AT159879B - Verfahren zur Herstellung von als Spritz- und Stäubemittel geeigneten Schädlingsbekämpfungsmitteln. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von als Spritz- und Stäubemittel geeigneten Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Info

Publication number
AT159879B
AT159879B AT159879DA AT159879B AT 159879 B AT159879 B AT 159879B AT 159879D A AT159879D A AT 159879DA AT 159879 B AT159879 B AT 159879B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
spray
agents
water
production
hydrophilic
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
August Dr Czapek
Original Assignee
August Dr Czapek
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by August Dr Czapek filed Critical August Dr Czapek
Application granted granted Critical
Publication of AT159879B publication Critical patent/AT159879B/de

Links

Landscapes

  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von als   Spritz-und Stäubemittel geeigneten Schädlingsbekämpfungs-   mitteln. 



   Zur Bekämpfung tierischer und pilzlieher   Pflanzenschädlinge   werden bekanntlich Insektizide bzw. Fungizide,. wenn wir von Vergasungsmitteln absehen, nach zwei Verfahren angewandt :
1. Verstäubung der Pflanzenschutzmittel in Pulverform ;
2. Verspritzung der in Wasser suspendierten oder seltener der gelösten Pflanzenschutzmittel. 



   Beide Verfahren besitzen Vor-und Nachteile. 



   Besonders nach langen Regenperioden, wenn die Gefahr einer Pilzinfektion sehr gross ist, entscheiden oft Stunden über den Erfolg der Bekämpfungsarbeit.   Z.   B. kann eine nur um Stunden verspätete Bekämpfung der Rebenperonospora den ganzen Bekämpfungserfolg in Frage stellen. In solchen Fällen kann nur ein rasches Eingreifen mit Stäubemitteln zum Erfolge führen. 



   Umgekehrt gibt es des öfteren Umstände, unter denen nur mit einem Spritzmittel der Bekämpfungserfolg erzielt werden kann. Mit Rücksicht darauf, dass von vornherein die Umweltsfaktoren nicht bekannt sind, unter denen die Bekämpfungsarbeiten vollzogen werden, so müssen in der Praxis sowohl Stäubemittel wie auch Spritzmittel bereitgehalten werden, damit im Augenblick, wenn die   Schädlingsgefahr   akut wird, das richtige Bekämpfungsverfahren angewandt werden kann. Diese Tatsache bedeutet eine erhebliche Verteuerung der   Schädlingsbekämpfung,   da unter Umständen Präparate angeschafft werden, die mehrere Jahre unverwendet bleiben. 



   Die vorliegende Erfindung hat Mittel zum Gegenstande, die je nach Bedarf sowohl als Spritzwie auch als Stäubemittel mit bestem Erfolg verwendet werden können. 



   Mit Rücksicht auf die Eigenart der Träger galt es bisher als ausgeschlossen, hochwirksame Präparate herzustellen, die mit Erfolg als   Stäube-wie auch   als Spritzmittel verwendbar waren. Die Eigenschaften und die Wirkung der beiden Typen waren bei den bisher bekannten Präparaten so verschieden, dass die Anwendungsart als Stäube-oder Spritzmittel direkt als Einteilungsprinzip für Pflanzenschutzmittel angesehen wurde (siehe Trappmann, Leipzig 1927, p. 154). 



   In der Tat ist es nicht möglich, die bisher erzeugten Stäubemittel in Wasser zu einer auch nur kurze Zeit stabilen Suspension zu verteilen, oder umgekehrt die   handelsüblichen   Spritzmittel in trockener Form zu applizieren, ohne dass das Pulver augenblicklich von der Pflanze abfallen würde. Die für Stäube-und Spritzmittel verwendeten Trägerstoffe sind so verschiedener Natur, dass an eine Verwendung eines Präparates für beide Verfahren vorerst nicht zu denken ist. Als besonderes Kennzeichen für Stäubemittel gilt deren Inhalt an Streck-und Haftmitteln, die, wie z. B. Talkum, Kieselgur usw. in Wasser unlöslich sind und auch keinerlei Tendenz zur Aufnahme von Wasser zeigen. Kolloid-chemisch betrachtet, handelt es sieh durchwegs um hydrophobe Stoffe.

