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Elektrisehe Kabelanlage mit in Rohrleitungen aus keramischen oder Glasrohren eingezogenen
Kabeln.
Zur Herstellung von Rohrleitungen, in die elektrische Kabel eingezogen werden sollen, die keinen wasserdichten Mantel besitzen, sind keramische oder Glasrohre besonders geeignet, da diese
Stoffe im Gegensatz zu andern nichtmetallischen Stoffen vollkommen wasserunempfindlich und undurch- lässig sind. Sie haben aber den Nachteil grosser Sprödigkeit und mangelnder Elastizität sowie geringer
Druckfestigkeit. Durch die Erfindung wird es möglich, solche Rohre trotzdem zu verwenden, indem die einzelnen die Rohrleitung bildenden Rohrstücke erfindungsgemäss derart miteinander verbunden werden, dass die Verbindung eine geringe Bewegung der Rohrstücke in Achsrichtung und senkrecht hiezu bei vollkommen dichtem Abschluss des Rohrinnern gestattet.
Dies ist erforderlich, da die Herstellung einer vollkommen ebenen Unterlage für die Rohrleitungen praktisch nicht durchführbar ist oder zumindest mit zu grossen Kosten verbunden wäre, so dass stets mit geringen Unebenheiten in der Bettung gerechnet werden muss. Ausserdem kann z. B. durch Bodenverschiebungen infolge Erdersehütterungen eine Veränderung der Bettung verursacht werden. Die Rohrleitung soll daher gemäss der Erfindung zum Ausgleich dieser Mängel der Bettung in ihrer Gesamtlänge eine gewisse Elastizität besitzen, die bei starrem Aneinanderreihen der einzelnen Rohrstücke, z. B. durch Zusammenschmelzen nicht zu erzielen ist.
Die Verbindung der einzelnen Rohrstücke kann beispielsweise so erfolgen, dass die Enden der einzelnen Stücke aufgerauht und mit einem geringen Spielraum aneinandergereiht werden. Zwischen die Stirnflächen der zu verbindenden Rohrstücke und auf ihre aufgerauhten Enden wird dann unter Anwendung von etwa 30-40 C Wärme eine Schicht Knetgummi aufgestrichen und über die Verbindungsstelle ein Glas- oder keramisches Rohrstück von entsprechend grösserem Durchmesser aufgeschoben. Der Knetgummi bleibt bei Verlegung im Erdboden in der natürlichen Feuchthaltung bei völligem Lichtabschluss praktisch unbegrenzt genügend elastisch.
Eine andere Möglichkeit der Verbindung der einzelnen Rohrstücke besteht in der Anwendung einer elastischen Gummimuffe od. dgl. Die einzelnen Rohrstücke werden mit einem geringen Spielraum aneinandergereiht, gegebenenfalls unter Zwischenlegung eines elastischen Zwischenstückes, z. B. in Form eines schmalen Gummiringes. Es empfiehlt sich, die Rohrenden vorher aufzurauhen bzw. Glasrohre leicht zu schleifen, dann wird über die zu verbindenden Rohrstücke ein Weichgummirohrstück geringer Wandstärke aufgeschoben und gegebenenfalls mit den aufgerauhten Rohrenden verklebt.
Überdies empfiehlt es sich, die Gummimuffen an den Rohrenden durch eine Schelle od. dgl. festklemmen. Gegebenenfalls kann auch über die ganze Gummimuffe ein Metallrohr geschoben werden, das nach dem Aufbringen mit Ringrillen versehen wird, wodurch ein fester Halt der Gummimuffe auf den Rohrenden und eine einwandfreie Dichtung erzielt wird.
Da Gummi bekanntlich, wenn auch in geringem Masse, wasserdurchlässig ist, so könnte trotzdem noch eine gewisse Feuchtigkeit bis zu dem Rohrinnern vordringen. Um dies zu verhindern, kann zwischen der Gummimuffe und den Rohren eine Schicht aus einer Metallfolie angebracht werden, die durch die Gummimuffe dringende Feuchtigkeit an dem Eindringen in die Rohre verhindert.
