AT156712B - Verfahren zur Durchhärtung und Durchvergütung schwer härtbarer Stähle. - Google Patents

Verfahren zur Durchhärtung und Durchvergütung schwer härtbarer Stähle.

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AT156712B
AT156712B AT156712DA AT156712B AT 156712 B AT156712 B AT 156712B AT 156712D A AT156712D A AT 156712DA AT 156712 B AT156712 B AT 156712B
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sep
tempering
hardening
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Alois Dr Legat
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Oesterr Alpine Montan
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Durchhärtung und Durchvergütung schwer härtbarer Stähle. 



   Es ist bekannt, dass Stähle, insbesondere solche, die mit Chrom und Molybdän legiert sind (Sparstähle), beim Vergüten grosse Unterschiede in den Vergütungswerten zwischen Rand und Kern zeigen, falls die Querschnittsdimensionen über etwa   40 ium Durchmesser hinauscehen.   Um höher- wertige Stähle zu erhalten, welche diesen Nachteil nicht zeigen, musste man bisher gewisse Legierung- elemente, insbesondere Nickel, zugeben, da Nickel die Vergütbarkeit, als deren Mass man allgemein das Verhältnis von Streckgrenze zu Zerreissfestigkeit ansieht, verbessert.

   Dass Stähle, insbesondere die sogenannten Sparstoffstähle im Hinblick auf die   Durchvergütbarkeit   als ungünstig angesehen werden, geht bereits aus den bezügliche Abnahmevorschriften hervor, in denen festgelegt ist, dass die Probe für die Untersuchung ohne   Rücksicht   auf den Durchmesser des Werkstückes in einer Entfernung von 20 mm vom Rande entnommen werden muss. 



   Die Vergütung erfolgt bekanntlich derart, dass das Werkstück auf eine der Stahlart und dem Härtemittel entsprechende Temperatur erhitzt und sofort nach erreichtem Temperaturausgleich abgeschreckt und   sodann rückgeglüht wird.   Die Abschreektemperatur wird zur Erzielung einer grossen Abkühlgeschwindigkeit und damit beabsichtigter grösserer Tiefenwirkung mögliehst hoch gewählt, auch um das Gebiet der festen Lösung im Eisen-Eisenkarbid-Diagramm verlässlich zu erreichen. Damit ist aber die Gefahr der Kornvergröberung und Verringerung der Kerbzähigkeit verbunden. Um diesen Nachteilen entgegenzuwirken, werden besondere Schmelz bzw. Gussmethoden gewählt.

   Die Temperatur beim nachfolgenden Anlassen ist hauptsächlich bestimmt durch die beabsichtigte Gebrauehsfestigkeit des Stahles und um so niedriger zu wählen, je höher die verlangte   Gebrauchsfestigkeit   sein soll. Da erfahrungsgemäss grobkörniger Stahl leichter   durehhärtet,   nimmt man an, dass das im Gebiete der festen Lösungen vorhandene grössere Austenitkorn eine bessere   Durehhärtbarkeit   gewährleistet ; anderseits zeigen gerade Stähle mit gröberem Ausgangs-Austenitkorn erhöhte Empfindlichkeit im   Hinbliek auf   die Härtetemperatur. 



   Wie nun systematische Untersuchungen gezeigt haben, ist für die Erzielung einer bestimmten Tiefenwirkung nicht die   Absehreektemperatur   als solche, aber auch nicht die Korngrösse an sich mass- gebend. Von der Überlegung ausgehend, dass das Härten eine Erscheinung der Unterkühlung ist, welche ganz allgemein verstärkt wird, wenn die Keimzahl gering ist, wurden Methoden gesucht, um die Keimzahl zu verringern. Die schon früher gemachte Feststellung, dass grobkörniger Stahl leichter 
 EMI1.1 
 es ist jedoch nicht die Korngrösse als solche der Grund für diese Erscheinung.

