AT150943B - Verfahren zur Bestimmung von Verunreinigungen in Edelgasen, Stickstoff und Wasserstoff. - Google Patents

Verfahren zur Bestimmung von Verunreinigungen in Edelgasen, Stickstoff und Wasserstoff.

Info

Publication number
AT150943B
AT150943B AT150943DA AT150943B AT 150943 B AT150943 B AT 150943B AT 150943D A AT150943D A AT 150943DA AT 150943 B AT150943 B AT 150943B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
mobility
gases
impurities
nitrogen
hydrogen
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Gustav Dr Ortner
Georg Dr Stetter
Original Assignee
Gustav Dr Ortner
Georg Dr Stetter
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Gustav Dr Ortner, Georg Dr Stetter filed Critical Gustav Dr Ortner
Application granted granted Critical
Publication of AT150943B publication Critical patent/AT150943B/de

Links

Landscapes

  • Measurement Of Radiation (AREA)
  • Analysing Materials By The Use Of Radiation (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Bestimmung von Verunreinigungen in Edelgasen, Stickstoff und Wasserstoff. 



   Wenn man ein Gas auf irgendeine bekannte Weise ionisiert (z. B. durch   Röntgen-oder Radium-     strahlen, Glühemission usw. ) und gleichzeitig ein elektrisches Feld anlegt, so wandern die entstandenen   positiven und negativen Elektrizitätsträger (Ionen), dem elektrischen Felde folgend, mit einer gewissen
Geschwindigkeit durch das Gas. Diese Geschwindigkeit, bezogen auf die Einheit der Feldstärke, heisst
Beweglichkeit und ist in gewöhnlichen Gasen von   der Grössenordnung 1 em/sec je 1 Volt/em.   In diesem Falle sind die elektrischen Ladungen je an ein oder mehrere Gasmoleküle gebunden. In sehr reinen Edelgasen sowie überhaupt in Gasen, die keine Neigung zur negativen Ionenbildung haben, z. B. Stick- stoff oder Wasserstoff, trifft dies für die negativen Ladungen nicht zu.

   Die negativen Ladungen sind ja   ursprünglich   vom Ionisationsvorgang her freie Elektronen und bleiben in solchen Gasen mindestens auf eine gewisse Zeit frei, wodurch ihre Beweglichkeit um mehrere Zehnerpotenzen grösser ist als diejenige normaler negativer Ionen. Diese Eigenschaft kann nun zur Überwachung und Messung der
Reinheit der genannten Gase verwendet werden. (Grundsätzlich wäre es auch bei andern Gasen möglich, durch Beweglichkeitsmessungen die Reinheit oder die Zusammensetzung zu überprüfen, für die praktische Verwendung dürften aber die geringen Unterschiede in der Beweglichkeit meist nicht ausreichen. In dem erwähnten Falle der Verunreinigung von Edelgasen mit elektronegativen Gasen, z. B.

   Sauerstoff oder Wasserdampf, ist dagegen immer eine sehr hohe Genauigkeit zu erzielen.)
Die   Durchführung   der Messungen soll an einigen Beispielen erläutert werden. 



   Fig. 1 der Zeichnung zeigt eine Einrichtung für Wechselstrommessungen. An der lichtempfindlichen Elektrode   jE   werden durch die von L kommenden Lichtstrahlen Photoelektronen ausgelöst. An EI und E2 liegt eine Wechselstromquelle veränderlicher Frequenz und Spannung. Bei gleichbleibender Spannung ist dann die höchste Frequenz, bei der noch ein am Galvanometer G angezeigter Strom fliesst, bei der also die Photoelektronen in der Zeit einer Halbperiode gerade noch   E2   erreichen, ein Mass für die Beweglichkeit und somit auch für die Reinheit des zwischen   Ej   und   E2   befindlichen Gases. Bei gleichbleibender Frequenz gilt das gleiche für die kleinste Spannung, bei der noch ein Stromübergang stattfindet. Man eicht am besten durch Versuche nach beiden Messgrössen. 



