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Verfahren zum Verschliessen eines getrockneten, biologisch potentiell-wirksamen Stoffes unter
Vakuum.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verschliessen eines getrockneten, biologisch potentiellwirksamen Stoffes unter Vakuum in einem mit einem Hals versehenen Gefäss aus Glas od. dgl., dessen
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unter Aufrechterhaltung des Vakuums auch nach erfolgter Trocknung des Gefässinhaltes ein elastischer, durchbohrbarer Stöpsel in den Gefässhals eingeführt wird, der den unter Vakuum befindlichen Gefässinhalt nach aussen abschliesst.
Es sind bereits Verfahren zur Trocknung von Serumpräparaten unter Vakuum und zur Trocknung von in gefrorenem Zustand befindlichenFruchtsäften durch Einwirkung von Vakuum bekannt. Das erfindungsgemässe Verfahren bezweckt, die Trocknung biologisch potentiell-wirksamer Stoffe unter Vakuum in einem solchen Behälter durchzuführen und den getrockneten, sterilen Stoff danach in diesem Behälter derart zu verschliessen, dass eine Verschlechterung des sterilen Zustandes dieses Stoffes sowohl während dieser Behandlung als auch bei seiner späteren Entnahme aus dem Behälter ausgeschlossen ist. Der zur Verwendung kommende Behälter besteht aus Glas und besitzt einen für die Durchführung der besonderen Art des Verschlusses ausgebildeten Hals.
Es ist zwar bereits bekannt, Ampullen von ähnlicher Form zur Blutentnahme aus dem menschlichen Körper zu verwenden, doch ist der dabei durchzuführende Vorgang ein vom Verfahren nach der Erfindung vollkommen verschiedener. Der aus einem Glasröhrehen bestehende Behälter wird bei diesem Verfahren nicht zur Trocknung des aufzunehmenden Inhaltes verwendet, sondern er ist bereits im leeren Zustand evakuiert und durch Zuschmelzen vakuumdicht verschlossen. Dem Vakuum fällt hier zunächst die Aufgabe zu, das Blut steril aus der mittels einer Kanüle angestochenen Vene in die Ampulle zu saugen, wobei das äussere zugespitzte Ende der Kanüle durch einen im Ampullenhals befindlichen Stopfen eingeführt wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht die Aufbewahrung des getrockneten Stoffes unter hohem Vakuum und gewährt die Sicherheit, dass das Vakuum aufrechterhalten und der Stoff frei von Verunreinigungen gehalten wird. Es bietet ferner die Möglichkeit, ohne Vernichtung des Vakuums Wasser in den Behälter einzuführen, indem der Verschluss oberhalb eines durchbohrbaren Abschlusses abgebrochen und das Wasser mittels einer Hohlnadel durch diesen Abschluss eingeführt wird. Letzterer ist dafür bestimmt, das Vakuum auch dann aufrechtzuerhalten, wenn der Verschluss abgebrochen ist.
Unter Bezugnahme auf die Zeichnungen, in welchen ausser dem Behälter eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Einrichtung dargestellt ist, soll das Verfahren nach der Erfindung beschrieben werden. Fig. 1 zeigt in einem Schnitt die beispielsweise Ausführungsform einer Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens in einer Stellung, die während des Trocknens des gefrorenen Stoffes eingenommen wird, Fig. 2 stellt einen Querschnitt durch einen Teil der Einrichtung dar, mittels welchem das Verschlussorgan, ein Stöpsel, in den Behälterhals eingeführt werden kann, Fig. 3 einen Querschnitt durch einen Teil der Einrichtung, durch die der Stöpsel zwecks Erzielung eines dichten Abschlusses durch Einpressen auf seinen Sitz gebracht wird.
Die Fig. 4 und 5 zeigen Ansichten des Behälters vor und nach der Durchführung des Glasabschlusses, die Fig. 6,7 und 8 zeigen den Behälter nach Entfernung des Glasverschlusses, also in dem Zustand, in welchem die Einführung von Wasser
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stattfinden kann sowie auch die Mittel zur Einführung des Wassers. Die Fig. 9 zeigt schliesslich eine
Einrichtung ähnlich derjenigen nach den Fig. 1-3 im Anschluss an einen Vakuumbehälter und Fig. 10 einen Vakuumbehälter mit Anschlüssen für eine Mehrzahl von Einrichtungen nach Fig. 9.
