ferner oben ein Soda-und Wasserbehälter 22 und unten ein Gefäss 23 für das schmutzige Wasser vorgesehen. Der Soda-und Wasserbehälter 22 ist zweiteilig und mit zwei parallel zu den Walzen verlaufenden Ausflussröhren. 24 ver- sehen, an deren Unterseite in der ganzen Länge Löcher vorgesehen sind zur Benetzung der zwischen den beiden Walzenpaaren 6,7 bezw. 7, 8 weiterbewegten Wäsche. Der Be- hälter 23 ist mit einem Ablasshahn 25 für das schmutzige Wasser versehen, welches in ein Gefäss 26 abgeleitet wird.
Die elektrische Einrichtung der Maschine besteht aus den obenerwähnten Kontakt- vorrichtungen und den an diesen angeschlossenen Leitungen, in welch letztere die erforder- lichen elektrischen Apparate, wie Widerstände, Sicherungen, Ausschalter etc. eingeschaltet sind. Der Ausschalter wird zweckmässig in der dargestellten Weise in der Nähe des die
Maschine bedienende Arbeiters angeordnet und derart eingerichtet, dass man mit einem
Griff den Stromkreis gleichzeitig in zwei Punkten unterbrechen kann, so dass der Arbeiter hei der Manipulation keinen Stromschluss mit der Hand oder mit seiner Kleidung hervor- bringen kann, wodurch er eventuell einer Gefahr ausgesetzt würde.
Zu diesem Zwecke sind bei der dargestellten Ausführungsform die beiden Stromzuführungsbürsten 27 durch eine
Stange 28 miteinander verbunden, so dass beim Herunterdrücken derselben durch einen einzigen Handdruck auf den Griff 29 der Stromkreis an beiden Btirsten, also gleichzeitig an zwei Stellen unterbrochen wird.
Selbstverständlich konnte sowohl diese letztgenannte Ausschaltvorrichtung wie auch die Stromzuführungsvorrichtung, sogar auch die Einrichtung der Maschine selbst eine be- liehige sein ; wichtig ist es, dass das zur Ausübung des neuen Wäschereinigungsverfahrens mittels des elektrischen Stromes nach vorliegender Erfindung erforderliche Metallwalzen- paar 7 zweckmässig mit dem nötigen elektrischen Strom gespeist werden könne. Man hat dabei selbstverständlich für eine entsprechende Isolierung der einzelnen Maschinenteile
Sorge zu tragen.