   Alle diese Beistoffe, die, wie erwähnt, für Stäubemittel kennzeichnend sind, bewirken, dass diese Präparate in Wasser nicht verteilbar sind. Je nach der Feinheit und dem spezifischem Gewicht der verwendeten Beistoffe, sedimentieren die Präparate sofort bei Vermischung mit Wasser oder sie schwimmen an der   Wasseroberfläche.   Eine Verwendung als Spritzmittel ist   soleherart   ausgeschlossen. 



   Die Spritzmittel wieder sind gekennzeichnet durch Beistoffe, die als Schutzkolloide die Schwebefähigkeit der Mittel bewirken. Als derartige Beistoffe seien erwähnt : Kasein, Gelatine, Eiweiss usw. Sie stellen hydrophyle Kolloide dar, die grosse Mengen Wasser aufzunehmen imstande sind. Diese Schutzkolloide bilden eine Hülle um die suspendierten Teilchen der toxischen Komponente. Nach dem Aufspritzen des Spritzmittels auf die Pflanze verdunstet das Wasser der Spritzbrühe und die Schutzkolloid-Giftteilchen bilden einen ungemein gut haftenden Spritzbelag. Anders liegt die Sache, wenn derartige Mittel in trockenem Zustande verstäubt werden. Abgesehen davon, dass die Verstäubbarkeit derartiger hydrophyle Kolloide enthaltender Mittel schlecht ist, so ist auch die Haftfähigkeit des sieh zusammenballenden Pulvers unzureichend.

   Der   Hauptübelstand   liegt aber darin, dass das trocken angewendete Spritzmittel nahezu keine Regenbeständigkeit besitzt. Das Schutzkolloid nimmt in diesem Falle erst auf der Pflanze grosse Mengen Regenwasser auf, quillt und wird vom Regen glatt abgespült. Die Haftfähigkeit bei Anwendung als Spritzmittel beruht darauf, dass das Kolloid auf der Pflanze eintrocknet. Da beim Stäubemittel der am Blatte erst erfolgenden Benetzung und Quellung die Eintrocknung nicht unmittelbar folgen kann, so lässt sieh eine zureichend Haftfähigkeit und Regenbeständigkeit nicht erzielen.

   Es war bisher nicht gelungen, Präparate darzustellen, die mit gleichem Erfolg sowohl als   Stäube-wie auch   als Spritzmittel verwendbar sind, obwohl es an den   diesbezüglichen   Versuchen nicht gefehlt hat und obwohl ein Bedarf für derartige Mittel vorliegt. 



   Es wurde nun gefunden, wenn geeignete hydrophobe   Haft- und Streckmittel   auf nassem Wege mit hydrophylen Kolloiden behandelt werden und diesen gemeinsam ebenfalls auf nassem Wege die toxische Komponente einverleibt wird, Produkte resultieren, die sowohl als   Stäube-wie auch   als Spritzmittel hervorragend geeignet sind. Während eine einfache Mischung der beiden Arten von Beistoffen, 
 EMI1.1 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 je nach der Dosierung und Wahl der Beistoffe entweder nur als Stäubemittel, oder nur als Spritz- mittel verwendbar sind, lassen sich durch erfindungsgemässe Vereinigung bestimmter Beistoffe auf nassem Wege überraschende Effekte erzielen. 



   Die erfindungsgemässen Produkte zeigen nicht nur die Eigenschaft, dass sie sowohl als Spritz- wie auch als Stäubemittel verwendbar sind. Sie besitzen darüber hinaus gegenüber den bekannten
Präparaten beider Typen eine erheblich bessere Wirkung bei gleichem Gehalt an wirksamen Stoffen. 



