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Kompressor für Chlorgas.
Zum Verdichten von Chlorgas dienen Chlorkompressoren, die entweder mit oder ohne Sperr- flüssigkeit arbeiten. Bei den mit Sperrflüssigkeit arbeitenden Chlorkompressoren befindet sich zwischen dem Arbeitskolben und dem zu fördernden Gas die Sperrflüssigkeit, z. B. Schwefelsäure, durch welche verhindert wird, dass der Kolben mit dem Gas selbst in Berührung kommt. Bei den ohne Sperrflüssigkeit arbeitenden Chlorkompressoren steht das Gas mit dem Arbeitskolben unmittelbar in Berührung.
Der im Zylinder gleitende Kolben wird hiebei mit Schwefelsäure nur geschmiert.
Die Chlorkompressoren ohne Sperrflüssigkeit sind bisher als stehende Maschinen ausgeführt worden, für die ein Untergestell oder ein Zwischengestell erforderlich ist, welches unmittelbar auf den Boden oder auf das Fundament aufgesetzt ist. Durch das Untergestell oder Zwischengestell wird die Zugänglichkeit zum Kompressor erschwert. Ein anderer Nachteil der stehenden Bauart, die gekennzeichnet ist durch die Anordnung des Zylinders über dem Kurbelgehäuse, besteht darin, dass die mit
Schwefelsäure zu schmierenden Teile oben liegen, so dass die Schwefelsäure in das darunterliegende Triebwerk gelangen kann und dort Zerstörungen anrichtet.
Die Erfindung betrifft einen Kompressor für Chlorgas, welcher ohne Sperrflüssigkeit arbeitet und der als Ein-oder Mehrzylinder, als einfach-oder doppeltwirkende und als einstufig oder mehrstufig arbeitende Maschine ausgebildet sein kann. Der neue Kompressor unterscheidet sich von den bekannten Chlorkompressoren durch seine besondere Bauart und ist nach der Erfindung an einem
Gestell, einem Gerüst oder einer Gebäudedecke freihängend angeordnet. Dadurch ist der Kompressor von allen Seiten, insbesondere vom Fussboden aus leicht zugänglich. Dies ist aber gerade für einen mit giftigem Gas arbeitenden Kompressor von grossem Vorteil, da für die Bedienung nicht erst Leitern oder Podeste herangerückt werden müssen, sondern die Arbeiten wie auch Reparaturen können vom Fussboden aus schnell verrichtet werden.
Die freihängende Anordnung am Gerüst oder der Decke hat ausserdem noch den Vorteil einer guten Durchlüftung von allen Seiten her.
Die hängende Anordnung der Zylinder gestattet auch, dass die Verbindungsleitungen zwischen Hochdruckzylinder und Niederdruckzylinder sowie die Zu-und Ableitungen für das Chlorgas einfach und übersichtlich verlegt werden können. Die vorgesehenen Absperrventile lassen sich dadurch leicht bedienen und ein Umschalten entweder für Hochdruckbetrieb oder für Niederdruckbetrieb oder auch nur zur Inbetriebnahme einer der beiden Zylinder oder schliesslich zur unabhängigen Arbeitsweise beider Zylinder wird rasch ermöglicht.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in mehreren Ausführungsbeispielen veranschaulicht. Es zeigen in schematischer Darstellung :
Fig. 1 die Anordnung eines Kompressors mit Hochdruck-und Niederdruckzylinder an einem Gerüst aus Mauerwerk, Fig. 2 und 3 die Anordnung eines Kompressors an einem Gerüst aus Eisen oder Holz, Fig. 4 die Zusammenschaltung von Hochdruckzylinder mit dem Niederdruckzylinder, Fig. 5 einen Hochdruckzylinder mit anderer Ventilanordnung.
