DE322798C - Verfahren zur Entfernung von Schlacken bei der Gewinnung von Flusseisen und -stahl im Herdofen sowie bei der Darstellung von vorgefrischtem Eisen im Herdofen zwecks Weiterverarbeitung in einer beliebigen Vorrichtung unter nachtraeglicher weiterer Zugabe von Eisen zu dem anfaenglich in den Herdofen eingebrachten Eisen - Google Patents
Verfahren zur Entfernung von Schlacken bei der Gewinnung von Flusseisen und -stahl im Herdofen sowie bei der Darstellung von vorgefrischtem Eisen im Herdofen zwecks Weiterverarbeitung in einer beliebigen Vorrichtung unter nachtraeglicher weiterer Zugabe von Eisen zu dem anfaenglich in den Herdofen eingebrachten EisenInfo
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Description
- Verfahren zur Entfernung von Schlacken bei der Gewinnung von Flußeisen und -stahl im Herdofen sowie bei der Darstellung von vorgefrischtem Eisen im Herdofen zwecks Weiterverarbeitung in einer beliebigen Vorrichtung unter nachträglicher weiterer Zugabe von Eisen zu dem anfänglich in den Herdofen eingebrachten Eisen. Bei allen Verfahren, die die Herstellung von Stahl im Herdofen in zwei oder mehreren Perioden bezwecken, bietet -die Trennung der Schlacke vom Eisen erhebliche Schwierigkeiten, so daß man in der Schluß- oder Fertigperiode noch mit 15 bis 2o Prozent Vorfrischschlacke zu arbeiten hat. So ist z. B. den in der Zeitschrift »Stähl und Eisen«, Jahrgang igio, I, S. ii, über das Höschverfahren veröffentlichten Betriebsergebnissen zu entnehmen, daß in der rein gewonnenen Vorfrischschlacke nur gegen 70 Prozent des im Roheisen enthaltenen Phosphors enthalten sind; während sich in der Fertigschlacke, die nur geringen Wert hat, ungefähr 30 Prozent befinden, trotzdem das Vorfrischmetall nur o,i5 bis 0,3 Prozent Phosphor enthält. Ein Teil der Vorfrischschlacke, der einen Wert von i A bis 2 all für die Tonne -Stahl bedeutet, muß nutzlos in der Fertigperiode mitgeschleppt werden und wird noch dazu entwertet. Rechnet man den Phosphorgehalt auf das Vorfrischmetall um, so hat man nicht mit einem Gehalt von 0J5 bis 0,3 Prozent, sondern mit o,6 bis 0,7 Prozent zu arbeiten.
- Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur vollständigen Abscheidung der Schlacke aus Herdöfen aller Art bei der Gewinnung von Flußeisen und Flußstahl, sowie bei der Darstellung von vorgefrischtem Eisen im Herdofen zwecks Weiterverarbeitung in einer beliebigen Vorrichtung.
- .Gleichzeitig wird bei dem Verfahren eine bessere Ausnutzung der Vorfrischperiode herbeigeführt.
- Das Verfahren besteht darin, daß man bei der normalen Vorfrischcharge während oder nach dem Frischen so lange neues.Roheisen oder anderes Eisen beliebiger Zusammensetzung in den Ofen nach und nach eingießt, bis die im Ofen vorhandene Schlacke im Ofen so hoch gestiegen ist, daß sie abfließen muß, beim Kippofen durch den bestehenden Auslauf, beim feststehenden Ofen durch einen Ab-oder Unterlauf, wie er z. B. beim Höschverfahren in der Öffnung angebracht werden kann, die zum Rückgießen des vorgefrischten Metalles dient. Wie bei einem gefüllten Wassertrog soviel Wasser ablaufen muß, als durch den laufenden Brunnen zugeführt wird, so wird hier durch das eingegossene Eisen die Schlacke völlig verdrängt. Das nun den Ofen allein ausfüllende Eisen wird, da seine Oberfläche schlackenfrei geworden ist, direkt reichliche Wärme aufnehmen.
- In der erwähnten Zeitschrift hat z. B. die Charge 1465 in der Fertigperiode ein Ausbringen von 30,35 t Eisen und 4,11 t Schlacke, die 3,94 -i-' 1,3'7 = 5,31 cbm einnehmen. Verdrängt man in der geschilderten Weise die Schlacke durch Eisen, so erhält man eine Eisenmenge von rund 40 t. In der Vorfrischperiode werden 24,74 t Eisen und 4,66 t Schlacke ausgebracht, die einen Raum von 3,21 + 1,55 =4,76 cbm umfassen. Der Fassungsraum ließ daher ein Ausbringen von etwa 28 t Eisen und 5 t Schlacke zu. Gießt man zu diesem vorgefrischten Eisen 12 t neues Roheisen unter Verdrängung der 5 t Schlacke, so erhält man ein Mischmetall von etwa 2 Prozent C und o,6 bis o,7 Prozent P. Mit diesen 4o t wird folgendermaßen weitergearbeitet: Nach dem Abstechen des schlackenfreien Metalles werden 24 t in den ebenfalls schlackenfreien Ofen zurückgegossen und fertiggemacht. Die zurückbleibenden 16 t stehen in der Pfanne bis zur nächsten Vorfrischperiode, wo sie während oder nach der größtenteils erfolgten Entphosphorung statt Roheisen zugegossen werden. Nach Verdrängung der Schlacke enthält däs schlackenfreie Metall nun etwa 1,7 Prozent C, 0,7 Prozent P. Man sticht wieder ab, gießt die 16_t_ überschüssigen Eisens in der nächsten Vorfrischperiode wieder zu und erhält eine Mischung mit o,22 Prozent P. Bei der nächsten Charge erhält man ein Vorffischmetall mit o,17 Prozent P usw.
