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Rechengerät zur Ermittlung des Mahlgutgewichtes.
Gegenstand der Erfindung ist ein Rechengerät zur Ermittlung des Mahlgutgewichtes für den sogenannten"Austauschverkehr"in Lohnmühlen. Das Gerät arbeitet nach dem System des logarithmischen Rechenschiebers.
Bekanntlich wird beim Austauschverkehr"für eingeliefertes Getreide ein bestimmter Prozentsatz an Mehl und ein bestimmter Prozentsatz an Kleie abgeliefert. Die rascheste Feststellung des
Gewichtes dieser für ein bestimmtes Quantum eingelieferten Getreides abzuliefernden Mahlprodukte ist hiebei von grösster Wichtigkeit. Bisher standen zu diesem Zwecke Tabellen in Verwendung ; diese sind aber unübersichtlich, weil sie, je nach der Gattung und Güte des eingelieferten Getreides, eine grosse Anzahl von Prozentsätzen und der zugehörigen Werte enthalten müssen. In der Hand des bezüglich Tabellenablesungen wenig oder gar nicht geschulten Müllers führen diese Tabellen häufig zu Fehlablesungen ; jedenfalls ist ihre Benutzung zeitraubend und umständlich.
Obgleich der logarithmische Rechenschieber in einfachster Weise die Auffindung der in Frage kommenden Werte gestatten würde, ist er in seiner bekannten, für den geistigen Arbeiter bestimmten Feinausführung ohne Schutzgehäuse im staubigen Mühlenbetrieb ungeeignet. Nun sind zwar derartige Geräte bekannt, bei welchen die die Skalen tragenden Scheiben in ein mit einer Glasscheibe abgeschlossenes Gehäuse eingeschlossen sind ; diesen Geräten fehlt aber ein geeigneter Schutz für die Einstellorgane, der bei Verwendung solcher Geräte im Mühlenbetrieb unerlässlich ist.
Die Erfindung schafft hier Abhilfe und sieht auf der Grundlage des logarithmischen Rechenschiebers ein entsprechend derb ausgebildetes Rechengerät mit einem die äussere Skala tragenden, scheibenförmigen Grundkörper vor, dessen Rand zur Aufnahme einer durchsichtigen Scheibe ausgebildet und in welchem eine die innere Skala tragende Scheibe drehbar gelagert ist ; erfindungsgemäss besitzt der Grundkörper sowohl an seiner Vorderseite als auch an seiner Rückseite je einen kreisringförmigen vollen oder unterbrochenen Randwulst als Schutzeinrichtung.
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele veranschaulicht. Fig. 1 ist eine Draufsicht auf das gesamte Gerät, u. zw. auf dessen Vorderseite. Fig. 2,5 und 7 sind Radialschnitte verschiedener Ausbildungen, Fig. 3 und 6 Draufsichten auf Details von rückwärts und Fig. 4 ein Querschnitt durch ein Detail nach der Linie 1-11 der Fig. 3.
Der scheibenförmige Grundkörper 1 (Fig. 1, 2) trägt auf seiner Vorderseite kreisförmig die feste Skala 2 mit der Teilung des logarithmischen Rechenschiebers. Er ist an seinem Umfang mit einem Randwulst 3 erfindungsgemäss versehen. Mit diesem Randwulst od. dgl. ist eine durchsichtige, vornehmlich aus Glas bestehende Scheibe 4 staubdicht verbunden ; vorteilhaft ist die Scheibe 4 gegen- über der Wulstfläche um ein Stück 5 zurückgesetzt, um beim Auflegen des Gerätes auf einen Tisch od. dgl. einen Schutz der Glasscheibe zu gewährleisten. In gleicher Weise, u. zw. zum Schutze der Stellorgane, ist auch die Rückseite des Grundkörpers 1 vorteilhaft mit einem kreisringförmigen Randwulst 6 ausgestattet, auf welchen ein Deckel aufgepasst sein kann, welcher bei Nichtbenutzung des Gerätes aufzubringen ist, um gegen Beschädigungen und Verstaubung zu sichern.