Das Gerüst nach Fig. 1 besteht aus einer als Traggerüst ausgebildeten Decke 1 aus Beton, welche von auf dem Fussboden 2 aufgestellte Stützen, Säulen, Wänden bzw. Pfeilern 3 aus Mauerwerk und aus Eisen oder auch aus anderem Baustoff getragen wird. An der Betondecke 1 ist das Kurbelgehäuse 4 für den Chlorkompressor angeordnet. Dieses befindet sich mit dem Triebwerk und der Antriebsscheibe 5 über der Decke 1. Die Decke selbst besitzt Durchbrechungen, durch welche der an das Kurbelgehäuse 4
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angeschlossene Hochdruckzylinder 6 und der Niederdruckzylinder 7 frei nach unten hindurchhängen.
Die einzelnen Zylinder können auch mehrstufig gebaut sein, s. 6 a Fig. 1.
Bei dem Gerüst nach Fig. 2 und 3 bestehen die Stützen oder Säulen 3 aus Eisen, z. B. aus Profileisen oder auch aus Holz. Ebenso ist das obere Traggerüst 1, auf welches der Kurbelkasten 4 mit den frei nach unten hängenden Zylindern 6,7 aufgesetzt ist, aus Eisen oder Holz gebaut.
Die freihängende Anordnung an einem freistehenden Gerüst oder einer Decke gestattet eine gute Zugänglichkeit zu dem Kompressor vom Fussboden aus, was besonders bezüglich der Verwendung von giftigen Gasen, wie Chlor, ein grosser Vorteil ist, da das Bedienungspersonal die vorkommenden Arbeiten, z. B. die Auswechselung von Ventilen oder Zylindern schnell erledigen und dann ins Freie treten kann.
Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist ferner die Durchlüftung von allen Seiten her.
Das Traggerüst und die hängende Anordnung des Kompressors, der ohne Sperrflüssigkeit und mit entlasteter Stopfbüchse arbeitet, kann für Einzylinder-oder Mehrzylindermaschinen, für einfachoder doppeltwirkende oder auch für einstufig oder mehrstufig arbeitende Maschinen Anwendung finden.
In Fig. 4 ist die Zusammenschaltung von Hochdruck-und Niederdruckzylinder des nach Fig. 1-3 freihängend angeordneten Kompressors dargestellt. Die beiden Zylinder 6,7 sind an die Gasansaugleitung 8 angeschlossen. Zum Zusammenschalten der Räume I mit den Räumen II von Hochdruckund Niederdruckzylinder dienen die Verbindungsleitungen 9, 11, 15, 16, 17, 20, 21, 23,24, in denen Absperrventile 12, 14, 18, 19, 22 eingebaut sind. Für jeden Zylinder 6,7 ist ein Windkessel oder Säureabscheider 10, 13 vorgesehen.
Durch die Zusammenschaltung von Hochdruckzylinder und Niederdruckzylinder lässt sich mittels der fünf Ventile 12, 14, 18, 19, 22 der Kompressor für Hoehdruckbetrieb hintereinander und für Niederdruckbetrieb parallel schalten. Die Hintereinanderschaltung erfolgt durch Öffnen der
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Schliessen der Ventile 12, 14 die Hochdruckstufe und die Niederdruckstufe parallel schalten, so dass bei gleichem aber niederem Druck der beiden Zylinder die Förderleistung um den Rauminhalt der Hoehdruckstufe grösser wird.
Es ist auch möglich, die Hochdruckstufe und die Niederdruckstufe für sich allein als Einzelmaschinen arbeiten zu lassen. Hiebei kann die eine Maschinenseite stillgesetzt sein, so dass nur die andere Maschinenseite arbeitet.
Das Ventil 22 kann auch, wie Fig. 5 zeigt, unmittelbar am Hochdruckzylinder 6 angeordnet sein.
Naturgemäss ist der neue Kompressor nicht allein für Chlorgas brauchbar, er kann vielmehr auch für andere giftige Gase verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kompressor für Chlorgas ohne Verwendung von Sperrflüssigkeit, der als Einzylinder oder Mehrzylinder, als einfach-oder doppeltwirkende und als einstufig oder mehrstufig arbeitende Maschine ausgebildet sein kann, dadurch gekennzeichnet, dass er an einem Gestell, einem Gerüst oder einer Gebäudedecke freihängend und von allen Seiten zugänglich aufgehängt ist.