   Durch Kunstgriffe ist es auch möglich, Gleichstrommessungen zu benutzen, was meist bequemer ist. Dass die zahlenmässigen Zusammenhänge weniger durchsichtig sind, schadet nichts, da man   ohnehin   durch Versuche eicht. In der Anordnung nach Fig. 2 wird der Umstand benutzt, dass die Diffusionskonstante der Beweglichkeit verhältnisgleich ist. Die   Röntgenröhre-ss   ionisiert den Raum innerhalb der zylindrischen Drahtnetze DD, durch die, je nach der Beweglichkeit, mehr oder weniger Ionen in den Aussenraum, der durch den Zylinder A abgeschlossen ist, diffundieren. Hier gibt also die am Galvanometer G angezeigte Stromstärke ein Mass für die Beweglichkeit und somit für die Reinheit des Gases. Im übrigen kann man die Anordnung auch für Wechselstrommessungen entsprechend Fig. 1 benutzen. 



   Weiters hängen die   Sättigungs-und Raumladungsverhältnisse   in ionisierten Gasen von der Beweglichkeit ab. Bei grosser Ionendiehte erhält man bekanntlich keine Sättigung, d. h. die Ionen wandern nur zum Teil an die Elektroden, während der Rest durch Wiedervereinigung verloren geht. 



  Der Strom, der sämtlichen ursprünglich vorhandenen Ionen entsprechen würde, der Sättigungsstrom, wird also nicht erreicht, und dies um so weniger, je kleiner die Beweglichkeit ist. Eine Anordnung mit grosser Ionendiehte ergibt sich z. B., wenn man als Ionisator ein Radiumpräparat von verhältnismässig kleiner Fläche benutzt. Die grosse Ionendiehte um das Präparat herum bewirkt dann eine geringere und von der Beweglichkeit stark abhängige Sättigung. In   ist Ag   ein innen   versilberter Glas-   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 kolben, der gleich die   Aussenelektrode   darstellt, während der isoliert bei   I     eingeftihrte   Träger des Präparates Ra den andern Pol darstellt.

   Das zu untersuchende Gas wird, wie auch bei den früher beschriebenen Einrichtungen, in das Gefäss eingeführt oder besser langsam durchgeleitet. Zur Beurteilung der   Strömungsgeschwindigkeit   dient der federnde Flügel F. Da die Sättigung mit wachsender Ionenbeweglichkeit besser wird, ergibt sich die grösste Stromstärke im Amperemeter   dz   bei vollkommen reinem Gase. Mit wachsender Verunreinigung werden die Ausschläge kleiner, so dass bei Kenntnis der Art der Verunreinigung das Gerät   A   unmittelbar in   Hundertteilen   der Verunreinigung geeicht werden kann. Ohne eine solche Kenntnis kann aus der Form der Sättigungskurve (Stromspannungskurve) auf die Art der Verunreinigung geschlossen werden. 



     Schliesslich sei noch   ein Beispiel angeführt, wo durch die Beweglichkeit die Grösse der Raumladung bestimmt ist. Derlei Erscheinungen sind wieder am deutlichsten bei unipolarer Elektrisierung eines Gases, also z. B. durch   Glühelektronen. Benutzt   man etwa eine Diode   nur-h   Fig. 4 mit Glühkathode   K und Anodenzylinder   Z, dann zeigt bei richtiger Wahl der Spannung das Amperemeter A einen Strom, der durch die Grösse der Raumladung um K bestimmt ist. Bei Anwesenheit von Verunreinigungen und damit von schweren negativen Ionen ist diese Raumladung sehr gross, der Strom klein. In ganz reinen Edelgasen wird die Raumladung viel kleiner, nämlich von gleicher Grössenordnung wie in Vakuumröhren.

   Man erhält also eine ähnliche Stromabhängigkeit wie bei der Einrichtung nach Fig. 3 und kann auch wieder in   Hundertteilen   der Verunreinigung eichen. 



   Wie aus den angeführten Beispielen hervorgeht, kommt es bei allen diesen Anordnungen darauf 
 EMI2.1 
 gascharakter, sind die Unterschiede   in der Beweglichkeit   so gross, dass   eine sehr   grosse Genauigkeit damit erreicht werden kann : Zusätze von weniger als ein Prozent sind noch ohne weiteres messbar. 



