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Überzüge für Druckwalzen.
Die im Handel befindlichen Druekwalzen enthalten meist als Überzug entweder eine gelartige Lösung von Leimen oder Gelatine in höheren Alkoholen, wie Glyzerin, oder vulkanisierten Naturkautschuk. Erstere sind durch ihre Quellbeständigkeit gegenüber organischen'lösend wirkenden Substanzen und durch ihre Zügigkeit und Weichheit ausgezeichnet ;
sie vereinigen aber diese Vorteile mit dem Nachteil'einer geringen mechanischen Festigkeit und einer starken Temperatur-und Feuchtigkeits- empfindliehkeit. Die mittels Naturkautschuk hergestellten Walzenmassen besitzen dagegen gute mechanische Eigenschaften (Festigkeit, Elastizität, Unempfindlichkeit gegen Temperatur und Feuchtigkeit), zeigen aber anderseits eine ungenügende Zügigkeit und vor allem eine geringe Quellbeständigkeit gegenüber organischen Agenzien wie organischen Lösungsmitteln. Sie sind ausserdem sehr empfindlich gegenüber den in den Druckfirnissen enthaltenen Trocknern. Versuche zur Vereinigung der GlyzerinGelatine-Massen mit Naturkautschuk schlugen fehl, da die erstgenannten Produkte stark hydrophil und Naturkautschuk stark hydrophob ist.
Gegenstand vorliegender Erfindung sind nun Überzüge für Druckwalzen, welche die Vorteile der beiden vorbekannten Walzenmassen miteinander vereinigen. ES wurde gefunden, dass Mischungen von gelartigen Lösungen aus Leimen oder Gelatine in mehrwertigen Alkoholen der oben beschriebenen Art mit gewissen synthetischen kautschukartigen Produkten einerseits genügende mechanische Eigenschaften aufweisen und anderseits gegenüber organischen lösend wirkenden Agenzien genügend beständig sind.
Es wurde nun gefunden, dass das Problem der Vereinigung der gelartigen Lösungen von Leim oder Gelatine in mehrwertigen Alkoholen mit Kautschuk zwecks Herstellung von Druckwalzen dadurch gelöst werden kann, dass man als Kautschuk solche synthetische kautschukartige Produkte verwendet, welche sich gegenüber Naturkautschuk durch eine erhöhte Quellbeständigkeit gegenüber organisehen Agenzien- auszeichnen. Derartige Produkte lassen sich ohne Schwierigkeit homogen miteinander vereinigen. Die erhältlichen Druckwalzen zeigen einerseits genügend mechanische Eigenschaften, anderseits sind sie gegenüber organischen lösend wirkenden Agenzien beständig.
Alle an Überzüge für Druckwalzen gestellte Anforderungen : ausreichende mechanische Festigkeit, genügende Temperatur-und Feuchtigkeitsbeständigkeit, gute Elastizität, gute Quellbeständigkeit, gute Zügigkeit, Beständigkeit gegenüber Trocknern, ausreichende Weichheit, sind damit erfüllt. Die Walzenmassen gemäss Erfindung können auf den üblichen Gummiverarbeitungsmaschinen als Rohmischung hergestellt und in bekannter Weise vulkanisiert werden.
Als synthetische kautschukartige Produkte werden solche angewandt, die sich durch eine im Vergleich zu Naturkautschuk erhöhte Quellbeständigkeit gegenüber organischen Agenzien auszeichnen.
Beispiele für derartige kautschukartige Produkte sind Gemischtpolymerisate aus Butadien oder dessen Alkylsubstitutionsprodukten, wie z. B. Isopren mit Acrylsäurenitril, Methaerylsäurenitril, Vinylmethylketon oder Isopropenylmethylketon, ferner Polymerisate von 2-Halogenbutadien-1, 3, wie z. B. von 2-Chlorbutadien, oder Mischpolymerisate aus einem 2-Halogenbutadien-l, 3 und Acrylsäurenitril ; schliesslich kommen noch Gemischtpolymerisate aus drei oder mehr verschiedenen Komponenten in Frage, wie z.
B. solche aus 2-Chlorbutadien + Butadien + Acrylsäurenitril oder aus 2-Chlorbutadien + Butadien + Acrylsäurenitril + Vinylmethylketon, oder aus Butadien + 2-Methylbutadien + Aervlsäurenitril oder aus Butadien + Isopropenylmethylketon + Aerylsäurenitril. - Die Elastizität der neuen Walzenmasse kann durch Zugabe von Elastikatoren, wie z. B. Thiodiglycolsäure- di-n-butylester, Dibenzyläther oder Phthalsäureester, erhöht werden. Zur Erhöhung der Zügigkeit können harzartige, klebrigmachende Substanzen, wie z. B. die natürlichen und synthetischen
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Harze und Harzöle, sirupöse oder honigartige Kohlehydrate, zugegeben werden. Durch diese Zusätze wird auch die Weichheit erhöht ; zu demselben Zweck kann z. B. Faktis angewandt werden.
Die syn-
EMI2.1
angewandt werden.
Beispiel 1 : Ein : Metallkern wird mit einem Überzug folgender Zusammensetzung versehen :
EMI2.2
<tb>
<tb> 100 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Hutadien-Aerylsäurenitril-Mischpolymerisat,
<tb> 100 <SEP> Gewichtsteile <SEP> einer <SEP> Quellung <SEP> von <SEP> Gelatine <SEP> in <SEP> Glyzerin <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1,
<tb> 10 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Faktis,
<tb> 10 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Thiodiglycolsäure-di-n-butylester,
<tb> 5 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Diglycolsäure-1, <SEP> 3-Butylenglycolester,
<tb> 2 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Schwefel,
<tb> 1'5 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Benzothiazyl-2-sulfen-diäthylamid.
<tb>
Die Walze wird dann 30 Minuten bei 5-5 agit vulkanisiert. Beispiel 2 : Ein Metallkern wird mit einer Mischung aus :
EMI2.3
<tb>
<tb> 100 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Polymerisat <SEP> von <SEP> 2-Cl-Butadien,
<tb> 10 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Magnesia <SEP> usta,
<tb> 5 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Kolophonium,
<tb> 10 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Zinkweiss <SEP> RS,
<tb> 0'75 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Schwefel,
<tb>
30-50 (jewichtsteilen einer Quellung von Gelatine in Glyzerin 1 : 1'5 überzogen. Dann wird 15 Minuten bei 4'0 atil vulkanisiert.
In diesem Beispiel können die angewandten 100 Gewichtsteile Polymerisat von 2-CI-Butadien ersetzt werden durch ein Mischpolymerisat aus 30 Teilen Vinylmethylketon und 70 Teilen 2-Chlorbutadien.
Beispiel 3 : Ein Metallkern wird mit einer Mischung aus :
EMI2.4
<tb>
<tb> 50 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> eines <SEP> Misehpolymerisates <SEP> von <SEP> Butadien-Aerylsäurenitril,
<tb> 50 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> eines <SEP> Umsetzungsprodukts <SEP> von <SEP> Dichlordiäthyläther <SEP> mit <SEP> Natriumpolysulfid,
<tb> 10 <SEP> Gewiehtsteilen <SEP> Zinkoxyd,
<tb> 5 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Harzöl,
<tb> 10 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Thiodiglykolsäure-di-n-butylester,
<tb> 1 <SEP> Gewichtsteil <SEP> Beschleuniger,
<tb> 0-3 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Schwefel,
<tb>
50-100 Gewichtsteilen einer Quellung von Gelatine in Glyzerin überzogen. Dann wird 20 Minuten bei 3'0 atü vulkanisiert.