<Desc/Clms Page number 1>
Brennstoff für Kraftmaschinen.
Es sind bereits Verfahren zur Herstellung von aschearmen, festen Extrakten aus Steinkohlen,
Braunkohlen, Torf u. dgl. bekannt.
Es wurde nunmehr gefunden, dass besondere Vorteile erzielt werden, wenn die aus Steinkohlen, Braunkohlen u. dgl. durch Extraktion in an sich bekannter Weise mit hydrierten Ölen, wie Tetralin und/oder sauren Ölen, wie Phenolen, Kresolen usw. und Abdampfen des Lösungsmittels gewonnenen Trockenextrakt in Form einer Auflösung in aromatischen Ölen, wie etwa Teer oder Teerölen, als Brennstoff für Kraftmaschine verwendet werden.
Bei solcher Verwendung erfolgt nicht eine Wiederauflösung in hydrierten Ölen und/oder sauren Ölen, wie sie zur an sich bekannten Extraktion verwendet werden, sondern in Fremdölen", wie beispielsweise in bei der Extraktion nicht verwendeten Kohlenteerölen. Solche sind mit Steinkohlenextrakten in jedem beliebigen Mengenverhältnis mischbar. Teerölextraktlösungen, welche bis zu 40 oder auch 50% Kohlenextrakt enthalten, sind bei Raumtemperatur flüssig und können mit Hilfe der üblichen Pumpen gefördert, dosiert und sodann mit geeigneten Düsen zerstäubt werden. Naturgemäss ist bei Raumtemperatur die Viskosität der Teerölextraktmischungen umso grösser, je höher der Extraktgehalt dieser Lösungen ist.
So besitzt beispielsweise eine Teerölextraktlösung mit einem Extraktgehalt von etwa 40% die Dickflüssigkeit von Heissdampfzylinderölen, während entsprechende Lösungen mit einem Extraktgehalt von beispielsweise 10% die Dünnflüssigkeit von Gasölen aufweisen.
Der Flüssigkeitsgrad der genannten Steinkohlenextrakt-Teeröllösungen kann leicht erheblich durch eine mässige Temperaturerhöhung gesteigert werden. Besitzt doch beispielsweise eine Stein- kohlenextrakt-Teeröllösung mit 40% Extraktgehalt, die bei Raumtemperatur dickflüssig ist, bereits bei einer Temperatur von 50-60 die Dünnflüssigkeit von Gasölen.
Extrakt-Teeröllösungen mit höheren Extraktgehalten, d. h. mit Extraktgehalten von 50-90% und mehr Prozent, sind bei Raumtemperatur feste Produkte, deren Schmelzpunkt aber umso niedriger liegt, je höher der Teerölgehalt der Lösung ist.
Fügt man demgemäss zu reinen Kohlenextrakten steigende Mengen geeigneter Öle zu, so ergibt sich eine homogene Reihe der verschiedensten Lösungen, in welchen zunächst das Öl in Extrakt und sodann bei weiterer Ölzugabe der Extrakt in Öl gelöst ist. Entsprechend der zunehmenden Ölzugabe zu den Extrakten sinkt der Schmelzpunkt der Extrakte mehr und mehr, bis schliesslich bei Raum- temperatur flüssige Lösungen vorliegen.
Entsprechendes gilt für Braunkohlenextrakte ; jedoch kann man hier im allgemeinen beobachten, dass wesentlich geringere Zugaben an Lösungsmitteln zu einer Flüssigmachung bei Raumtemperatur führen. Der Extraktgehalt von Lösungen gleichen Flüssigkeitsgrades ist daher im allgemeinen bei
Verwendung von Braunkohlenextrakten ein höherer als im Falle der Steinkohlenextrakte.
Die erfindungsgemässe Verwendung von Kohlenextrakten als Brennstoffe für Motore und 01feuerungen erfolgt demgemäss durch Anwendung geeigneter Lösungsmittel auf dem Wege einer Auf- lösung der Extrakte oder durch gleichzeitige Anwendung von Wärme und von Lösungsmitteln, wobei in letzterem Falle durch bestimmte Zugabe von Lösungsmitteln eine Schmelzpunkterniedrigung (gegebenenfalls bis zur Verflüssigung) erreicht und durch Anwendung erhöhter Temperaturen ein leichteres Schmelzen bzw. eine Erhöhung des Flüssigkeitsgrades erzielt wird.
<Desc/Clms Page number 2>
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist den Extrakten nur soviel Lösungsmittel zuzugeben, als zur Herstellung von gerade noch bei Raumtemperatur flüssigen und pumpbaren Extraktlösungen benötigt wird.
Ferner kann man den Kohlenextrakten erfindungsgemäss weniger Lösungsmittel hinzufügen als zur Herstellung von bei Raumtemperatur flüssigen und pumpbaren Extraktlösungen benötigt wird und hat dann bei derart erhöhten Temperaturen zu arbeiten, dass die Extraktöllösungen mindestens flüssig und pumpbar sind.
Der erfindungsgemässe Brennstoff eignet sich für Motore aller Art, wie für Verbrennungsmotore mit Einspritzung des Brennstoffs (Dieselmotor) als auch für Vergaser-und Zündermotore. Mit andern Worten können die erfindungsgemässen Brennstoffe sowohl in Motoren mit Initialzündung als auch ohne diese benutzt werden.
Als besonders brauchbar haben sich-die anmeldungsgemäss vorzugsweise verwendeten Extrakte aus Kohlen aller Art erwiesen, welche unter Druck mit Hilfe von Lösungsmittelmischungen aus hydrierten Ölen, wie Tetralin, und sauren Ölen, wie Phenolen, Kresolen usw., gewonnen werden, u. zw. bei Extraktionstemperaturen, welche entsprechend den sich erhöhenden Zersetzungstemperaturen der Kohlen und Restkohlen gesteigert und schliesslich auf der Zersetzungstemperatur der endgültigen Restkohle oder oberhalb dieser Temperatur gehalten werden. Je nach der Art der Kohlen kann die Extraktionstemperatur verhältnismässig sehr schnell auf die Zersetzungstemperatur der endgültigen Restkohle oder auf eine Temperatur oberhalb derselben eingestellt werden.
Auf jeden Fall müssen die Extraktionstemperaturen-mehr oder weniger schnell-auf die Zersetzungstemperaturen der endgültigen Restkohle eingestellt werden derart, dass sie entweder bei der Zersetzungstemperatur der endgültigen Restkohle liegen oder auf einer Temperatur gehalten werden, die oberhalb der Zersetzungstemperatur der endgültigen Restkohle liegt ; es ist auf diese Weise möglich, Extrakte von hoher Aschefreiheit in Ausbeuten von 80-90% und mehr der Reinkohlensubstanz zu gewinnen.
Die unter andern Verfahrensbedingungen gewonnene und eine andere Zusammensetzung aufweisende recovered coal (amerikanische Patentschrift Nr. 1925005) eignet sich für die erfindungsgemässen Zwecke praktisch nicht und wird ihre Verwendung hier nicht beansprucht.
Die beschriebenen Brennstoffe können auch für Ölfeuerungen vorteilhaft Verwendung finden.