AT159739B - Verfahren zur Gewinnung von Fetten, Ölen und Tranen und von Eiweißprodukten aus tierischen oder pflanzlichen Ausgangsstoffen, insbesondere Abfällen. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Fetten, Ölen und Tranen und von Eiweißprodukten aus tierischen oder pflanzlichen Ausgangsstoffen, insbesondere Abfällen.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Gewinnung von Fetten, Ölen und Tranen und von Eiweissprodukten aus tierischen oder pflanzlichen Ausgangsstoffen, insbesondere Abfällen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Fetten, Ölen und Tranen und Eiweissprodukten aus tierischen und pflanzlichen Ausgangsstoffen, insbesondere Abfällen, wie sie sich z. B. im Schlachthausbetrieb ergeben. Bisher wurde die Verarbeitung von derartigen Stoffen in der Weise vorgenommen, dass Brühen erzeugt wurden, aus welchen das Fett durch Fettabscheider üblicher Bauart nach dem spezifischen Gewicht abgeschieden wurden. Diesem Verfahren haftete der Mangel an, dass einerseits die Fettausbeute gering war, anderseits infolgedessen zu viel Fett in den Rückständen und deren Verarbeitungsprodukten verblieb. Durch diesen zu hohen Fettgehalt wurde insbesondere das gewonnene Futtermehl rasch verderblich und entsprach auch nicht den Anforderungen einer rationellen Futtertechnik. Anderseits sind Verfahren bekannt, lösliche Eiweisspräparate aus Fleisch, Fleischmehl oder eiweissreichen Pflanzenstoffen dadurch herzustellen, dass die betreffenden Substanzen mit Ammoniak oder Lösungen leicht dissoziierender Ammonsalze mit oder ohne Laugen bei höherer Temperatur behandelt und eingedampft werden. Diesem Verfahren werden Ausgangsstoffe zugrunde gelegt, welche, bevor sie dem Verfahren zur Herstellung der Eiweisspräparate unterworfen werden, ganz oder zum grössten Teile von ihrem Fettgehalt befreit werden. Diesem bekannten Verfahren gegenüber bezweckt die Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, durch welches eine praktisch vollkommene Trennung der Fettsubstanzen von den Eiweissprodukten aus Fette, Öle, Trane u. dgl. enthaltenden tierischen oder pflanzlichen Ausgangsstoffen in einem einzigen Arbeitsvorgang ermöglicht wird. Dieser Zweck wird der Erfindung gemäss dadurch erreicht, dass der Fett und Eiweiss enthaltende Ausgangsstoff mit Ammoniak unter Zusatz von primärem Ammoniumphosphat bei erhöhter Temperatur unter Druck und Umrühren so lange behandelt wird, bis sich eine wässerige Eiweissbrühe bildet, in welcher das Fett emulgiert ist, worauf die Trennung von Fett und Brühe in Separatoren od. dgl. erfolgt. Am vorteilhaftesten wird die Erfindung derart ausgeführt, dass Dampf in Behälter eingeführt wird, in welche vorher die vom Fett, 01 od. dgl. nicht befreiten Abfallprodukte zusammen mit dem notwendigen Chemikalienzusatz eingebracht wurden. Der Dampf erzeugt einerseits die nötige Temperatur, anderseits die erforderliche Flüssigkeitsmenge durch Kondensation und schliesslich wird hiedurch auch der nötige Druck im Behälter erreicht. Durch den Chemikalienzusatz wird der Kochprozess abgekürzt, wodurch eine Schonung der Eiweisssubstanz gewährleistet ist. Je nach dem gewünschten Endprodukt an eiweisshaltigen Substanzen ist es möglich, durch kürzeres oder längeres Kochen bzw. durch stärkere oder geringere Chemikalienzugabe entweder eine Beibehaltung der vorhandenen Eiweissstruktur oder deren Abbau (Peptonisierung) zu erzielen. Ebenso ist die Umwandlung von unverdaulichen in verdauliche Eiweissstoffe möglich. Durch die erfindungsgemässe Beigabe von Ammoniak in Verbindung mit primärem Ammonium- phosphat geht das Eiweiss in Lösung und werden auch die vorhandenen Säuren gebunden. Ein allfälliger Überschuss von Ammoniak verdampft und wird dann bei der Aufarbeitung abgeblasen bzw. mit Exhaustoren abgezogen. <Desc/Clms Page number 2> Es liegt im Wesen des Verfahrens, dass durch Verwendung geringer Mengen von Ammoniak und eine