<Desc/Clms Page number 1>
Kraftfahrzeug für Vorwärts-und Rückwärtsfahrt mit Rückbliekeinrichtung.
Die Erfindung bezieht sieh auf solche Kraftfahrzeuge bekannter Art, die durch eine im Bereich des Führers vorgesehene optische Einrichtung dem vorne sitzenden und vorwärts blickenden Führer ohne Verdrehung des Kopfes oder des Körpers einen Überblick auch über das Gelände nachhinten ermöglichen, so dass der Führer, ohne seine Stellung zu verändern, sowohl die Vorwärts-als auch die Rückwärtsfahrt des Fahrzeuges von seinem Sitze aus steuern kann.
Zweck der Erfindung ist es nun, hiebei dem vorne sitzenden und vorwärts blickenden Führer die Lenkung der Rückwärtsfahrt-trotz der Umkehr der Fahrtrichtung-in genau der gleichen Weise mit genau den gleichen Steuerbewegungen zu ermöglichen, wie die Vorwärtsfahrt.
Dies ist folgendermassen zu verstehen : Wenn das Fahrzeug vorwärts fährt und der Führer das Lenkhandrad nach rechts dreht, so beschreibt es eine Rechtskurve. Wenn das Fahrzeug rückwärts fährt und der Führer das Lenkhandrad ebenfalls nach rechts dreht, so beschreibt es eine Kurve, die vom Standort des Führers und von seiner Körperlage aus betrachtet auch eine Rechtskurve genannt werden kann.
EMI1.1
wärts, weil er in der Hauptfahrrichtung also nach vorne gewendet sitzt, in der Lage ist, die mit dem optischen Eindruck übereinstimmende Lenkbewegung am Lenkhandrad auszuführen, um den Wagen in eine beabsichtigte Kurve zu lenken. Diese Lenkbewegung am Lenkhandrad ist aber umgekehrt derjenigen, wie sie für Normalfahrt erforderlich ist.
Gemäss der Erfindung wird nun in die Lenkvorrichtung, zweckmässig in die Lenksäule, ein einund ausschaltbares Umkehrgetriebe angeordnet, das bei Rückwärtsfahrt eingerückt wird und die Lenkbewegung am Lenkhandrad umkehrt, so dass auch bei der Rückwärtsfahrt der optische Eindruck aus der Beobachtung der Fahrbahn für die Einleitung der Lenkbewegungen reflexiv wie bei der Vorwärtsbe- wegung massgebend bleibt.
Zweckmässig ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes mit einer binokular ausgebildeten optischen Einrichtung, u. zw. nicht nur wegen des räumlichen Sehens, sondern insbesondere wegen des räumlichen Schätzens von Entfernungen u. dgl.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Einrichtung gemäss der Erfindung schematisch an einem Panzerwagen veranschaulicht.
1 ist das Lenkhandrad, 2 das in die Lenksäule eingebaute Umkehrgetriebe, 3 ist der Umkehrschalthebel, 4 ist eine Verbindungsstange zwischen Umkehrschalthebel und einem Umkehrhebel 5 der mit einem Rückblickapparat 6 ausgebildeten optischen Einrichtung. 7 sind Spiegel oder Prismen, welche den Strahlengang von hinten unter entsprechender Umgehung anderer Konstruktionsteile, wie z. B. des am Wagen angebrachten Drehturmes, zum Auge des Fahrers leiten. 8 sind zwei symmetrisch zur Längsachse angeordnete Lichteintrittsöffnungen, 9 sind Orientierungsmarken am Wagen, die im Gesichtsfeld erseheinen, damit der Wagen in bezug auf die Fahrbahn immer richtig beurteilt und gelenkt werden kann. Diese Marken können von den Kotflügeln, Scheinwerfern od. dgl. oder von besonderen Marken gebildet werden.
<Desc/Clms Page number 2>
Die Rückblickvorrichtung 6 (z. B. Fernrohr od. dgl. ) ist entweder so ausgebildet, dass sie bei Vor- wärtsfahrt abgenommen oder beiseite geklappt werden kann, so dass ungehinderter Blick nach vorne möglich ist ; oder sie ist so ausgebildet, dass sie durch ein Umsehaltprisma oder irgend eine Umschaltspiegeleinrichtung entweder den Blick nach vorne oder nach hinten erlaubt.
Zweckmässig ist die optische Umschaltung von Vorwärts-auf Rückwärtsblick mit der Lenkradumschaltung so gekoppelt, dass beide Umschaltungen immer zwangläufig und gleichzeitig erfolgen. Diese Zwangläufigkeit kann noch weiter getrieben werden, indem der Umschalthebel 3 der Lenkhandradumschaltung auch noch mit dem nichtdargestellten Fahrtwendehebel des Wechselgetriebes so verbunden ist, dass beim Wechsel der Fahrtrichtung durch Betätigung des Getriebeumschalthebels gleichzeitig auch die Lenkradumschaltung und die optische Umschaltung betätigt werden. Eine solche Ausbildung der Einrichtung bietet die Gewähr, dass beim Wechsel der Fahrtrichtung der Fahrer ohne weitere Denkarbeit seine ganze Aufmerksamkeit für die Beobachtung der Fahrbahn frei hat.
Die Lage der Lichteintrittsöffnungen 8 wird zweckmässig in Abhängigkeit vom Gesichtsfeld der optischen Einrichtung so festgelegt, dass die beiden Öffnungen zur Vermeidung einer übertriebenen Stereoplastik nahe genug beisammenliegen können, trotzdem aber noch die Orientierungsmarken 9 in das Gesichtsfeld kommen. Dies ist notwendig, damit der Fahrer jederzeit die Lage seines Wagens in bezug auf die Fahrbahnbegrenzung beurteilen kann.
Die Lichteintrittsöffnungen 8 können an einer geeigneten Stelle der Rückwand so angebracht werden, dass sie möglichst klein sein können und nur eine möglichst kleine ungeschützte Stelle offen bleibt.
Die optische Einrichtung kann auch von einer über das Dach nach Art eines Periskops oder Scherenfernrohres od. dgl. hinausragenden Fernrohranordnung gebildet sein.
Gegebenenfalls kann die optische Einrichtung von einfachen Spiegeln gebildet sein.
Die optische Einrichtung kann oberhalb des Fahrers, seitlich oder unter dem Fahrer nach hinten geführt sein.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kraftfahrzeug für Vorwärts-und Rückwärtsfahrt, dadurch gekennzeichnet, dass für eine im Bereiche des Fahrers vorgesehene optische Einrichtung, die dem vorwärts blickenden Fahrer ohne Verdrehung des Kopfes oder des Körpers einen Überblick nach hinten über das zu beherrschende Gelände vermittelt, in die Lenkvorrichtung, zweckmässig in die Lenksäule, ein ein-und ausrückbares Umkehrgetriebe eingebaut ist, welches, bei Rückwärtsfahrt eingerückt, die Lenkbewegung am Lenkhandrad umkehrt.