   Ein feinkörniger Stahl mit geringer Keimzahl müsste nach dieser Überlegung mindestens ebensogut   durchhärtbar   sein als der grobkörnige, ohne die Nachteile der   letzteren - Härteempfindlichkeit   und geringe Kerbzälligkeit nach dem Vergüten-aufzuweisen. Es wurde gefunden, dass bei den Stählen ausser einer arteigenen Unterkühlbarkeit, die durch die Zusammensetzung bedingt ist, noch weitere mit der Keimzahl in Zusammenhang stehende Faktoren auf die Unterkühlbarkeit von Einfluss sind. Bei entsprechender Wahl der Aschrecktemperatur und der Zeitdauer des Warmhaltens auf Abschrecktemperatur wird offenbar die die Unterkühlbarkeit herabsetzende Keimzahl vermindert. 



   Insbesonders ergaben die Versuche, dass eine Durchhärtung bei geringstmöglicher Kornvergröberung dann erzielt wird, wenn die anzuwendende Abschrecktemperatur möglichst mit der theoretischen übereinstimmt, bzw. diese höchstens   um 200 C Überschreitet,   dafür aber im Interesse der Verringerung der Keimzahl durch längere Zeit eingehalten wird.

   Die notwendige Zeit, während welcher zwecks Keimlösung der betreffende Stahl auf Härtetemperatur gehalten werden muss, richtet sich nach der Querschnittsgrösse des Werkstückes, nach der Zusammensetzung des Stahles und seiner 
 EMI1.2 
 
Es hat sich gezeigt, dass bei Werkstückquerschnitten entsprechend 40   m1n DnrchmeRRer min-   destens 20 Minuten und bei grösseren mindestens 30 Minuten Haltedauer auf vorerwähnter Härte- temperatur erforderlich sind, um die notwendige   Keimlösung'zu   erreichen, während es bisher üblich war, nur ungefähr die Hälfte der erfindungsgemässen Haltedalier anzuwenden. 



   Der dadurch erzielte Effekt kann noch   verstärkt   werden, wenn die   Riickgliihdauer   ebenfalls auf mindestens die doppelte der bisher üblichen Zeitdauer, mithin auf mindestens 60 Minuten ausgedehnt wird, um einen möglichst weitgehenden Gefügeausgleich herzustellen und so eine noch weitere Verbesserung sämtlicher Gütewerte zu erzielen. 



   Die einige Beispiele aus den Untersuchungen enthaltende Tafel zeigt den   günstigen Einfluss   der neuen Behandlungsart. 



   Die folgende Tabelle, die einige Beispiele aus den Untersuchungen enthält, zeigt den günstigen Einfluss der neuen Behandlungsmethode. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> 



  Durchmesser <SEP> Art <SEP> der <SEP> Vergützung <SEP> Verhältnis
<tb> des <SEP> Werk- <SEP> Härtetempe- <SEP> Streckgrenzeprozente
<tb> stückes <SEP> in <SEP> ratur <SEP> in <SEP> Halten <SEP> auf <SEP> Festigkeit <SEP> Differenz
<tb> Millimeter <SEP> Graden <SEP> Härte- <SEP> Charakteristik
<tb> der <SEP> Vergütung
<tb> temperatur <SEP> am <SEP> Rand <SEP> im <SEP> Kern
<tb> 40 <SEP> 830 <SEP> 101 <SEP> gewöhnlich <SEP> 64-0
<tb> 40 <SEP> 790 <SEP> 60'neu-75-3-
<tb> 80 <SEP> 830 <SEP> 15' <SEP> gewöhnclih <SEP> 62#7 <SEP> 58#8 <SEP> 3#9
<tb> 80 <SEP> 790 <SEP> 60'neu <SEP> 70-6 <SEP> 69-3 <SEP> 1-3
<tb> 100 <SEP> 830 <SEP> 15' <SEP> gewöhnlich <SEP> 64#4 <SEP> 59#0 <SEP> 5#4
<tb> 100 <SEP> 780 <SEP> 90'neu <SEP> 64'0 <SEP> 64'0 <SEP> 0'0
<tb> 120 <SEP> 830 <SEP> 15' <SEP> gewöhnlich <SEP> 63#0 <SEP> 56#0 <SEP> 7#0
<tb> 120 <SEP> 780 <SEP> 120' <SEP> neu <SEP> 68#4 <SEP> 