   Die Erzielung des angestrebten Effektes beruht auf Vorgängen, die sich etwa folgendermassen erklären und zusammenfassen lassen : Die auf nassem Wege erfolgte Mischung der hydrophoben und hydrophylen Beistoffe unter Zusatz der toxischen Kompenente führt zu Zerteilungen, die die toxische
Komponente auf dem feinen hydrophoben Beistoff ausgefällt enthalten ; jedes dieser Teilchen ist von einer Hülle des hydrophylen Stoffes umgeben. Bei Anwendung als Spritzmittel wird nun das hydrophyle Kolloid in bekannter Weise Wasser aufnehmen und als Schutzkolloid seine Wirkung entfalten. Der Unterschied in diesem Falle gegenüber den gewöhnlichen Spritzmitteln liegt darin, dass die Zerteilung beim erfindungsgemässen Mittel noch feiner ist, da der Dispersitätsgrad durch die extrem feinen Teile der hydrophoben Komponente, die den Kern jedes Teilchens bildet, bestimmt wird.

   Durch die feinere Verteilung erscheint auch die Benetzungsfähigkeit, Haftfähigkeit und damit die Wirkung schon bei Anwendung als reines Spritzmittel erhöht. 



   Bei Anwendung als Stäubemittel ist zunächst für die Brauchbarkeit massgebend, dass die Verstäubbarkeit durch die Anwesenheit der hydrophylen Komponente nicht mehr behindert wird, wie dies bei Verstäubung der gewöhnlichen Spritzmittel der Fall ist. Denn die hydrophyle Komponente ist hier in feinerer Verteilung zugegen (siehe oben). Bei Benetzung des Stäubemittelbelages, etwa mit Regenwasser, tritt wohl auch Wasseraufnahme ein. Mit   Rücksicht   darauf, dass aber die hydrophylen Teile einerseits viel kleiner sind als bei normalen Spritzmitteln, anderseits jedes dieser wasserbindenden Teilchen einen hydrophoben Kern besitzt, besteht die Gefahr einer Abwaschung durch Wasser nicht, bzw. ist die Gefahr nicht wesentlich grösser als bei Spezialstäubemitteln.

   Der wasserunlösliche Kern tritt sofort bei Benetzung des Filmbelages als Träger der Haftfähigkeit in Funktion. Die Gegenwart der hydrophylen Komponente bewirkt auch bei Anwendung als Stäubemittel eine besondere Benetzungsfähigkeit des Präparates gegenüber den Parasiten, z. B. dessen Verdauungssäften, wodurch die Wirksamkeit solcher Mittel erheblich gesteigert wird. 



   Demgegenüber besitzen oft gerade ungemein regenbeständige und sehr gut haftende Spezialstäubemittel relativ geringe Wirksamkeit, da deren wasserabstossende Wirkung eine Benetzung des Giftstoffes verhindert. Die Benetzung des Giftstoffes und die damit verbundene Lösung von Giftteilchen bilden aber die Voraussetzung für die Wirksamkeit. 



   Erfindungsgemäss werden als Beistoffe an sich bekannte Alkalisalze der Naphthalinsulfosäuren, Fettalkoholsulfonate, Sulfonate und Ligninderivaten u. dgl. in Verbindung mit ebenfalls an sich bekannten hydrophoben Beistoffen, wie Talkum, Kieselgur und gemeinsam mit an sich bekannten hydrophoben Beistoffen, wie Kaseinaten, Bentoniten, Tonerdeverbindungen, Silikaten, auf nassem Wege mit der toxischen Komponente vereinigt. Als toxische Komponente seien Kalkarseniat, Blei- 
 EMI2.1 
 unter intensivstem Rühren beigefügt. Nach halbstündigem Rühren dieser Mischung wird unter Aufrechterhaltung der Temperatur Kalkmilch langsam einfliessen gelassen bis zur Erreichung alkalischer Reaktion. Der Niederschlag wird abzentrifugiert, gut gewaschen, rasch getrocknet und feinst gemahlen. 



