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Mit einem Verankerungsmittel ausgerüsteter künstlicher Zahn und Verfahren zu seiner Herstellung.
Bei den künstlichen Zähnen bietet bisher ihre Vereinigung mit dem Verankerungsmittel, also demjenigen Mittel, durch welches der künstliche Zahn entweder mit dem natürlichen Zahn oder mit der Wurzel oder mit einer Prothesenbasis (Gaumenplatte) verbunden wird, besondere Schwierigkeiten.
Denn die künstlichen Zähne müssen aus einer durchscheinenden Porzellanmasse hergestellt werden, diese Massen besitzen aber einen hohen Schwindungskoeffizienten, der je nach ihrer Zusammensetzung 15-20% beträgt. Infolgedessen können bisher nur Verankerungsmittel mit dem Zahnkörper ver- einigt werden, welche, sofern sie, wie z. B. alle Metalle, einen wesentlich geringeren Schwindung- koeffizienten als die Porzellanmasse aufweisen, einen im Verhältnis zum Zahnquerschnitt sehr geringen
Querschnitt besitzen, da sonst die starke, aber durch das Verankerungsmittel behinderte Schrumpfung der Zahnmasse zu erheblichen Spannungen und Rissen im Porzellan führen würde.
Gemäss der Erfindung können demgegenüber die künstlichen Zähne dadurch mit Verankerungsmitteln beliebiger Stärke und Formgebung ausgerüstet werden, dass man die Zähne mit dem Verankerungsmittel vermittels einer nicht schrumpfenden Porzellanmasse vereinigt, in welcher das Verankerungsmittel eingebettet wird und die alsdann mit dem kÜnstlichen Zahn zusammengebrannt wird.
In diesem Fall bildet die nicht schrumpfende Porzellanmasse das Bindeglied zwischen dem Verankerungskörper und dem Zahnkörper, welches sich gleich gut mit dem einen wie mit dem andern Körper verbindet und anderseits beim Brennen keinerlei Spannung erleidet, da es beim Brennen nicht oder nur ganz unbedeutend schrumpft.
Nicht oder nahezu nicht schrumpfende Porzellanmassen sind in der keramischen Technik an sich bekannt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie hochschmelzbare grobkörnige Bestandteile, wie z. B. Quarz oder Quarz und Ton, Karborund oder Korund, enthalten, die bei den beim Brennen zur Anwendung gelangenden Temperaturen noch nicht zum Schmelzen kommen, und im übrigen so viel Bestandteile von niedrigerem Schmelzpunkt, wie z. B. Feldspat, enthalten, dass letztere die ersteren Bestandteile beim Brennen miteinander verkitten und auch mit dem Verankerungskörper innig verbinden.
Durch ein jeweilig entsprechend gewähltes Mengenverhältnis der einzelnen Körnungen zueinander sowie durch ein vorsichtiges Trocknen der angemachten Masse und Wahl der zweckent- sprechenden Brenntemperaturen hat man es in der Hand, eine vollkommen oder nahezu vollkommen schwindungsfreie Porzellanmasse zu erzeugen. Da diese Massen jedoch im Gegensatz zu den für die künstlichen Zähne gebräuchlichen Porzellanmassen undurchsichtig sind, so müssen sie auf der im Munde freiliegenden Seite, damit sie sieh dem Aussehen natürlicher Zähne anpassen, nach dem Zusammenbrennen mit dem künstlichen Zahn noch mit dem üblichen Schmelzporzellan (Glasurschicht) überzogen werden.
Die Zeichnung veranschaulicht in den Fig. 1-5 einige Ausführungsbeispiele eines gemäss der Erfindung hergestellten künstlichen Zahnes.
Es bezeichnet in allen Beispielen a den künstlichen Zahn und b sein Verankerungsmittel, welches je nachdem, ob es sich um einen Stiftzahn oder um eine Mantelkrone oder um einen an einer Prothesenbasis (Platte oder Metallbrüeke) zu befestigenden Zahn handelt, aus einem Wurzelstift, Fig. 1, oder aus einer Kronenkappe, Fig. 2, oder aus einem Bügel, Fig. 3, oder einem Blechstreifen oder einem Gitter, Fig. 4 und 5, bestehen kann. Zur Vereinigung des Verankerungsmittels b, welches also im vorliegenden Fall beliebige Form und Grösse haben kann, mit dem Zahnkörper a wird das Verankerungsmittel in eine aus nicht schrumpfendem Material bestehende Porzellanmasse c eingebettet und alsdann diese Masse mit dem Zahnkörper a zusammengebrannt.
Handelt es sich um einen Stiftzahn
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und zusammengebrannt, wobei sich einerseits die Masse mit dem Zahnkörper und anderseits mit dem
Verankerungskörper innig verbindet. Handelt es sich um einen an einer Prothesenbasis zu befestigenden
Zahn, so wird die nicht schrumpfende Porzellanmasse c mitsamt dem in ihr eingebetteten Verankerungskörper b in eine entsprechende Aussparung e des künstlichen Zahnes eingebracht und alsdann die Masse mit dem Zahn zusammengebrannt.
Da die Masse c mit dem Zahnkörper a homogen zusammenschmilzt, so braucht die Aussparung e nicht hinterschnitten zu sein und die Verankerung hält trotzdem wesentlich besser als bisher die einzementierten Verankerungen, da der Zement von den Mundsäften angegriffen wird, während die Porzellanmasse von den Mundsäften und Speisen nicht beeinflusst wird. Es ist zweckmässig, die Masse c im vorliegenden Fall so zusammenzusetzen, dass sie noch eine geringe Schrumpfung besitzt, da in diesem Fall Sicherheit dafür besteht, dass sie sieh dem
Verankerungskörper fest anschmiegt, ohne dass anderseits infolge ihres sehr geringen Schrumpfens
Gefahr besteht, dass die Masse nach dem Brennen infolge ihres Anschmiegen an den Verankerungkörper unzulässige Spannungen erleidet und dementsprechend Spannungsrisse erhält.
Durch die nicht schrumpfende Porzellanmasse wird das Aussehen des künstliehen Zahnes nicht beeinträchtigt. Auf ihrer im Munde freiliegenden Oberfläche kann sie, um ihr ein den natürlichen Zähnen angepasstes Aussehen zu geben, mit einer durchscheinenden und entsprechend gefärbten Glasursehieht f, Fig. 1 und 2, versehen werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Die Vereinigung eines künstliehen Zahnes mit seinem Verankerungsmittel (Stift, ebenflächige Metalleinlage, Kappe od. dgl.) durch eine nicht schrumpfende Porzellanmasse.
2. Verfahren zur Vereinigung eines künstliehen Zahnes mit seinem Verankerungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungsmittel in nicht schrumpfende Porzellanmasse eingebettet und der künstliche Zahn mit der Masse zusammengebrannt wird.
3. Verfahren zur Vereinigung eines künstlichen Zahnes mit seinem Verankerungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass in eine Aussparung des künstlichen Zahnes nicht schrumpfende Porzellanmasse mit dem in diese eingebetteten Verankerungsmittel eingebracht und mit dem künstliehen Zahn zusammengebrannt wird.
4. Mit einem Verankerungsmittel zu seiner Befestigung an dem natürlichen Zahn oder der Wurzel oder einer Prothesenbasis ausgerüsteter künstlicher Zahn, dadurch gekennzeichnet, dass er mit dem Verankerungsmittel durch eine dieses umgebende und mit ihm zusammengebrannte nicht schrumpfende Porzellanmasse vereinigt ist.