   Bei einem älteren von   Malsallez   angegebenen Verfahren (Britisches Patent Nr.   398. 722),   die Zusammensetzung ionisierter Gase zu bestimmen, fehlt die Erkenntnis, dass durch Beachtung der Beweglichkeitsunterschiede derart genaue Messungen möglich sind. Es handelt sieh dort nur um Feststellung viel   gröberer Unterschiede   in der Zusammensetzung, wozu andere Unterschiede z. B. des lonisationspotentiales oder der Absorption für radioaktive Strahlen in verschiedenen Gasen ausreichen dürften. Es wird dort auch auf die Notwendigkeit eines angemessenen elektrischen Feldes hingewiesen, während dieses für das erfindungsgemässe Verfahren keine wesentliche Rolle spielt.

   Man kann etwa bei der Einrichtung nach Fig. 2 auf ein elektrisches Feld überhaupt verzichten und statt Stromquelle und Galvanometer an den   Aussenzylinder J.   ein Elektroskop anlegen. Die   Grösse   seines   Ausschlages   gibt dann ebenfalls ein   Mass   für die mehr oder weniger schnell durch die Drahtnetze diffundierenden Elektronen.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Bestimmung von Verunreinigungen in Edelgasen, Stickstoff und Wasserstoff, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas auf irgendeine Weise ionisiert und die Ionenbewegliehkeit gemessen wird.
AT150943D 1935-12-09 1935-12-09 Verfahren zur Bestimmung von Verunreinigungen in Edelgasen, Stickstoff und Wasserstoff. AT150943B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT150943T 1935-12-09

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT150943B true AT150943B (de) 1937-10-11

Family

ID=3646391

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT150943D AT150943B (de) 1935-12-09 1935-12-09 Verfahren zur Bestimmung von Verunreinigungen in Edelgasen, Stickstoff und Wasserstoff.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT150943B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2627448A1 (de) Analysiervorrichtung fuer roentgenstrahl-transmissionstomographie
DE1900309A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Analysierung von Gasen
DE2230329A1 (de) Bildwandler
DE2336635A1 (de) Laserstrahlenanalysator fuer pulverfoermige stoffe
DE1927790A1 (de) Strahlungsmesskammern zur Messung der absorbierenden Dosis ionisierender Strahlung
DE2641150C3 (de) Gerät zum Messen der elektrophoretischen Beweglichkeit von Partikeln
DE319202C (de) Einrichtung zur Bestimmung der Intensitaet von Roentgen- und aehnlichen Strahlen
DE661585C (de) Verfahren zur Bestimmung der Konzentration von oxydierenden und reduzierenden Stoffen in Loesungen
DE889956C (de) Ionisationskammer
DE1963980C3 (de) Verfahren und Einrichtung zur elektrofotografischen Aufnahme von Durchleuchtungsbildern
DE2529037B2 (de) Elektroradiographische vorrichtung
Ehhalt et al. Der Anstieg des Tritiumgehaltes im atmosphärischen Wasserstoff seit 1960
AT91604B (de) Einrichtung zur Bestimmung der Intensität von Röntgen- und ähnlichen Strahlen.
DE443971C (de) Lichtelektrische Zelle
DE660497C (de) Einrichtung zur Messung der Intensitaet von ionisierenden Strahlen, insbesondere Roentgenstrahlen
Langmuir et al. metastable atoms and electrons produced by resonance radiation in neon
DE682657C (de) Zaehlkammer zur Messung ionisierender Strahlungen
DE394706C (de) Ionisationskammer
DE612375C (de) Anordnung zur Messung bzw. Anzeige der Menge elektromagnetischer Strahlungen, insbesondere von Roentgen- und ultravioletten Strahlen
DE490656C (de) Einrichtung zur Ionisationsmessung von Roentgenstrahlen beliebiger Richtung gegen die Horizontalebene mittels einer drehbaren, eine Symmetrie- oder Rotationssymmetrieachse aufweisenden Ionisationskammer
DE533603C (de) Empfangseinrichtung fuer Lichtzeichen
DE741183C (de) Gas- oder dampfgefuelltes elektrisches Entladungsgefaess
DE970203C (de) Geraet zur Gasanalyse durch Strahlungsabsorption
DE890247C (de) Vorrichtung zur Messung von geladenen Elementarteilchen und der Intensitaet von Gamma- und Roentgenstrahlen
DE1187329B (de) Dosimeter zum Messen von Roentgen-, Gamma- oder Neutronenstrahlen