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Verfahren und Vorrichtung zur Desinfektion und zur Vertilgung des Ungeziefers von Räumen.
Es sind Verfahren und auch Vorrichtungen bereits bekannt, die zur Desinfektion und zur Vertilgung von Ungeziefer und sonstigen Schädlingen in Räumen dienen. So ist es z. B. längst nicht mehr neu, vorzugsweise in die Mitte des zu behandelnden, allseits abgedichteten Raumes eine Vorrichtung aufzustellen, in welcher eine leicht brennbare und grosse Hitze entwickelnde Flüssigkeit verbrannt wird, deren heisse Gase in den Raum ausströmen, gleichzeitig aber auch eine Desinfektionsflüssigkeit zum Verdampfen bringen.
Die vorliegende Erfindung zielt auch darauf ab, die Vertilgung von Ungeziefer in erster Linie durch Anwendung von Hitze durchzuführen. Das erfindungsgemässe Verfahren zeichnet sich durch seine Gefahrlosigkeit, niedrigen Behandlungskosten, einfache Handhabung und grosse Betriebssicherheit aus ; es besteht darin, dass in der tragbaren Heizvorrichtung ein Gas, vorzugsweise aber ein flüssiger Brennstoff (z. B.
Motorbrennöl) unter Zuführung der Verbrennungsluft von aussen her verbrannt wird und die aus der Heizvorrichtung austretenden, aus einer Mischung von Kohlensäure, Wasserdampf, Stickstoff und Sauerstoff bestehenden heissen, rauch-und russfreien Verbrennungsgase mittels eines Ventilators im ganzen Raum gleichmässig verteilt und mit der im Raum befindlichen Luft vermischt werden, welcher vorzugsweise die heissen Verbrennungsgase allseitig nach unten bläst. Es wird somit die die Bakterien und andere Schädlinge angreifende Wirkung der entstehenden hohen Raumtemperatur sowie der Bestandteile der in den Raum eintretenden Verbrennungsgase unmittelbar, also ohne eine zusätzliche Verwendung besonderer Desinfektionsmittel, voll ausgenutzt. Eine Erhitzung auf etwa 450 Raumtemperatur reicht bereits aus, um das Ungeziefer, etwa 65 , um die Mikroorganismen zu vernichten.
Infolge dieser verhältnismässig nicht zu hohen Temperaturen werden daher die Möbel und die Räume selbst erheblich geschont.
Die Beheizung erfolgt deshalb am besten durch Verbrennung von Motoröl, weil dieses billig ist und beim Gebrauch als Heizmittel keine Gefahr mit sieh bringt. Die Zuführung der Verbrennungsluft von aussen her ist deshalb von grosser Wichtigkeit, da die Atmosphäre eines geschlossenen Zimmers bei einer derartigen beschleunigten Beheizung, wenn der Gehalt an CO2 zu übersteigt, für eine vollständige Verbrennung ungeeignet wird, wobei auch die Erhöhung des Gehaltes an Wasserdampf und Stickstoff von Bedeutung ist, und es entsteht die Gefahr, dass Rauch und Russ gebildet werden, was nicht vorkommen darf.
Der bei der möglichst totalen Verbrennung entstehende heisse Gasstrom (COs, H2O, N und 0) hat das Bestreben, nach oben zu steigen und wird noch dazu von der zugeführten
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brennungsgase, wie schon erwähnt, erfindungsgemäss mittels des Ventilators allseitig verteilt, indem sie vorzugsweise allseitig nach unten geblasen werden. Dies bringt auch den Vorteil mit sieh, dass das Ungeziefer, welches von den Wänden und der Decke auf den Fussboden fällt, erheblich schneller getötet wird. Überdies wird durch die Aufstellung der Heizvorrichtung in der Mitte des Raumes die Erreichung einer möglichst gleichmässigen Temperatursteigerung erleichtert.
Eine gasdichte Abschliessung der zu behandelnden Räume ist dabei nicht unbedingt erforderlich, da bei der reichlichen und billigen Wärmeerzeugung kleine Wärmeverluste schadlos in Kauf genommen werden können.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung besteht im wesentlichen aus einem Ölbehälter, einem damit verbundenen, gegebenenfalls doppelwandigen, oben mit Öffnungen und Deckel versehenen Mantel, einem darin eingeschlossenen Ölbrenner, einer gegebenen-
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falls mit einer Pumpe bzw. einem Kompressor verbundenen Schlauchleitung zur Zuführung der Frisch- luft und einem oberhalb der Öffnungen des Mantels angebrachten Ventilator. Zweckmässig wird die dem Brenner zugeführte frische Luft durch den Doppelmantel vorgewärmt. Der Ventilator wird durch einen Elektromotor angetrieben, der durch die dem Brenner zugeführte Frischluft gekühlt wird.