Besonders zweckmässig ist es, die Rohrenden leicht aufzuwulsten, wodurch eine Art Kugelgelenk entsteht, durch das die gegenseitige Bewegungsmöglichkeit der Rohrenden bei einwandfreier Dicht- haltung begünstigt wird. Die Verbindung kann aber auch durch eine Muffe aus Eisenblech od. dgl. hergestellt werden, die mit ringförmigen Wellungen versehen ist, um ihre Biegsamkeit zu erhöhen. Die
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Enden dieser Muffe werden verzinkt und mit den Rohrenden, die in bekannter Weise, z. B. durch
Spritzen, leicht metallisiert wurden, durch Schmierzinn verlötet.
Bei allen diesen Verbindungen empfiehlt es sich, über der Verbindungsstelle zum Schutz gegen
Korrosion und zur Verbesserung der Dichtung eine Bewicklung aus abwechselnden Lagen Faserstoff- band und Bitumenmassen oder eine ähnliche Dichtung anzuordnen.
Die einzelnen zu der Rohrleitung zusammenzusetzenden Rohrstücke erhalten zweckmässig eine Länge von einigen Metern. Sie können in dieser Länge aus einem Stück erzeugt oder aus zwei oder mehr kürzeren Stücken, z. B. durch Zusammenschmelzen, hergestellt werden. Die gesamte Rohrleitung wird in eine Sandbettung verlegt, um nach Möglichkeit Erschütterungen von ihr fernzuhalten.
Um die Rohrleitung noch weiter vor Undiehtwerden durch Brechen oder Springen der Rohre zu schützen, wird die Festigkeit der Rohrstücke in bei Tafelglas bekannter Weise erhöht, indem sie beispielsweise eine Einlage aus Drahtgeflecht erhalten, oder indem die Rohrstücke aus ineinandergeschobenen Rohren verschiedenen Durchmessers zusammengesetzt werden, zwischen denen eine dichtende Schicht aus einem plastischen Stoff angeordnet wird.
Um allenfalls trotz dieser Vorsichtsmassnahmen auftretenden geringen Undichtigkeiten mit Sicherheit unschädlich zu machen und ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern, empfiehlt es sich, die Rohrleitung ständig unter einem geringen Überdruck zu halten. Hiezu wird vorzugsweise Stickstoff oder ein anderes inertes Gas verwendet, das korrosionshemmend ist. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Verbindung der einzelnen Rohre so vorzunehmen, dass der in der Rohrleitung herrschende Druck gleichzeitig die Abdichtung besorgt. Zu diesem Zweck wird beispielsweise die zur Verbindung dienende Gummimuffe nicht über die Rohrenden aufgeschoben, sondern in die zweckmässig aufgeweiteten Enden eingelegt. Durch den inneren Überdruck wird dann die Muffe gegen die Rohrwandungen gepresst, ohne dass es irgendwelcher weiterer mechanischer Mittel hiezu bedürfte.
Es empfiehlt sich lediglich die Anordnung eines inneren Stützorganes für die Gummimuffe, um sie gegen Abscherung zu sichern, falls grössere Krafteinwirkungen auf ein gegenseitiges Verschieben der Rohrstücke senkrecht zu ihrer Achse hinwirken. Dieses Stützorgan muss etwas breiter sein als der Spielraum zwischen den zu verbindenden Rohrenden und so angeordnet werden, dass es diesen Spielraum überdeckt.
Eine solche gemäss der Erfindung hergestellte Rohrleitung eignet sieh insbesondere für das Einziehen eines Breitbandkabels. Ein solches Kabel wird vorteilhaft aus einer einzigen symmetrischen Leitung, die mit einer dünnen leitenden Schirmhülle versehen ist, aufgebaut. Beispielsweise besteht das Kabel aus Leitern, die aus einem Isolierstoff mit einer dünnen metallischen Belegung gebildet sind. Diese Leiter werden in bekannter Weise unter Einlegung von Abstandhaltern aus möglichst verlustarmen Stoffen mit einer gegenüber dem Abstand der symmetrischen Leiter grossen Schlaglänge zu einem Paar bzw. Vierer verseilt.
