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Haar-oder Faserbahn.
Die Erfindung betrifft eine Haar-oder Faserbahn, bei der die wirr durcheinanderliegenden Haaroder Faserstücke durch ein elastisches Klebemittel zusammengeklebt werden. Die erfindungsgemässe Bahn ist dadurch gekennzeichnet, dass die Haar-oder Faserstücke nach Art eines dünnen grobmaschigen Flors übereinanderliegen, so dass die Faserbahn eine netzartige oder siebgewebeartige Struktur aufweist.
Solche Faserbahnen sollen als Ausgangsstoffe für die Füllungen von Polstern u. dgl. Verwendung finden und mit Vorteil die bisher aus losen Fasern oder Haaren oder aus watteartigen Gebilden hergestellten Füllungen für Matratzen, Polsterungen von Polstermöbeln u. dgl. ersetzen.
Im folgenden soll ein Beispiel einer Herstellungsweise einer erfindungsgemässen Haar-oder Faserbahn beschrieben werden.
Fig. 1 zeigt einen lotrechten Schnitt einer Vorrichtung zur Herstellung der Faserbahn nach der Erfindung, Fig. 2 ist eine Ansicht, zum Teil Schnitt entlang der Linie 2-2 der Fig. 1, teilweise abgebrochen. Fig. 3 ist eine Draufsicht der Faserbahn.
In einem Gestell ist die mit Zähnen 11 besetzte Trommel 10 in dem Gehäuse 12 gelagert, das eine zum Einführen der Haar-oder Faserstücke dienende Öffnung 1. 3, einen gezähnten Hechelteil 14 und einen Entleerungskanal15 besetzt. Zur Einführung der Fasermasse l in die Öffnung 13 der Kardiervorrichtung sind zwei Zuführungswalzen 16 und 17 an der Eintrittsöffnung 1 : 3 angeordnet, wobei die untere Walze 17 zweckmässig ein Förderband 18 trägt und antreibt, welches zur Zuführung der Fasern dient.
Das Förderband 18 ist zweckmässig mit in gleichen Abständen angeordneten Markierungen versehen, um das gleichmässige Auflegen der Fasern zu erleichtern. Man kann so die Fasern (die vor der Verarbeitung zu Stücken von der gewünschten Länge geschnitten worden waren) in gleichen Portionen auf das Band auftragen, um einen gleichmässigen Gang der Maschine zu sichern.
Die Trommel 10 wird in der Richtung des Pfeiles der Fig. 1 durch den Motor 19 und durch Kettenrad 20 mit der erforderlichen Geschwindigkeit gedreht, um die in das Gehäuse gelangten Fasern voneinander zu trennen und sie als lose Fasermasse B durch den Kanal 15 austreten zu lassen, wobei die Zähne der Trommel 10 und des Gehäuses 14 an ihren Spitzen genügend kleine radiale Entfernung aufweisen, um das Auseinanderreissen und das Ausstossen der Faserstücke zu erreichen.
Am Ende des Austrittskanals 15 ist eine Haube 21 vorgesehen, deren obere Wandung nach unten und vorne schräg geneigt ist, um den Faserstrom B schräg nach unten auf den sich nach oben bewegenden oberen Teil der Oberfläche einer zweiten rotierenden Trommel 22 zu führen. Die Umfangswandung der Trommel 22 ist gelocht, z. B. aus Drahtnetz od. dgl. hergestellt, und mit einem Gewebeüberzug 24 ausgestattet, dessen Maschen zwar Luft hindurchlassen, jedoch ausser ganz kleinen Staubteilchen die Faserstücke und sonstige Fremdkörper aufhalten.
Innerhalb der Trommel sind angeordnet : ein nicht drehbares Saugrohr 25 und eine zur Luftführung dienende Büchse 26, welche mittels ihres offenen Aussenendes Luft durch die gelochte Wand 2. 3 der Trommel ansaugt, wobei die mitgeführten Faserstücke an der Aussenfläche der Trommel 22 haften bleiben und von ihr als Schicht C mitgeführt werden. 27 ist die ortsfeste, mit dem Saugrohr verbundene Saugvorrichtung. Bei dieser Bewegung fallen schwerere Fremdkörper ab, sobald sie an den unteren Teil der Trommel gelangen. Zum Auffangen der hinunterfallenden Teilchen kann ein geeigneter Behälter 38
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vorgesehen werden. Die kleinen Staubteilchen werden durch die Saugvorrichtung entfernt, und die Fasermasse wird hiedurch gereinigt.
Die Trommel 22 ist ferner mit einer Blasvorrichtung 28-28 versehen, wobei ein Blasrohr 28 innerhalb der Trommel 22 so angeordnet ist, dass es einen Luftstrom gegen den unteren Teil der Trommel bläst, um in einem Strome D die an der Trommel 22 abgelagerten Fasern auf ein kontinuierlich bewegtes Transporttuch 31 zu blasen.
Die Röhren 28-28 sind mit einem Druckluftrohr 29 verbunden, wobei die Röhren 28 durch die Wandung des Saugrohres 25 hindurch in eine Druckluftkammer 30 im Rohr 25 ragen. Das offene äussere Ende der Kammer liegt so nahe zur inneren Wandung der gelochten Trommel, dass die Luft bloss durch einen beschränkten Teil der Trommelwand hindurchgeblasen wird. Die Fasern werden dabei von der Trommel als Strom D auf das Förderband 31 geblasen, um eine Schicht E zu bilden.
Auf die Faserschicht E wird die Lösung eines elastischen Klebemittels, zumeist Kautschuk, mittels einer geeigneten Sprühvorrichtung 32 aufgetragen, an der das Förderband 31 vorbeigeht. Die Trommel 22 wird durch Kettenrad 33 und Kette 34 getrieben, die selbst wieder durch Kette 35 von einem beliebigen Motor Antrieb erhält. Die Einfuhrwalze 17 erhält Antrieb von der Kette 34 über Kettenrad 36 und Kette 37.
Die von der Trommel 10 kommende, gut zerteilte Masse von Faserstüeken gelangt durch die Haube 21 auf die gelochte Trommel 22, wo die Faserstücke aufgenommen und durch die Saugluft (in der Schicht C) festgehalten werden, bis die Schicht unter die Einwirkung der Blasvorrichtung 28-28 gelangt und von der Trommel als Strom D weg und auf das Fördertuch 31 geblasen wird. Dort fallen die Fasern infolge des Wegblasens wirr durcheinanderliegend nieder, selbst wenn die gezahnte Trommel 10 die Faserstücke in geringerem oder grösserem Masse parallel gerichtet haben sollte.
Durch entsprechende Wahl der Geschwindigkeit des Fördertuches 31 und der Trommel 22 kann man stets dahin gelangen, dass die wirr durcheinanderliegenden Haar-oder Faserstücke einen sehr dünnen Flor von netzartiger oder siebgewebeartiger Struktur bilden. Werden dann die Haar-oder Faserstücke durch den durch die Sprühvorrichtung 32 in Lösung aufgetragenen Kautschuk zusammengeklebt, so bilden sie eine gut zusammenhängende elastische Bahn, welche sich als Ausgangsmaterial für Polsterungszweeke sehr gut eignet.