Zur
Regelung des zum Brenner mittels einer elektrischen oder durch Druckluft angetriebenen Pumpe zuge- führten Öles kann in der Nähe des Brenners ein Pyrostat vorgesehen werden, durch den die Ölzufuhr bei einer eingestellten Mindesttemperatur unterbrochen wird. Weiters kann ein Thermostat auf ein
Relais einwirken, durch welches in den Stromkreis des die Ölpumpe antreibenden Motors Widerstände eingeschaltet werden bzw. der Motor ganz abgeschaltet wird. Zweckmässig wird der Brennstoffbehälter mit einer starken Wärmeisolierung oder mit einer Kühlung versehen.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele einer Heizvorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens gemäss der Erfindung schematisch dargestellt. Im wesentlichen besteht die Heizvorrichtung nach den beiden in Fig. 1 und 2 in Ansieht dargestellten Ausführungsformen aus einem Ölbrenner 1 mit einem Ölzufuhrrohr 2 und gegebenenfalls gekühlten oder wärmeisolierten Ölbehälter. 3, der auch als Fundament dienen kann. Die Verbrennungsluft wird mittels eines Rohres 4 von dem Kompressor 5 durch das Rohr 6 dem Brenner zugeführt. Der Kompressor wird von einem von den Rohren 6 getragenen Motor 7 angetrieben, auf dessen unterem Wellenende ein Ventilator 8 sitzt, der die Zimmerluft in einem
Strom schräg nach unten gegen den Fussboden bläst.
Die vom Brenner erzeugte Flamme erhitzt den oben mit Öffnungen und Deckel versehenen Ofenmantel 9, der die Flamme vom Zimmer abschirmt, so dass sie ungestört von der rings um den Ofen herrschenden Luftströmung brennen kann. Der Mantel 9 kann doppelwandig ausgebildet sein, um durch den so gebildeten ringförmigen Raum die Verbrennungsluft durchleiten und dabei kräftig vorwärmen zu können. Um die Wärmeerzeugung bzw. die Zimmertemperatur regeln zu können, wird die Vorrichtung mit zwei Relais 10 und 11 versehen. Das eine Relais 10 ist ein Nullspannungsrelais zur automatischen Ausschaltung des Motors und zum Verhindern einer Inbetriebsetzung bei nicht angezündeter Flamme.
Das andere Relais 11 regelt das Luftventil und das Ölventil 3 und somit die Wärmeentwicklung. An Stelle des Ölventils kann auch eine Motor- ölpumpe mit elektrischem oder Windmotor angeordnet sein. Falls aus irgendwelchem Grund die Ölzufuhr ganz aufhören sollte oder die Temperatur in der Verbrennungszone aus einem andern Grund unter eine gewisse Höhe sinken sollte, wird ein Pyrostat 14 in der Nähe der Flamme in Tätigkeit gesetzt und der Motor 7, der die Gebläse 5 und 8 treibt, ausgeschaltet.
Die Relais 10 und 11 sind mit einem Kontakt 15 verbunden und werden von einem Thermostat 16 gesteuert. Die Frischluft wird dem Apparat mittels eines Schlauches oder einer Rohrleitung 18 zugeführt, die durch eine Öffnung 19 in einer der Wände 17 des Raumes oder durch eine Fenster-oder Tiir- öffnung eingeführt wird. Der Motor 7 ist gekapselt und wird mittels der von dem Gebläse eingesaugte Frischluft besonders gekühlt.
Die in Fig. 2 dargestellte Anordnung unterscheidet sich von der beschriebenen bloss dadurch, dass die Rohre 6 durch ein einziges Rohr 6 ersetzt sind und der Motor oberhalb des Saug-und Druckgebläses angeordnet ist. Es ist klar, dass beide Ausführungsformen aus Gründen der Herstellung, der besseren Übersicht oder der leichteren Regelung mannigfach abgeändert werden können.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Desinfektion und zur Vertilgung des Ungeziefers von Räumen durch Uber- heizung des abgeschlossenen Raumes mit Hilfe einer tragbaren, vorzugsweise in der Raummitte aufzu- stellenden Heizvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass in der Vorrichtung ein gasförmiger oder flüssiger Brennstoff unter Zufuhr von Aussenluft verbrannt wird und die aus der Vorrichtung austretenden heissen, rauch-und russfreien Verbrennungsgase mittels eines Ventilators im ganzen Raum gleichmässig verteilt und mit der Raumluft vermischt werden, welcher vorzugsweise die heissen Ver- brennungsgase allseitig nach unten bläst.