Dieser Randwulst 6 kann gegebenenfalls auch in einzelne Auflagekörper aufgelöst sein. In ähnlicher Weise kann auch auf den Randwulst 3 ein Deckel für die Zeit der Nichtbenutzung aufbringbar sein. Beide Deckel können mit dem Gerät mittels Scharnieren od. dgl. verbunden sein. Der Grundkörper 1 besitzt eine Mittelbohrung zur Aufnahme eines Drehzapfens 7, welcher mit der inneren, die bewegliche Skala 8 tragenden Scheibe 9 eine Einheit bildet. Mit dem Zapfen 7 und somit mit der Scheibe 9 ist ein Drehknopf 10 betriebsmässig unlösbar verbunden. Die Verbindung kann z. B. durch Verstiftung, Verschraubung, Verleimung od. dgl. erfolgen.
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Um eine gegenseitige axiale Verschiebung der beiden Scheiben 2,9 auszuschliessen, die beiden Skalen stets in einer und derselben Ebene zu erhalten und die jeweilige gegenseitige Stellung der Skalen auch bei Stössen, wie sie bei unvorsichtigem Beiseitelegen. des Gerätes eintreten können, unbedingt zu sichern, sind Federn 11 vorgesehen, die beim Ausführungsbeispiel, wie insbesondere Fig. 3 und 4 zeigen, in Ausnehmungen 12 des Grundkörpers 1 liegende Blattfedern sind, die sich anderseits gegen einen Gleitring 13 am Drehknopf 10 abstützen ; beim Ausführungsbeispiel sind vier derartige Federn kreisförmig angeordnet (Fig. 3).
Um beim Altern der Federn die Parallelflächen des Grundkörpers und des Drehknopfes einander nähern oder ein leichtes Auswechseln der Federn vornehmen zu können, kann die Verbindung zwischen dem Zapfen 7 der Scheibe 9 und dem Drehknopf 10, z. B. wie in Fig. 2 angedeutet, mittels mehreren, im Kreis angeordneten Distanzschrauben. M und Befestigungsschrauben 15 erfolgen. Die Regulierung kann nach Wegnahme der Gleitscheibe 27 und der Feder 25 durch Anziehen der Distanzschrauben 14 und Nachziehen der Befestigungsschrauben 15 vorgenommen werden. Das gleiche Ergebnis kann z. B. durch Ausbildung der Verbindung von 7 und 10 als Verschraubung und Sicherungsstift oder durch zwischen 7 und 10 eingeklemmte, in Mehrzahl vorhandene Plättchen erfolgen, deren Anzahl bei Bedarf leicht verringert werden kann.
Zum Aufbau der Scheiben kann auch insbesondere Sperrholz verwendet werden ; die Herstellung der Einheit 9-7-10 kann dann in einfachster Weise durch Auflegen der verschieden grossen Scheiben und Verstiftung oder Verleimung derselben erfolgen. Zur Ermöglichung der Einbringung der Glasscheibe 4 kann ein Falzring 16 od. dgl. abnehmbar am Grundkörper 1 befestigt sein ; die Lösung ist statt dessen auch mittels Kittwulstes denkbar. Zur Staubdichthaltung an der Rückseite des Grundkörpers kann zwischen diesem und dem Drehknopf eine Filzdichtung 17 od. dgl. vorgesehen sein.
In dem mit ziemlich grossem Durchmesser ausgebildeten Drehzapfen 7 ist eine zentrische Bohrung zur Aufnahme einer Zeigerwelle 18 vorgesehen. An ihrem Vorderende ist mit ihr der Zeigerkörper 19 starr verbunden, dessen Einstellteil als Zelluloidzunge od. dgl. 20 mit Einstellstrich 21 ausgebildet ist.