  Zum Schluss wird   Y2   kg Naphthalinsulfosaures Natrium beigefügt. Das so erhaltene Produkt kann in   0'8%iger Verdünnung   gegen fressende tierische   Pflanzenschädlinge   verwendet werden. Ebenso ist dieses erfindungsgemässe Produkt als hochwirksames Stäubemittel verwendbar. Das Präparat übertrifft bei gleichem Arsengehalt die handelsüblichen Produkte in seiner Wirkung als Stäubemittel um rund   10%,   während die Wirkungserhöhung als Spritzmittel infolge der stark gesteigerten Benetzungsfähigkeit noch um etwas höher ist.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von zur Verwendung sowohl als Spritz-wie auch als Stäubemittel geeigneten Schädlingsbekämpfungsmitteln, die neben dem wirksamen Anteil noch hydrophyle und hydrophobe Beistoffe enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass die Vermischung der hydrophylen und hydrophoben Bestandteile auf nassem Wege erfolgt.
AT159879D 1938-03-02 1938-03-02 Verfahren zur Herstellung von als Spritz- und Stäubemittel geeigneten Schädlingsbekämpfungsmitteln. AT159879B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT159879T 1938-03-02

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT159879B true AT159879B (de) 1940-12-10

Family

ID=3650635

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT159879D AT159879B (de) 1938-03-02 1938-03-02 Verfahren zur Herstellung von als Spritz- und Stäubemittel geeigneten Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT159879B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2855065A1 (de) Verfahren zur einkapselung durch grenzflaechen-polykondensation
DE3780797T2 (de) Zusammensetzung zur anwendung an pflanzen.
DE3324336A1 (de) Stabilisierte pflanzenschutzmittel-suspensionen und verfahren zu deren herstellung
DE69224295T2 (de) Pestizid und fungizid
DE1006203B (de) Selektiv wirkendes Unkrautbekaempfungsmittel
DE1542931C3 (de) Bioeide Dispersionen von im Phosphatverfahren erzeugtem Kupfer(II)-hydroKid
DE69917930T2 (de) Dispersionen wasserunlöslicher partikel auf polymerbasis mit verzögerter freigabe
AT159879B (de) Verfahren zur Herstellung von als Spritz- und Stäubemittel geeigneten Schädlingsbekämpfungsmitteln.
DE967976C (de) Verfahren zum Granulieren von Duengemitteln
DE1917418A1 (de) Biocid-Granulat
EP0107107B1 (de) Granuliertes Pflanzenschutzmittel und Verfahren zur Herstellung
DE837243C (de) Schwebemittel fuer waessrige Suspensionen
DE1932814A1 (de) Stabilisator zum Stabilisieren von Gemischen waessriger Emulsionen und Suspensionen und mit Hilfe dieses Stabilisators erhaltene Pestizidpraeparate
DE1542899C3 (de) Verwendung von Zinkricinoleat als Haftvermittler für pulverförmige Schäd lingsbekämpf ungsmittel
DE458954C (de) Verfahren zur Herstellung von Bestaeubungspulvern besonderer Haftfaehigkeit zur Schaedlingsbekaempfung
DE2011143A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Torfgranulaten
DE959419C (de) Schaedlingsbekaempfungsmittel
DE1542899B2 (de) Verwendung von Zinkricinoleat als Haftvermittler für pulverförmige Schäd Ingsbekämpf ungsmittel
DE673508C (de) Verfahren zur Herstellung eines mit Wasser verduennbaren, fluessigen Spritzmittels zur Bekaempfung von Schaedlingen an lebenden Baeumen und Pflanzen
DE483695C (de) Mittel zur Bekaempfung von Insekten
DE567792C (de) Mittel zur Bekaempfung der roten Spinne
USRE16331E (en) Arsenate of lead
DE866870C (de) Verfahren und Mittel zum Beizen von Saatgut
AT240099B (de) Triphenylzinnverbindungen enthaltende fungizide Präparate
DE1905524B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Mikrogranulaten fur den Pflanzenschutz