Hierüber wird unmittelbar der Schirm angeordnet, der beispielsweise aus dünnen Metallbändern, die gegebenenfalls durch Einlagen verstärkt sind, besteht, die mit gleicher Drallrichtung und Schlaglänge wie die Leiter aufgesponnen werden. Über dem Schirm wird dann ein Behelfsmantel zum Schutz des Kabels vor und bei der Verlegung und eine zur Aufnahme der Zugbeanspruchung beim Einziehen dienenden Bewehrung, beispielsweise in Form einiger mit möglichst langem Schlag aufgebrachter Stahldrähte angeordnet. Wird das Kabel aus konzentrischen Leitern aufgebaut, so empfiehlt es sich, über der Schirmhülle aus dünnen hoehleitenden Folien noch eine zusätzliche Schirmhülle gegen Aussenstörungen, z.
B. in Form eines dünnen in Längsrichtung aufgebrachten Eisenbandes von etwa 0-2mm Stärke, vorzusehen.
In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand einiger Ausführungsbeispiele dargestellt.
Fig. 1 zeigt die Enden zweier Rohrstücke 1, die mit einem geringen Spielraum aneinandergereiht sind. Zwischen die Stirnflächen und auf die aufgerauhten Enden der Rohre ist eine Schicht Knetgummi 2 aufgestrichen und darüber ein Rohrstück 3 aufgeschoben. Über der so hergestellten Verbindungsstelle ist eine zusätzliche Dichtung 4 aus abwechselnden Lagen aus einem Faserstoffband und Bitumenmassen angeordnet.
In Fig. 2 sind die Enden der Rohre 1, die wieder mit einem gewissen Spielraum aneinandergereiht sind, durch eine Gummimuffe 5 miteinander verbunden. Über dieser Muffe ist ein Metallrohr 6 angeordnet, in das nach dem Aufbringen ringförmige Rillen 7, 8, 9 eingepresst wurden, um einen guten Halt der Muffe auf den Rohrenden zu sichern. Die Rohrenden sind, wie aus der Zeichnung ersichtlich, leicht aufgewulstet. Hiedurch ergeben sich in Verbindung mit den Rillen des Metallrohres 9 Luftpolster zwischen diesem Rohr und der Gummimuffe 7, durch die die Elastizität der Muffe bei Formänderungen gewahrt wird, da Gummi bekanntlich nicht zusammengepresst werden kann.
In die ringförmigen Fugen 10 und 11, zwischen den Metallrohren 9 und den Rohrenden 1, ist eine dichtende Masse eingeschmiert, um die Gummimuffe vor Zutritt von Feuchtigkeit damit vor Alterung zu schützen.
Um trotzdem etwa noch durch die Gummimuffe durchdringende Feuchtigkeit an dem Eindringen in die Rohre zu verhindern, ist zwischen der Muffe und den Rohren eine Lage Metallfolie 11 angeordnet.
Fig. 3 zeigt eine Abart der in Fig. 2 dargestellten Verbindung. Die Gummimuffe ist hier in
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Dieses Rohr 9 besitzt einerseits einen nach innen gerichteten Kragen 17, der ein Heraustreten der Gummiringe verhindert und anderseits eine konzentrische Druckmutter 18, durch deren Anziehen
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die Gummiringe zusammengepresst werden. Unter Umständen kann an beiden Seiten des Rohres 9 eine solche stopfbuchsenartige Druckmutter 18 vorgesehen werden.
Um das mit der Zeit eintretende Nachlassen der Elastizität des Gummis auszugleichen, ohne die Mutter 18 nachziehen zu müssen, was bei in der Erde verlegten Rohrleitungen Schwierigkeiten bereiten würde, kann, wie in der Zeichnung angedeutet, ein Federring 19 unter der Druckmutter 18 angeordnet werden. Über dieser Verbindung ist wieder ein Schutzwickel 4 aufgebracht.
Fig. 4 zeigt eine Verbindung, bei der die Gummimuffe in die Rohrenden eingelegt ist. Die Rohre 1 sind durch eine in ihre erweiterten Enden eingeschobene Gummimuffe 20 verbunden. Zwischen die Stirnflächen der Rohre ist dabei ein schmaler Gummiring 21 eingelegt, der aber auch mit der Muffe 20 aus einem Stück bestehen kann. In der Muffe 20 ist ein Stützorgan 22 abgeordnet, das etwas breiter ist als der Spielraum zwischen den beiden Rohren und diesen überbrückt. Dieses Stützorgan, das aus beliebigem Werkstoff bestehen kann, wird zweckmässig mit einem Längsschlitz 23 versehen und mit einer gewissen Vorspannung in der Muffe eingesetzt, damit es sich an seinem ganzen Umfang möglichst gleichmässig an die Muffe anlegt.
