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Verfahren zur Erzeugung von Elektrostahl.
Die Erzeugung von Elektrostahl in zwei Arbeitsgängen nach dem sogenannten Duplexverfahren, bei dem der Einsatz in Herdöfen, Konvertern od. dgl. vorgefrischt und der Stahl dann in Elektroöfen fertiggemacht wird, ist, wenn der flüssige Einsatz für den Elektroofen immer rechtzeitig und in richtiger
Menge, Zusammensetzung und Temperatur geliefert werden soll, nur mit Vorfrischöfen vom mehrfachen Inhalt des oder der nachgeschalteten Elektroöfen, also mit grossen Kippöfen, Mischern oder Talbotöfen möglich. Da diese Öfen weiterhin mit grossen Roheisenmengen oder mit hochgekohltem Einsatz arbeiten müssen, ergibt sich, selbst wenn dabei keine Schwierigkeiten bezüglich der Entfernung von Kohlenstoff,
Silizium, Phosphor und Schwefel und der Gewinnung einer verkäuflichen Phosphorschlacke eintreten, insgesamt ein teurer und unwirtschaftlicher Betrieb.
Beim Duplexverfahren mit vorgeschaltetem Windfrischer kann als Einsatz ebenfalls nur Roheisen benutzt werden. Eine einigermassen gute Wirtschaftlich- keit lässt sich nur bei Ausnutzung der vollen Leistungsfähigkeit des Konverters erzielen. Hiezu kommt hier noch, dass ein Zusammenarbeiten von Konverter und Elektroofen ausserordentlich schwer, ja praktisch unmöglich ist. Da nämlich der Konverter in der Stunde ein bis zwei Chargen macht, der Elektroofen aber in zwei bis drei Stunden nur eine Charge, so müssten zur Ausnutzung der vollen Konverterleistung zwei bis sechs Fertig-bzw. Elektroofen mit einem Konverter immer in gleichem Takt zusammenarbeiten oder ein grosser Teil der Konverterchargen müsste für andere Zwecke, etwa zur Erzeugung von Stahlguss oder Stahlblöcken verwendet werden, was beides unzweckmässig ist.
Nach vorstehendem ist es verständlich, dass sich das Duplexverfahren nur dann einigermassen bewährt, wenn ein Einschmelzofen für das Einschmelzen, Verflüssigen und Vorfrischen des festen Ein- satzes mit einem Elektroofen gleicher Grösse, Leistung und Schmelzdauer in gleicher Phase zusammen- arbeitet. Ein derartiges Verfahren ist aber dann wiederum nur für grosse Elektroöfen, etwa mit 5 -15 t
Inhalt, angängig, die in 24 Stunden 8-12 Chargen fertigmachen. Für kleinere Hochfrequenzöfen mit einem Fassungsraum von 300-2000 kg, die den flüssigen und vorgefrischten Einsatz in 30-60 Minuten fertigmachen, kommt es nicht in Betracht.
In den Einschmelz- und Vorfrischöfen kann man derart klein bemessene Chargen und in solcher Häufigkeit wirtschaftlich unmöglich verteilen.
Die Erfindung bezieht sich auf die Erzeugung von Elektrostahl nach dem Triplexverfahren, wobei der in Schmelzöfen oder Konverten vorgefrischte Einsatz einem Sammelraum und aus diesem den elektrischen Fertigöfen zugeführt wird, so dass die Vorsehmelz-und Fertigöfen zeit-und mengenmässig unabhängig voneinander arbeiten können, indem der Zeit- und Mengena1lsgleich in dem zwischen- geschalteten Sammler stattfindet. Als Sammler werden dabei erfindungsgemäss Durchweichöfen, Tief- öfen, Stossöfen oder Wärmeöfen benutzt, in welchen das aus den Vorschmelzöfen entnommene und in
Blöcke gegossene Material auf Temperatur gehalten oder weitererhitzt wird, um einen thermisch vor- bereiteten und metallurgisch ausgesuchten Einsatz für die Elektroöfen bedarfsweise entnehmen zu können.
Den Durchweich-, Tief-, Stoss-oder Wärmeöfen werden aus den Vorfrischern od. dgl. zweckmässig
Blöcke einheitlicher Form, Grösse und Gewichte geliefert, u. zw. Blöcke, die für alle Elektroöfen passen.
Man kann dabei mehrere kleine Blöcke oder aber auch für jeden Ofen nur einen einzigen Block vom Ein- satzgewicht abgiessen. Die Blöcke können auf drehbaren Giesstischen oder in gekühlten und auch un- gekühlten Dauerformen abgegossen werden und, damit sie besser zu strippen und zu befördern sind, mit eingegossenen Ösen, Einschnürungen oder Vorsprüngen versehen sein.
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Beim Puffern der Leistung von Vorfrischern und Fertigöfen durch Abgiessen des Vormaterials in Blöcken, die in Durchweich-, Tief-oder Rollöfen warmgehalten werden, hat man die Möglichkeit, das Material vor dem Einsetzen in den Elektroofen genau zu analysieren und auszuwählen. Dazu ver- bleibt bei dem bekannten Duplexverfahren mit vielen kleinen Vorschmelzchargen und flüssigem Einsatz keine Zeit.
Ohne erheblichen Mehraufwand kann, wenn zwischen Vorfrischern und Fertigöfen Tieföfen oder
Rollöfen vorhanden sind, das Blockmaterial auch ganz unabhängig von den Elektroöfen erzeugt, zunächst in kaltem Zustand in einem Zwischenlager geputzt, analysiert, klassiert und beliebig lange gelagert oder auch laufend oder zwischendurch in eigenen Stahlwerken erzeugt oder von fremden Stahlwerken bezogen werden.
Die Verwendung hohler Blöcke vermindert die Streuung und den Stromverbrauch und verbessert die Leistung und Haltbarkeit des Ofens ; sie beschleunigt auch die Erhitzung und Schmelzung der in der Höhlung aufgegebenen Zuschläge. Letztere werden auf diese Art nicht nur von unten, sondern auch von oben und durch die Wände beheizt.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung von Elektrostahl nach dem Triplexverfahren, wobei der in Schmelz- öfen oder Konvertern vorgefrischte Einsatz einem Sammelraum und aus diesem den elektrischen Fertig- öfen zugeführt wird, so dass die Vorschmelz-und Fertigöfen zeit-und mengenmässig unabhängig von- einander arbeiten können, indem der Zeit-und Mengenausgleieh in dem zwischengeschalteten Sammler stattfindet, dadurch gekennzeichnet, dass als Sammler Durchweichöfen, Tieföfen, Stossöfen oder Wärme- öfen verwendet werden, in welchen das aus den Vorschmelzöfen entnommene und in Blöcke gegossene
Material auf Temperatur gehalten oder weitererhitzt wird, um einen thermisch vorbereiteten und metallur- gisch ausgesuchten Einsatz für die Elektroöfen bedarfsweise entnehmen zu können.