verhältnismässig kurze Reaktionszeit eine Verseifung des Fettes der Ausgangsprodukte vermieden wird. Weiters werden bereits vorhandene oder entstandene organische Säuren, wie z. B. Fleisch-, Butter-, Milchsäure usw., durch das Ammoniak gebunden, so dass ein Überschuss praktisch kaum zustande kommt. Die Erfindung sei an Hand eines beispielsweisen Verfahrens näher erläutert. Es werden z. B. in einem Behälter 1000 kg Schlachthausabfälle, Konfiskate, Leimleder, Walfleisch, Fisehabfälle, Darmsehleim, Zerealien, Presskuchen u. dgl. mit verschiedenen Beimengungen, wie Knochen, Haaren, Sehnen, Schuppen u. dgl. oder Panseninhalt, eingebracht, hierauf mit 12 bis 20 Ay konzentriertem Ammoniak und bis zu einem Zehntel der Ammoniakmenge mit Ammoniumphosphat als Beigabe versetzt. Sodann wird der Behälter geschlossen, Dampf eingeleitet und ein Druck bis zu 3 A1iL eingestellt. Unter ständigem Umrühren durch ein im Behälter eingebautes Rührwerk wird innerhalb von 25 bis 40 Minuten eine Eiweissbrühe gebildet, in welcher das Fett emulgiert ist. Die Kochzeit und die Menge der Chemikalien richten sich im wesentlichen nach der Beschaffenheit des Ausgangsmaterials und nach dessen Eiweissgehalt. Für den Fall, dass die verdauliche Eiweisssubstanz nicht zerstört werden soll, ist es zweckmässig, nicht über 20 kg Ammoniak beizugeben und den Kochprozess zu kontrollieren. Für den Fall, dass z. B. ein Abbau des Eiweisses erstrebt wird, ist die Mischung bei an sieh gleicher Ammoniak- und Ammoniumphosphatbeigabe verdünnt zu halten und die Kochzeit zu verlängern, beispielsweise auf 1 bis 1 Stunden. Für den Fall, dass unverdaulich Eiweissstoffe in verdauliche übergeführt werden sollen, ist die Zugabe von grösseren Ammoniak-und Ammoniumphosphatbeigaben, z. B. 40 kg, zweckmässig, wobei die Koehzeit auf etwa 2 Stunden verlängert werden muss. Es ist möglich, durch weitgehende Anpassung der Chemikalienmengen Verdünnung und Koehzeit eine dem jeweiligen Ausgangsprodukt sowie dem gewünschten Endprodukt angepasste Verfahrungsweise zu wählen. Aus dem Behälter wird die emulgierte Brühe den Separatoren zugeführt und nach erfolgter Fetttrennung die verbleibende Brühe in Trockenapparaten getrocknet und zu Futtermehl weiterbehandelt. Die Vorteile der Erfindung liegen auf der Hand. Sie ermöglicht einerseits eine wesentlich grössere Fettausbeute, anderseits die Herstellung besserer Futtermittel, wobei beide Produkte praktisch geruchfrei sind. Es ist auf diese Weise möglich, Fleisch-, Fisch-, Walmehle oder pflanzliche Eiweissfuttermehle in besseren Eigenschaften herzustellen. Die Erfindung ist daher sowohl für die Sehlaehthausindustrie wie auch für den Walfang von besonderer Bedeutung, wobei sie aber natürlich nicht auf diese Gebiete beschränkt bleibt. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Gewinnung von Fetten, Ölen und Tranen und von Eiweissprodukten aus EMI2.1 phosphat unter Druck und Umrühren bei erhöhter Temperatur behandelt wird, bis sich eine wässerige Eiweissbrühe bildet, in welcher das Fett emulgiert ist, worauf die Trennung von Fett und Brühe in Separatoren od. dgl. erfolgt.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch kurze Kochzeit und geringe Zusätze ein Abbau und eine Zerstörung der eiweissähnliehen Nahrungsstoffe vermieden wird.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch längere Kochzeit, aber geringere Zusätze eine Peptonisierung des Eiweisses erhalten wird.4. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass durch grössere Zusätze und längere Kochzeit unverdaulich in verdauliche Eiweissstoffe übergeführt werden.
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| AT159739D AT159739B (de) | 1935-11-18 | 1936-11-17 | Verfahren zur Gewinnung von Fetten, Ölen und Tranen und von Eiweißprodukten aus tierischen oder pflanzlichen Ausgangsstoffen, insbesondere Abfällen. |
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