In Fig. 1 stellt 1 einen Behälter für die Aufnahme des getrockneten Serums bzw. biologisch wirksamer Stoffe dar, der den Stoff la enthält, der bei annähernd waagerechter Lage des Behälters in feste Form gebracht wurde. In dieser Lage ist die Oberfläche für die Verdampfung der im Stoff ent- haltenen Flüssigkeit eine möglichst grosse und wird der Behälter einer tiefen Temperatur von z. B.
- 700 ausgesetzt. Der Behälter ist mit einem längeren, ziemlich weiten Halsansatz 2 mit einem konischen
Teil 3 versehen. Er wird mittels einer vakuumdichten Verbindung 5 an das Metallrohr 4 der Enrich- tung angeschlossen. Letztere besitzt ein Rohr 6 aus Gummi, über das eine mit Gewinde versehene
Hülse 8 geschoben ist. Ein Teil des Rohres 6 ist, wie bei 7 dargestellt, umgestülpt. Auf die Gewinde- hülse 8 ist eine weitere Hülse 9 aufgesehraubt. Diese Einrichtung ermöglicht, den Behälter 1 rasch in vakuumdichte Verbindung mit dem Metallrohr 4 zu bringen. Letzteres besitzt eine seitliche, schräg aufwärts gerichtete Abzweigung 10. Innerhalb des Rohres 4 befindet sich das mit Öffnungen 11a ver- sehene Rohr 11, das bei 12a starr mit dem Metallrohr 12 verbunden ist.
Die Verbindung mit dem Rohr 4 bildet ein elastischer, z. B. aus Gummi, bestehender Schlauch 13, in dessen Innerem sich eine Schrauben- feder 14 befindet.
Das Rohr 11 besitzt eine solche Länge, dass es die Öffnung zwischen der seitlichen Abzweigung 10 und dem Rohr 4 sperren kann. Die Verbindungen der Rohre 4, 12 und 13 sind vakuumdicht. Das Rohr 12 ist durch ein Metallrohr 16 und ein Gummirohr 17 an einen Vakuumbehälter angeschlossen. Das
Rohr 17 kann aus härterem Gummi bestehen und ist abnehmbar ausgebildet, um den unteren Teil der Einrichtung vom Vakuumbehälter abzuschalten, wenn der Behälter 1 entfernt werden soll. Am seitlichen Auslass Mist mittels einer Gummisehlauchverbindung 18 ein mit einem besonderen Abschluss- organ 20 versehenes Metallrohr 19 angeschlossen. Das Verbindungsstück 18 ist so ausgebildet, dass das Rohr 19 und die mit ihm verbundenen Teile der Einrichtung rasch von den übrigen Teilen durch einen vakuumdichten Verschluss getrennt werden können.
Das im Rohr 19 eingeschlossene Abschluss- organ 20 besteht aus einer mittels eines Handgriffs drehbaren Metallseheibe, die einen Durchgangs- kanal 21 für die zum Abschluss des Behälters 1 bestimmten, vom oberen Teil des Rohres 19 kommenden
Gummistöpsel besitzt und mit welcher die Stöpsel so gedreht werden können, dass sie in richtiger Ge- brauchslage in das Rohr 10 einfallen. Mit dem Rohr 19 ist ferner über ein Gummirohr 23 ein Glasrohr 24 verbunden, das eine Anzahl Gummistöpsel aufnehmen kann, die alle mit ihrem dickeren Oberteil ab- wärts gerichtet liegen. Das Rohr 24 besitzt an seinem oberen Ende einen Abschluss 25, der einen Luft- durchtrittskanal 26 und ein aus absorbierender Baumwolle od. dgl. bestehendes Luftfilter enthält.
Wenn aus dem Rohr 19 mittels des Abschlussorgans 20 ein Stöpsel abgegeben wird, so gestattet das
Luftfilter 27 und der Kanal 26 im Abschlussorgan, dass sterilisierte Luft in das Rohr 19 eintritt, so dass innerhalb dieses Rohres die Bildung von Vakuum vermieden wird. Das Rohr 24 wird mittels eines
Ringes 28 od dgl. gehalten, der die Herausnahme oder Einführung des Rohres zulässt und gleichzeitig ermöglicht, dass das Rohr 19 und der untere Teil der Anordnung in bezug auf deren oberen Teil auf und ab bewegt werden kann.
Die Verbindung der Einrichtung nach den Fig. 1-3 mit einem Vakuumbehälter ist durch die
Fig. 9 und 10 veranschaulicht. Über der Verbindung 5 und dem Hals des Behälters 1 ist eine Glocke 40 angebracht, die zur Fernhaltung von Staub od. dgl. dient. Ein aus einem Glasrohr 41 bestehendes
Luftfilter 42 enthält Baumwolle od. dgl. und ist am Rohr 24 mittels einer Gummihülse 44 befestigt.