Gegebenenfalls kann das Stützorgan, wie in der Zeichnung dargestellt, mit Aussparungen 24 versehen sein, so dass der in der Rohrleitung herrschende Druck unmittelbar auf die Gummimuffe einwirken kann. Auch in diesem Beispiel ist zwischen Gummimuffe und den Rohren eine dünne durch Aufwickeln einer Metallfolie hergestellte Schicht 25 angeordnet, die den Zutritt von Feuchtigkeit zu der Gummimuffe verhindert. Die Rohrenden sind so weit erweitert, dass der innere Durchmesser der Muffe bzw. des Stützorgans nicht kleiner wird als der lichte Durchmesser der Rohre, so dass diese Teile keine Hindernisse für das einzuziehende Kabel bilden können.
Fig. 5 zeigt einen Endversehluss einer aus Glas-oder keramischen Rohren hergestellten Rohrleitung mit einem eingezogenen Breitbandkabel. Auf dem Ende des Rohres 1 ist in ähnlicher Weise wie die Rohrverbindung gemäss Fig. 3 wasserdicht und gelenkig ein Gehäuse 26 aufgesetzt, in das eine Kabeldurchführung 27 mittels einer Stopfbuehsendiehtung 28 dicht eingesetzt ist. Diese Kabeldurchführung besteht aus einem Metallrohr 29, in dem eine der Leiteranzahl des Kabels entsprechende Anzahl von Metallröhrchen 30 wasserdicht und isoliert gehalten sind. Hiezu dienen zwei Distanzstücke 31, beispielsweise in Form von Gummipfropfen, die Bohrungen für die Röhrehen 30 besitzen und fest in das Rohr 29 eingesetzt sind.
Um einen besonders dichten Abschluss zu erzielen, können nach Einsetzen der Stopfen, wie in der Zeichnung angedeutet, in das Rohr 29 Ringrillen eingepresst werden. Der Durchmesser des Rohres 29 entspricht dem Durchmesser des metallischen Schirmes 32 des Kabels, während die Röhrchen 30 einen lichten Durchmesser entsprechend dem Aussendurchmesser der Innenleiter 33 des Kabels besitzen. Zur Herstellung der Verbindung werden zunächst die äusseren Schutzhülle des Kabels abgebunden und die den metallischen Schirm bildenden Bänder 32 zurückgebogen. Dann werden die Leiter 33 in die Röhrchen 30 eingelötet ; hierauf wird die Schutzhülle 32 mit dem äusseren Rohr 29 der Kabeldurchführung verlötet.
Jetzt erst wird das Gehäuse 26 über das Rohrende übergeschoben und einerseits wasserdicht auf dem Rohr befestigt und anderseits mittels der Stopfbuchse 28 die Kabeldurchführung in ihm abgedichtet. Falls die Rohrleitung unter Druck gehalten wird, wird an dem Gehäuse 26 ein Druckluftanschlussstutzen 35 vorgesehen.
Fig. 6 zeigt eine durch ein dehnbares Wellrohr 36 hergestellte Verbindung. Die Enden dieses Wellrohres sind verzinkt und durch Schmierzinn bei 37 und 38 mit den metallisierten Rohrenden verlötet. Auch diese Verbindung ist durch einen zusätzlichen Sehutzwiekel 4 gegen Korrosion geschützt.
Fig. 7 zeigt einen Querschnitt eines durch eine Drahtnetzeinlage 39 verstärkten Rohres und Fig. 8 zeigt ein Rohr, das aus zwei ineinandergeschobenen Rohren verschiedenen Durchmessers 40 und 41 zusammengesetzt ist, zwischen denen eine dichtende Schicht 42 aus einem plastischen Stoff liegt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Aus keramischen oder Glasrohren bestehende, zum Einziehen elektrischer Kabel, insbesondere Breitbandkabel, bestimmte Rohrleitung, dadurch gekennzeichnet, dass die mit geringem Spielraum zwischen den Stirnflächen aneinandergereihten Rohre durch eine geringe Bewegung der Rohre in Achsrichtung und senkrecht hiezu bei vollkommen dichtem Abschluss des Rohrinnern gestattende elastische Verbindungsstücke miteinander verbunden sind.