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Vorrichtung zum Dämpfen verschiedener Materialien, insbesondere von Getreide.
Vorrichtung zur Dämpfung von Getreide in festen oder beweglichen Trommeln sind vielfach bekannt.
In allen Fällen erfolgt jedoch die Dampfzufuhr durch Düsen oder durch Löcher. Diese Art der Dampfzufuhr hat insbesondere den Nachteil, dass der Dampfstrahl auf die zu dämpfenden Getreideschichten mit grosser Gewalt auftrifft, wodurch die Getreidekörner sowohl mechanisch als auch chemisch ungünstig beeinflusst werden.
So ist ein Dämpfapparat bekannt, bei welchem der überhitzte Dampf durch ein einfaches Rohr odermehrere Rohre, von denen jedes für sich absperrbar ist, in einen Kessel geleitet wird, in welchem eine
Siebtrommel rotiert. Der überhitzte Dampf tritt durch die Rohre aus und prallt direkt auf das in der
Siebtrommel befindliche Getreide auf. Es ist nun gelungen, die Übelstände, die durch das direkte Aufprallen des Dampfes auf die Getreidekörner verursacht werden, dadurch zu beseitigen, dass der Dampf die rotierende Siebtrommel nicht direkt trifft, sondern diese mit einem sich schwach bewegenden Dampfmantel umgibt ; dadurch wird jede Schädigung des Getreidekornes vermieden.
Der Dampfmantel um die Siebtrommel wird dadurch erzeugt, dass der Dampf nicht durch Löcher oder Düsen, sondern durch seitlich angebrachte längsgeschlitzte Rohre in die äussere Trommel eingeführt wird.
Auch ist es möglich, in den beschriebenen Vorrichtungen im Anschluss an die Dämpfung sofort im gleichen Apparate zu trocknen, und ist zu diesem Zwecke an der äusseren Trommel ein System von Heizröhren angebracht ; eventuell kann auch statt der Heizröhren oder neben denselben der äussere Trommelmantel zur Dampfbeheizung eingerichtet werden.
In der Zeichnung ist eine Dämpfungsvorrichtung in Fig. 1 im Längenschnitt und in Fig. 2 im
Querschnitt dargestellt.
Fig. 3 und 4 zeigen Längs-und Querschnitte einer kombinierten Vorrichtung zur Dämpfung und darauffolgender Trocknung.
Die zu dämpfenden Getreidekörner befinden sich in einem beweglichen Siebzylinder 2 aus Drahtgewebe, gelochtem Blech u. dgl. und werden in diesem einer derartigen Bewegung ausgesetzt, dass immerwährend andere Körnerschichten an die Oberfläche und an die durchbrochenen Zylinderwände zu liegen kommen und dabei einer energischen, jedoch mechanisch unwirksamen Dampfeinwirkung ausgesetzt werden. Es wird daher niemals zur Loslösung der Schalen von den Körnern kommen.
Der Siebzylinder wird während der Bewegung von Sattdampf umspült, welcher durch die Langschlitze der Dampfrohre 4 austritt und Dampfflächen und Dampfwolken bildet ; diese Schlitze verhindern auch das Ausschleudern von Wassertropfen. Die Dampfwolken breiten sich gleichmässig bei der Rotation des Siebzylinders über dessen ganze Oberfläche aus und dringen auch gleichmässig durch die Sieböffnungen in das Innere ein. Die durch die Drehung des Siebzylinders 2 hervorgerufenen Oberflächenbewegungen der Körnermasse bewirken eine immerwährende Wanderung der Körnerschichten von unten nach oben und dadurch auch eine kontinuierliche Bestreichung neuer Körnerschichten mit in Bewegung befindlichen Sattdampfwolken. Eine Ansammlung von Kondenswasser ist ausgeschlossen, da dieselbe sofort durch die Siebe abgeführt wird.
Durch die Vermeidung des direkten Ausstrahlens des Sattdampfes auf die Körnerschichten werden mechanische und chemische Schädigungen der Körner hintangehalten. Auch eine Auslaugung des Korninhaltes durch Kondenswasser wird vollständig vermieden.
Eine Vorrichtung für Dämpfung allein besteht gemäss Fig. 1 und 2 aus der Dämpf trommel 1, dem rotierenden herausziehbaren Siebzylinder 2 der Sattdampfleitung und den Schlitzrohren 4.
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Eine kombinierte Vorrichtung für Dämpfung und darauffolgender Trocknung besteht gemäss Fig. 3 und 4 aus der Dämpftrommel 1, dem rotierenden Siebzylinder 2, der Sattdampfleitung. 3 und
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absaugrohr (Siebrohr) 7, welches auch als Einblaserohr für die Trocknungsluft dienen kann, und dem Verbindungsrohr 8, welches mit einer Vakuumpumpe oder mit einem Warmluftgebläse in Verbindung steht.
Zum Abzug der verbrauchten Luft kann an einer beliebigen Stelle im Oberteile des Aussenmantels 1 ein durch eine Klappe oder ein anderes Absperrorgan verschliessbarer Abzugstutzen angebracht werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Dämpfen verschiedener Materialien, insbesondere von Getreide, dadurch gekennzeichnet, dass behufs gleichmässiger Dampfverteilung in dem Raume zwischen dem Mantelrohr (1) und der umlaufenden Siebtrommel (2), welche zur Aufnahme des Dämpfgutes dient, mit Längsschlitzen versehene Dampfzuführungsrohre (4) angeordnet sind.