  68#0 <SEP> 0#4
<tb> 
 
 EMI2.3 
 
 EMI2.4 
 
<tb> 
<tb> 



  Art <SEP> der <SEP> Vergütung <SEP> Verhältnis
<tb> Durchmesser <SEP> Härtetempe- <SEP> Art <SEP> der <SEP> Vergütung <SEP> Verhältnis
<tb> der <SEP> Werk- <SEP> Streckgrenzprozente
<tb> stückes <SEP> in <SEP> ratur <SEP> in <SEP> Halten <SEP> auf <SEP> Characteristik <SEP> Festigkeit <SEP> Differenz
<tb> Millimeter <SEP> Graden <SEP> Härte- <SEP> der <SEP> Vergütung <SEP> 
<tb> temperatur <SEP> am <SEP> Rand <SEP> in <SEP> Kern
<tb> 90 <SEP> 860 <SEP> 15'gewöhnlich <SEP> 87-6 <SEP> 73-2 <SEP> 14-4
<tb> 90 <SEP> 820 <SEP> 75'neu <SEP> 91-8 <SEP> 91-7 <SEP> 0.

   <SEP> 1
<tb> 150 <SEP> 860 <SEP> 20' <SEP> gewöhnlich <SEP> 85#2 <SEP> 59#8 <SEP> 25#4
<tb> 150 <SEP> 820 <SEP> 120' <SEP> neu <SEP> 88#8 <SEP> 89#8 <SEP> 1#0
<tb> 165 <SEP> 820 <SEP> 180' <SEP> neu <SEP> 92#2 <SEP> 92#7 <SEP> -0#5
<tb> 
 
Wie diese Beispiele beweisen, wird durch die neue Behandlungsweise erst die wirtschaftliche Verwendbarkeit billig legierter Stähle, die sieh sonst der Durchhärtung bzw.   Durchvergütung   widersetzen, ermöglicht (z. B. Chrom-Molybdän-Stähle als Ersatz für Cr-Niekelstähle). 



   Das aus einer neuen Erkenntnis heraus entwickelte Vergütungsverfahren lässt sich auch auf andere durch Abschrecken härtbare und nachfolgende Erwärmung vergütbare Legierungen von Nichteisenmetallen anwenden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur   Durchhärtung   bzw. Durchvergütung von schwer härtbaren Stählen, dadurch gekennzeichnet, dass die angewendete Abschrecktemperatur wenig (höchstens 20  C) über der AustenitUmwandlungstemperatur   (Ac   3) des betreffenden Stahles liegt und bei Werkstückquerschnitten entsprechend 40 mm Durchmesser mindestens 20 Minuten, bei grösseren mindestens 30 Minuten nach erfolgtem Temperaturausgleich gehalten wird, wobei die Haltedauer von der Stahlart abhängig ist.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Vergütung von Stählen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rüekglühdauer von mindestens 60 Minuten eingehalten wird.
    3. Nach dem Verfahren nach den Ansprüchen 1 bzw. Anspruch 1 und 2 vergüteter Stahl, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterschied des Verhältnisses von Streckgrenze zu Zerreissfestigkeit zwischen Rand und Kern des Werkstückes nicht grösser als 5% bezogen auf die Verhältniszahl des Randes ist und der absolute Festigkeitswert zwischen Rand und Kern auch höchstens im gleichen Ausmasse schwankt.
AT156712D 1937-02-25 1937-02-25 Verfahren zur Durchhärtung und Durchvergütung schwer härtbarer Stähle. AT156712B (de)

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