Am rückwärtigen Ende der Zeigerwelle 18 ist ein Stellrädchen 22 od. dgl. angebracht. Die Verbindung kann insbesondere als Verschraubung 23 ausgeführt sein, wobei zur Sicherung eine Gegenschraube 24 Anwendung findet. Zur Erzielung einer axialen Anpressung des Zeigers an das Skalenblatt sind eine oder mehrere Federn 25 vorgesehen, welche in einer oder mehreren Ausnehmungen 26 der Einheit 9-7-10 eingebettet sind und gegen eine Gleitscheibe 27 wirken, welche mit dem Stellrädchen, z. B. mittels Vierkantes, auf Drehung verbunden ist. Die beschriebene Konstruktion dient auch zur Festhaltung der jeweiligen Zeigerstellung gegenüber der Scheibe 9. Das Gewinde auf der Zeigerwelle und die Gegenschraube lassen auch eine Regulierung des Druckes der Federn 25 zu.
Der Gebrauch des beschriebenen Gerätes sei an einem Beispiel kurz erläutert. Es werden z. B.
85 kg Roggen eingeliefert. Abzuliefern sind laut geltenden Bestimmungen 66% Roggenmehl und 22% Kleie. Zur Ermittlung der entsprechenden Gewichte ist die Skala 8 der Scheibe 9 mit ihrer Marke "100%"auf die Marke,, 85" der Skala 2 des Grundkörpers 1 einzustellen. Nun wird die Einstellmarke 21 des Zeigers mit der Marke,, 66%" der Skala 8 in Übereinstimmung gebracht. Die Einstellmarke zeigt nun auf der Skala 2 das Mehlgewicht 56"/ an. Hierauf wird der Zeiger auf die Marke ,, 22%" der Skala 8 eingestellt und auf der Skala 2 das Kleiegewicht abgelesen.
In den Fig. 5 und 6 ist eine etwas abgeänderte Ausführungsform dargestellt. Bei dieser ist an Stelle der in den Fig. 1 und 2 beschriebenen Ausbildung von der Feder 25, Ausnehmung 26 und Gegenscheibe 27 folgende Ausbildung dargestellt : Mit dem Grundkörper 1 ist ein Bügel 28 z. B. mittels Versehraubung starr verbunden. Dieser Bügel 28 umschliesst den Drehknopf 10, wie aus Fig. 6 ersichtlich, an zwei gegenüberliegenden Seiten, wobei seine Begrenzungen 29 der Kreisform der Begrenzungen 30 der Scheibe 10 angepasst sind. Die Feder 31, welche der Feder 25 der Ausbildung gemäss Fig. 1 und 2 entspricht, ist zwischen das Stellrädchen 22 und den Bügel 28 gepresst und bewirkt die Anpressung des Zeigers an das Skalenblatt. Bei der zuletzt beschriebenen Ausführung bleibt der Zeiger bei der Drehung der Scheibe 9-im Gegensatz zur ersten Ausführungsform-stehen.
Die Einstellmarke 21 kann hier somit genau so verwendet werden wie der Läufer eines normalen Rechenschiebers.
In Fig. 7 ist endlich eine Ausführungsmöglichkeit dargestellt, bei welcher die Scheibe 9 ganz dünn, z. B. aus Zelluloid, mit aufgedruckter Skala ausgebildet ist, so dass sie praktisch auch bei Aufliegen auf der Ebene der Skala 2 mit dieser eine Einheit bildet. Zur Verbindung der Scheibe 9 mit dem Drehzapfenkörper 7 ist letzterer am Rande mit einer flanschenartigen Erweiterung versehen. Auf diesem Flansch liegt die Zelluloidscheibe 9 und wird mittels einer Metallscheibe 32 und Schrauben 33 darauf befestigt. Eine Kröpfung des Zeigerkörpers ist zwecks knapper Auflage desselben auf der Skala vorteilhaft.
Zahlreiche andere Ausbildungen im Rahmen der Erfindung sind möglich.
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