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Verfahren zur Herstellung von feinverteiltem Blei und Bleioxyd.
Es ist bei der Herstellung von Bleioxyd bekannt, die Zerstäubung des Bleis in einem von aussen beheizten, mit geeigneten Schleudervorriehtungen versehenen Kessel oder Drehrohr durchzuführen, durch welche Luft oder sonstige das Blei oxydierende Gase oder Dämpfe hindurchgeführt werden.
Den Anmeldern ist es gelungen, ein Verfahren zur Herstellung von feinverteiltem Blei und Bleioxyd zu finden, welches gegenüber diesen älteren bekannten Verfahren in mehrfacher Hinsicht wesentliche Vorteile bietet.
Dies wird zunächst dadurch erreicht, dass von jeder Aussenbeheizung vollkommen abgesehen und der Dauerprozess der Bleizerstäubung in einem Drehrohr ausschliesslich mittels direkt auf das Blei einwirkender Heizgase aufrecht erhalten wird. Ausser einer Vereinfachung und Verbilligung der Apparatur werden hiedurch gegenüber allen bekannten Verfahren beträchtliche Brennstoffersparnisse erzielt.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens kann dadurch erreicht werden, dass die verwendeten Heizgase so gewählt werden, dass sie mit dem Blei im Zerstäubungsraum nicht reagieren, inbesondere dieses nicht oxydieren. Während den oben erwähnten älteren Verfahren, bei welchen oxydierende Gase durch den Zerstäubungsraum des Bleis hindurchgeführt werden, der Übelstand anhaftet, dass durch Bildung von Bleioxydkrusten an den Wandungen der Apparate, auf dem Bleibad selbst und auf den der Zerstäubung dienenden Vorrichtungen (Rührern, Rippen usw. ) eine zeitweise Unterbrechung des Arbeitsvorgangs notwendig wird, gestattet die eben beschriebene Arbeitsweise nach dem vorliegenden Verfahren dadurch, dass die Zerstäubung und Oxydation des Bleis in getrennten Räumen erfolgt, die ununterbrochene und törungsfreie Herstellung von Bleioxyd.
Schliesslich ermöglicht das vorliegende Verfahren bei der Herstellung von Bleioxyd weitere wärmewirtschaftliche Vorteile durch Ausnutzung der Reaktionswärme des verbrennenden Bleis. Dies kann z. B. derart durchgeführt werden, dass in dem Raum, in welchem das zerstäubte Blei verbrannt wird, in geeigneter Weise ein Schmelzbehälter für das nachzusetzende Blei angeordnet wird. von welchem das Blei dem Zerstäubungsraum direkt zufliessen kann.
Die Zerstäubung des Bleis kann in bekannter Weise z. B. dadurch erreicht werden, dass an der Innenwand des Drehrohrs Vorrichtungen vorgesehen sind, die das flüssige Blei während der Drehung hochheben und dann herabfallen lassen. Eine Beschleunigung der Zerstäubung wird dabei in der Weise erzielt, dass das herabfallende Blei auf z. B. mit Rippen versehene konische oder sonstwie zweckentsprechend geformte Flächen aufschlägt, die auf einer im Trommelinnern rasch umlaufenden Welle befestigt sind. Durch passende Winkelstellung der Konus-und Rippenflächen kann das feinzerstäubte Blei gleichzeitig gegen das Austrittsende der Trommel geschleudert werden.
Es ist bekannt, feinverteiltes Blei und Bleiverbindungen in der Weise herzustellen, dass flüssiges Blei mittels der Wärme von unmittelbar einwirkenden Heizgasen in den Dampfzustand übergeführt und die Dämpfe kondensiert oder oxydiert werden, wobei die Oxydation auch in einem eigenen Raum stattfinden kann. Von diesem bekannten Verfahren unterscheidet sich das vorliegende Verfahren dadurch, dass bei letzterem die feine Verteilung des Bleis ohne Überführung in den Dampfzustand erzielt wird und die unmittelbar einwirkenden Heizgase nur die Funktion haben, das Blei auf jener Temperatur zu erhalten, welche zur Zerstäubung des flüssigen Bleis erforderlich ist. Der kalorische Aufwand ist natürlich bei der grossen Verschiedenheit der Schmelz-und Verdampfungstemperatur des Bleis beim Verdampfungsverfahren ein Mehrfaches des beim vorliegenden Verfahren benötigten.
Auch muss die Apparatur bei dem bekannten Verfahren infolge der besonders hohen Temperaturen, welche für die Verdampfung des
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Bleis aufgewendet werden, in ganz anderer Weise ausgeführt sein als bei dem vorliegenden Verfahren, bei welchem die Arbeitstemperatur um etwa 1000 C niedriger liegt.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens zur Herstellung
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die Heizgase in den als Drehrohr ausgebildeten Zerstäubungsraum 4, in welchem sie die für die Zer- stäubung notwendige Temperatur aufrecht erhalten. Das durch nicht näher bezeichnete Vorrichtungen bei der Drehung hochgehoben Blei fällt auf mehrere konische Flächen 5, die auf einer rasch umlaufenden
Welle befestigt sind, wobei es zerstäubt wird. Das zerstäubte Blei gelangt gemeinsam mit den abziehenden Gasen und mit der durch die regulierbare Öffnung 6 einströmenden Luft in Pfeilrichtung in den drehbar angeordneten Ofenraum 7, in welchem die Verbrennung des Bleis vor sich geht.
Der Oxydationsraum wird vorteilhaft so dimensioniert, dass eine solche Geschwindigkeitsverringerung des aus dem Zerstäubungs- raum kommenden Gasstromes eintritt, dass der Bleistaub dort zur Niederschlagung gelangt. In dem
Oxydationsraum 7 befindet sich ein z. B. aus Gusseisen verfertigter Behälter 8, in welchem vermittels der im Verbrennungsraum vorhandenen Wärme das durch die Öffnungen 10 und 11 eingeführte Blei zum Schmelzen gebracht wird, worauf das flüssige Blei durch das Überlaufrohr 9 in den Zerstäubung- raum gelangt. Durch den Kanal 12 werden die Gase mittels einer nicht näher bezeichneten Saugvor- richtung in eine Reinigungsanlage geführt.
Am Boden des Verbrennungsraumes 7 können vorteilhafter- weise Stahlkugeln od. dgl. aufliegen, welche die Aufgabe haben, etwa bei der Oxydation des Bleis sich bildende Knollen von Bleioxyd nach Art einer Kugelmühle'so zu zerkleinern, dass ein weiterer Mahlvorgang entbehrlich wird Das gebildete Bleioxyd wird durch die verschliessbare Öffnung 13 entleert.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von feinverteiltem, Blei und Bleioxyd, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrechterhaltung des Dauerprozesses der Zerstäubung flüssigen Bleis ohne dessen Überführung in den Dampfzustand in einem Drehofen ausschliesslich mit auf das Blei unmittelbar einwirkenden Heizgasen erfolgt.