- Man kann sich andauernd einen sehr reinen Einsatz für die Fertigperiode herstellen, der eine wesentlich geringere Schlackenmenge im Gefolge hat. Das Ausbringen wird größer, die Chargendauer kürzer. Ein besonderer Vorteil dieser Arbeitsweise liegt darin, daß Zoo Prozent des Phosphors des Roheisens und vielleicht ein kleiner Teil des Phosphors der Erze als hochhaltige Thomasschlacke gewonnen werden.
- Legt man mehr Wert auf möglichst hohe Erzeugung wie auf ein volles Ausbringen an Thomasschlacke, so kann man in der Weise arbeiten, daß man die 4o t der Vorfrischperiode auf zwei Fertigperioden verteilt. Man erspart dadurch eine vollständige Vorfrischperiode. Es bedeutet dies eine Produktionsvermehrung um 2o bis 25 Prozent, ohne irgendwelche Erhöhung der Fabrikationskosten. - Die zweite Hälfte der Vorfrischperiode bleibt in entsprechend konstruierten, abgedeckten Pfannen stehen, bis zur Beendigung der ersten Fertigperiode. Bekanntlich kann man auf diese Weise flüssiges Eisen vier Stunden und länger in heißem Zustande ethalten. Besser ist es natürlich, wenn man die zweite Hälfte bei einem anderen Ofen direkt verwenden kann. -.
- Man könnte auch den Betrieb so leiten, daß nur ein Ofen vorfrischt, während zwei Öfen fertig frischen. Jeder Ofen macht mindestens sechs Chargen,. die Fertigöfen also zwölf Chargen. Hier tritt die Produktionssteigerung besonders augenfällig zutage. Drei Öfen von Zoo t Ausbringung machen nach dem Höschverfahren nur je drei, gleich neun Chargen.
- Es ließen sich da natürlich noch andere Modifikationen ausdenken. Durch dieses Ersetzen der Schlacke durch Eisen hat aber auch eine gewisse Reinigung des vorgefrischten Eisens und der Schlacke stattgefunden. Das Vorfrischmetall, das beim Abstechen in die Umgießpfanne häufig heftig reagiert, liegt jetzt ruhig in der Pfanne. Die Schlacke wird von den Eisenkörnern, mit denen sie vielfach stark durchsetzt ist, befreit. Da während des Eingießens des Roheisens und Abfließens der Schlacke noch chemische Vorgänge sich abwickeln, so wird die Schlacke sehr eisenarm und sehr phosphorsäurereich sein. Der Phosphorgehalt des vorgefrischten Metalles wird daher bei geeignetem Zusatz von Erzen usw. o,5 Prozent nicht übersteigen.
- Bei einem Roheisen mit geringerem Phosphorgehalt kann man das überschüssige vorgefrischte Metall in der nächsten Vorfrischperiode zuerst einsetzen und dann das Roheisen zugießen.
- In besonders günstiger Weise kann durch das vorbeschriebene Verfahren vorgefrischtes Metall beliebiger Zusammensetzung für beliebige Zwecke hergestellt werden.
- Sehr vorteilhaft kann das vorgefrischte Metall im Konvertor weiterverarbeitet werden. Infolge der hohen Anfangstemperatur und des Umstandes, daß bereits die größte Menge der Verunreinigungen entfernt ist, ist die Chargendauer außerordentlich kurz. Beim basischen Konvertor erzielt man durch weitgehende Nutzbarmachung des Phosphorgehaltes des Roheisens als Thomasschlacke und hohes Ausbringen bedeutende wirtschaftliche Vorteile gegenüber dem gewöhnlichen Thomasverfahren. Ein Ofen mit Zoo t Fassungsinhalt ist bei Anwendung dieses Verfahrens imstande, ungefähr. looo t vorgefrischtes Eisen zu liefern.
Claims (1)
- PATENT-ANsPRUcH: Verfahren zur Entfernung von Schlacken bei der Gewinnung von Flußeisen und -stahl im Herdofen sowie bei der Darstellung von vorgefrischtern Eisen im Herdofen zwecks Weiterverarbeitung in einer beliebigen Vorrichtung unter nachträglicher weiterer Zugabe von Eisen zu dem anfänglich in den Herdofen eingebrachten Eisen, dadurch gekennzeichnet, daß man in den Herdofen so viel Eisen beliebiger Zusammensetzung nachgibt, daß die im Ofen vorhandene Schlacke durch das nachgegebene Eisen zum Abfließen aus dem Ofen gebracht wird.
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