Das dehnbare Rohr 13 ist an ein Metallrohr 12 angeschlossen, das einen Gewindebolzen 45 mit Flügelmutter 46 trägt. Das andere Ende des Rohres 12 ist mit einem Gummirohr 47 vakuumdicht ver- bunden. Letzteres führt zum Auslass 48 eines Vakuumbehälters 49 mit mehreren derartigen Aus- lässen (Fig. 10). JederAuslass besitzt einen gabelförmigen Ansatz 50, dessen Schlitz über den Bolzen 45 geschoben und der mittels der Flügelmutter 46 befestigt wird.
Vor Gebrauch wird die ganze Einrichtung eingehüllt und sterilisiert, wobei je eine Verschlussklemme am Gummirohr 17 (Fig. 1) bzw. 47 (Fig. 9) und am Rohr 18 angebracht wird. Zur Durch- führung der Evakuierung wird das Rohr 17 bzw. 47 an den Vakuumbehälter angeschlossen. Hienach wird die Umhüllung entfernt und das offene Ende der Glocke 40 in eine antiseptische Lösung einge- taucht. Der mit gefrorenem Material versehene Behälter 1 wird (Fig. 1 und 9) auf sterile Art ange- schlossen und die Verschlussklemme vom Rohr 17 bzw. 47 entfernt, wodurch das Vakuum angeschlossen und der Stoff im Behälter 1 getrocknet wird. Die durch die Verdampfung bewirkte Abkühlung genügt, um ihn in gefrorenem Zustand zu halten.
Der Hals des Behälters 1 muss auch an der konisch eingeengten Stelle genügend weit sein, um dem Dampf einen bequemen Durchtritt zu sichern.
Der getrocknete Stoff stellt eine poröse Masse dar, die durch den Trocknungsvorgang keine
Veränderung ihrer physikalischen Struktur erfahren hat. Sobald die Trocknung beendigt ist, wird die Klemme vom Rohr 18 entfernt, mittels des Abschlussorgans 20 ein Stöpsel 29 in das Rohr 10 (Fig. 1) eingeführt und sodann die Klemme wieder am Rohr 18 angebracht. Der untere Teil der Einrichtung mit dem Behälter 1 wird sodann unter Dehnung des Rohres 13 in die aus Fig. 2 ersichtliche Stellung abwärts gezogen. Das Rohr 11 verschliesst dabei nicht mehr die Eintrittsöffnung des Rohres 10, so
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dass der Gummistöpsel 29 in'den Hals des Behälters 1 einfällt.
Hienach wird der untere Teil der Einrichtung wieder aufwärts bewegt, wodurch das Rohr 11 in den Hals 2 des Behälters geführt und der
Stöpsel 29 durch dessen Druck in feste Anlage am konischen Teil des Behälterhalses 2 gebracht wird.
Hiedurch wird ein dichter Abschluss hergestellt, der die Erhaltung des im Behälter herrschenden Vakuums für eine Zeitdauer sichert, die für den endgültigen Abschluss des Halses oder für die Überführung des getrockneten Stoffes in den flüssigen Zustand erforderlich ist.
Hienach werden die Klemmen vom Gummirohr 47 bzw. 18 entfernt, so dass durch das Luftfilter 27 Luft in das Rohr 4 eintreten kann. Dadurch wird das Vakuum vernichtet, ohne dass die Einrichtung in ihrem Inneren durch Staub od. dgl. verunreinigt wird. Der durch den Stöpsel verschlossene Behälter (Fig. 4) wird sodann von der Einrichtung abgenommen und die Glocke 40 in eine antiseptische Lösung eingetaucht. Der ganze Vorgang kann beliebig oft wiederholt und eine Anzahl von Behältern in vollkommen steriler Art nacheinander verschlossen werden, ohne dass die Einrichtung jedesmal erneut sterilisiert werden müsste. Ein Teil des Halses des abgenommenen Behälters 1 wird dann mittels einer stärkeren Flamme erhitzt und zu einem Kapillarrohr ausgezogen, der Hals wieder evakuiert und nunmehr mittels Flamme zugeschmolzen (Fig. 5).
Der Behälterhals ist bei 30 (Fig. 4,5) eingeritzt oder geätzt, um das Abbrechen des oberen Halsteiles zu erleichtern (Fig. 6). Der Hals 2 könnte auch schon vor der Entfernung des evakuierten Behälters 1 von der Einrichtung durch Zuschmelzen verschlossen werden, doch wird der endgültige Verschluss zweckmässig erst später ausgeführt, weil dadurch Schwierigkeiten vermieden werden, die bei unter Vakuum folgendem Zuschmelzen eines Rohres von verhältnismässig grossem Durchmesser bestehen.
Der auf die angegebene Art hergestellte Behälter ist sowohl im eigentlichen Behälterteil wie auch im Halsteil zwischen Gummistöpsel und zugeschmolzenem Ende evakuiert. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Verschlussart eingesehränkt,. da der Abschluss durch Zuschmelzen auch ohne Evakuierung des Halses erfolgen kann. Dies gilt insbesondere für Behälter, deren Fassungsvermögen verhältnismässig gross ist und ein Mehrfaches des Rauminhaltes des Halses oder des Halsteiles zwischen Gummistöpsel und Glasabschluss beträgt. Wenn der Hals, ohne evakuiert zu sein, mittels einer Flamme zugeschmolzen wird, so erfolgt durch die Schmelztemperatur eine starke Verdünnung der in ihm befindlichen Luft. Oberhalb des Stöpsels befindet sich dann nur sehr wenig Luft, die zwischen Stöpsel und Glaswand in den Behälter eindringen könnte.
Keinesfalls kann aber so viel Luft in den Behälter gelangen, dass hiedurch die Auflösbarkeit des Stoffes im eingeführten Wasser beeinträchtigt wird.
Soll der Stoff in flüssigen Zustand übergeführt werden, so ist bloss der obere Halsteil 31 abzubrechen (Fig. 6). Hierauf kann die Nadel einer Injektionsspritze durch den Gummistöpsel eingeführt (Fig. 7,8) und mittels dieser Wasser in den Behälter eingebracht werden. Die Gummistöpsel besitzen zweckmässig einen Kanal 83 (Fig. 3), der sie nicht ganz durchsetzt und die Einführung der Nadel erleichtert. Nachdem das Wasser in den Behälter eingebracht und der Stoff aufgelöst ist, wird die Nadel langsam zurückgezogen, wobei Luft in den Behälter dringt, so dass der aufgelöste Stoff herausgesaugt werden kann. Die Nadel wird dann nochmals durch den Gummistöpsel eingeführt und die Flüssigkeit bei nach oben gekehrtem Behälter (Fig. 8) in die Injektionsspritze eingesaugt.
Während der Zeit, während welcher kein Behälter an der Einrichtung befestigt ist, wird an das Rohr 17 (Fig. 1) eine Klemme angelegt, um vakuumdichten Abschluss herzustellen, um einer Vernichtung des Vakuums innerhalb des Vakuumbehälters vorzubeugen. Ebenso kann am Gummirohr 18 eine Klemme angebracht werden, die das Eindringen von Luft durch den Stöpsel 25 und über das Ventil 20 in die Rohre 10 und 4 verhindert. Sie wird abgenommen, sobald Stöpsel über das Ventil 20 in das Rohr 10 befördert werden sollen. Dabei gewährt das Ventil eine genügende Abdichtung. Die Klemme kann aber auch dann vom Rohr 18 genommen werden, wenn ein Gummistöpsel beieits in den Behälter eingeführt ist und die Entfernung des Behälters von der Einrichtung erforderlich wird, um das Vakuum im Behälterhals durch gefilterte Luft aufzuheben.
Danach muss das Gummirohr j ! y bzw. 47 zugeklemmt werden.
Die beschriebene Einrichtung stellt nur ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dar. An Stelle des eine Mehrzahl Stöpsel enthaltenden Rohres kann z. B. auch ein Rohr verwendet werden, das nur einen Stöpsel enthält und bei welchem daher eine Einrichtung wie das Ventil 20 entfallen kann. Die erstere Ausführungsart ist aber besonders vorteilhaft, weil sie einen ununter- brochenen Betrieb der Einrichtung bei einem Mindestaufwand an Arbeit und Zeit für Umstellung der Verbindungen ermöglicht und die Einführung steriler Stöpsel in den Behälter sehr vereinfacht.
Ein mit einem Luftfilter versehenes Rohr kann, mit 7-8 oder auch mehr Stöpseln angefüllt, samt diesen z. B. durch Dampfbehandlung oder Erhitzen sterilisiert und dann mittels des Rohres 23 (Fig. 1) an die Einrichtung angeschlossen werden.
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